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(1.1.2019) 03
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LEHRERBILDUNG BEDARF KONTINUITÄT

ln Brandenburg Anstieg der Schülerzahlen bei gleichzeitigem Rückgang der Schulanfänger

Nach neuesten Angaben des Brandenbur­ger Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik besuchen im laufenden Ausbil­dungsjahr 1995/96 insgesamt 406.420 Mäd­chen und Jungen die 1205 allgemeinbilden­den Schulen des märkischen Bundeslan­des. Damit setzt sich zunächst der Trend steigender Schülerzahlen weiter fort. Um rund 3000 stieg die Quote gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 1994/95. Die Zu­nahme resultiert vor allem aus den Über­gängen zur Gymnasialen Oberstufe. In den Grundschulen bzw. im Pnmarbereich je­doch lernen schon heute deutlich weniger Kinder. Im August vorigen Jahres erfolgten noch 33.593 Einschulungen, davon 86 Pro­zent in Grund-, zwölf Prozent in Gesamt- und zwei Prozent in Förderschulen. Ursa­che dafür ist die rückläufige Bevölkerungs­zahl in dieser Altersgruppe. Immerhin sank sie gegenüber 1994 um fünf, gegenüber 1992 sogar um fast zehn Prozent.

matikdidaktiker weist weiter darauf hin, daß zudem bildungspolitische Entscheidungen sowie organisatorische Vorgaben wie etwa die Klassengröße, Stundentafel, das Betreu­ungsverhältnis und Wahlverhalten der Sprößlmge und ihrer Eltern die Nachfrage nach deren Tätigkeit bestimmen.

Die Lehrerbildung an der Universität Pots­dam kann man nicht an- und abdrehen wie einen Wasserhahn", stellt der Wissenschaft­ler fest. Es sei durchaus nicht sinnvoll, sie an kurzfristigen Kapazitätsbestimmungen zu onentieren. Vielmehr erforderten lang­fristige Entwicklungen und auch die Fol­gen für die Schulen Aufmerksamkeit. Den gegenwärtigen Tendenzen setzt Jahnke entgegen:An der Schule sparen, heißt im wörtlichen wie im übertragenen Sinn an unseren Kindern und deren und unserer Zukunft zu sparen.

Auch die amtierende Rektorin der Einrich­tung, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, plädiert für

Die Lücken in den Reihen der Schulanfänger werden größer. Lehrer aber braucht das Land auch in Zukunft Foto: Tribukeit

Konkret sind derzeit 183.170 Sechs- bis cir­ca Zwölfjährige in Grundschulen aufgenom­men. Es folgen die Gesamtschulen mit 113.760 Anmeldungen, Gymnasien (65.320), Realschulen (22.080), Förderschulen (17.100), Gymnasialen Oberstufen an Oberstufenzen­zentren (3.620) und Abendschulen/Kollegs/ Volkshochschulen/ltelekollegs (1.370).

Prof, Dr. Thomas Jahnke von der Universi­tät Potsdam warnt in diesem Zusammen­hang vor aus den summatorischen Anga­ben möglicherweise hervorgehenden pau­schalen Schlüssen für den Lehrerbedarf. Dieser sei gründlich nach Schulformen und -fächern zu analysieren.Lehrer ist eben nicht gleich Lehrer, sagt er. Der Mathe­

Kontinuität in der Lehrerausbildung. Aus den demographischen Erhebungen schließt sie aber die Notwendigkeit breit angelegter Stu­diengänge. Damit bestünde für die Absol­venten zumindest die Chance eines schul­stufen- und -formübergreifenden Einsatzes. Im Sinne der Gewährleistung von Qualität und Innovationsfähigkeit an brandenburgi- schen Schulen hält die Psychologin eine ausgewogene Balance von älteren, erfahre­nen und neu einzustellenden Pädagogen für unerläßlich. Kirsch dazu:Der Einstellungs­korridor muß breit genug sein, um Studien­anfängern Berufsperspektiven zu eröffnen und damit Motivation für ein Lehramts­studium zu gestatten." PC.

WALTHER TRÖGER ZU AKTUELLEN FRAGEN

Seit 1994 ist der Präsident

t des Nationalen Olympi­schen Komitees für Deutschland (NOK), Wal­ther Tröger, Honorarpro­fessor der Potsdamer Uni­versität. Kürzlich wirkte er an einer Versammlung dieses Instituts zu Fragen des Diplom­studienganges und seiner Weiterentwick­lung mit. Dabei berichtete er auch über Pro­bleme und die derzeitige Perspektive bei der Vorbereitung der Olympiamannschaft.

In Deutschland ist das Auswahlkriterium tra­ditionell an der Endkampfchance ausgerich­tet (für diesen Sommer bedeutet das maxi­mal 500 Aktive). An der deutschen Praxis hat sich letztlich auch das aktuelle Quotierungs­system des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) orientiert, mit dem das Pro­blem der zu großen Tfeilnahmefelder gelöst werden soll: in Zukunft ist von einer Limitie­rung des IOC von insgesamt 10.000 Aktiven bei Olympischen Sommer- und 5.000 Athle­tinnen und Athleten bei Winterspielen auszu­gehen.

In bezug auf das Dopingproblem sowie die Überprüfung der Verstnckung von Sportlern mit dem ehemaligen Ministenum für Staats­sicherheit vertrat Walther Tröger die Mei­nung, der Sport sei mit beidem besser um­gegangen als die Gesellschaft insgesamt. Weiterhin gelte der Grundsatz des deut­schen NOK, daß kein zu nominierender Ath­let oder Betreuer in den letzten vier Jahren des Dopings überführt sein dürfe, was die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Problem unterstreiche. Um der Öf­fentlichkeit zu zeigen, daß die Ehrenamtli­chen nicht als Touristen zu den Spielen rei­sen, würde jeweils eine Liste veröffentlicht, aus der die jeweils ausgeübte Funktion her­vorgeht. In der Diskussion antwortete der NOK-Präsident auf die Frage nach den lau­fenden Verhandlungen um die Übertra­gungsrechte, bei denen die Privatfernseh­gesellschaften geradevorne lagen, daß hier keine ideologischen Voreingenommen­heiten Grundlage seien. Vielmehr sei das die Bundesrepublik lange Jahre prägende Prin­zip derÖffentlich-rechtlichen Rundfunkan- stalten international die Ausnahme, weshalb Nicht-Private" nicht per se Anspruch auf den Zuschlag hätten, sondern sich dem har­ten Wettbewerb stellen müßten. Das IOC werde aber bei der endgültigen Entschei­dung auf jeden Fall nicht nur finanzielle Er­wägungen zugrunde legen. Bleibt nachzu­tragen, daß das IOC sich doch für dieÖf­fentlich-rechtlichen" entschieden hat - eine Trendwende bei der Bedeutungszunahme derPrivaten! Giselher Spitzer

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PUTZ 3/96