Heft 
(1.1.2019) 06
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DESY - EINEWELT" FÜR JEDEN PHYSIKER

Exkursion nach Hamburg brachte viel Spaß und Wissen

NEU ERNANNTE PROFESSOREN

Die Fachschaft Physik hat für Interessier­te während des Sommersemesters eine Exkursion nach Hamburg organisiert. 15 Physikstudenten nahmen dieses Angebot wahr und fuhren per Deutsche Bahn (Ver­spätungen sind einzuplanen!) in die Han­sestadt. Dank der Gastfreundlichkeit von Fämilie Hohberger (Sohn Horst ist Student an der Uni Potsdam) mußten sie sich um Unterkunft sowie Rrühstück keine Sorgen machen.

Die auf der ZAPF (Zusammenkunft Aller Physik Fachschaften), welche vom 25. bis 28. Mai 1995 in Hannover stattfand, ge­schlossenen Kontakte mit den Physikfach- schaften anderer Universitäten Deutsch­lands führten dazu, daß die Gruppe auch der Hamburger Uni einen Besuch abstatte­te. Man hatte dort eine Führung durch die Forschungsgruppen des Fachbereiches Physik für sie vorbereitet, auf der sie einen Überblick über Probleme der Oberflächen- und Halbleiterphysik erhielten. Anschlie­ßend ging es zum DESY wo zunächst eine allgemeine Besichtigungstour anstand.

Spätestens während des Rundgangs be­merkte jeder, der anfangs irrtümlicherwei­se noch annahm, er könne sich einmal zwei läge vom Streß des Studiums erholen, daß er sich auf einer Bildungsreise befand.

Um auch den nicht fachkundigen Lesern ei­nen kleinen Einblick zu geben, hier ein paar Fakten über das Deutsche Elektronen-Syn- chrotron: Das DESY in Hamburg ist ein mit

öffentlichen Mitteln finanziertes For­schungszentrum für Tbilchenphysik und Forschung mit Synchrotronstrahlung. Es ist eine von den 16 Großforschungseinrichtun­gen in Deutschland. DESY wurde am 18. Dezember 1959 in Hamburg offiziell als selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet. Seit dem 1. Januar 1992 gehört das Institut für Hochenergiephysik in Zeu­then, Brandenburg, zu DESY Momentan existieren bei DESY hauptsäch­lich zwei Forschungsprojekte: zum einen das Hamburger Synchrotron Labor (HASSY- LAB), zum anderen ein 6,3km umfassender kreisförmiger Ibilchenbeschleuniger (ins­gesamt besitzt DESY neun Vorbeschleuni­ger und Speicherringe). Im HASLAB wird von Elektronen abgestrahltes Synchrotron­licht für Expenmente aus den verschieden­sten Bereichen, wie Biologie, Physik und Medizin, verwendet. Dort sind über 1000 Wissenschaftler von 120 Instituten aus 23 Nationen tätig. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Ullrich Pietsch vom Institut für Festkörper­physik der Universität Potsdam. Derzeitig beschäftigt er sich im HASYLAB mit der Oberflächenstruk­tur von dünnen Gallium-Arsenid Schichten. Ein Doktorand fand die Zeit, den Meß- aufbau vor Ort zu zeigen und Fragen zu beantworten. Insgesamt gab es für die Potsdamer Physiker in den zwei lägen weit mehr zu sehen, als sie erwartet hat­ten. Es überrasch­te sie sehr, daß man überall sofort bereit war, ihnen - auch ohne Ankün­digung - alles zu zeigen und zu er­klären. Selbst in den Erholungs­phasen pflegte die Gruppe die Bezie­hungen zu ande­ren Unis.Es waren zwei läge voller Spaß an der Physik, insgesamt ein gelungener Ausflug. Erste Pläne für eine Exkursion im nächsten Semester werden gerade ge­schmiedet , war denn auch von Tbilnehmer- seite zu hören - die übrigens auch hofft, daß dieser Bencht dazu beiträgt, andere Fach­schaften zu motivieren, eigene Ausflüge zu veranstalten. Nadin & Horst

An der Universität Potsdam herrscht nach wie vor eine rege Aufbauphase. Zeichen dafür sind nicht nur viele Baugerüste, son­dern u. a. auch die während der letzten Wochen sehr zahlreich ernannten Profes­soren. Sie alle an dieser Stelle vorzustel­len, würde den Umfang derPUTZ sprengen. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser daher um Verständnis dafür, daß in jeder Ausgabe lediglich mit sechs Professoren bekannt gemacht wird - und zwar entsprechend der Chronologie ih­res Emennungsdatums (zusammenge­stellt von Dr. Barbara Eckardt).

Prof. Dr. habil. Pedro Barcelö ist der Inha­ber des Lehrstuhls für Alte Geschichte am Historischen In­stitut der 'Philosophi­schen Fakultät I. Er wurde 1950 in Vina- roz/Spanien geboren und studierte von 1971 bis 1976 Ge­schichte und Germanistik an der Universi­tät Freiburg. Dieses Studium beendete er mit dem Ersten und 1979 mit dem Zweiten Staatsexamen. Ab 1976 arbeitete er ein Jahr als wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Alte Geschichte der Universität Freiburg und absolvierte bis 1979 seinen Vorberei­tungsdienst für das Höhere Lehramt an den Gymnasien Waldkirch und Neustadt-Titisee. Mit einem Thema zur römischen Außenpo­litik in der Spätantike promovierte der Hi­storiker 1980 an der Universität Freiburg. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war er von 1979 bis 1982 am Lehrstuhl für Alte Ge­schichte an der Universität Eichstätt tätig, wo er an der Geschichts- und Gesell­schaftswissenschaftlichen Fakultät zum Hochschulassistenten ernannt wurde. Pedro Barcelö habilitierte sich 1986 an der Katholischen Universität Eichstätt im Fach Alte Geschichte. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre führten ihn Gastprofessuren an die Universidad de Valencia/Spanien und an die University of South Africa/Preto- ria. Der Wissenschaftler vertrat Lehrstühle für Alte Geschichte an der Universität Hei­delberg und an der Katholischen Universi­tät Eichstätt. 1991/92 weilte er als Heisen­berg-Stipendiat an der Universität Augs­burg. 1993 erfolgte seine Ernennung zum Universitätsprofessor für Alte Geschichte an der Pädagogischen Hochschule/Univer­sität Erfurt. Zu seinen Hauptarbeitsgebieten gehören die Spätantike, Karthago und die Ibensche Halbinsel sowie die Griechische Geschichte, insbesondere Staats- und

Die Potsdamer Gruppe bei einigen Ablenkmagneten für Ringbeschleuniger.

Foto: Hohberger

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PUTZ 6/95