Heft 
(1.1.2019) 06
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auf selbstzerstörerische Verherrschaftli- chung in den Gutsherrschaftsgesellschaf­ten verhinderten. Eigenkulturen und unter­schiedliche Lebensstile gewinnen in klein­räumiger Perspektive allmählich feste Ge­stalt, und es wird deutlich, daß es in der ostelbischen ländlichen Gesellschaft kei­neswegs eine einseitige Handlungskompe­tenz nuroben gegeben hat.

PUTZ: Welche Ansatzpunkte ergeben sich für eine gesamtdeutsche Geschichtsfor­schung in diesem Bereich?

Peters: Zu den Stichworten des etwas müh­samen Siegeszuges einer modernen deut­schen Sozialgeschichtsforschung gehören Historische Anthropologie, Alltagsge­schichte, Mentalitätsgeschichte und Mikro­historie. Wenn im Hinterkopf bleibt, daß es keine Königswege gibt, und wenn auf mis­sionarisches Gehabe verzichtet wird, dann darf auf diesen Pfaden mit Erkenntniszu­wachs gerechnet werden. Jedenfalls hat uns dieser Ansatz bei der Erforschung ost­elbischer Gutsherrschaft geholfen.

PUTZ: Professor Peters, erlauben Sie mir eine abschließende Frage zur Situation der Max-Planck-Arbeitsgruppen, die ja mit der Intention gegründet wurden, Forschung und Forscher an die ostdeutschen Univer­sitäten zurückzubnngen. Die Finanzierung läuft 1996 aus, die Mitarbeiter bewegt die Frage nach der Zukunft. Wie sehen die Vor­stellungen und Realitäten im Fall der von Ihnen geleiteten Gruppe aus?

Peters: Die Max-Planck-Gesellschaft hat mit der Universität einen Vertrag über die Integration des Forschungspotentials der Arbeitsgruppe in die Universität nach Been­digung der Förderzeit geschlossen. Er sieht den Übergang auch unseres gesam­ten Inventars einschließlich einer wertvol­len größeren Bibliothek in den Universitäts­bestand vor. Für eine entsprechende Struk­turbildung, also Anbindung im Fach Ge­schichte, sprechen auch, so darf ich wohl sagen, unsere bisherigen Ergebnisse. Sie haben gerade in Fachkreisen Anerkennung gefunden, wobei auch unser lebhafter Aus­tausch mit Agrar- und Sozialhistorikern in Ost- und Ostmitteleuropa betont und die profilbestimmende Rolle der Arbeitsgrup­pe gerade an einer brandenburgischen Universität hervorgehoben werden. Für ein so tief in agrargeschichtlich-gutsherrschaft­liche Strukturen eingebundenes Land wie Brandenburg sehe ich unsere Forschungs­richtung als unverzichtbares universitäres feilstück an. Man kann nur hoffen, daß die tragende Idee der Arbeitsgruppen in den neuen Bundesländern (in diesem Falle also der unsrigen Gruppe) trotz der finanziellen Nöte und der damit einhergehenden Inter­essenkollisionen Bestand haben wird. Sonst wäre zudem noch das letzte verblie­bene größere agrarhistonsche Forschungs­zentrum in Deutschland verloren.

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DASUNIRADIO BB" KOMMT

Nun steht es also fest: In der Region Berlin-Brandenburg wird voraussichtlich ab dem 15. Oktober 1995 ein eigenes Uniradio auf Sendung gehen. Nachdem sich Vertreter sehr vieler Hochschulen aus Berlin und einer Hochschule aus Brandenburg mehrere Monate lang zusammengesetzt und nach auch finanziell tragfähigen Lösungen für ei­nen solchen Radiosender gesucht hatten, konnte dem Medienrat Ende Mai dieses Jah­res ein von allen getragenes Konzept für eine Sendestunde pro Tag eingereicht wer­den. Die Entscheidung des Medienrates fiel positiv für die Hochschulen aus. Wenn alles klappen und sich vor allen Dingen genügend Studierende finden sollten, die an der Produktion mitwirken möchten und können, dann steht einer Aufnahme des Radio­betriebes auf der UKW-Rrequenz 87,9 MHz von Radio Charlie nichts mehr im Wege.

