DAS REKTORAT IST KOMPLETT
Konzil wählte neue Prorektoren
Nach der kürzlich erfolgten Wahl Prof. Dr. Wolfgang Loschelders zum neuen Rektor standen nun weitere Entscheidungen ins Haus. Auf Vorschlag des Senates und im Einvernehmen mit dem zukünftigen Rektor wählte das Konzil am 6. Juli mehrheitlich die drei neuen Prorektoren. Es handelt sich um die Romanistin Prof. Dr. Helene Harth (mit 39 Ja- und 12 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung) für den Bereich Entwicklungsplanung und Finanzen, die Psychologin Prof. Dr. Bärbel Kirsch (mit 36 Ja- und 15 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung) für Lehre und Studium sowie den Physiker Prof. Dr. Ralf Menzel (mit 42 Ja- und 10 Nein-Stimmen) für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Ihre Amtszeit beträgt, wie die des Rektors, vier Jahre und beginnt am 1. Oktober 1995.
Foto: Fritze
Die 1940 in Frankfurt am Main geborene Helene Harth studierte von 1959 bis 1965 klassische Philologie, Germanistik und Philosophie in Frankfurt und Tübingen, später noch Romanistik in Erlangen, Paris und Florenz. Von 1965 bis 1968 war sie am Renaissance-Forschungszentrum des Institutes für Soziologie der Universität Frankfurt sowie von 1969 bis 1972 als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Romanistik der Universität Erlangen tätig. 1965 promovierte die Akademikerin, und 1978 habilitierte sie sich. In den 80er Jahren bekleidete Helene Harth Professuren für romanische Literaturwissenschaft an den Universitäten Passau und Saarbrücken. 1991 begann ihre Tätigkeit an der Universität Potsdam, als sie mit der Gründung des Institutes für Romanistik betraut wurde. Die Wissenschaftlerin erhielt 1993 eine Berufung auf eine Professur für romanische Literaturwissenschaft (Italienisch, Französisch) an der Potsdamer Alma mater. Seit dieser Zeit ist sie auch
Dekanin der Philosophischen Fakultät I sowie Mitglied des Senates der Hochschule. Die Forschungen der Professorin betreffen neben dem italienischen Humanismus vorwiegend die französische und italienische Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Die Funktion der Vorsitzenden des Deutschen
Romanistenverbandes nahm die Professorin von 1989 bis 1993 wahr.
Auf der Grundlage dessen, was in den vergangenen Jahren geschaffen wurde, sei nun „viel Arbeit erforderlich, um die ‘Normalstruktur’ der Hochschule unter Dach und Fach zu bekommen“, so Prof. Harth zu ihrem Aufgabenfeld. Die fachlichen Profile seien unter Mitwirkung aller Fakultäten derart zu verdeutlichen, daß die besondere Struktur der Einrichtung erkennbar werde, dies auch im Hinblick auf ein in Aussicht stehendes gemeinsames Bundesland Berlin-Brandenburg.
Bärbel Kirsch wurde 1937 in Laubusch geboren. Ihr 1956 begonnenes Psychologiestudium an der Humboldt-Universität zu Berlin schloß sie 1961 mit einem Diplom ab, Anschließend arbeitete sie bis 1967 als Psychologin und Psychotherapeutin an der Psychiatrischen Kinderklinik Neufahrland. Im gleichen Jahr begann ihre bis heute andauernde Tätigkeit an der Universität Potsdam und ihren Vorgängereinrichtungen. Die lange Zeit auch m der Erziehungsberatung Wirkende promovierte 1973 und habilitierte sich 1982. Die Berufung der Wissenschaftlerin zur Professonn erfolgte 1987. In den Jahren von 1990 bis 1994 fungierte die Professorin für „Didaktik der Psychologie/Pädagogische Psychologie“ als Geschäftsführende Direktorin des Fachberei
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Prof. Dr. Helene Harth
ches Psychologie, seit 1994 als Dekanin der Philosophischen Fakultät II sowie als Mitglied des Senates der Universität Potsdam. Zu den Forschungsschwerpunkten Bärbel Kirschs gehören Lern- und Verhaltensstörungen, Motivationale Fehlregulation leistungsorientierter Tätigkeit sowie Problemerleben und -bewältigung 12- bis 18jähriger ostdeutscher Schüler.
Nachdem die Phase der Erstellung von Prüfungs- und Studienordnungen für die verschiedenen Studiengänge weitgehend abgeschlossen sei, komme es nun auf ihre Umsetzung, die Konsolidierung der Ausbildung und die qualitative Verbesserung von Lehre und Studium an. Dabei könne die Evaluation der Lehre hilfreich sein. Mitwirken will Prof. Kirsch daran, „daß sich die Rahmenbedingungen für das Studieren verbessern. Dazu gehören u.a. die Erweiterung der Beratungsangebote, Hitorien und die Schaffung von Möglichkeiten, das Studentenleben attraktiver zu gestalten“.
Foto: Tribukeit
Ralf Menzel wurde 1949 in Naumburg/Saale geboren und studierte von 1968 bis 1972 Physik in Dresden. Anschließend arbeitete er bis 1979 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Optik und Spektroskopie der Akademie der Wissenschaften Berlin. 1978 promovierte er auf dem Gebiet der Experimentalphysik und schloß 1989 seine Habilitation ab, Ralf Menzel war in den 80er Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter am Str- anski-Institut der Technischen Universität Berlin, 1989 wechselte er an das Optische Institut der TU Berlin. Seine Ernennung zum Professor für Experimentalphysik an der Universität Potsdam erfolgte 1994. Zu seinen hauptsächlichen Forschungsgebieten zählen die nichtlineare Spektroskopie sowie die optische Phasenkonjugation. Prof. Menzel will zukünftig seinen Beitrag dazu leisten, „die Forschung an der Universität, als ein wichtiges Aushängeschild im In- und Ausland, zu stärken". Dabei gehe es ihm beispielsweise um die Erhöhung des Drittmittelaufkommens, eine fächer- und fakultätsübergreifende Arbeit und damit verbunden nicht zuletzt um die Vermittlung unterschiedlicher Interessen. B.E.
SR
PUTZ 6/95
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