FÖRDERUNG BEGABTER SCHÜLER
Uni Potsdam nun förderndes Mitglied des „BUS"
Im Dezember 1995 ist die Unversität Potsdam dem Brandenburgischen Landesverein zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch interessierter Schüler e.V (BliS) als förderndes Mitglied beigetreten. Anlaß genug, ihn in seiner Komplexität vorzustellen.
1990 gründeten 41 Wissenschaftler der damaligen Brandenburgischen Landeshochschule und Lehrer aus ganz Brandenburg den Verein. Die Anzahl seiner Mitglieder beträgt heute 100. Das der Gründung vorausgehende Anliegen: trotz der Dominanz der für Mathematik Engagierten sollten möglichst viele Interessen und Interessenten zusammengeführt werden. Die Vermeidung des Begriffes (Hoch)begabte erfolgte bewußt, nicht zuletzt aus Unsicherheitsgründen bezüglich der bildungspolitischen Akzeptanz bei einer künftigen Landesregierung. Gemäß Satzung gründen sich Ziele und Zwecke „auf die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse, daß interessierte und begabte Schüler im Interesse ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden wollen und sie in diesem Wollen unterstützt werden müssen“. Der Verein wolle sich daher „ein- setzen für die Aufklärung der Gesellschaft, insbesondere der Eltern und Lehrer, über die Bedeutung der Interessenweckung und -entwicklung der Schüler auf den genannten Gebieten, die Weiterentwicklung der Lehrer auf dem spezifischen Gebiet der Interessen- und Begabungsförderung, die Erhaltung und Erweiterung der vielfältigen Möglichkeiten, interessierte und begabte Schüler im Unterricht und außerunterrichtlich zu erkennen und zu fördern, die Anregung theoretischer Arbeiten und deren praxiswirksame Umsetzung zu Fragen der Interessen- und Begabungsförderung",
In den zurückliegenden fünf Jahren bemühte sich der Verein mit Erfolg vor allem um die „Erhaltung und Erweiterung“ der Schülerwettbewerbe einschließlich der zugehörigen regelmäßigen und kurzfristigen Vorbereitungen darauf. Er initiierte und organisierte jährlich landesweit ausgeschriebene Wettbewerbe auf den Gebieten Mathematik, Physik, Chemie seit seiner Gründung, Informatik seit 1993 und Biologie erstmalig 1995. Ein Vorzug: von den im Verein organisierten Lehrerinnen und Lehrern besitzen viele umfangreiche Erfahrungen in der Vorbereitung und Durchführung von Wettbewerben, wozu nicht nur deren Organisation, sondern auch die inhaltliche Gestaltung und die Vorbereitung der potentiellen Tfeilnehmer zählen. Die Wettbewerbe in Mathematik und Informatik werden massiv von Angehörigen des Instituts für Mathematik der Potsdamer Uni unterstützt, Die dabei erreichten Erfolge stimulieren weitere Aktivitäten. So belegten die Teilnehmer Brandenburgs bei der Deutschen Mathematik-Olympiade (jeweils unter 14 teilnehmenden Bundesländern) in einer in
offiziellen Mannschaftswertung 1994 in Magdeburg den ersten und 1995 in Ffeiberg/Sa. den dntten Platz,
Andere Ziele blieben bisher deutlich unterrepräsentiert. Eine Förderung der Schülenn- nen und Schüler über „bildungsergänzende Angebote“ gibt es bislang nur im mathematischen Bereich. Die dem Verein zugehörigen Mitglieder pflegen durch Matenalaustausch, Veranstaltungsteilnahme oder sogar Mitgliedschaften den Kontakt zu Vereinen mit ähnlichen Zielstellungen, bemühen sich um eine „unterschwellige“ Fortbildung der Lehrerschaft. Des weiteren versuchen sie über Medien und ein eigenes Informationsblatt eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.
Hans-Jürgen Sprengel
SPRING SCHOOL IM WINTER
Zwar waren die Temperaturen noch winterlich frostig, aber das hielt die Max- Planck-Arbeitsgruppe „Partielle Differentialgleichungen und komplexe Analysis“ nicht davon ab, auch in diesem Jahr wieder eine Frühjahrsschule auszurichten. Es war die vierte derartige Veranstaltung, diesmal unter dem schönen Titel: „Pseudo-differentielles Kalkül und Index Theorie von singulären und nicht kompakten Mannigfaltigkeiten." Eine Woche lang, vom 19.-23. Februar, konnten fortgeschrittene Studenten, Diplomanden, Doktoranden und sonstige Interessierte durch Vorträge und in Fragestunden ihr Wissen auf diesem Gebiet mehren. Anmeldungen und Gebühren waren nicht fällig, lediglich Englischkenntnisse von Vorteil, denn die Referenten kamen aus ganz Europa.
ade
WAS EIN HÄKCHEN WERDEN WILL...
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Bekanntlich ist er schwer, der Anfang aller Dinge und insbesondere auch der einer wissenschaftlichen Laufbahn. Eine Aufgabe, die einen Wissenschaftler während seiner ganzen Karriere begleitet, selbst wenn er sich nur noch mit dem Formulieren von Anträgen und Koordinieren von Projekten beschäftigt, ist das Vortragen. Für einen geborenen und überzeugten Redner kein Problem. Was aber, wenn man weniger eloquent ist und es schwierig findet, in der meist sehr knappen Redezeit seine Arbeit präzise formuliert, verständlich und auf den Punkt gebracht der Hörerschaft zu präsentieren? Gerade Naturwissenschaftler haben während ihres Studiums kaum Gelegenheit, das zu üben. Eingedenk dieser Tatsache veranstaltet das Institut für Mathematik der Universität Potsdam jährlich die Konferenz „Junger Algebraiker“. Auch dieses Jahr wurden wieder besonders die Diplomanden und Doktoranden, die auf dem Gebiet der Algebra arbeiten und ihre Ergebnisse noch me einer wissenschaftlichen Öffentlichkeit präsentiert haben, ermuntert, an der Konferenz teilzunehmen. Rund 50 Algebraiker zwischen 23 und 30 Jahren nahmen das Angebot an, wovon 27 die Gelegenheit hatten, selbst vorzutragen. Teil nahmen außerdem erfahrene Hochschullehrer verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen. In den anschließenden Diskussionen wurden dann nicht nur fachliche sondern auch vortragstechnische Anregungen gegeben.
Die diesjährige Veranstaltung war erstmals 7 bil einer deutsch-österreichischen Konferenzreihe, der Konferenzen „Allgemeine Algebra". Unser Bild zeigt Zdenec Seidl aus Tschechien bei seinen Bemühungen, den Hörern Ergebnisse zum Thema „Partielle Verbände“ zu erläutern.
ade/Foto: Tribukeit
PUTZ 3/96
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