MEHR AUFMERKSAMKEIT FÜR GOTTFRIED BENN
Potsdamer Germanisten betreuen Sammlung wissenschaftlich
Materialien aus der Gottfried Benn-Sammlung, hier von 1994. Links unten ein Porträt des Dichters.
Foto: Fritze
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Die Sammelleidenschaften mancher Menschen reichen von Briefmarken über Oldtimer bis zu Comicheften. Das Interesse des ehemaligen Heidelberger Untemeh- mensberaters Fritz Wüllner hingegen gilt dem in der Literaturgeschichte nicht unumstrittenen Lyriker Gottfried Benn (1886— 1956). Um seine nach 1945 begonnene umfangreiche Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, schenkte er sie 1994 der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam. Dort zeichnet deren stellvertretender Direktor, Helmut Wittmann, dafür verantwortlich. Germanisten der Universität Potsdam leisten nun einen Beitrag zur Aufarbeitung des Schaffens dieses Literaten. Sie übernahmen nämlich die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung.
Sie enthält weit über 1000 Einzelstücke wie Bnefe, Bücher, Zeitungen, Zeitschnften, Plakate, Gemälde und Sekundärliteratur. Ritz Wüllner legte außerdem rückwirkend bis 1912 Jahresmappen an. In ihnen sind Materialien, Zeitungsartikel, Aufsätze, Rezensionen, selbst Kreuzworträtsel, zusammengetragen, die in direktem oder indirektem Bezug zu Benn stehen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Helmut John, Abteilung Literaturwissenschaft im Institut für Germanistik, nahmen sich Studierende der Archivierung dieser Mappen an. Wissenschaftlich interessant ist daran, daß der Dichter nicht nur in seinem Werk, sondern ebenso in verschiedenen literarischen Diskursen präsent ist.“ Die im Hauptfach Germanistik Studierenden Sebastian Krüger, achtes Semester, und Dirk Pilz, sechstes Semester, entwickelten ein Computerprogramm, über das Angaben zu den einzelnen Gegenständen in den Mappen abrufbar sind. Jeder Bibliotheksnutzer hat Zugriff darauf. Sind beispielsweise Informationen zur Lynk Benns zwischen 1945 und 1947 gesucht, so ist hier Auskunft zu erhalten. Helmut John betont „die außerordentlich eigenständige Arbeit der Studenten bei der Entwicklung dieses Programms. Sie haben die entscheidenden Vorschläge unterbreitet.“ Dirk Pilz betrachtete es als Herausforderung, gemeinsam mit seinem Kommilitonen, eine Systematik erstellt und sich dabei intensiv mit dem Dichter Gottfried Benn beschäftigt zu haben. Der Germanistikstudent Axel Henning setzt diese Arbeit fort. „Ebenso wichtig war es für uns, die Art und Weise, wie jemand ein Leben lang gesammelt hat, kennenzulernen“, erzählt Dirk Pilz.
Um die Struktur der einzelnen Mappen nicht zu zerstören, erhielten alle Objekte entsprechend ihrer ursprünglichen Reihenfolge eine Nummer. Nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgte die Festlegung einer zweiten Rei
henfolge. Sortiert wurde nach biographischen und literarischen Aspekten. Am Ende dieses Semesters soll dann auch die computergemäße Erfassung der 557 Bücher beendet sein, so hofft Helmut John.
Rosemarie Spatz, die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Potsdamer Bibliothek, betont die jetzt durch die Erfassung der einzelnen Objekte mögliche Wirkungsbreite der Benn-Sammlung. „Die Nutzungsbedingungen sind nun optimal.“ Das ist auch deshalb hervorzuheben, weil der Bestand zu diesem Dichter vorher gleich Null war. Die geschenkten Bücher fanden gleichfalls Eingang in das bibliothekseigene Bestandsverzeichnis.
Im Deutschen Literatur-Archiv Marbach, wo eine zweite, jedoch noch nicht archivierte
Unter diesem Logo im charakteristischen Blau kann man in Zukunft die UNO-Doku- mentationsstelle in der Babelsberger Uni-Bibliothek finden.
Es weist darauf hin, daß diese Einrichtung der Universitätsbibliothek in das internationale System der UNO-Bibliotheken offiziell aufgenommen wurde. Für alle, die die UNO-Dokumentationsstelle noch nicht kennen: Hier sind alle wichtigen Dokumente, Berichte und Protokolle der Hauptorgane der Vereinten Nationen sowie ihnen zugeordneter Komitees, Ausschüsse und Konferenzen,
Benn-Sammlung existiert, ist man an den Potsdamer Erfahrungen interessiert und will sie „nachnutzen“. B.E.
Aus Anlaß des 110. Geburtstages von Gottfried Benn ist in der Galerie der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam, Am Kanal 47, noch bis 30. Juni 1996 eine Ausstellung von Gottfried-Benn-Bildem der Kölner Malerin Inge Prokot zu sehen. Ihre Arbeiten faßt die Künstlerin unter dem Begriff Enzyklopädische Malerei. Es handelt sich dabei um die Verwendung prototypischer Motive und Formen der Weltkunst in engem Bezug zu Ttextpassagen aus der Literatur und Philosophie. Die Exposition ist geöffnet: montags bis freitags von 9.00 bis 20.00 Uhr und samstags von 9.00 bis 18.00 Uhr.
also der Generalversammlung, des Sicherheitsrats, des Wirtschafts- und Sozialrats, des Sekretariats, des Treuhandschaftsrats und seit 1993 auch des Internationalen Gerichtshofs gesammelt. Desweiteren kann der interessierte Nutzer hier alles über die aktuelle Tätigkeit der Vereinten Nationen und die neuesten Resolutionen direkt aus New York via INTERNET erfahren. Register auf CD- ROM und Mikrofiche stehen ebenfalls zur Verfügung.
Die UNO-Dokumentationsstelle befindet sich auf dem Campus in Babelsberg- Griebmtzsee, Haus 1, Zi. 146/155. Öffnungszeiten: Montag bis Reitag, 9.30 bis 11.30 Uhr, und Montag bis Donnerstag, 13.00 bis 15.00 Uhr. Ansprechpartnerin: Sabine Stolz, Tfel. 977-3266 oder -3568. St.
UNO-DOKUMENTATIONS STELLE AN DER UNI
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