AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 29. Sitzung am 8. Februar 1996 hat sich der Senat der Universität Potsdam unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt bzw. folgende Beschlüsse gefaßt:
Das Gremium bestellte Dr. Steffen Wawra, stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek, als zusätzliches Mitglied mit Stimmrecht m die Senatskommission für Informationsverarbeitung und Kommunikation. Irene Vorholz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Verwaltungsrecht mit Sozialrecht sowie Europäisches Verfassungs- und Sozialrecht in der Juristischen Fakultät, ist jetzt Mitglied des gemeinsamen Wahlausschusses für die Amtszeit bis 30.9.1997. Sowohl die Deutsche Forschungsgemeinschaft als auch der Deutsche Akademische Austauschdienst verlangen für Forschungsuntersuchungen am Menschen das Votum der jeweiligen Ethikkommission der Hochschulen. An der Universität Potsdam finden unter anderem Reihenuntersuchungen in den Bereichen Sprachwissenschaft und Psychologie statt, die diese Voten vorausselzen; Deshalb wurde als Unterkommission der Senatskommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) die Ethikkommission gebildet. Ihr gehören auf Beschluß des Senates folgende Personen an: Prof. Dr Günter Esser, Institut für Psychologie, Prof. Dr. Holle Greil, Biologische und Biochemische Institute, Prof. Dr. Eckart Klein, Juristische Fakultät, Prof, Dr. Roland Niedner, Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam, Prof. Dr. Joachim Pötsch, Institut für Ökologie und Naturschutz, Prof. Dr. Hans Röding, Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam, und Prof. Dr. Hans- Joachim Zunft, Deutsches Institut für Ernährungsforschung. Die Zusammensetzung entspricht den Empfehlungen der Bundesärztekammer über die Struktur einer Ethikkommission. Sofern Anträge aus Forschungsgebieten vorliegen, die nicht von der Fachkompetenz der Mitglieder abgedeckt werden, erfolgt die Hinzuziehung weiterer Fachleute. Der von der Philosophischen Fakultät II vorgelegten Studienordnung für die erziehungswissenschaftliche Ausbildung aller Lehrämter nach dem Potsdamer Modell der Lehrerbildung versagten die Senatoren ihre Zustimmung mit einem Abstimmungsverhalten von 3:3:5. Die Ordnung soll unter Berücksichtigung von geäußerten Bedenken, Hinweisen und Vorschlägen erneut im Fakultätsrat und in der Senatskommission für Lehre und Studium (LSK) beraten und anschließend dem Senat wieder vorgelegt werden. Die Besonderen Prüfungsbestimmungen für die erziehungswissenschaftliche Ausbildung (Pädagogik, Psychologie und Sozialwissenschaften), die Studienordnung sowie die Besonderen Friifungs- bestimmungen für den Diplomstudiengang Geoökologie erhielten ein positives Votum.
Des weiteren wurde die Ordnung für Praxis - Studien in den Lehramtsstudiengängen beschlossen. Wesentliches Anliegen der Praxisstudien ist es, die berufliche Kompetenz langfristig und zielgenchtet zu fördern. Die Studierenden sollen frühzeitig mit der Praxis des Schulalltags konfrontiert werden. Ein fägesordnungspunkt der Sitzung befaßte sich mit dem Haushalt 1997. Ernst-Dieter Röhl, Dezernent für Haushalt und Beschaffung, informierte darüber, daß mit Erlaß des Ministenums der Finanzen die ausgabenseitigen Ansätze des Haushaltsplanentwurfs 1996 abzüglich fünf Prozent die Obergrenze für den Ansatz des Entwurfs 1997 bilden. Auf diese Weise werde der erforderlichen Entwicklung der Universität nicht Rechnung getragen, insbesondere mit Blick auf das Jahr 2000 und dem damit verbundenen Ausbauziel, In Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg habe die Universitätsleitung daher den Haushaltsentwurf 1997 sowohl unter den strengen Maßstäben der Sparsamkeit als auch unter dem Aspekt des Notwendigen erarbeitet. Die Senatoren stimmten diesem Entwurf 1997 sowie den vorgeschlagenen Stellenaufwüchsen und Stellenanhebungen zu und beauftragten den Kanzler, diese in die Haushaltsanmeldung 1997 aufzunehmen. Zur Kenntnis nahm der Senat die vom Bun- desmmistenum für Verteidigung für die Dauer von fünf Jahren gestiftete C4-Profes- sur für Militärgeschichte. Dem Ausschreibungstext stimmte er zu.
