Heft 
(1.1.2019) 03
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NACHGEFRAGT BEI STEFFEN REICHE

PUTZ: Herr Minister Reiche, die Brandenburgi- sche Kommission für Wissenschaft und For­schung hat kürzlich zum Abschluß ihrer Beratun­gen eine Zusammenfassung von Empfehlungen vorgelegt. Was geht daraus für den weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Infrastruktur in Brandenburg und speziell für den weiteren Aus­bau der Universität Potsdam hervor? Wissenschaftsminister Steffen Reiche: Die Kommission für Wissenschaft und Forschung hat die Aufgabe, eine langfristige Konzeption zur Ausbauplanung des Hochschul- und For­schungsbereiches im band Brandenburg zu entwickeln. In der letzten Empfehlung vom Janu­ar diesen Jahres unterstützt die Kommission das wissenschaftliche Konzept des Landes, ein mar­kantes wissenschaftliches Profil zu entwickeln und vor allem besonders wettbewerbsfähige Einrichtungen gezielt zu unterstützen. Die wis­senschaftlichen Profile der Universität Potsdam sieht die Kommission in deren enger Kooperati­on mit außeruniversitären Forschungseinrich­tungen im Wissenschaftspark Albert Einstein und mit Max-Planck- und Ftaunhofer-Instituten im Wissenschaftspark Golm. Es geht hierbei darum, eine unverwechselbare Ausrichtung des Standorts gegenüber dem Berliner Standort Adlershof zu schaffen. Des weiteren im Potsda­mer Modell der Lehrerbildung. Die Kommission empfiehlt, dieses Modell auch im beruflichen Bereich zu entwickeln und dabei Prüfungs- und Studierleistungen anzuerkennen, die an Fach­hochschulen erbracht wurden. Als weitere we­sentliche Profilierung der Um Potsdam setzt die Kommission auf die Entwicklung der Verwal­tungswissenschaften als Verbindung von Sozial- , Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, der ich als Minister ebenfalls nur zustimmen kann. Es wird bei der Universität Potsdam, wie bei den anderen Universitäten und Fachhochschulen in Brandenburg, darum gehen, diese zukunfts­trächtigen Einrichtungen gezielt zu fördern. Der Weg modellhaften Zusammenarbeitens zwi­schen Hochschulen und Forschungseinrichtun­gen soll weitergegangen und weiter unterstützt werden.

PUTZ: Im Zusammenhang mit der geplanten Rision von Berlin und Brandenburg scheint von der Finanzsenatorin Berlins und der Finanzmini- sterin Brandenburgs der gemeinsame Vor­schlag gemacht worden zu sein, die FU Berlin und die Universität Potsdam zu fusionieren. Stimmt das? Und was meinen Sie als der bran- denburgische Minister für Wissenschaft, For­schung und Kultur dazu?

Reiche: Von einem solchen Vorschlag weiß ich auch nur aus der Zeitung. Selbst wenn er existie­ren sollte, so liegt doch die Verantwortung für die Gestaltung des Wissenschaftsbereichs in Brandenburg bei meinem Ministerium und mir. Gegen diesen Vorschlag spricht, daß das Kon­zept für den Aufbau der Universität Potsdam ge­zielt im brandenburgischen Landesinteresse er­arbeitet wurde, wobei es vor allem darum ging, gegenüber Berlin ein eigenständiges Profil zu entwickeln.

Die Fragen stellte Myriam Hömg.

INTENSIVERE BEZIEHUNG

Die Potsdamer Universität wird in diesem Sommer fünf Jahre alt. Doch trotzdem ist sie im Bewußtsein vieler Potsdamer noch nicht präsent, gehört der Besuch eines vom Institut für Musik angebotenen öf­fentlichen Konzertes oder eines interes­sant klingenden Vortrages in den Räumen derAlma mater immer noch zu einer Seltenheit. Damit sich in diesem Bereich etwas ändert und auch verstärkt studen­tisches Leben in die Innenstadt getragen wird, trafen sich Vertreter von Stadt und Universität während der vorlesungsfreien Zeit zu einem Arbeitsgespräch.

An diesem Gespräch nahmen von seiten der Stadt Oberbürgermeister Dr. Horst Grämlich und der Beigeordnete für Bil­dung, Kultur und Sport, Claus Dobberke, teil; die Uni war mit der amtierenden Rek­torin, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, den Prorekto­ren Prof. Dr. Helene Harth und Prof. Dr. Ralf Menzel, dem Kanzler Alfred Klein und Mar­tin Weiß sowie Jan Martin Witte vom Studierendenrat (Stura) vertreten. Themen­schwerpunkte bildeten die Komplexe stu­dentisches Wohnen, studentisches Leben in der Innenstadt, Austauschmöglichkeiten bei der Kultur, bessere Verkehrsverbindun­gen zu den bzw. zwischen den einzelnen Uni-Standorten und Zusammenarbeit auf dem multimedialen Sektor.

