nicht zur Verfügung stehen. Die Ftauenförder- richtlmien sind nun auf das Ziel ausgenchtet, bestehende Unterrepräsentation von Flauen zu beseitigen. Unterrepräsentation ist dann gegeben, wenn in einem Bereich (hier als allgemeine Sprachregelung zu verstehen) nicht mindestens 40% Flauen vertreten sind. Das kann beispielsweise eine bestimmte Lohnoder Gehaltsgruppe oder die verschiedenen Qualifikationsstufen betreffen.
Die Förderrichtlmien stellen einen Rahmen dar, benennen die Regelungsbereiche und geben die strategischen Mittel für die Umsetzung der Zielstellung an. Damit sind die Fakultäten, Zentralen Einrichtungen sowie die Verwaltung aufgefordert, auf der Grundlage ihrer spezifischen Gegebenheiten konkrete Pläne zur Umsetzung der Förderrichtlinien zu erstellen.
Regelungsbereiche
Verfahrensregelungen für Personalentscheidungen von der Besetzung von Professuren bis zu Hilfskraftstellen; Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung; gleichberechtigte Berücksichtigung von Frauen bei der Vergabe von Stipendien und Forschungsmitteln; Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowohl für Studierende wie auch für Beschäftigte; Wahlverfahren für zentrale und dezentrale Gleichstellungsbeauftragte; Aufgaben und Kompetenzen der Gleichstellungsbeauftragten; Verpflichtung zur regelmäßigen Berichterstattung über Fhauenanteile der Studierenden wie auch der Beschäftigten und Verpflichtung zur Erarbeitung von Frauenförderplänen.
Fazit der ersten Diskussionsphase des vorliegenden Entwurfs
Es besteht ein erhebliches Informationsdefizit über Möglichkeiten und Notwendigkeiten aktiver Firauenförderung. Da es sich bei der Herstellung der tatsächlichen Gleichstellung von Fhauen und Männern um einen im hohen Maße relevanten Aufgabenbereich in den Hochschulen handelt, dessen Wahrnehmung der Hochschule anvertraut ist, sind alle Mitglieder der Hochschule aufgerufen, sich an der weiteren öffentlichen Diskussion zu beteiligen. Der erste Entwurf der Förderrichtlinien ist unter Berücksichtigung der Stellungnahmen überarbeitet worden und wird zu Beginn des Sommersemesters zur Diskussion gestellt. Im Mai und April finden öffentliche Aussprachen dazu statt, zu denen alle Mitglieder der Universität eingeladen sind. Eine argumentative Auseinandersetzung mit den wesentlichen Kritikpunkten kann hier nicht erfolgen, sie betreffen die Zielstellung, Unterrepräsentation von Flauen zu beseitigen; die Annahme, Firauenförderung würde Leistungsknterien außer acht lassen; den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit von Quotenregelungen mit Hinweis auf das Ur-
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EINE LANZE FÜR DIE BERLIN-POTSDAMER STADTRANDLANDSCHAFT
Will man mit dem Fahrrad zum Brandenburger Landtag, gerät man leicht ins Schwitzen: Er befindet sich auf dem immerhin etwa 80 Meter hohen Brauhausberg in Potsdam. Noch etwas höher ist der benachbarte Ttelegraphenberg. Beide verdanken ihre Existenz der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren. Damals wälzten sich mächtige Eismassen von Skandinavien bis nach Brandenburg. Das Geröll, das sie vor sich herschoben, blieb dort liegen, wo auch der Gletscher nicht mehr weiter vorstieß, sondern langsam abschmolz. Sie sind die Endmoränen, die man noch heute in der Gegend um Berlin findet.