Einig war man sich gleichfalls in der Ablehnung von BAföG-Verzmsung und Studiengebühren im derzeit diskutierten Rahmen. In der Begründung heißt es dazu: „Die geplante Verzinsung des BAföG und die daraus entstehende Erhöhung der aus dem Darlehensteil resultierenden Schulden auf 72 000 DM ist sozialpolitisch nicht zu verkraften. Sie erhebt das Einkommen der Eltern zu dem wesentlichen Faktor bei der Entscheidung hin zum Studium". Die Gebührenordnung der Zentralen Einrichtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation (ZEIK) wurde ebenso beschlossen. B.E.
In seiner 30. Sitzung am 7. März 1996 hat sich der Senat der Universität Potsdam unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt bzw. folgende Beschlüsse gefaßt:
Die amtierende Rektorin, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, teilte mit, daß das dezentrale Produktionsstudio des umRadio Berlin- Brandenburg an der Universität Potsdam nun in Betrieb genommen werden könnte. Es befindet sich am Standort Golm im Haus 05 und würde von Mitarbeitern der Arbeitsstelle Medienpädagogik und einem zusätzlichen Rundfunkredakteur betreut werden. Der Dekan der Juristischen Fakultät, Prof. Dr. Eckart Klein, monierte im Namen seiner Fakultät den immer noch nicht erfolgen können
den Rückzug in die renovierten Büroräume. „Diese Erschwerung unserer Arbeit ist nicht länger hinzunehmen“, erklärte er. Prof. Kirsch sagte zu, sich um die Sache zu kümmern und anschließend dem Senat Bericht zu erstatten. Bei einer Enthaltung beschlossen hat der Senat hingegen eine Verfahrensordnung für die Ethik-Kommission der Potsdamer Universität. Diese Kommission wird künftig die ethische und rechtliche Zulässigkeit (bio-) medizinischer einschließlich psychologischer Forschung am Menschen prüfen. Gegenstand der Prüfung können alle Versuchsvorhaben sein, welche von Professoren der Universität oder mit ihr kooperierender Einrichtungen durchgeführt werden sollen. Einstimmig beschlossen wurden die Studienordnung für das Haupt- und Nebenfach Erziehungswissenschaft im Magisterstudiengang sowie die Besonderen Prüfungsbestimmungen für den Magisterstudiengang Erziehungswissenschaft. Ebenso stimmte der Senat den Zulassungszahlen für NC- Studiengänge des Studienjahres 1996/97 zu. Davon betroffen sind die Rechtswissenschaften (Staatsexamen) sowie die Diplomabschlüsse in Betriebswirtschaftlehre, Psychologie, Fätholinguistik, Elementare Musikpädagogik, Biologie, Biochemie, Geoökologie und Ernährungswissenschaften.
Ein positives Votum erteilten die Senatorinnen und Senatoren ferner bestimmten Grundsätzen zur Bildung eines An-Institutes an der Universität Potsdam. Diese Grundsätze sollen einen Handlungsrahmen für die Hochschule darstellen, da der Landesgesetzgeber bislang noch keine entsprechenden Vorgaben gemacht habe. Daraus geht hervor, daß zunächst das Rektorat und die betroffene/n Fa- kultät/en einen Grundsatzbeschluß zur Kooperation bzw. zur beabsichtigten Gründung eines An-Institutes fassen müssen. Des weiteren ermächtigte der Senat den Rektor, mit der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V eine Kooperationsvereinbarung zu unterzeichnen.
Um das Sommerfest der Potsdamer Universität in diesem Jahr für möglichst viele Studierende und Mitarbeiter zu öffnen, beschloß der Senat, am „Haupttag“ des Festes - dem 12. Juni - einen dies academicus zu veranstalten. Ein andiskutierter weiterer dies academicus für den 22. April 1996 wurde abgelehnt, die vom Studierendenrat für diesen Täg geplante Veranstaltung zum Thema „FUsion Berlin- Brandenburg“ jedoch ausdrücklich begrüßt. Um allen interessierten Studierenden und Mitarbeitern trotzdem eine Tfeilnahme zu ermöglichen, regte man an, den Programmbe- ginn auf den Nachmittag zu legen. Hg.
Senatstermine im Sommersemester '96
31. Senat: 4.4.1996; 32. Senat: 2.5.1996;
33. Senat: 30.5.1996; 34. Senat: 27.6.1996;
35. Senat: 25.7.1996 (bei Bedarf);
36. Senat: 5.9.1996
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PUTZ 3/96