Als Ergebnisse können hier festgehalten werden: Eine bevorzugte Vergabe von Wohnberechtigungsscheinen an Studieren­de wird es auch in Zukunft nicht geben. OB Grämlich betonte, daß alleine 4872 Anträge von Einheimischen vorlägen, der Bedarf also allgemein sehr groß wäre. Er schlug jedoch vor, eine Kooperation der Studierenden mit den kommunalen Wohnungsgesellschaften zu unterstützen mit dem Ziel, neue Varianten studentischen Wohnens in der Innenstadt zu prüfen. Dabei könnten Wohngemeinschaf­ten, Wohnen zur Untermiete sowie das not­dürftige Instandsetzen von leerstehendem Wohnraum (z.B. mit Rückgabeansprüchen) zur Debatte stehen.

Um die Innenstadt zu beleben, wollen Vertre­ter des Sturas mit Claus Dobberke die Ein­richtung eines Studentenzentrums im Zen­trum diskutieren. Im Gespräch war der Sa­nierungsträger Potsdam, der mit der Über­prüfung geeigneter Räumlichkeiten betraut werden könnte. Damit sich darüber hinaus auch auf kulturellem Gebiet ein verstärkter Austausch ergibt, wurde eine Verwaltungs­vereinbarung zwischen der Stadt und der Universität beschlossen, die einen Aus­tausch von Räumlichkeiten zu günstigen Konditionen ermöglichen sollte. Helene Harth regte ferner an, einen Kulturstamm­tisch zu gründen, um denKulturfaktor Uni­versität Potsdam in die Köpfe zu bringen

DURCHAUS GEWÜNSCHT

(siehe dazu auch die Dtelgeschichtenoch keine Symbiose an anderer Stelle dieser PUTZ). Diese Punkte sollen jetzt auf Arbeitsebene geprüft bzw. umgesetzt wer­den, damit zumindest mittelfristig eine in­tensivere Wechselbeziehung zwischen den Potsdamern und ihrer Universität ent­steht. Daß der Weg dorthin noch lang ist, zeigte sich erst jüngst in einer Großen An­frage der CDU-Fraktion in der Stadtverord­netenversammlung zur Universität Pots­dam. Viele der dort formulierten Fragen hätten z.B. durch einen anwesenden Ver­treter der Universität direkt beantwortet werden können - doch war von der Hoch­schule niemand benachrichtigt, geschwei­ge denn eingeladen, worden. Hg.

ENGAGEMENT GEFRAGT

Für die akademischen Gremien Senat, Kon­zil und Fakultätsräte sind im Sommerseme­ster 1996 in allen Statusgruppen neue Mit­glieder zu wählen. Der gemeinsame Wahl­ausschuß der Universität Potsdam hat als Wahltage den Zeitraum 25.6.-27.6.96 vorge­sehen. An allen drei Universitätsstandorten werden Professoren, wissenschaftliche Mit­arbeiter, Studenten und Mitarbeiter aus Technik und Verwaltung Gelegenheit ha­ben, für die Vertretung ihrer Interessen und die Wahrnehmung ihrer Rechte Vertreter in die Gremien der akademischen Selbstver­waltung zu wählen. Neben der Stimmabga­be an den Wahltagen in den Wahllokalen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich per Briefwahl an den Gremienwahlen zu beteiligen. Briefwahlanträge können bis zum 19.6.1996 gestellt werden.

Zunächst sind alle Universitätsmitglieder aufgerufen, bis zum 20,5.1996 Wahlvorschlä­ge, getrennt nach den vier Statusgruppen und den zu besetzenden Gremien, an den Wahlausschuß einzureichen. Die Amtszeit der gewählten Gremienmitglieder beträgt zwei Jahre, die der Studierenden ein Jahr. Weitere Informationen zu den Wahlen kön­nen den Wahlbekanntmachungen, die in al­len Fakultäten aushängen, entnommen bzw. in der Geschäftsstelle des Wahlausschusses unter der Tbl.-Nr. 977-1732 erfragt werden.

Marina Zimmermann

030/6946070

Banddurchsagen Tag + Nacht!

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PUTZ 3/96