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(1.1.2019) 01
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Nicht immer einer Meinung: Dr. Peter-Michael Diestel (links) und Steffen Reiche (rechts)

Foto: Fritze

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schaftlern aus dem Westen besetzt werden, kehre Normalität ein. Solche Widersprüche müßten benannt, um überwunden zu wer­den.

Für Steffen Reiche gibt es keine DDR-Re- naissance, sondern eine neue Wertung der Vergangenheit. Die Bürger hätten im März 1990 eine klare Wahlentscheidung getrof­fen, die im nachhinein nicht revidiert oder uminterpretiert werden könne. Wolfgang Loschelder warnte energisch vor Rauschali- sierungen jeglicher Art und davor, eine mentale Kluft zwischen Ost- und Westdeut­schen herbeizureden. Die Auffassunglaßt uns unsere Geschichte sei in Potsdam an der Uni ohnehin kein Problem. Hier sei der Prozeß gemeinsamer Geschichtsaufarbei­tung relativ weit fortgeschritten.

Steffen Reiche trat dagegen auf, Fehler und Versäumnisse lediglich den Westdeutschen anzulasten. Oftmals verdrängten sich Ost­deutsche gegenseitig.Ob jemand Chef­arzt bleiben durfte oder nicht, hat uns kei­ner aus dem Westen implantiert, das waren wir selber". Als einer der wenigen Ostdeut­schen, der Gestaltungsraum erhalten habe, wie Rolf Mitzner selbst sagte, wisse er um die menschliche und materielle Hilfe von den alten für die neuen Bundesländer.

Auf die Frage, was im Zuge der Wiederver­einigung anders hätte geregelt werden kön­nen, nannte Peter-Michael Diestel den Eini­

gungsvertrag, der weiterzuentwickeln sei. Für notwendig hielt er ebenso die individu­elle Bewertung von Biographien. Als Anwalt erfahre er an konkreten Beispielen, daßwir bis auf die deutsche Sprache sehr viele Dinge haben, die uns unterscheiden". Zahl­reiche Ostdeutsche vermißten soziale Wär­me. Minister Reiche zeigte sich überzeugt davon, daß der Einigungsvertrag wie die Treuhand besser als ihr Ruf seien. Das blieb auch im Auditorium ohne zumindest hörba­ren Widerspruch. Leo Montada brachte seine Überraschung darüber zum Aus­

druck,wie wenig aus der Revolution 1989 gemacht wurde. Im Gegensatz zu Peter- Michael Diestel wertete Steffen Reiche die damaligen Ereignisse keineswegs als Re­volution, sondern alsImplosion des Sy­stems . Einen Vergleich zur gegenwärtigen Situation herstellend, zitierte Leo Montada eine Untersuchung zur Bewertung von Nie­derlagen vor Gericht. Danach sei die Art des Umgangs miteinander für die Betroffe­nen wichtiger als ein gerechtes Ergebnis. In diesem Sinne sind für den Wissenschaft­ler Täktlosigkeiten keine Lapalien. B.E.

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