Die gesamte Landschaft um Berlin ist geprägt durch diese Eiszeit: Das Schmelzwasser schuf die breiten Urstromtäler, Grundmoränen wurden aus dem mitgeführten Geröll gebildet, wobei aber die feineren Partikel teilweise von dem Schmelzwasser mitgeschwemmt und vor dem Gletscher abgelagert wurden. Dadurch entstanden große Sandplatten. Diese und andere Zeugnisse kann man anhand des Buches „Berlin - Potsdamer Stadtrandlandschaften“ aufspüren, das von Karsten Grunewald und Joachim Marcinek herausgegeben wurde. Allerdings geht es ihnen in erster Linie nicht darum, Austlüglern besonders interessante und reizvolle Routen zu präsentieren, sondern um den Schutz der Natur und die Pflege der Landschaft des Berlin-Potsdamer Umlandes. Da aber am Rand Berlins die umliegende Natur besonders stark dem
teil des Europäischen Gerichtshofes; die Annahme, die vorgeschlagenen Regelungen beschränken die Dreiheit von Forschung und Lehre und Bedenken, Modelle von Anreizen zur Belohnung von Firauen- förderung zu entwickeln.
Der Gleichstellungsrat hofft, daß durch die weitere Diskussion ein ausgeprägteres Bewußtsein über die Aufgaben zur Firauen- förderung entsteht und dem Senat zum Ende des Sommersemesters ein konsensfähiger Entwurf zur Beschlußfassung vorgelegt werden kann. Der Entwurf der Förderrichtlinien ist im WWW unter dem Stichwort „Gleichstellungsbeauftragte“ einzusehen. Monika Stein
Post für die PUTZ?
Die Potsdamer Universitätszeitung PUTZ ist nun auch direkt auf elektronischem Wege zu erreichen. Die „Briefkastenadresse“ lautet: putz@rz.uni-potsdam.de
Menschen ausgesetzt ist, und man ihn weder von ihr ausschließen kann noch sollte, ist ein umfassender Naturschutz nur dann gewährleistet, wenn man den Menschen für die Natur sensibilisieren kann. Um dies zu erreichen, werden in dem Buch in zwölf Kapiteln die wichtigsten Landschaften des Umlandes vorgestellt, wie beispielsweise die Müggelseen, -wälder und -berge oder das Luchland zwischen Linum und Ferbellm, aber auch kontroverse Gebiete wie die Rieselfelder südlich von Berlin oder der Kalkstein -Tägeabbau bei Rüdersdorf. Die meisten Kapitel beginnen mit einer de-
Buchenbestandener Endmoränenzug südlich des Liepnitzsees Foto: Marcinek
taillierten Beschreibung der geologischen Beschaffenheiten der Landschaft und deren Ursache. Damit man als Nicht-Fachmann hier nicht den Überblick verliert, gibt es im ersten Tteil des Buches eine Einführung, die sich u.a. mit der Entstehung des Berlin - Potsdamer Umlandes in der letzten Eiszeit und den dabei geschaffenen Naturräumen beschäftigt. Aber auch der Wandel des Gebietes in historischer Zeit und der heutige Zustand werden dort beschrieben.
Die 17 Autoren - hauptsächlich Geographen und Geoökologen der Universität Potsdam sowie der Humboldt Universität Berlin - sind bemüht, möglichst „praxisorientiert" zu schreiben, d.h. den Leser auf Dinge hinzu- weisen, die er selbst beim Erkunden der Landschaft beobachten kann. Am Ende vieler Kapitel finden sich dann auch - mehr oder weniger ausführlich - Vorschläge für Exkursionen. Auch wird dort auf weiterführende Literatur, leider aber nicht auf auf geeignete Karten verwiesen (die in vielen Kapiteln vorhandenen Skizzen bieten dafür keinen Ersatz).
Alles in allem ist den Herausgebern sowohl vom Konzept als auch in der Durchführung ein sehr reizvolles Buch gelungen - nicht zuletzt durch die Fülle stimmungsvoller Fotos, die richtig Lust aufs Erkunden machen.
ade
Karsten Grunewald, Joachim Marcinek: Berlin-Potsdamer Stadtrandlandschaften, Stapp Verlag 1995, 188 Seiten, 29,80 DM.
Seite 35
PUTZ 3/96