Heft 
(1.1.2019) 03
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UMSONST GEARBEITET? ALLE GUTEN WÜNSCHE FÜR ROLF MITZNER

Angeblich im Auftrag einer überregionalen deutschen Zeitung wandte sich vor einigen Wochen ein Dr. Joachim Jung an den Dekan der Philosophischen Fakultät I, Prof. Dr. Knut Kiesant, um Informationen überdie Neuge­staltung der ostdeutschen Universitäten nach der Wiedervereinigung" zu sammeln. Prof. Kiesant kam der Anfrage nach einem Gesprächstermin gerne nach. Auf seine Bit­te hin organisierte die Pressereferentin meh­rere Interviewtermine, so daß Dr. Joachim Jung die Gelegenheit hatte, ausführliche Gespräche mit der Romanistin und Pro­rektorin für Entwicklungsplanung und Finan­zen, Prof. Dr. Helene Harth, sowie mit dem Germanisten Prof. Dr. Joachim Gessinger zu führen. Daß darüber hinaus z.B. Zugverbin­dungen zwischen den einzelnen Standorten der Universität extra herausgesucht wurden für den aus Österreich anreisenden Gast, war selbstverständlich. Doch die Gespräche verliefen seltsam. Joachim Gessinger dazu: Bei unserem Interview präsentierte Joachim Jung eine krause Mischung aus Halb­information und angestaubten Vorurteilen über die Studenten und Dozenten der Uni­versität Potsdam. Er war auch nicht von sei­ner kaum von Sachkenntnis getrübten festen Ansicht abzubringen, daß die Universität Vorturner aus dem rechtskonservativen Spektrum für ihr Renommee bräuchte. Statt- dessen wollte er die Mitarbeiter m Ost- und Westdozenten sortiert wissen und auch die notonsche Frage, ob sich denn die Potsda­mer Universität nun wirklich aller Stasi-Bela- steten entledigt hätte, blieb nicht aus. Wenig Interesse hingegen zeigte er an der fachli­chen Kompetenz am Ort, an Konzepten für neue Studiengänge und an Planungs­perspektiven ; die 'Hochschullandschaft im Osten, für deren Topographie Jung zu re­cherchieren vorgab, war für ihn entweder terra incognita oder mare cnsium."

Ebenso seltsam verhielt es sich auch mit der bis zum Zeitpunkt des Redaktions­schlusses der PUTZ immer noch nicht ver­öffentlichten Geschichte: Eine Anfrage bei den von Joachim Jung genannten Medien, in deren Auftrag er angeblich recherchier­te, ergab, daß diese ihn noch nicht einmal kannten, geschweige denn ihn mit einem Beitrag beauftragt hätten. Mit diesen Fak­ten und der Frage konfrontiert, ob er denn falsche Thtsachen vorgespiegelt habe, blieb Jung nur, vonfeindlicher Spionage" zu re­den und das Gespräch schnellstmöglichst zu beenden. - Wenn solch ein Verhalten um sich greift, dürften es Journalisten bald im­mer schwerer haben, geeignete Gesprächs­partner aus der Wissenschaft zu finden. Für ein im Interesse der Allgemeinheit wichtiges gegenseitiges Vertrauen der beiden Berufs­gruppen sorgt solch eine Vbrgehensweise jedenfalls nicht, Hg.

SÜMR

Im Großen Senatssaal herrschte am 23. Januar dieses Jahres em reges Kommen und Gehen: feierte doch mit Prof. Dr. Rolf Mitzner (Bildmitte) der Gründungsrektor und erstgewählte Rektor der Universität seinen 65. Geburtstag. An die 400 Personen aus der Hochschule (darunter Vertreter des bisherigen und jetzigen Rektorates, sämtliche Dekane und Prodekane, Dezernenten sowie zahlreiche Mitarbeiter aus Wissenschaft und Verwaltung), der Stadt Potsdam, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburgs undaus dem nahegelegenen Berlin ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, Rolf Mitzner persönlich zu gratulieren. Da standen der Oberbürgermeister Potsdams, Dr. Horst Grämlich und die Bürgermeisterin Dr. Beate Hoffmann neben der australischen General­konsulin Margaret Adamson und dem Direktor des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung in Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, während sich der frühere Wissenschaftsminister Dr. Hmrich Enderlein mit dem jetzigen Wissenschaftsminister Steffen Reiche und dessen Abteilungsleiter für Wissenschaft und Forschung, Dr. Heinz-Ulrich Schmidt, unterhielt. Mitunter reichte die Raumkapazität des Großen Senatssaales nicht mehr aus, so daß sich Blumensträuße und ihre dazugehörenden Überbringer auf den Verbmdungsfluren verteilten. Die amtierende Rektorin, Prof. Dr. Bärbel Kirsch (Zweite von rechts), ließ in ihrer sehr persönlich gehaltenen Ansprache das Wirken Prof. Mitzners Revue passieren, wobei sie besonders die dem Gründungsrektor eigene Integrations- und Vermittlungsfähigkeit zwischen Ost und West hervorhob. Auch der Dekan der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Helmut Mikelstös (Dritter von rechts), würdigte das Wirken Rolf Mitzners und verlieh der Fireude ob des Gewinns, den die Rückkehr des Chemikers Mitzner in sein Institut gebracht habe, Ausdruck. Hg./Foto: Fritze

PROMOTIONEN

Dr. phil.

Dieter Breithecker mit der Arbeit:In die Schule kommt Bewegung - Haltungs­entlastung und Gesundheitsvorsorge in einem bewegten Unterricht" (24.01,1996); Bettina Goldberg mit der Arbeit:Schul­geschichte als Gesellschaftsgeschichte. Die höheren Schulen im Berliner Vorort Hermsdorf 1893 - 1945 (10.01.1996); Wolfgang Hagl mit der Arbeit:Arcadius Apis Imperator, Synesios von Kyrene und sein Beitrag zum Herrscherideal der Spätantike (17.01,1996);

Lothar Mertens mit der Arbeit:Uner­müdlicher Kämpfer für Frieden und Men­schenrechte. Leben und Wirken von Kurt R. Grossmann 1 ' (09.01.1996);

Andre Meinunger mit der Arbeit:Dis- course Dependent DP (De-)-Placement" (30,01.1996);

Ruth Stepper mit der Arbeit:Leiden an der Geschichte - Ein zentrales Motiv der

Griechischen Kulturgeschichte Jacob Burckhardts und seine Bedeutung in der altertums-wissenschaftlichen Geschichts­schreibung des 19, und 20, Jahrhunderts" (30.01.1996)

Dr. rer. nat.

Kai-Uwe Thiessenhusen mit der Arbeit: Strukturen an den 3:2 Resonanzen der Monde Prometheus und Pandora im B- Ring des Saturns" (11.01.1996)

Dr. rer. pol.

Elena Fiarova mit der Arbeit:Der Über­gang zur Marktwirtschaft in Bulgarien - Konzepte, Probleme, Resultate in ausge­wählten Bereichen (31.01.1996)

LEHRBEFUGNIS ERHALTEN

Dr. rer. nat. habil. Klaus Werner hat am

11,1.1996 die Venia legendi für das Fach Astronomie und Astrophysik erhalten.

PUTZ 3/96

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