Die grundlegende Idee des Uniradios be­steht darin, die Öffentlichkeit in der Region über Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie - mit dem in den Hochschulen vorhandenen Wissen - über Hintergründe aktueller Ereig­nisse zu informieren. Dies soll in Form ei­nes einstündigen Magazins von Montag bis Freitag zwischen 18 und 19 Uhr geschehen, wobei die erste halbe Stunde den auch au­ßerhalb der Hochschule aktuellen Thges- themen und die zweite den hochschulspe- zifischen Themen und Veranstaltungen Vor­behalten sein wird. An die Realisierung von Schwerpunktthemen - wie z.B. über Gen­technologie, Architektur oder auch Seme­stertickets - ist gedacht. Fest steht dagegen bereits, daß der Samstag Musiksendungen, Hörfunkexperimenten und Hörspielen Raum bieten und der Sonntag demlangen Wort und einem Wissenschaftsmagazin zum Ausdruck verhelfen soll,

Insgesamt möchten die beteiligten Hoch­schulen - das sind in Berlin die FU, die TU, die Humboldt Univesität, die Hochschule der Künste, die Hochschule für Musik Hans Eisler, die Fachhochschule für Tbchnik und Wirtschaft, die Fachhochschule für Wirt­schaft, dietechnische Fachhochschule, die

Alice-Salomon Fachhochschule und die Fachhochschule für Verwaltung und Rechts­pflege, in Brandenburg ist es bis dato nur die Universität Potsdam - insgesamt möch­ten also die beteiligten Hochschulen mit Hilfe des Uniradios BB (fürUniradio Ber­lin-Brandenburg) die Diskussion zwischen Hochschule und Öffentlichkeit fördern, den an den Hochschulen vorhandenen Sachver­stand auch zur Erläuterung und Interpreta­tion des lägesgeschehens nutzbar machen und Veranstaltungstips geben.

Um dies zu realisieren, wird derzeit an der FU-Berlm ein zentrales Produktions- und Sendestudio eingerichtet, das auch von dezentralen Produktionsstudios einzelner Hochschulen beliefert werden kann. Ein solches besteht an der Universität Potsdam in Golm, und zwar dort in der Arbeitsstelle Medienpädagogik. Ebenso sieht es mit den Redaktionen aus: In Berlin sitzt die Zentral­redaktion, die unterstützt wird von Mitarbei­tern der einzelnen Hochschulenvor Ort. In Potsdam fungieren Dr. Horst Röpke und Dr. Hans-Jörg Pöttrich aus der Arbeitsstel­le Medienpädagogik als Ansprechpartner und Betreuer, als erste Anlaufstelle kann ebenfalls das Referat für Presse- und Öf­fentlichkeitsarbeit der Uni dienen. Hg.

Lust auf Uniradio?

Wenn Sie an der Uni Potsdam studie­ren und sich am Uniradio beteiligen möchten, dann sollten Sie sich mit Dr. Horst Röpke oder Dr. Hans-Jörg Pöttrich in Verbindung setzen (Telefon 0331/977-2004 bzw. -2320); erste Aus­künfte erteilt auch das Pressereferat (Ttelefon 0331/977-1496), In Zusammen­arbeit mit der Diplom-Journalistin Hei­ke Schüler wird ferner für die interes­sierten Studentinnen und Studenten vom 31. August bis zum 2. September ein ersterRadio-Crash-Kurs angebo- ten. Da die Plätze für diesen Kurs eng begrenzt sind, ist eine Anmeldung un­ter obigen Nummern unbedingt erfor­derlich. Da auf Sendung letztlich nur derjenige gehen kann, der sein Hand- und Mundwerk hinlänglich beherrscht, ist eine Teilnahme an diesem Einfüh­rungskurs ratsam,

SEMESTERTERMINE

Die Rahmentermine für das Winterseme­ster 1995/96, das am 1. Oktober 1995 be­ginnt und bis zum 31. März 1996 dauert, sehen wie folgt aus:

18.09.95-29.09.95 Einschreibezeitraum für das 1. Semester Belegen der Lehr­veranstaltungen und Praktika in den F ächern/Instituten Vorlesungszeitraum Rückmeldefrist für das Sommersemester 1996 Zeitraum für Prüfungen und Praktika

Lehrveranstaltungsfreie läge

02.10,95-06.10.95

09.10.95- 02.02.96

15.01.96- 15.02.96

05.02.96- 29.03.96

03.10.95

31.10.95

21.12.95-05.01.96

1hg der deutschen Einheit

Reformationstag

Akademische

Weihnachtsferien

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