QUO VADIS, UNIVERSITÄT POTSDAM?
Eine Sommerakademie als Ideenwerkstatt
Campus
Quo vadis, Universität Potsdam?.2
„Neues Kapitel in Geschichte der
Um aufgeschlagen".3
SO Jahre Potsdamer Konferenz:
Ein Festakt bot historische Rückblicke
und politische Plädoyers.4
Ergebnisse und historische Bedeutung
der Konferenz.5
Neue Seiten eines „sprechenden“
Mittelalters.6
Uni-Gebäude bald wieder mit Kuppel.... 8
Von ERASMUS zu SOKRATES.8
Über die Lehre vom staatlichen Handeln .. 9 „Hier interessiert man sich für mich" .... 10 Jüdische Studien im dritten Semester ... 10 Arbeitstagung zur Bewegungsanalyse ..11
Die Um im Stadtfernsehen.11
Chancen und Risiken für Berlin-
Brandenburg.12
Auch Lyrik hilft beim Spracherwerb.12
Für Toleranz und Verstehen.13
Kooperationspartner Sprachenzentrum . 13
Akademischer Festakt.13
Ideologie und wissenschaftliche
Verantwortung.14
Lehrerbildung im Spiegel von Forschung und innovativer Entwicklung .... 15 Aus dem Senat berichtet.15
Titel: Universität goes online. 17
Im Gespräch
Wirtschaftsstandort Brandenburg
noch nicht erste Adresse.18
Was ist an LSE anders als in Potsdam? ..19
Wissenschaft aktuell
Spurensuche an der Spitze internationaler Forschung.20
Von Saturnringen zum Verkehrschaos ..21 „Stillstand statt Fortschritt".21
Studiosi
Jena-Plan - warum eigentlich nicht?.22
Von der „Politik in der Literatur“.23
Arbeitsamt und Uni intensivieren
Zusammenarbeit.23
BAföG und kein Ende.24
Die Auslandsstudienplätze 1996/97.24
Personalia
Neu ernannte Professoren.25
Berufungen.26
Prof. Dießner zum 65. Geburtstag.26
Medaille verliehen.27
Treffen der „Mittelbauer".27
Wechsel im Dekanat.27
Gisela Koppehele verstorben.27
Tauer um Kurt Germey.27
Buchtips.27
Kultur.29
Sport.30
Infothek.31/32
Impressum.31
Die Universität Potsdam gehört sicher nicht zu den Hochschulen, deren bauliche Entwicklung vor ihrer Gründung genau durchgeplant wurde. Sie verteilt sich vielmehr auf vier Standorte, deren zwingendster noch der Am Neuen Palais ist, weil sich dort mit der früheren Pädagogischen Hochschule auch ihre wichtigste Vorgängereinrichtung befand. Obwohl die Potsdamer „alma mater“ heute, nur vier Jahre nach ihrer Gründung, stetig steigende Studentenzahlen aufweist, und sie sich auch bei Professoren großer Beliebtheit erfreut, gibt es noch immer keine umfassende bauliche Planung. Um dieses für eine Hochschule, die aus allen Nähten platzt, elementare Thema in seiner Gänze zu beleuchten, soll am 25. Oktober dieses Jahres eine Ausstellung „Uni Potsdam 2000 - gestern, heute, morgen“ eröffnet werden. Als Vorbereitung vor allem des Aspektes „morgen“ fand nun eine Sommerakademie statt, deren Ergebnisse in die Ausstellung einfließen werden.
Fünf Arbeitsgruppen, bestehend aus Dozenten und Studierenden der TU Cottbus, Universität Karlsruhe, FH Potsdam, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar, tagten während zweier Wochen von neun Uhr morgens bis spät in die Nacht, um möglichst anregende und weiterführende Entwürfe in die Ausstellung einzubringen. Veranstaltet wurde die Sommerakademie vom Deutschen Werkbund Berlin e.V und der Universität Potsdam, gefördert durch die Roland Ernst Unternehmensgruppe und das Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr. Insgesamt sehr angetan zeigten sich die Beteiligten dabei nicht nur von der schwierigen Aufgabe, eine auf vier Standorte verteilte Universität planerisch weiterzuentwik- keln. Die besondere Herausforderung sa-
Die Köpfe der Sommerakademie-lkilnehmer rauchten. Diskussionen und Entwurfsplanungen der weiteren baulichen Entwicklung von Potsdams Universität endeten oft erst spät in der Nacht. Foto: Fritze
hen sie in der Frage, wie mit dem Hauptstandort Am Neuen Palais umgegangen werden sollte, der sich am Rande des Parkes von Sanssouci und somit eines zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Ensemblesbefindet. Da jedoch eine Sommerakademie stets als Ideenlieferant zu sehen ist, der Denkanstöße ohne notwendige Rücksichtnahme auf finanzielle oder sonstige Zwänge produzieren will, sahen die Studierenden und ihre Dozenten den Standort Am Neuen Palais durchaus nicht als heilige Kuh. Sie rührten stattdessen an geltenden Vorstellungen und weiteten den Horizont auf unkonventionelle Art - freilich auch ohne Rücksicht auf bereits bestehende gemeinsame Planungen der Universität, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und des zuständigen Fachministeriums.
Herausgekommen sind recht vielfältige Entwürfe. Gemeinsam ist dem Großteil von ihnen, daß sie auf den Standort Babelsberg vollkommen verzichten und stattdessen Am Neuen Palais und Golm verstärkt ausbauen. Während sich in Golm ein naturwissenschaftlich und technologieorientiertes Zentrum entwickeln soll, sahen die Planer der Sommerakademie Am Neuen Palais einen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Mittelpunkt. Sie skizzierten das Bild einer selbstbewußten Hochschule, die wie-
Einer der Entwürfe sieht eine Verbindung der Standorte Golm und Am Neuen Palais durch eine im rechten Winkel abknickende Allee vor, die durch Sportplätze in diesem abknickenden Winkel begleitet wird. Babelsberg fiele hierbei ganz weg. Foto: Fritze
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