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(1.1.2019) 03
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um, welches neben Verkehr und Bau spä­ter auch die Landwirtschaft übernehmen sollte. Die Bereiche Jugend und Sport soll­ten - so Ellwein - an die Kommunen und somit dorthin, wo der Regelungsbedarf vor Ort besteht, abgegeben werden. Blieben noch ein Finanzministerium sowie ein Kul­tusministerium im klassischen Sinne übrig. Gezielte Reformen, so appellierte Thomas Ellwein nicht zuletzt an die anwesenden Manfred Stolpe und Volker Kähne, seien in Deutschland bislang immer die Ausnahme gewesen. Um so mehr hoffe er darauf, daß in Berlin und Brandenburg wirklich einmal gestaltet werden würde.

Wie wchtig ihnen das Gelingen einer Ver­einigung der beiden Länder für eine bür­gernahe und moderne, schlanke Verwal­tung und Politik ist, machten auch Manfred Stolpe und Volker Kähne deutlich.Die Auf­gabe, zwei Verwaltungen zusammenzufüh­ren, bringt einen starken Modernisierungs­druck'', erklärte der brandenburgische Mi­nisterpräsident. Und der Leiter der Berliner Senatskanzlei betonte, daß der Neugliede­rungsvertrag bereits Kernelemente von Reformansätzen und -regelungen Berlins und Brandenburgs verbinde. Der Bedarf an Reformen scheint dabei auf beiden Seiten groß zu sein: während Kähne in der Bran­denburger Funktionalreformleider bisher nur ein Reförmchen" sieht, stellte Stolpe fest, daß Berlin in den letzten Jahren ein ei­nem Urwald gleichendes Geflecht an Rege­lungen aufgebaut habe, welches nur durch die Fusion mit Brandenburg vernünftig ge­lichtet werden könne.

Einig war man sich in bezug auf die mögli­chen Vorteile einer Füsion und somit eines gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsrau­mes von mehr als sechs Millionen Einwoh­nern: Da z.B. jedes Bundesland zur bedarfs­gerechten Erfüllung seiner Aufgaben eine bestimmte Ausstattung mit öffentlichen Ein­richtungen benötige, sich deren Auslastung jedoch erst ab einer gewissen Ländergröße einstelle, seien bevölkerungsstarke Gebil­de für den Steuerzahler einfach preiswerter. Auch könnten sie vor diesem Hintergrund stärker auf die Belange des Bürgers zuge­schnitten werden.

Daß allerdings viele der Ängste von Berli­nern und Brandenburgern gerade in sol­chen Einspareffekten (z.B. im Zusammen­hang mit Arbeitsplätzen) liegen, machte u.a. eine Podiumsdiskussion zu Chancen und Risiken einer Neugliederung der Bun­desländer deutlich. Vor diesem Hinter­grund - so der Tenor - müßten der Bevöl­kerung bereits vereinbarte Sicherheiten, wie der Ausschluß von fusionsbedingten Beendigungen oder Herabgruppierungen von Beschäftigungsverhältnissen im öffent­lichen Dienst, vor allem im Zuge der FUsionskampagne noch einmal vor Augen geführt werden. Hg.

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WÜRDE EINE MÖGLICHE FUSION IM HOCHSCHULBEREICH VIEL VERÄNDERN?

Abstimmung und Profilbildung standen an der Universität Potsdam von Anfang an im Mittelpunkt

Kommt sie nun oder wird sie abgelehnt? Und wenn sie befürwortet werden sollte in je­ner für den 5. Mai 1996 angesetzten Volksabstimmung, was bedeutet sie dann für den Hochschulbereich? Die Diskussionen über eine mögliche Füsion der beiden Bundeslän­der Brandenburg und Berlin sind jedenfalls in vollem Gange. Die Redaktion der PUTZ interessierte sich dafür, mit welchen Vorstellungen und Vorbereitungen man an der Uni­versität Potsdam an das Thema herangeht und befragte die Dekane dazu. Dabei zeigte es sich, daß das Meinungsspektrum außerordentlich vielfältig ist und unterschiedliche Positionen mitunter guer durch eine Fakultät verteilt sind. So wiesen die Dekane der beiden Philosophischen Fükultäten sowie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fa­kultät darauf hin, daß ihre Antworten nicht als Standpunkt der Fakultät zu betrachten sei­en, sondern vielmehr einen Standpunkt neben anderen widerspiegelten.

