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(1.1.2019) 03
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nicht zur Verfügung stehen. Die Ftauenförder- richtlmien sind nun auf das Ziel ausgenchtet, bestehende Unterrepräsentation von Flauen zu beseitigen. Unterrepräsentation ist dann gegeben, wenn in einem Bereich (hier als all­gemeine Sprachregelung zu verstehen) nicht mindestens 40% Flauen vertreten sind. Das kann beispielsweise eine bestimmte Lohn­oder Gehaltsgruppe oder die verschiedenen Qualifikationsstufen betreffen.

Die Förderrichtlmien stellen einen Rahmen dar, benennen die Regelungsbereiche und geben die strategischen Mittel für die Um­setzung der Zielstellung an. Damit sind die Fakultäten, Zentralen Einrichtungen sowie die Verwaltung aufgefordert, auf der Grund­lage ihrer spezifischen Gegebenheiten kon­krete Pläne zur Umsetzung der Förder­richtlinien zu erstellen.

Regelungsbereiche

Verfahrensregelungen für Personalent­scheidungen von der Besetzung von Profes­suren bis zu Hilfskraftstellen; Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung; gleichberechtigte Berücksichtigung von Frauen bei der Vergabe von Stipendien und Forschungsmitteln; Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowohl für Studierende wie auch für Beschäftigte; Wahlverfahren für zentrale und dezentrale Gleichstellungs­beauftragte; Aufgaben und Kompetenzen der Gleichstellungsbeauftragten; Verpflich­tung zur regelmäßigen Berichterstattung über Fhauenanteile der Studierenden wie auch der Beschäftigten und Verpflichtung zur Erarbeitung von Frauenförderplänen.

Fazit der ersten Diskussionsphase des vorliegenden Entwurfs

Es besteht ein erhebliches Informations­defizit über Möglichkeiten und Notwendig­keiten aktiver Firauenförderung. Da es sich bei der Herstellung der tatsächlichen Gleichstellung von Fhauen und Männern um einen im hohen Maße relevanten Aufga­benbereich in den Hochschulen handelt, dessen Wahrnehmung der Hochschule an­vertraut ist, sind alle Mitglieder der Hoch­schule aufgerufen, sich an der weiteren öf­fentlichen Diskussion zu beteiligen. Der erste Entwurf der Förderrichtlinien ist unter Berücksichtigung der Stellungnahmen überarbeitet worden und wird zu Beginn des Sommersemesters zur Diskussion gestellt. Im Mai und April finden öffentliche Aussprachen dazu statt, zu denen alle Mit­glieder der Universität eingeladen sind. Eine argumentative Auseinandersetzung mit den wesentlichen Kritikpunkten kann hier nicht erfolgen, sie betreffen die Ziel­stellung, Unterrepräsentation von Flauen zu beseitigen; die Annahme, Firauenförderung würde Leistungsknterien außer acht lassen; den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit von Quotenregelungen mit Hinweis auf das Ur-

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EINE LANZE FÜR DIE BERLIN-POTSDAMER STADTRANDLANDSCHAFT

Will man mit dem Fahrrad zum Branden­burger Landtag, gerät man leicht ins Schwitzen: Er befindet sich auf dem immer­hin etwa 80 Meter hohen Brauhausberg in Potsdam. Noch etwas höher ist der benach­barte Ttelegraphenberg. Beide verdanken ihre Existenz der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren. Damals wälzten sich mäch­tige Eismassen von Skandinavien bis nach Brandenburg. Das Geröll, das sie vor sich herschoben, blieb dort liegen, wo auch der Gletscher nicht mehr weiter vorstieß, son­dern langsam abschmolz. Sie sind die End­moränen, die man noch heute in der Ge­gend um Berlin findet.

