ZU BRITISCHEN KULTUR- UND GESELLSCHAFTSSTUDIEN
Potsdamer Uni an internationalem Seminar in Ludwigsfelde beteiligt
The British Council
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Im Pädagogischen Landes- institut Bran- denburg (PLIB) Ludwigsfelde fand vor kurzem das dritte Potsdamer Seminar zu British Cultural Studies statt. Diese Veranstaltung zur Weiterbildung von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Lehrkräften im Fach Englisch an ostdeutschen Universitäten und Hochschulen wurde gemeinsam von der Universität Potsdam und dem British Council Berlin ausgerichtet. In diesem Jahr hatte die Universität Potsdam unter Federführung des Institutes für Anglistik und Amerikanistik zum ersten Mal die Verantwortung für die inhaltliche und organisatorische Gestaltung des Projektes (Leitung: Prof. Dr. Peter Drexler und Dr. Wolfgang Petschan) übernommen. Wie bereits zuvor, wirkten auch diesmal mit Unterstützung von Prof. Susan Bassnett Wissenschaftler des Centres for British and Comparative Cultural Studies der University of Warwick, Coventry, in Kooperation als Gastlektoren und Seminarleiter an der inhaltlichen Umsetzung mit.
!!“»! Zentrales Thema des diesjähri- j j ; • J J J 9 en Seminars waren Fragestellun- !!!*!*! gen zur postkolonialen Kultur- und Gesellschaftsentwicklung im gegenwärtigen Großbritannien. Die Diskussion konzentrierte sich dabei auf zwei Schwerpunkte. Zum einen suchte sich der von Dr. Clive Barker, einem britischen Theaterwissenschaftler und Regisseur, geleitete Workshop aus einer sehr persönlichen Erfahrungsperspektive der historischen Aufarbeitung des Zerfalls des britischen Empires nach dem Zweiten Weltkrieg zu nähern. Am Beispiel der letzten großen kolonialen Konflikte in Malaysia und Ägypten wurde der fundamentale TYansformationsprozeß auch in der britischen Gesellschaft verdeutlicht. Die Beschäftigung mit diesem Problemkomplex über die Medien Literatur, Theater und Film in Großbritannien erwies sich dabei letztlich nicht nur schlechthin als eine Reproduktion von Erkenntnissen aus früheren Aufarbeitungsansätzen, sondern vermochte anhand eigener Erfahrungen die Komplexität dieses Prozesses anzudeuten. Bei allem mahnte Clive Barker gesellschaftliche Notwendigkeit und Dnnglichkeit einer längst überfälligen kritischen und authentischen Aufbereitung dieses recht widersprüchlichen Segments der jüngeren briti
schen Geschichte an. Zum anderen beschäftigte sich ein Diskussionspanel unter Leitung von Dr. Joanne Collie, einer Kennerin multikultureller Strukturen in Großbritannien, vor allem mit aktuellen Fragen der Kultur- und Gesellschaftsentwicklung in jenem Land. Ausgehend von nachhaltigen Belegen aus der postkolonialen britischen Literatur wurde dem Problem der künstlerisch-literarischen Dokumentation der Evolution postkolonialer Identität im Vereinigten Königreich nachgegangen. In einer weiteren, in diesem Jahr erstmals praktizierten Sektion bot die Veranstaltung den Tteilneh- mern Gelegenheit, durch Vorträge mit anschließender Diskussion eigene Forschungsergebnisse und Lehrerfragen in „British Cultural Studies" vorzustellen. Darüber hinaus bot sich den Teilnehmern des Seminars die Gelegenheit, einen eige
nen Beitrag als Einstieg in die mittlerweile an einigen ostdeutschen Universitäten sehr intensiv betriebene systematische Aufarbeitung und Neubewertung von Lehre und Forschung in der Landeskunde Großbritanniens an Hochschulen und Universitäten der ehemaligen DDR zu leisten. Die Diskussion hierzu ergab einen ersten Aufschluß über tatsächliche Strukturen und Projekte in Lehre und Forschung in diesem Bereich der Englischausbildung in der DDR und unterstrich die zeitliche Notwendigkeit einer intensiven Beschäftigung mit dem Gegenstand und dessen angemessener Bewertung.
Für die Tbilnehmer erwies sich die Veranstaltung als äußerst anregend für die eigene Forschung und Lehre, zumal der verhältnismäßig kleine Kreis eine intensive Besprechung der aufgeworfenen Fragen ermöglichte. Wolfgang Petschan
BESUCH AUS OSTPOLEN
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Auf Einladung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe weilten im März die Wojewoden der ostpolnischen Wojewodschaften Siedlice, Biala Podlaska und Bialystok mit Vertretern aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft in Potsdam. (Polen ist in insgesamt 49 Wojewodschaften gegliedert, denen jeweils ein Wojewode vorsteht. Diese Gliederung ist in Ansätzen den bundesdeutschen Ländern mit ihren Ministerpräsidenten an der Spitze vergleichbar.) Auf Wunsch der polnischen Gäste stand auch die Universität Potsdam auf dem Besuchsprogramm. Um den Gästen darüber hinaus mögliche Kontaktpartner für einen Austausch in Lehre und Forschung zu vermitteln, nahmen an dem Gespräch in der Potsdamer Uni ebenfalls Mitglieder der Fachhochschulen Brandenburg, Eberswalde und Wildau teil. Das Interesse an Kooperationen vor allem auf den Gebieten Umweltschutz, Botanik, der sportwissenschaftlichen Lehrerausbildung, der Sonderpädagogik, Chemie, Mathematik und Biologie war dabei seitens der polnischen Besucher sehr groß. Die Anbahnung einzelner Austauschbeziehungen soll nun zwischen interessierten einzelnen Wissenschaftlern betrieben werden. Die Universität Potsdam als Ganzes stellte die Prorektorin Prof. Dr. Bärbel Kirsch vor, einen Überblick über die branden- burgische Hochschullandschaft und deren Verbindung von Wissenschafts- und Forschungspolitik mit regionaler Wirtschafts- und Entwicklungs-politik gab der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Friedrich Buttler. Unser Bild zeigt einen Teil der Gäste bei einem kleinen Rundgang über den Campus der Uni Am Neuen Mais. Hg./Foto: Fritze
PUTZ 4/96
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