Die Fragen lauteten:

1. In welchem Rahmen führen Sie bereits jetzt Gespräche mit Berliner Amtskollegen hinsichtlich einer möglicherweise bevorstehenden Füsion Brandenburgs mit Berlin?

2. Mit welchen Prämissen gehen Sie dabei in die Diskussion?

3. Wo sehen Sie Felder der eventuellen Zusammenarbeit, aber auch Abgrenzung?

Prof. Dr. Eckart Klein, Dekan der Juristischen Fakultät:

1. Bereits bisher wurden Vereinbarungen mit der FU Berlin getroffen, die den gegenseitigen Be­such von Lehrveranstal­tungen betreffen. Weitere Gespräche werden im Sommersemester 1996 aufgenommen.

2. Die Juristenausbildung ist weitgehend durch gesetzliche Vorgaben bestimmt, die zunächst erfüllt werden müssen. Der ver­bleibende, aus finanziellen Gründen enger werdende Spielraum muß zur Profilierung genutzt werden. Die starke internationale/ europäische Ausrichtung und die intensive Studentenbetreuung müssen erhalten und möglichst ausgebaut werden.

3. Absprachen zur vermehrten gegenseiti­gen Anerkennung von Studienleistungen sollten getroffen werden. Die Zusammenar­beit im Bereich der Forschung muß sich aus dem persönlichen Engagement und den gleichen Interessengebieten der Wissen­schaftler ergeben. Sie folgt nicht zwangs­läufig aus geographischer Nachbarschaft.

Prof. Dr. Dieter Wag­ner, Dekan der Wirt­schafts- und Sozialwis­senschaftlichen Fakul­tät:

1. Zwischen den Fä­chern der WiSo-Fakultät und den Berliner Kolle­gen bestehen auf der Ebene persönlicher Kontakte diverse For­men der Zusammenarbeit. Dies gilt zum Beispiel auch für die gelegentliche Über­nahme von Lehraufträgen, die Teilnahme an Workshops sowie die Zusammenarbeit bei

Forschungsproj ekten.

2. Die möglicherweise bevorstehende Fusi­on Berlin-Brandenburg spielt für die Art und Weise der Zusammenarbeit keine besonde­re Rolle, weil entsprechende Kontakte wie mit Berliner Universitäten auch zu anderen Brandenburger und ostdeutschen Hoch­schulen bestehen. Dies entspricht auch der allgemeinen Schwerpunktsetzung der Fa­kultät in Forschung und Lehre, d.h. in ihrem Regionalbezug einerseits und ihrer interna­tionalen Ausrichtung andererseits.

3. Die bereits beschriebene Zusammenarbeit erfolgt im Zusammenhang mit dem speziel­len Profil der Potsdamer WiSo-Fakultät, die es in Berlin-Brandenburg in dieser Form nur an der Universität Potsdam gibt. Sie ist interdis­ziplinär ausgerichtet, betreibt empirische und anwendungsorientierte Forschung und hat neben der bereits beschriebenen fachlichen Ausrichtung eine nicht zu verkennende Ser­viceorientierung auch für die anderen Fakul­täten der Universität Potsdam.

Prof. Dr. Knut Kiesant,

Dekan der Philosophi­schen Fakultät I:

1. Wissenschaft bedeu­tet Kommunikation und Kooperation. Unsere junge Fakultät lebt da­von, von Beginn der Universitätsgründung 1991 an. Auch - aber nicht nur! - Berliner Kolleginnen waren und sind in Planung, Forschung, Lehre, Kommissions- und Gut­achtertätigkeit einbezogen. Die mit der Uni­versitätsgründung ausgewiesenen Profil­bereiche für unsere Fakultät (interdiszipli­näre kulturhistorische Orientierung, in der Geschichtswissenschaft die Orientierung auf die Region, die europäisch-jüdischen

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