Die gesamte Landschaft um Berlin ist ge­prägt durch diese Eiszeit: Das Schmelz­wasser schuf die breiten Urstromtäler, Grundmoränen wurden aus dem mitgeführ­ten Geröll gebildet, wobei aber die feineren Partikel teilweise von dem Schmelzwasser mitgeschwemmt und vor dem Gletscher abgelagert wurden. Dadurch entstanden große Sandplatten. Diese und andere Zeug­nisse kann man anhand des BuchesBer­lin - Potsdamer Stadtrandlandschaften auf­spüren, das von Karsten Grunewald und Joachim Marcinek herausgegeben wurde. Allerdings geht es ihnen in erster Linie nicht darum, Austlüglern besonders interessan­te und reizvolle Routen zu präsentieren, sondern um den Schutz der Natur und die Pflege der Landschaft des Berlin-Potsda­mer Umlandes. Da aber am Rand Berlins die umliegende Natur besonders stark dem

teil des Europäischen Gerichtshofes; die Annahme, die vorgeschlagenen Regelun­gen beschränken die Dreiheit von For­schung und Lehre und Bedenken, Model­le von Anreizen zur Belohnung von Firauen- förderung zu entwickeln.

Der Gleichstellungsrat hofft, daß durch die weitere Diskussion ein ausgeprägteres Be­wußtsein über die Aufgaben zur Firauen- förderung entsteht und dem Senat zum Ende des Sommersemesters ein konsens­fähiger Entwurf zur Beschlußfassung vorge­legt werden kann. Der Entwurf der För­derrichtlinien ist im WWW unter dem Stich­wortGleichstellungsbeauftragte einzuse­hen. Monika Stein

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Die Potsdamer Universitätszeitung PUTZ ist nun auch direkt auf elektroni­schem Wege zu erreichen. DieBrief­kastenadresse lautet: putz@rz.uni-potsdam.de

Menschen ausgesetzt ist, und man ihn we­der von ihr ausschließen kann noch sollte, ist ein umfassender Naturschutz nur dann gewährleistet, wenn man den Menschen für die Natur sensibilisieren kann. Um dies zu erreichen, werden in dem Buch in zwölf Kapiteln die wichtigsten Landschaften des Umlandes vorgestellt, wie beispielsweise die Müggelseen, -wälder und -berge oder das Luchland zwischen Linum und Ferbellm, aber auch kontroverse Gebiete wie die Rieselfelder südlich von Berlin oder der Kalkstein -Tägeabbau bei Rüdersdorf. Die meisten Kapitel beginnen mit einer de-

Buchenbestandener Endmoränenzug südlich des Liepnitzsees Foto: Marcinek

taillierten Beschreibung der geologischen Beschaffenheiten der Landschaft und deren Ursache. Damit man als Nicht-Fachmann hier nicht den Überblick verliert, gibt es im ersten Tteil des Buches eine Einführung, die sich u.a. mit der Entstehung des Berlin - Potsdamer Umlandes in der letzten Eiszeit und den dabei geschaffenen Naturräumen beschäftigt. Aber auch der Wandel des Gebietes in historischer Zeit und der heu­tige Zustand werden dort beschrieben.

Die 17 Autoren - hauptsächlich Geographen und Geoökologen der Universität Potsdam sowie der Humboldt Universität Berlin - sind bemüht, möglichstpraxisorientiert" zu schreiben, d.h. den Leser auf Dinge hinzu- weisen, die er selbst beim Erkunden der Landschaft beobachten kann. Am Ende vie­ler Kapitel finden sich dann auch - mehr oder weniger ausführlich - Vorschläge für Exkursionen. Auch wird dort auf weiterfüh­rende Literatur, leider aber nicht auf auf geeignete Karten verwiesen (die in vielen Kapiteln vorhandenen Skizzen bieten dafür keinen Ersatz).

Alles in allem ist den Herausgebern sowohl vom Konzept als auch in der Durchführung ein sehr reizvolles Buch gelungen - nicht zuletzt durch die Fülle stimmungsvoller Fo­tos, die richtig Lust aufs Erkunden machen.

ade

Karsten Grunewald, Joachim Marcinek: Berlin-Potsdamer Stadtrandlandschaften, Stapp Verlag 1995, 188 Seiten, 29,80 DM.

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