Heft 
(1.1.2019) 04
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MEHR AUFMERKSAMKEIT FÜR GOTTFRIED BENN

Potsdamer Germanisten betreuen Sammlung wissenschaftlich

Materialien aus der Gottfried Benn-Sammlung, hier von 1994. Links unten ein Porträt des Dichters.

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Die Sammelleidenschaften mancher Men­schen reichen von Briefmarken über Old­timer bis zu Comicheften. Das Interesse des ehemaligen Heidelberger Untemeh- mensberaters Fritz Wüllner hingegen gilt dem in der Literaturgeschichte nicht un­umstrittenen Lyriker Gottfried Benn (1886 1956). Um seine nach 1945 begonnene umfangreiche Sammlung der Öffentlich­keit zugänglich zu machen, schenkte er sie 1994 der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Dort zeichnet deren stellvertre­tender Direktor, Helmut Wittmann, dafür verantwortlich. Germanisten der Universi­tät Potsdam leisten nun einen Beitrag zur Aufarbeitung des Schaffens dieses Litera­ten. Sie übernahmen nämlich die wissen­schaftliche Erschließung der Sammlung.

Sie enthält weit über 1000 Einzelstücke wie Bnefe, Bücher, Zeitungen, Zeitschnften, Pla­kate, Gemälde und Sekundärliteratur. Ritz Wüllner legte außerdem rückwirkend bis 1912 Jahresmappen an. In ihnen sind Mate­rialien, Zeitungsartikel, Aufsätze, Rezensio­nen, selbst Kreuzworträtsel, zusammenge­tragen, die in direktem oder indirektem Be­zug zu Benn stehen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut John, Abteilung Literaturwis­senschaft im Institut für Germanistik, nah­men sich Studierende der Archivierung die­ser Mappen an. Wissenschaftlich interes­sant ist daran, daß der Dichter nicht nur in seinem Werk, sondern ebenso in verschie­denen literarischen Diskursen präsent ist. Die im Hauptfach Germanistik Studierenden Sebastian Krüger, achtes Semester, und Dirk Pilz, sechstes Semester, entwickelten ein Computerprogramm, über das Angaben zu den einzelnen Gegenständen in den Map­pen abrufbar sind. Jeder Bibliotheksnutzer hat Zugriff darauf. Sind beispielsweise Infor­mationen zur Lynk Benns zwischen 1945 und 1947 gesucht, so ist hier Auskunft zu erhal­ten. Helmut John betontdie außerordentlich eigenständige Arbeit der Studenten bei der Entwicklung dieses Programms. Sie haben die entscheidenden Vorschläge unterbrei­tet. Dirk Pilz betrachtete es als Herausforde­rung, gemeinsam mit seinem Kommilitonen, eine Systematik erstellt und sich dabei inten­siv mit dem Dichter Gottfried Benn beschäf­tigt zu haben. Der Germanistikstudent Axel Henning setzt diese Arbeit fort.Ebenso wichtig war es für uns, die Art und Weise, wie jemand ein Leben lang gesammelt hat, ken­nenzulernen, erzählt Dirk Pilz.

Um die Struktur der einzelnen Mappen nicht zu zerstören, erhielten alle Objekte entspre­chend ihrer ursprünglichen Reihenfolge eine Nummer. Nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte die Festlegung einer zweiten Rei­

henfolge. Sortiert wurde nach biographi­schen und literarischen Aspekten. Am Ende dieses Semesters soll dann auch die com­putergemäße Erfassung der 557 Bücher be­endet sein, so hofft Helmut John.

Rosemarie Spatz, die Referentin für Öffent­lichkeitsarbeit der Potsdamer Bibliothek, betont die jetzt durch die Erfassung der ein­zelnen Objekte mögliche Wirkungsbreite der Benn-Sammlung.Die Nutzungsbedin­gungen sind nun optimal. Das ist auch des­halb hervorzuheben, weil der Bestand zu diesem Dichter vorher gleich Null war. Die geschenkten Bücher fanden gleichfalls Ein­gang in das bibliothekseigene Bestands­verzeichnis.

Im Deutschen Literatur-Archiv Marbach, wo eine zweite, jedoch noch nicht archivierte

Unter diesem Logo im charakteristischen Blau kann man in Zu­kunft die UNO-Doku- mentationsstelle in der Babelsberger Uni-Bibliothek finden.

Es weist darauf hin, daß diese Einrich­tung der Universitäts­bibliothek in das inter­nationale System der UNO-Bibliotheken of­fiziell aufgenommen wurde. Für alle, die die UNO-Dokumentationsstelle noch nicht ken­nen: Hier sind alle wichtigen Dokumente, Berichte und Protokolle der Hauptorgane der Vereinten Nationen sowie ihnen zugeordne­ter Komitees, Ausschüsse und Konferenzen,

Benn-Sammlung existiert, ist man an den Potsdamer Erfahrungen interessiert und will sienachnutzen. B.E.

Aus Anlaß des 110. Geburtstages von Gott­fried Benn ist in der Galerie der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, Am Kanal 47, noch bis 30. Juni 1996 eine Ausstellung von Gottfried-Benn-Bildem der Kölner Malerin Inge Prokot zu sehen. Ihre Arbeiten faßt die Künstlerin unter dem Begriff Enzyklopädi­sche Malerei. Es handelt sich dabei um die Verwendung prototypischer Motive und Formen der Weltkunst in engem Bezug zu Ttextpassagen aus der Literatur und Philo­sophie. Die Exposition ist geöffnet: mon­tags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr und samstags von 9.00 bis 18.00 Uhr.

also der Generalversammlung, des Sicher­heitsrats, des Wirtschafts- und Sozialrats, des Sekretariats, des Treuhandschaftsrats und seit 1993 auch des Internationalen Ge­richtshofs gesammelt. Desweiteren kann der interessierte Nutzer hier alles über die aktu­elle Tätigkeit der Vereinten Nationen und die neuesten Resolutionen direkt aus New York via INTERNET erfahren. Register auf CD- ROM und Mikrofiche stehen ebenfalls zur Verfügung.

Die UNO-Dokumentationsstelle befindet sich auf dem Campus in Babelsberg- Griebmtzsee, Haus 1, Zi. 146/155. Öffnungs­zeiten: Montag bis Reitag, 9.30 bis 11.30 Uhr, und Montag bis Donnerstag, 13.00 bis 15.00 Uhr. Ansprechpartnerin: Sabine Stolz, Tfel. 977-3266 oder -3568. St.

UNO-DOKUMENTATIONS STELLE AN DER UNI

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