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(1.1.2019) 06
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STUDENTISCHE WAHLEN MIT DEFIZITEN

Nur wenige Studierende beteiligten sich an den diesjährigen Wahlen zur akademi­schen Selbstverwaltung der Universität Potsdam und gaben den studentischen Interessenvertretern für das Konzil, den Senat und die Fakultätsräte ihre Stimme.

Dabei hatte sich der Gemeinsame Wahl­ausschuß, dem ich Vorstand, große Mühe gegeben, die Studierenden rechtzeitig über alle Modalitäten des Verfahrens zu infor­mieren, versichert der Jurist Prof. Dr. Hel­mut Weber. Wie vorgeschrieben, erfolgte demnach sieben Wochen vor der Wahl das Aushängen der entsprechenden Bekannt­machungen an allen Uni-Standorten. 14 läge Zeit gab es, Wahlvorschläge einzurei­chen.Die Frist wurde nur sehr zögernd genutzt, so der Inhaber des Lehrstuhls deutsches und europäisches Zivilrecht und Zivilprozeßrecht. Interesse zeigten insbe­sondere die Wirtschafts- und Sozialwissen­schaftler sowie die Juristen. Von der Philo­sophischen Fakultät I hingegen kam z. B. für den Fakultätsrat kein einziger Wahlvor­schlag.

Das ließ bereits im Vorfeld eine geringe Resonanz erahnen. Zu den Urnen gingen schließlich im Durchschnitt 7% der Stimm­berechtigten, wie etwa in der Mathema­tisch-Naturwissenschaftlichen oder der Phi­losophischen Fakultät I. Im Ergebnis be­deutet dies eine leichte Verschlechterung um 0,9% bezogen auf das Vorjahr, wenn­gleich die einzelnen Fakultäten große Un-

Stimmen zur Wahl

Natürlich waren wir (der StuRa) ob der Wahlbeteiligung enttäuscht, denn wir wollen ja studentische Interessen vertre­ten. Das altbekannte Problem mangelnden Interesses von seiten der Studentenschaft sowie die wenig intensive öffentliche (Selbst-)Darstellung der Kandidaten und der Wahlen haben wohl zu diesem schlech­ten Ergebnis beigetragen. Als Studentenrat wollen wir daraus unsere Konsequenzen für die Wahlen der studentischen Selbstverwaltung im November ziehen. Hoffentlich funktioniert das auch."

Bertram Welker

.... Die Studentenvertreterin den zentralen Gremien der Universität üben gesetzlich vorgesehene Funktionen aus, zu denen such Kontroll- und Überwachungsaufga­ben über die Universitätsleitung gehören. Schon von daher ist eine Einflußnahme der Universitätsleitung auf die Wahlen ausge­schlossen. Dies gilt sinngemäß ebenso für den Wahlausschuß... Die Verlegung des Wahllokals für den Standort Babelsberg vom Gebäude Griebnitzsee zum Park Ba­belsberg erfolgte wegen der Baumaßnah­men im Gebäude Griebnitzsee... Für alle Studenten stand alternativ die Briefwahl

terschiede aufwiesen. Während beispiels­weise bei den Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern immerhin 14,95% der anwesenden Immatrikulierten wählten, fanden in der Philosophischen Fakultät II ganze 2,62% der künftigen Akademiker den Weg ms Wahllokal. Bei den Juristen beteilig­ten sich 8,3% der jungen Leute an der Pro­zedur. Lediglich 321 von insgesamt über 4.500 Direktstudenten plädierten für ihre Fa­voriten im Konzil bzw. Senat. Damit nahmen auch hier nur 7% der Kommilitonen ihr Wahl­recht wahr. Selbst durch die zu Beginn des Semesters an alle Studierenden ausgehän­digten Briefwahlanträge enstand kein bes­seres Resultat. Bertram Welker, einer der beiden Vorsitzenden des Studentenrates, meint zu dieser Bilanz u. a.:Die Informa­tionen zur Wahl kamen zu spät und nur un­genügend, Das Fehlen eines Wahllokals in Griebnitzsee trug wesentlich zur niedngen Wahlbeteiligung bei. Allerdings stehen in diesem Zusammenhang die dem wider­sprechenden 14,95% der am Standort in der August-Bebel-Straße beheimateten Wi.-So.- Fakultät. Der Politikwissenschaftler in spe scheut jedoch zu Recht nicht den Vergleich zu anderen Unis.Ähnliche Ergebnisse gibt

es auch dort. Wir müssen uns durchaus nicht verstecken, sagt er. Dennoch, natür­lich schmerzen auch ihn die blassen 2% an der Philosophischen Fakultät II. Die 15% der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler ver­stehen seine Mitstreiter und er dagegen als Orientierungspunkt und Ansporn.

Die könnten im Durchschnitt durchaus drin sein, Notwendige Voraussetzung aller­dings müßte eine engagiertere Vorberei­tung auch unsererseits sein, bekennt Wel­ker. Diesmal jedenfalls mangelte es nicht nur an aktiven Wählern, auch die Anzahl der aufgestellten Kandidaten ließ Defizite er­kennen. Nur sehr begrenzt bestand offen­sichtlich unter den Studiosis die Bereitschaft, sich durch eigene Mitarbeit in die Gremien der Alma mater einzubnngen. Ein Wahl­kampf im Sinne des Vorstellens unter­schiedlicher Positionen fand erst gar nicht statt. Dessen Organisation hätte im übngen wie bei jeder anderen Wahl auch in den Händen der Bewerber selbst liegen müs­sen.

Vielleicht gelingt nun im nächsten Jahr eine deutliche Verbesserung der Situation. Die Mitglieder des Studentenrates zerbrechen sich schon heute die Köpfe über dasWie. Erste Vorüberlegungen existieren bereits.

EG.

RAUM FÜR KÜNSTLERISCHE BETÄTIGUNG EROBERT

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Sehr glücklich" zeigt sich Prof. Dr. Meike Aissen-Crewett, Inhaberin des Lehrstuhls für Grund- schulpädagogik/Lembereich musisch-ästhetische Erziehung mit dem Schwerpunkt Ästhetische Erziehung, darüber, daß seit einem Jahr in Golm für die Studierenden des Studienganges Kunst im Rahmen der Primarstufenausbildung die Möglichkeit besteht, ihre Vorstellungen künstlerischer Arbeit m einem 'richtigen'Atelier umsetzen zu können. Ca. 50 der in der Hauptklasse Freie Malerei entstandenen Werke wurden kürzlich dort mit großer Resonanz der Öffentlichkeit präsentiert. 15 Studierende ab viertem Semester zeigten dabei unterschiedlicheHandschriften". Jetzt sind ihre Arbeiten m den Fluren des Hauses 9 in Golm m Augenschein zu nehmen. Das Besondere der Freien Malerei, deren Bildkomposition eigenen Regeln folgt, besteht in der engen Verbindung zur Musik. Um diesen Bezug deutlich werden zu lassen, improvisierte der Musiker Lutz Andres bei der Aus­stellungseröffnung auf verschiedenen Instrumenten. Als spannend für alle Beteiligten erweist sich das Werden des Bildes im ästhetischen Prozeß.Diese ganz verdichtete, aktive Wahrnehmung ist eine unverzichtbare Voraussetzung für den zukünftigen Kunstpädagogen und Kunsterzieher", so Meike Aissen-Crewett. B.E./Foto: Tribukeit

PUTZ 6/95

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