BALANCE ZWISCHEN IDEALISIERUNG UND TOTALVERRISS
Zentrum für Zeithistorische Forschung offiziell eröffnet
Noch verweist ein Pappschild am Haus 4/4a Am Kanal, übrigens eines der wenigen erhaltenen Typenhäuser der ersten Neustadt Potsdams von 1721/25, auf das Zentrum für Zeithistorische Forschung. Aber bald wird eine Messingtafel dieses Provisorium ab- lösen. Das Auswechseln der Schilder hat fast symbolischen Charakter. Denn Anfang des Jahres 1996 erfolgte die Institutionalisierung des bisherigen Forschungsschwerpunktes Zeithistorische Studien Potsdam als Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF). Das Institut hat nun die Rechtsform eines eingetragenen Vereins.
Campus
Zentrum für Zeithistorische Forschung ... 2 Wissenstransfer Potsdam-Düsseldorf.... 3
Stiftungsprofessur Militärgeschichte.4
Deutschland und Polen.6
Besuch aus China.7
Physik erleben.7
„Körner und Flocken können locken".7
Das Werk Peter Hucheis.8
Prachttreppen bald in altem Glanz.9
Alfried Krupp-Förderpreis.9
Vereinigung für Jüdische Studien.9
Gefragte Partner.9
Sprachwissenschaft in der DDR.10
Angebot für Rechtsanwender.10
Einblick in die Welt der Zeitungen.11
Multimediazeitalter an der Um.12
Aus dem Senat berichtet.13
Ttermine für das Sommersemester.13
Im Gespräch
Prof. Gessinger zur Grundordnung.14
Titel: Student sucht Sponsor -
Zur BAföG-Novellierung.15/16
Infothek
Josef G. Knoll-Wissenschaftspreis.16
Forschungspreis der Bahn.16
Wissenschaft aktuell
Institut für Klimafolgenforschung.17
Erstes Graduiertenkolleg an der Uni .... 18
Astronomen in Chile und Mexiko.19
Neue Wissenschaftsratsvorsitzende.19
Innovationskolleg erforscht Nahrung.... 20
Genkartoffeln in Golm.21
Wie weiter mit dem WIP?.22
Volkswagen-Stiftung.22
Leasingmodelle in Brandenburg?.22
Im Gespräch
Minister Reiche zur Länderfusion.23
Studiosi
Psychotherapeutische Beratung.24
Studieren an deutschen Hochschulen ,. 24
Mitarbeiter für Ausgrabungen.24
Virtuelles Studienangebot.25
Betreuer gesucht.25
Resolution und Unterschriftenliste.25
Personalia
Neu ernannte Professoren.26
Honorarprofessuren verliehen.27
Einen Ruf haben erhalten.27
Chinesisch-deutscher Austausch.27
Hohes Ansehen Prof. Barcelös.27
Humboldt-Forschungspreisträger.28
Jahnke initiierte Didaktik-Reihe.28
Vorerst keine Weiterbeschäftigung.28
Buchtips.28/29
Kultur.30/31
Impressum.31
Sport.32
Damit erlosch die bisherige Trägerschaft durch die Fördergesellschaft Wissenschaftliche Neuvorhaben mbH, München, einer Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft e.V Bis zu diesem Schritt mußten alle Beteiligten einen langen und oftmals dornenreichen Weg zurücklegen. Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Vorstand des ZZF und Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Potsdam, nannte es eine schwere Geburt. Bereits im November 1994 empfahl der Wissenschaftsrat die ursprünglich sieben, dann sechs aus dem geisteswissenschaftlichen Forschungspotential der Akademie der Wissenschaften der DDR hervorgegangenen und 1992 gegründeten Forschungsschwerpunkte in Geisteswissenschaftliche Zentren zu überführen. Auf diese Weise wurde ein neuartiges Förderinstrument für die Geisteswissenschaften installiert, welches interdisziplinäre kulturwissenschaftliche Forschung auf längere Sicht ermöglichen soll und in dieser Form auch neu ist für die alte Bundesrepublik. Die Finanzierung der zwar selbständigen, aber eng mit Universitäten
kooperierenden Einrichtungen erfolgt zu einem Drittel durch das jeweilige Sitzland und zu zwei Dritteln durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Was das Zentrum für Zeithistorische Forschung anbelangt, hat das Land Brandenburg durch einen Kabinettsbeschluß vom Juli 1995 die Verpflichtung übernommen, die Grundausstattung zu sichern, damit über Projektanträge bei der DFG die notwendigen Drittmittel zur Ergänzungsausstattung eingeworben werden können.
Im Namen des Ministers versicherte der Abteilungsleiter im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Heinz-Ulrich Schmidt, daß die Geisteswissenschaftlichen Zentren für seine Institution auch weiterhin „Chefsache“ seien. Steffen Reiche verspreche sich von den Forschungsergebnissen „auch wesentliche Beiträge, die uns allen helfen, unsere gemeinsame kulturelle Identität zu finden". Er wandte sich mit der Bitte an die Geschichtsforscher, die Balance zwischen den Extremen Idealisierung und Tbtalverriß
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Der letzte Kulturminister der DDR , Herbert Schirmer, ist Museumsdirektor auf der Burg Beeskow. Durch seine Initiative wird dort DDR-Kunst gesammelt und dokumentiert. Einige der Gemälde stellte er als Leihgaben für die Ausgestaltung der Räume im Zentrum für Zeithistorische Forschung zur Verfügung, so auch Fritz Fröhlichs „Industrieanlagenbau Zeitz II“ aus den 60er Jahren. Foto: Fritze
PUTZ 2/96
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