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(1.1.2019) 03
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Potsdam ist mehr alsnur Sanssouci. Aber weder Touristen noch Bürger der Stadt konnten sich bisher von dieser Thtsache in ausreichendem Maße überzeugen. Foto: zg.

dekommen von Stiftungslehrstühlen unter­stützen. Die Vermittlung von Praktikums­plätzen, auch von Auftragsforschung könnte weiter erfolgen. Diese Zusammenarbeit betrachtet Egenter nicht als Einbahnstraße. Unsere Institution nutzt natürlich auch das vorhandene wissenschaftliche Potential der erst 1991 gegründeten Universität, sagt er. Das beträfe vor allem die Erstellung von Studien, die der Wirtschaft bzw. der Wirt­schaftsentwicklung dienten. Notwendige Abstimmung über entsprechende For­schungsvorhaben finde zum Heil durch ein gemeinsames Netzwerk im Rahmen der Itechnologie- und Innovations- Agentur (T.IN.A.) GmbH mit Sitz in Potsdam statt. Die Nutzung der in der Hochschule vorhan­denen geistigen Ressourcen vollzieht sich auch auf einem anderen Gebiet: gemeint ist die Weiterbildung. Ein erst vor kurzem vom Regionalen Weiterbildungsrat herausgege­bener Wegweiser durch entsprechende Potsdamer Einrichtungen umfaßt immerhin 17 Tingebote. Das für die Bürger bekannte­ste stellt vermutlich die Volkshochschule dar. Dr. Roswitha Vogtländer, seit 1993 deren stellvertretende Direktorin und zugleich Fachbereichsleiterin auf dem Sektor Persön­lichkeitsbildung und Gesundheitsförderung, schätzt die Beziehungen zur Uni als gut ein. Sie tut dies allerdings nicht, ohne auf deren Ausbaufähigkeit hinzuweisen. Anfänge eines Miteinanders gäbe es unter anderem auf dem Gebiet der Seniorenbildung, Beiden Partnern liegt gleichfalls die Jugendbildung

am Herzen. Hierzu existiert der Vorschlag, die Idee einerSchüler-Akademie" wieder aufleben zu lassen. Die möglichen Beteilig­ten: Urania, Volkshochschule und Um.Hier sind wir noch in der Anfangsphase", so Vogt­länder dazu. Die Stadtverwaltung habe im Vorfeld bereits Unterstützung signalisiert. Gegenwärtig erteilen universitäre Mitarbei­ter vor allem in den Bereichen Elektronische Datenverarbeitung, Naturwissenschaften- Ttechnik sowie Sprachen Unterncht. Nicht selten sind es Vorruheständler und Senioren, die die jeweiligen Kurse belegen.Studen­ten kommen nur vereinzelt, noch zählen sie

nicht zum festen Bestandteil des Klienteis", meint die stellvertretende Direktonn.

Für jene Gruppe aber scheint ihr eine Of­ferte denkbar:Die jungen Leute könnten hier Praktika in Form der Durchführung von Lehrgängen absolvieren, sagt sie. Doch die Realisierung des Vorschlages liegt noch in der Ferne, ebenso die umfänglichere Einbindung an der Alma mater wirkender Dozenten in den Volks­hochschulbetrieb. Bedarfserkundungen sowie erforderliche Abstimmungen auf al­len Ebenen dürften dafür zunächst not­wendige Voraussetzung sein. RG.

KULTURELL REICHE STADT WÜRDE SPASS AM STUDIEREN ERHÖHEN

Die 140 000 Einwohner zählende Landes­hauptstadt Potsdam kann sich mit einer besonders schönen Kulturlandschaft rüh­men. Wenn auch nicht immer augen­scheinlich, so ist die Metropole doch weit mehr alsnur Sanssouci. Andererseits sehen nicht wenige kulturelle Einrichtun­gen der Stadt wie freie Träger aufgrund der Finanzsituation einer ungewissen Zukunft entgegen. Wie nutzen sie die Po­tentiale der ansässigen akademischen Einrichtungen, insbesondere der Univer­sität Potsdam? Wie bringen sich Studie­rende und Wissenschaftler auf diesem Gebiet ein, um das Image der Stadt auf­zupolieren?

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und ihren wissenschaftlichen Einrichtun­gen gestaltete sich nach den Worten Claus Dobberkes auch in der Vergangen­heit nie besonders eng. Man habe sie im­mer in erster Linie als Bürde aufgefaßt. Das Juwel Uni gehöre jedoch zum Bild der Stadt.Ich bin froh darüber, daß nun zu­mindest die Sprachlosigkeit beider Seiten überwunden ist, was allerdings noch nicht

die Lösung der Probleme bedeutet. Daß die Existenz der Universität Potsdam mit ihren Studierenden und Mitarbeitern zur Kultur dieser Stadt zählt, sich auf ihr Klima auswirkt, möchte der Beigeordnete stärker in das Bewußtsein sowohl der Verantwort­lichen als auch der Bürger rücken. Die An­siedlung der drei Universitätskomplexe an der Peripherie Potsdams dürfe nicht davon abhalten, studentisches Leben in der City zu verankern. Dem Politiker schwebt des­halb für die Zukunft die Einrichtung eines Studentenzentrums vor. Angesichts leerer Kassen sucht man allerdings zunächst nach Zwischenlösungen. In der Diskussi­on mit den Studierenden will er herausfin­den, wo ihre Interessen liegen und welche Vorschläge sie zur Realisierung der Vorha­ben anbieten. Um trotz der gegenwärtigen Finanzkrise auf diesem Wege Fortschritte zu erreichen, seien Ressourcen zusam­menzufassen. Das betreffe beispielsweise die gegenseitige Nutzung von Räumlich­keiten wie des Auditorium maximums ei­nerseits und des Alten Rathauses oder des Theaters andererseits. Das trage gleich­zeitig zu einem Näherkommen von Stadt

und Uni bei. Des weiteren plädiert Claus Dobberke dafür, das akademische Poten­tial der Hochschule stärker in der Stadtver­waltung zu nutzen und erkennt in diesem Zusammenhang vielfältige Möglichkeiten der Arbeitsteilung. Er denkt dabei an ana­lytische Untersuchungen von Wissen­schaftlern, deren Forschungen sich auf für die Stadt relevante Bereiche beziehen.

Hoffen auf studentisches Publikum

Gretel Schulze, die künstlerische Ge­schäftsführerin des Potsdamer Kabaretts Obelisk, bedauert schon lange den unzu­reichenden Kontakt zur Um.Wir leben dicht beieinander und doch aneinander vorbei." Oft werde leicht dahingesagt, daß Kleinkunst für ein Publikum zwischen 30 und 60 Jahren ausgelegt sei.Wir würden uns sehr freuen, wenn die Studierenden unsere Angebote weit mehr nutzten. Al­lerdings müsse sich das kulturelle Klima in der Stadt prinzipiell verbessern, denn jede Nicht-Veranstaltung schlägt auf uns zurück. Auch sie ist der Auffassung, daß die fehlende Präsenz der Studierenden im Stadtzentrum durch ein entsprechendes

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PUTZ 3/96