UMSONST GEARBEITET? ALLE GUTEN WÜNSCHE FÜR ROLF MITZNER
Angeblich im Auftrag einer überregionalen deutschen Zeitung wandte sich vor einigen Wochen ein Dr. Joachim Jung an den Dekan der Philosophischen Fakultät I, Prof. Dr. Knut Kiesant, um Informationen über „die Neugestaltung der ostdeutschen Universitäten nach der Wiedervereinigung" zu sammeln. Prof. Kiesant kam der Anfrage nach einem Gesprächstermin gerne nach. Auf seine Bitte hin organisierte die Pressereferentin mehrere Interviewtermine, so daß Dr. Joachim Jung die Gelegenheit hatte, ausführliche Gespräche mit der Romanistin und Prorektorin für Entwicklungsplanung und Finanzen, Prof. Dr. Helene Harth, sowie mit dem Germanisten Prof. Dr. Joachim Gessinger zu führen. Daß darüber hinaus z.B. Zugverbindungen zwischen den einzelnen Standorten der Universität extra herausgesucht wurden für den aus Österreich anreisenden Gast, war selbstverständlich. Doch die Gespräche verliefen seltsam. Joachim Gessinger dazu: „Bei unserem Interview präsentierte Joachim Jung eine krause Mischung aus Halbinformation und angestaubten Vorurteilen über die Studenten und Dozenten der Universität Potsdam. Er war auch nicht von seiner kaum von Sachkenntnis getrübten festen Ansicht abzubringen, daß die Universität Vorturner aus dem rechtskonservativen Spektrum für ihr Renommee bräuchte. Statt- dessen wollte er die Mitarbeiter m Ost- und Westdozenten sortiert wissen und auch die notonsche Frage, ob sich denn die Potsdamer Universität nun wirklich aller Stasi-Bela- steten entledigt hätte, blieb nicht aus. Wenig Interesse hingegen zeigte er an der fachlichen Kompetenz am Ort, an Konzepten für neue Studiengänge und an Planungsperspektiven ; die 'Hochschullandschaft im Osten’, für deren Topographie Jung zu recherchieren vorgab, war für ihn entweder terra incognita oder mare cnsium."
Ebenso seltsam verhielt es sich auch mit der bis zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der PUTZ immer noch nicht veröffentlichten Geschichte: Eine Anfrage bei den von Joachim Jung genannten Medien, in deren Auftrag er angeblich recherchierte, ergab, daß diese ihn noch nicht einmal kannten, geschweige denn ihn mit einem Beitrag beauftragt hätten. Mit diesen Fakten und der Frage konfrontiert, ob er denn falsche Thtsachen vorgespiegelt habe, blieb Jung nur, von „feindlicher Spionage" zu reden und das Gespräch schnellstmöglichst zu beenden. - Wenn solch ein Verhalten um sich greift, dürften es Journalisten bald immer schwerer haben, geeignete Gesprächspartner aus der Wissenschaft zu finden. Für ein im Interesse der Allgemeinheit wichtiges gegenseitiges Vertrauen der beiden Berufsgruppen sorgt solch eine Vbrgehensweise jedenfalls nicht, Hg.
SÜMR
Im Großen Senatssaal herrschte am 23. Januar dieses Jahres em reges Kommen und Gehen: feierte doch mit Prof. Dr. Rolf Mitzner (Bildmitte) der Gründungsrektor und erstgewählte Rektor der Universität seinen 65. Geburtstag. An die 400 Personen aus der Hochschule (darunter Vertreter des bisherigen und jetzigen Rektorates, sämtliche Dekane und Prodekane, Dezernenten sowie zahlreiche Mitarbeiter aus Wissenschaft und Verwaltung), der Stadt Potsdam, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburgs undaus dem nahegelegenen Berlin ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, Rolf Mitzner persönlich zu gratulieren. Da standen der Oberbürgermeister Potsdams, Dr. Horst Grämlich und die Bürgermeisterin Dr. Beate Hoffmann neben der australischen Generalkonsulin Margaret Adamson und dem Direktor des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung in Berlin, Prof. Dr. Wolfgang Edelstein, während sich der frühere Wissenschaftsminister Dr. Hmrich Enderlein mit dem jetzigen Wissenschaftsminister Steffen Reiche und dessen Abteilungsleiter für Wissenschaft und Forschung, Dr. Heinz-Ulrich Schmidt, unterhielt. Mitunter reichte die Raumkapazität des Großen Senatssaales nicht mehr aus, so daß sich Blumensträuße und ihre dazugehörenden Überbringer auf den Verbmdungsfluren verteilten. Die amtierende Rektorin, Prof. Dr. Bärbel Kirsch (Zweite von rechts), ließ in ihrer sehr persönlich gehaltenen Ansprache das Wirken Prof. Mitzners Revue passieren, wobei sie besonders die dem Gründungsrektor eigene Integrations- und Vermittlungsfähigkeit zwischen Ost und West hervorhob. Auch der Dekan der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Helmut Mikelstös (Dritter von rechts), würdigte das Wirken Rolf Mitzners und verlieh der Fireude ob des Gewinns, den die Rückkehr des Chemikers Mitzner in sein Institut gebracht habe, Ausdruck. Hg./Foto: Fritze
PROMOTIONEN
Dr. phil.
Dieter Breithecker mit der Arbeit: „In die Schule kommt Bewegung - Haltungsentlastung und Gesundheitsvorsorge in einem bewegten Unterricht" (24.01,1996); Bettina Goldberg mit der Arbeit: „Schulgeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Die höheren Schulen im Berliner Vorort Hermsdorf 1893 - 1945” (10.01.1996); Wolfgang Hagl mit der Arbeit: „Arcadius Apis Imperator, Synesios von Kyrene und sein Beitrag zum Herrscherideal der Spätantike“ (17.01,1996);
Lothar Mertens mit der Arbeit: „Unermüdlicher Kämpfer für Frieden und Menschenrechte. Leben und Wirken von Kurt R. Grossmann 1 ' (09.01.1996);
Andre Meinunger mit der Arbeit: „Dis- course Dependent DP (De-)-Placement" (30,01.1996);
Ruth Stepper mit der Arbeit: „Leiden an der Geschichte - Ein zentrales Motiv der
Griechischen Kulturgeschichte Jacob Burckhardts und seine Bedeutung in der altertums-wissenschaftlichen Geschichtsschreibung des 19, und 20, Jahrhunderts" (30.01.1996)
Dr. rer. nat.
Kai-Uwe Thiessenhusen mit der Arbeit: „Strukturen an den 3:2 Resonanzen der Monde Prometheus und Pandora im B- Ring des Saturns" (11.01.1996)
Dr. rer. pol.
Elena Fiarova mit der Arbeit: „Der Übergang zur Marktwirtschaft in Bulgarien - Konzepte, Probleme, Resultate in ausgewählten Bereichen“ (31.01.1996)
LEHRBEFUGNIS ERHALTEN
Dr. rer. nat. habil. Klaus Werner hat am
11,1.1996 die Venia legendi für das Fach Astronomie und Astrophysik erhalten.
PUTZ 3/96
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