SOZIAL- UND ARBEITSLOSENVERSICHERUNGSREFORM GEFORDERT
Prof. Dr. PaulJ.J. Welfens aus der Wirtschafts- und Sozial- wissenschaftlichen Fakultät ist Gründungspräsident des EI1W
Foto: Fritze
Die Arbeitslosigkeit grassiert m der Europäischen Union (EU), wo die Arbeitslosen- quote 1996 insgesamt 11% und der Anteil der Dauerarbeitslosen rund ein Drittel beträgt. Hingegen sind in den USA, aber auch in der Schweiz die entsprechenden Zahlen nicht einmal halb so hoch. Die Sozialversicherungssysteme der EU-Länder stehen vor massiven Finanzierungsproblemen, da sie in die Schere von infolge hoher Arbeitslosigkeit sinkender Einnahmen und steigender Ausgaben - bei ungünstiger demographischer Entwicklung - geraten sind. Die hohen Beitragssätze tragen ihrerseits zu hohen Lohnnebenkosten bei, so daß eine Zementierung der Arbeitsmarkt- und Sozi
alversicherungsprobleme droht. Dies bildete den Ausgangspunkt einer internationalen Konferenz, zu der das Europäische Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW) e.V in Potsdam kürzlich Wirtschaftswissenschaftler in das historische Truman-Haus geladen hat. Initiator und Vorsitzender dieses Institutes ist Prof. Dr. Paul J.J. Welfens aus der Wirtschaftsund Sozialwissenschaftlichen Fakultät.
Die Vertreter führender deutscher Wirtschaftsforschungsinstitute, von Europäischer Kommission und der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie der eingeladenen Universitäten stimmten in der Problemdiagnose weitgehend überein. Angesichts der Öffnung Osteuropas und der verschärften internationalen Konkurrenz halten sie stärker produktivitätsorientierte Lohnabschlüsse, die Neugründung von Unternehmen und die Verbesserung der Standortbedingungen in Deutschland und anderen EU-Ländern von entscheidender Bedeutung für die Überwindung der Arbeitslosigkeit. Eine Reform der Sozialversicherung sei in Deutschland unerläßlich: zeigen doch Modellsimulationen,
WENIG BOCK AUF NATURWISSENSCHAFTEN?
Immer mehr Schülerinnen und Schüler wählen nach der 11. Klasse die Fächer Chemie und Physik ab. Dies war für den Landesverband Brandenburg zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) Anlaß, in einer Tägung an der Universität Potsdam darüber nachzudenken, wie die naturwissenschaftlichen Fächer interessanter und lebensnaher gestaltet werden können. Entsprechend abwechslungsreiche Vorträge zur Physik, Chemie und Biologie sowie eine umfangreiche Lehrbuchausstellung von zehn Verlagen belebten die Jahrestagung, in deren Verlauf Dr. Wieland Müller vom Institut für Experimentalphysik und Physikdidakük der Mathematisch- Naturwissenschaftlichen Fakultät zum Landesvorsitzenden der MNU-Brandenburg gewählt wurde. Unser Bild zeigt den Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und Physikdidaktiker, Prof, Dr. Helmut Mikelskis, bei seinem mit Experimenten durchsetzten Vortrag auf der Tägung. Hier bläst er einen Spiegel zum Wölbspiegel auf und demonstriert dabei die Gesetzmäßigkeiten der Reflexion, indem er durch Aufblasen und Absaugen die Brennweite des variablen Hohl-Wölbspiegels stufenlos verändert. Hg./Foto: Tribukeit
daß andernfalls bis zum Jahr 2015 ein Anstieg der Beiträge zur Rentenversicherung um 10 Prozentpunkte zu erwarten ist. Die implizite Realverzinsung für nach dem Jahr 2015m Rente gehende Arbeitnehmer wird - so die Konferenzteilnehmer - bei angenommenem Wirtschaftswachstum von 2% pro Jahr nur 1% erreichen - weit weniger als der reale Kapitalmarktzins von etwa 4%. Prof. Welfens wies auf die Notwendigkeit einer Reform der Arbeitslosenversicherung hin, die stärkere Anreize zur Vermeidung des Arbeitslosigkeitsrisikos durch regional differenzierte Beitragssätze und gegebenenfalls eine Beitragsrückerstattung für Vollbeschäftigungsregionen setzen müßte. R.H.
KOOPERATION VON SCHULSPORT UND SPORTVEREIN
Möchte den konkreten Modellmaßnahmen für eine engere Zusammenarbeit von Sportvereinen und Schulen im Rahmen eines Forschungsprojektes genauer nachgehen: Prof.
Dr. Jürgen Baur.
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Die engere Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und Schulen im Bereich des Breiten- ebenso wie im Leistungssport war Thema eines Expertenseminars, das die Deutsche Sportjugend (dsj) in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft (ASuG) am Institut für Sportwissenschaft der Universität Potsdam vor kurzem durchführte. An der Tägung nahmen über 30 Fachleute teil: Neben den mit Kooperationsbeziehungen befaßten Wissenschaftlern standen die Verantwortlichen der Landessportbünde und der Sportjugenden der neuen Bundesländer, Beauftragte der Schulbehörden und die an Kooperationsmaßnahmen beteiligten Lehrer und Fünktionsträger der Sportvereine in der Diskussion. Mit der diesjährigen Potsdamer Veranstaltung wurden die seit 1992 regelmäßig durchgeführten Seminare fortgesetzt. Die Beiträge befaßten sich vor allem mit der praktischen Umsetzung der Kooperationsprogramme in den neuen Bundesländern. Auch im folgenden Jahr soll diese schon zur Tradition gewordene Tägung weitergeführt werden, betonte Bernd Dreke von der dsj.
Die Vielfalt und Spannbreite der unterschiedlichen Modellmaßnahmen in den einzelnen Bundesländern erörterten Evelyn Rudorf- Pöltz und Thomas Buttendorf vom Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württem-
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PUTZ 4/96