ZUM MENSCHENRECHTSSCHUTZ
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An derJuristischen Fakultät wird die Vorlesungsreihe „Europarecht II" angeboten. In diesem Rahmen kam kürzlich die Mitarbeiterin im Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union (EU), Dr. Barbara-Christine Ryba (rechts), zu Wort. Sie sprach zum Thema „Der Schutz der Menschenrechte im Rahmen der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung der Außenbeziehungen". Eingeladen dazu hatte sie der Dekan dieser Fakultät und Inhaber des Lehrstuhls für Staats-, Völker- und Europarecht, Prof. Dr. Eckart Klein (links). Die Referentin stellte neue Konstellationen in der Weltpolitik fest. So die Menschenrechtsverletzungen während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien oder auf dem 'afrikanischen Kontinent in Somalia, Ruanda und Burundi. Vor diesem Hintergrund könne sich die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU auf dem Gebiet der Menschenrechte profilieren. Das beträfe beispielsweise die Entsendung von Wahlbeobachtern nach Rußland, Südafrika und Palestma/PLO oder Maßnahmen im Sicherheitsbereich. Um Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen, gelte es unter anderem, das Verbot von unmenschlichen Waffen durchzusetzen und einen Beitrag zur Entminung zu leisten. Auch dafür sei eine aktive Zusammenarbeit mit Organisationen, die sich dem Schutz der Menschenrechte widmen, erforderlich. B.E./Foto: Fritze
Neues Programm für Wissenschaftleraustausch
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die National Science Foundation (NSF), die größte Forschungsförderungsorganisation der USA, haben ein Programm für die Zusammenarbeit deutscher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Forschern aus den USA auf dem Gebiet der Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften eingerichtet. Das Programm ermöglicht einen intensiven und flexiblen Austausch vor allem von jungen Nachwuchswissenschaftlern, denen zur Realisierung bilateraler Projekte oft das dafür notwendige Reisegeld fehlt. Antragsberechtigt ist jeder deutsche Hochschullehrer; jüngere Wissenschaftler, die keine Hochschullehrer sind, können ebenfalls einen Antrag stellen, wenn die Verantwortung für das Projekt von einem Hochschullehrer übernommen wird. Der DAAD übernimmt die Reise- und Aufenthaltskosten der teilnehmenden deutschen Wissenschaftler, die National Science Foundation finanziert die Reisen der amerikanischen Tteilnehmer. Die Mittel werden zunächst für zwei Jahre zur Verfügung gestellt; eine Verlängerung für ein drittes Jahr kann
beantragt werden. Dieses Programm ergänzt das Parallelprogramm mit dem American Council of Learned Societies (ACLS), das auf gleiche Weise den Austausch in den Geistes- und Sozialwissenschaften fördert.
Bewerbungsunterlagen und nähere Informationen für beide Programme sind beim DAAD, Referat 315, Kennedyallee 50, 53175 Bonn, bzw. im Akademischen Auslandsamt der Universität Potsdam (Tel. 0331/977-1702) erhältlich. Bewerbungsschluß für Anträge im Programm mit der National Science Foundation ist der 1. Juni 1996; Anträge im Programm mit dem American Council of Learned Societies sind bis zum 15. Juli 1996 möglich, pm.
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geöffnet von April bis Ende Oktober Verleih von BM-Segeljolien führerscheinfrei Segeln auf den Havelseen
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WEITERER
DISKUSSIONSBEDARF?
Am 22. Januar dieses Jahres hat der Bun- desminister der Verteidigung, Volker Rühe, an der Universität Potsdam eine Stiftungsprofessur für Militärgeschichte eingerichtet. Obwohl in der Ausgabe 2/96 der PUTZ ein ausführliches Gespräch mit Ralf-Norbert Müller vom Studierendenrat (Stura) der Uni und Prof. Dr. Manfred Görtemaker aus dem Historischen Institut über Proteste am Rande des Festaktes sowie die Entstehungsgeschichte und Ausrichtung der Stiftungsprofessur abgedruckt wurde, scheint es im Vorstand des Sturas noch weiteren Diskussionsbedarf zu geben. Wir wollen deshalb im folgenden die Anmerkungen von Martin Weiß aus dem Vorstand des Sturas und eine sich darauf beziehende Stellungnahme von Prof. Dr. Manfred Görtemaker wiedergeben:
„Wesentliche Punkte nicht ausreichend beleuchtet"
1. Prof. Görtemaker hat in seinen Ausführungen nicht darauf hingewiesen, daß die Bundeswehr ursprünglich plante, für diesen Lehrstuhl einen Bundeswehr-Wissenschaftler nach Potsdam zu kommandieren. Er hat nicht erwähnt, daß der Lehrstuhl nach fünf Jahren wegfallen, bzw. was wahrscheinlicher ist, einen anderen Lehrstuhl am Histonschen Institut ersetzen wird. Spätestens an dieser Stelle hätte man die Angelegenheit im akademischen Senat behandeln müssen und nicht auf diese Weise über den Tisch zocken dürfen. Die Diskussion ist nämlich gerade deshalb über drei Jahre hinweg praktisch eingeschlafen, da man dafür keinen akuten Bedarf an der Universität sah.
2. Es ist nicht abzusehen, wie bis zum Sommersemester gewährleistet werden soll, daß die Lehrstuhlvertretung auch dem Anspruch eines kritischen und interdisziplinären Forschungsansatzes genügt. Auf die Auswahl dieser Vertretung haben Studierende keinerlei Einfluß, jedoch hat eine Person, die den Lehrstuhl bereits zwei Semester geführt hat, einen enormen Vorteil hinsichtlich dessen endgültigen Besetzung.
3. Die Veranstaltung, gegen deren Ablauf sich unsere Kritik im besonderen richtet, hat gezeigt, daß Studenten in ihrem Bedürfnis nach Berücksichtigung ihrer Interessen nicht ernst genommen werden und die Universität ihre akademische Freiheit für einen Befehl aus dem Bundesverteidigungsministerium verkauft, indem sie eine Veranstaltung in ihrem Auditorium maxi- mum von der Bundeswehr durchführen läßt und diese überdies noch personell bei der Diskriminierung von Studentenvertretern, die als einzige anhand einer Liste am Einlaß überprüft wurden, unterstützt.
4. Wenn die Basis für die Arbeit eines sol-
PUTZ 3/96
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