Heft 
(1.1.2019) 03
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neuer Schmelzen führen, die dann ihrerseits wieder aufsteigen.So, fügt Enzinger hinzu, sind die Anden entstanden.

Mit Edelgasen den Steinen auf der Spur

Wie aber kann man etwas über die Herkunft und die Geschichte von Schmelzen und Gesteinen erfahren? Ein wichtiger Ansatz ist dazu ihre Analyse. So läßt sich etwa anhand der Isotopenverhältnisse bestimmter Ele­mente in den Steinen ihr Alter bestimmen. Ein anderes Beispiel ist die Untersuchung der Isotopenverhältnisse von Edelgasen, der sich Erzinger derzeit hauptsächlich widmet: Das He3/He4-Verhältnis liefert Aufschluß über die Herkunft von Schmelzen und den Einfluß von Mantelmaterial, führt er aus.In der Kruste ist dieses Verhältnis anders als im Mantel. Zwar ist schon von Natur aus He4 um etwa das lOO.OOOfache häufiger als He3, aber in der Kruste ist das Verhältnis noch stärker zu Gunsten des He4 verschoben als im Mantel." Das liegt daran, daß sowohl Uran als auch Thorium, die beide durch ra­dioaktiven Zerfall He4 hersteilen, sich im Laufe der Erdentwicklung hauptsächlich in der Kruste angereichert haben, so daß dort ständig mehr He4 gebildet wird, als im Man­tel. Gesteine, die also einen geringeren Ge­halt an He4 aufweisen, sind demnach ir­gendwann vom Mantel in die Kruste gewan­dert. Weitere Aussagen lassen sich unter Umständen aus dem Konzentrationsgefälle von Neon-Isotopen im Gestein gewinnen: Neon wird durch kosmische Strahlung aus Silizium hergestellt. Macht man einen Quer­schnitt durch den Stein und schaut sich an, wie die Neon-Isotopenkonzentration an der Oberfläche nach innen hin abnimmt, so kann man versuchen zu bestimmen, wie lange der Stein der kosmischen Höhenstrahlung aus­gesetzt war, erklärt Erzinger. Daraus ließen sich unter Umständen auch Vergletsche­rungsalter bestimmen. Allerdings müsse man das geochemische Verhalten des Ne­ons sehr genau kennen, bevor man zu tief in die Interpretation geht. Sicher ist er sich aber, daß die Analyse von Edelgasen in Gesteinen zukünftig ein weiteres Werkzeug sein wird, Struktur und Verhalten der Erde zu verste­hen.

Ein so komplexes Gebilde wie die Erde kann natürlich selbst mit einer Großfor­schungseinrichtung nicht im Aleingang er­forscht werden. Deswegen ist es auch Auf­gabe des GFZ, die auf viele Universitätsin­stitute Deutschlands verteilten Geofor- schungsprojekte zusammenzuführen und in große Gemeinschaftsprojekte einzubin­den. In diesem Sinne wird auch die Abeit des Instituts für Geowissenschaften der Potsdamer Universität in entsprechende Projekte des GFZ eingebunden werden, wobei die Nachbarschaft und personelle Überschneidung die Zusammenarbeit si­cherlich optimieren. ade

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Studie über Grundlagen für Standortmarketing-Konzept

Brandenburgs

Mit den Attributen schön, anziehend, freundlich, aber auch kriminell, ländlich und teuer beschrieben 650 befragte Wirtschaftsunternehmen die Region Brandenburg. Das jedenfalls geht aus einer kürzlich veröffentlichten empiri­schen Studie hervor.

Daß ein Marketingkonzept derzeit noch fehlt, ist unübersehbar. Dabei kann Stand­ortmarketing helfen, den Prozeß der wirt­schaftlichen Konsolidierung zu beschleuni­gen, indem es regional verantwortlich Han­delnden Wege aufzeigt, ihren Standort durch kooperatives Vorgehen international wettbewerbsfähig zu gestal­ten. Die dafür erfordern chen Daten bereitzu­stellen, zu systemati­sieren und zu Ele­menten eines Standortmarke­tings zu ver­dichten, ist das Ziel der Studie. Die Untersuchung ist eingebettet in das vom Wissenschafts- mmisterium des Landes Branden­burg und der Univer­sität Potsdam geförderte ForschungsprojektEntwick­lung eines effizienten Marketingkon­zepts zur wirtschaftlichen Förderung Bran­denburgs.

Die Datenerhebung dafür fand im Herbst 1994 statt und richtete sich sowohl an in Brandenburg ansässige private Unterneh­men als auch an jene, die hier noch nicht investierten. Prof. Dr. Ingo Balderjahn, In­haber des Lehrstuhls für Betriebswirt­schaftslehre mit dem Schwerpunkt Mar­keting in der Wirtschafts- und Sozialwis- senschaftlichen Fakultät an der Universi­tät Potsdam, ist einer der beiden Autoren. Er wertet die relativ hohe Rücklaufquote von 34 Prozent, über 1920 Fragebögen wurden verschickt, alsIndiz für das gro­ße Interesse, das sowohl die ost- als auch die westdeutsche Unternehmerschaft unserem Forschungsprojekt entgegen­bringt".

As wichtige Standortfaktoren erweisen sich die Einbindung der Region in inter­nationale Kommumkations- und Verkehrs­systeme, schlagkräftige Wirtschaftsförde­rung, effiziente Verwaltung und die Ver­fügbarkeit von qualifizierten Fachkräften.

Zu den Stärken der Wirtschaftsregion Brandenburg zählt der Wirtschaftswissen­schaftler die Nähe zu Berlin und den ost­europäischen Märkten sowie die Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Die Daten­erhebungen belegten aber auch, daß im Vergleich zu anderen Regionen das Image Brandenburgs wenig ausgeprägt ist". Wofür das Land stehe, was es wolle bzw. darstellen möchte, sei bislang rela­tiv unklar. Deshalb einigten sich die Be­fragten auf Leitbilder für die Region Bran­denburg. As eindeutiger Nachteil krital- lisierte sich das mangelnde Angebot an qualifizierten Führungskräften heraus.

Die bürokratische Verwaltung und ungeklärte Eigen­tumsverhältnisse sa­hen die Unterneh­mer als größte Ri­siken für ihr En­gagement in Brandenburg an.

Die informa­torische und verkehrsmäßi­ge internatio­nale Vernetzung, die Schaffung ei­nes gemeinsamen Wirtschaftsraumes Berlin-Brandenburg, eine tiefgreifende Ver­waltungsreform sowie die Ausbildung von Führungskräften durch den zügigen Ausbau von Universi­täten und Hochschulen haben die Wis­senschaftler als strategische Stoßrichtun­gen zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit identifiziert. Bran­denburg wolle sich als Tbchnologie- standort präsentieren. Dazu im Wider­spruch stehen nach Prof. Balderjahns Überzeugung die geringen Finanzmittel, die für Kultur, Wissenschaft und For­schung zur Verfügung gestellt werden. Diese seien dringend aufzustocken.

Die relevanten Akteure der Region an ei­nen Tisch zu bekommen und in dialogi­schen Verhandlungsprozessen Konsens über die Eckpfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung und Positionierung Branden­burgs zu erreichen", betrachtet der Hoch­schullehrer als Voraussetzung dafür, effi­zientem Standortmarketing eine Chance zu geben. Was die Reaktion auf die Er­gebnisse der Studie betrifft, seien sie von der Privatwirtschaft äußerst positiv, von der Landesregierung eher reserviert auf­genommen worden. B.E.

PUTZ 3/96

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