Heft 
(1.1.2019) 01
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CAMPUS

TAKTLOSIGKEITEN SIND KEINE LAPALIEN

Podiumsdiskussion des Zentrums für Gerechtigkeitsforschung zu Veränderungserfahrungen nach der Wiedervereinigung

Die einen wollen die BegriffeOssis undWessis abschaffen, weil sie künstlich tei­len würden. Andere meinen, daß aufgrund der äußerst unterschiedlichen Erfahrungen noch lange von zwei deutschen Befindlichkeiten auszugehen sein wird. Fünf Jahre im wiedervereinigten Deutschland haben für die Menschen nicht nur im Osten, aber vor allem dort, eine Fülle von Umstellungen mit sich gebracht. Soziologen verschiedener Universitäten und Einrichtungen gehen deshalb seither in empirischen Untersuchun­gen damit im Zusammenhang stehenden Fragen nach. Dies war auch der Anlaß für ein zweitägiges Symposium des Zentrums für Gerechtigkeitsforschung an der Universi­tät Potsdam Ende vergangenen Jahres. Wissenschaftler stellten dort Ergebnisse ihrer Forschungen zum Thema Veränderungserfahrungen in den neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung vor.

Campus

Taktlosigkeiten sind keine Lapalien.2

Erinnerungen an ein

gemeinsames Kulturerbe.4

Ohne Visionen kein Europa.5

Gute Beziehungen gefestigt.5

Gedanken- oder kopflos?.5

Ideologischer Umgang...6

Europäische Dimensionen.6

Sprachen in Grundschulen.7

Als war es keinem ernst mit der Kunst.... 8

Über jüdische Erfahrungen.8

Unterricht und Entwicklung in

der Grundschule.9

Rechenschaftsbericht.9

Verbesserung oder Fehlentwicklung.10

Auf dem Campus aufgeschnappt (IV) ..10

Fbauenforschung veraltet?.11

Die Gremische Dritteltheone.12

Wohin steuert Weißrußland?.12

Streetball attraktiver als Basketball.13

Empfang für ausländische Studierende 13 Ein Aufklärer im revolutionären Paris .... 14 Thgungsdienst und Gästeservice

für die Universität Potsdam.15

Aus dem Senat berichtet.15

Mineraliensammlung.1.16

Titel: Neues aus dem Elfenbein­turm - immerLive at Five!. 16/17

Wissenschaft aktuell

Zwischen Molekülen und Festkörpern 18

Studiosi

Kontakte über Borchert-Thgung.19

Der gewählte Studierendenrat.20/21

Der Studentenexpress ist gestartet.22

Stadt im Zugzwang...23

Polnisch-deutscher Austausch.23

BAföG-Broschüre erschienen.23

Tbxt und Theater.24

Lokale Erasmus-Initiativen in Potsdam 24 In 5 Jahren 11.000 Studierende mehr .... 24 Kaffeeklatsch mit DAAD-Stipendiaten ... 25

Stipendien für jüngere Juristen.25

Stipendien für Studien in Japan.25

Das Machbare heute durchsetzen.26

Personalia

Rufe.27

Neu ernannte Professoren.27

Klein im Beirat des Auswärtigen Amtes 28 Beauftragter für DFG-Angelegenheiten 28 Außerplanmäßige Professoren berufen 29 Schulz intensivierte Kanada-Kontakte.... 29

Zur Arbeit an Sonntagen.30

Hauer um Helmut Opitz.30

Großes Forschungsvorhaben bewilligt . 30 Professor Belling soll bleiben!.30

Buchtips.31/32

Kultur.32-34

Sport.34/35

Infothek .36

Impressum.36

Die Initiatoren der Tägung verfolgten das Anliegen,das Verständnis zwischen den Menschen im ehemals geteilten Deutsch­land zu befördern sowie politischen Ent­scheidungen eine Orientierung zu geben". Bestandteil des Symposiums war eine öf­fentliche Podiumsdiskussion zu dieser Pro­blematik mit dem Minister für Wissen­schaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche, dem Anwalt und letzten Innenminister der DDR, Dr. Pe­ter-Michael Diestel, dem ehemaligen Rek­

tor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Rolf Mitzner, und dem jetzigen Rektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.

Gerade wollen Demoskopen von Infratest in einer Umfrage herausgefunden haben, daß fünf Jahre nach der Wende" bei vielen Bür­gern in den neuen Bundesländern große Skepsis gegenüber dem bundesrepublika­nischen System herrsche. Die Zustimmung der ehemaligen DDR-Bürger zumneuen politischen System sei von 51 Prozent 1990

auf gegenwärtig 33 Prozent gesunken.Ist also der Beitritt zur Bundesrepublik ange­sichts der DDR-Renaissance in den Köpfen ein Irrtum, ein Fehler gewesen?", fragte Prof. Dr. Leo Montada, Direktor des Zen­trums für Gerechtigkeitsforschung und Gesprächsleiter. Peter-Michael Diestel sah mit Unverständnis, daß man gravierende Veränderungen im Westen nicht konstatie­ren wolle. Von den Ostdeutschen verlange man eine lOOprozentige Wendung,eine Abkehr von dem, was DDR gewesen ist.

Die Einheit wäre ein Schritt in eine politisch gewollte Richtung gewesen, später hätte sich allerdings zwischen Ost- und West­deutschen ein Verhältnis von Siegern und Besiegten ergeben.Das war nicht ausge­macht, so der an der Ausarbeitung des Ei­nigungsvertrages Beteiligte. Erst wenn es zur Selbstverständlichkeit gehöre, daß ein Steffen Reiche Kultusminister in Bayern ist, C3- und C4-Professuren an ostdeutschen Universitäten nicht größtenteils von Wissen-

Für den Erhalt des asbestbelasteten Palastes der Republik in Berlin als einem wichtigen, in direktem Zusammenhang mit der deutschen Einheit stehenden Gebäude plädierte Dr. Peter-Michael Diestel.

Foto: zg.

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