PRAKTIKUM DURCH EIGENIN TIATIVE
In den „Semesterferien" absolvierte Anja Schilitz, Biologiestudentin im 8, Semester, in Paulinenaue ein zweiwöchiges Praktikum zu dem Thema „Milchsäurebakterien im Ökosystem Grünland“. Durch Zufall gelangte sie an die Adresse des Institutes, ein Kommilitone hatte sich dort um ein Praktikum bemüht und wollte es dann doch nicht wahrnehmen. Anja aber wollte die Möglichkeit nutzen, etwas Neues kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Sie wurde schließlich aufgenommen. Die Arbeit war von vornherein gut geplant. Ihr Fazit: „Wer seine Kenntnisse aus der Mikrobiologie auffrischen möchte oder reale Wissenschaft erleben will, für den ist ein Praktikum in Paulinenaue (nördlich von Nauen) zu empfehlen."
Sie selbst hatte die Aufgabe, Proben aus dem Freiland zu isolieren und für die Gelelektroforese vorzubereiten. Daran schloß sich der Versuch, mit Hilfe der Gelelektroforese ein charakteristisches Proteinmuster zu erhalten, an. Beim Vergleich aber stellte sich heraus, daß alle 60 untersuchten Stämme von Milchsäurebakterien das gleiche Bandenmuster aufwiesen. Als Ergebnis der Arbeit stellte sie fest, daß im zeitigen Frühjahr an den verschiedenen Probenahmeorten (Boden, Wurzeln, Streuschicht, Grün) nur eine einzige Art von Müchsäurebakterien zu finden war, nämlich Lactobacillus paramesenteroides.
Nach ihrer Einschätzung nun habe sich die
Im einjährigen Streit zwischen Bundestag und Bundesrat um die BAföG-Novelle steht ein neues Vermittlungsverfahren ms Haus. Die SPD-Mehrheit im Kulturausschuß des Bundesrates lehnte Anfang Mai den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf ab. Die darin vorgesehene vierprozentige Anhebung zum Herbst 1995 sei angesichts der veränderten Lebenshaltungskosten nicht ausreichend. Der Gesetzentwurf des Bundesrates sieht die rückwirkende Erhöhung des BAföG um vier Prozent zum Herbst 1994 vor. Die Zahl der Empfänger ist
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Die Biologiestudentin Anja Schilitz (rechts) absolvierte aus eigenem Antrieb ein Praktikum in Paulinenaue. Zu ihren Aufgaben gehörte naturgemäß die Arbeit im Labor. Foto: zg.
Eigeninitiative gelohnt, auch außerhalb des planmäßigen Studiums das vorhandene Wissen zu erweitern. Die zukünftige Biologin meint deshalb (an die Adresse ihrer Kommilitonen gerichtet): „Kümmert Euch selber, macht nicht die Universität für alle Mißstände verantwortlich!“ So ist es bei Interesse beispielsweise möglich, Bewerbungen an Dr. sc. W Seyfarth unter der Tbl.-Nr. 033237/849232 oder unter der Fax-Nr. 033237/849249 zu richten - auf daß auch andere Studierende von solchen Weiterbildungsmöglichkeiten profitieren mögen! Sch.
nach einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes in den letzten drei Jahren erneut zurückgegangen: Im Westen von 28,3 Prozent 1991 auf 24,2 Prozent 1994. Vor zwölf Jahren hatten noch 37,1 Prozent finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten. Im Osten ging die Quote wegen der verbesserten Einkommenssituation von 88,2 auf 54,8 Prozent zurück.
Der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, nannte wesentliche Forderungen für die Änderung des Bundesausbildungsförderungsgesetzes und ergriff damit Partei für die Studierenden. „Es muß möglichst schnell ein Kompromiß gefunden werden. Für ihr Studium müssen die BAföG-Empfänger endlich mehr Geld bekommen. Ein Paket, das neben einer Anhebung der Bedarfssätze und Freibeträge auch einzelne Härtefälle mit Spitzenausgaben für ihre Wohnungen und den Verzicht auf einen zweiten Leistungsnachweis nach dem zweiten Fachsemester enthält, sollte für alle kompromißfähig sein.“ B.E.
ERASMUS IN NEUEM GEWAND
Für das Programm ERASMUS der Europäischen Union ist das vorsokratische Zeitalter endgültig vorbei. Im Frühjahr verabschiedeten der Ministerrat und das Europäische Parlament das neue Bildungsprogramm SOKRATES. Unter dessen Dach ist die Förderung für die Zusammenarbeit von Schulen und Hochschulen nun zusammengefaßt. ERASMUS, das seinen Namen behalten konnte, ist das größte Tfeilprogramm von SOKRATES, Die angestammten Förderformen für den Studentenaustausch, der weiterhin das ERASMUS-Herzstück bleibt, den Dozentenaustausch, die curriculare Zusammenarbeit und die multinationalen Intensivkurse werden im sokratischen ERASMUS durch neue Programmteile ergänzt. Unterstützt wird künftig auch die Entwicklung von Fremdsprachen- und Europamodulen für die zu Hause gebliebenen Studierenden, die grenzüberschreitende Kooperation mit Gebietskörperschaften und der Wirtschaft sowie die Zusammenarbeit in thematisch organisierten Netzen mit dem Ziel der Erneuerung von Studiengängen, Studieninhalten und Lehrmethoden an Europas Hochschulen. ECTS, das europäische Pilotprojekt zur Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen, soll schrittweise in die Regelförderung übernommen werden. Das bisher eigenständige Sprachenprogramm LINGUA wird ebenfalls ein Tbil von SOKRATES; LINGUA- Studenten werden damit zu ERASMUS-Stu- denten. Dies ist eine der wenigen Vereinfachungen gegenüber der bisherigen Programmvielfalt. mt.
STUDENTENPRAKTIKA ÜBER PITT
PITT, der Potsdamer Informations- und Tfechnologie-TVansfer der Universität, bietet ab sofort in Kooperation mit der cnteria Personaldienstleistungen GbR Berlin als neue Serviceleistung für Studierende der Universität Potsdam die Vermittlung von Praktika an. Die interessierten Studenten sollten die Bereitschaft zu einer selbständigen, verantwortungsvollen Tätigkeit in Unternehmen der Region mitbnngen, die sie möglichst auch in ihrem Studium voranbringt und außerdem hilft, auf einer unverbindlichen Ebene potentielle künftige Arbeitgeber für die Zeit nach der Beendigung des Studiums kennenzulernen und Kontakte für die Zukunft zu knüpfen. Mit einem ausgefüllten Fragebogen kann man sich beim PITT registrieren lassen und somit die Möglichkeit wesentlich verbessern, attraktive Praktikumsplätze, nicht nur während der Semesterferien, vermittelt zu bekommen. Interessenten wenden sich bitte an: Potsdamer Informations- und Tbchnolo- gie-Ttansfer (PITT), Uni Potsdam, Komplex I, Geb. 06, Raum 138, Tbl. 977-1119, E-Mail: bohlen @rz.uni-potsdam.de. A.B.
PUTZ 5/95
MINISTER FÜR ÄNDERUNG DES BAFÖG
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