AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 31. Sitzung am 4. April 1996 hat sich der Senat der Universität Potsdam unter anderem mit folgenden Themen beschäftigt bzw. folgende Beschlüsse gefaßt:
Das Gremium erteilte weiteren Studienordnungen und Prüfungsbestimmungen seine Zustimmung. Es sind dies: Studienordnungen und Besondere Prüfungsbestimmungen für den Diplomstudiengang Musikpädagogik, für das Fach Arbeitslehre Sekundarstufe I in Lehramtsstudiengängen, für das Nebenfach Ttechnik/Ttechnologie im Magisterstudiengang sowie für das Fach Arbeitswrssenschaft (Tfechmk) Sekundarstufe II in Lehramtsstudiengängen, des weiterer! die Studienordnung für das Studium der Lateinischen Philosophie in Magisterstudiengängen sowie des Faches Latein in Lehramtsstudiengängen, die Besonderen Prufungsbestimfiiungen für die Lehramtsstudiengänge in den Fächern Latein und Griechisch sowie der Magisterstudiengänge Lateinische bzw. Griechische Philologien. Diesmal beschlossen die Senatoren auch die Studienordnung für die erziehungswissenschaftliche Ausbildung für alle Lehrämter. Die Mitglieder des Fakultätsrates und der Senatskommission für Lehre und Studium (LSK) berieten nach der Senatssitzung am 8. Februar 1996 nochmals über diese Studienordnung und legten sie nun erneut zur Abstimmung vor.
Der Dezernent für Betriebstechnik, Bauangelegenheiten und Hausverwaltung, Dr. Volker Pohl, gab einen Überblick über den Stand der Realisierung der Baumaßnahmen im Komplex Babelsberg und benannte auftretende Probleme. So wurde der ursprünglich geplante Ausbau des Dachgeschosses als Bibliothek im Hauptgebäude, August- Bebel-Straße 89, aus Kostengründen nicht genehmigt. Als Hauptursache für den zu verzeichnenden Bauverzug nannte der Dezernent die Tätsache, daß das Hauptgebäude in der Phase des Beginns der Sanierung zum denkmalgeschützten Gebäude erklärt wurde. Es liegen also keine objektiven Versäumnisse von seiten des Landesbauamtes vor. Er bewertete die Zusammenarbeit mit dieser Institution als konstruktiv. Volker Pohl informierte darüber, daß ein Tfeil des Gebäudes Ende April 1996 abgenommen und der Rückumzug vorbereitet werden soll.
In einem weiteren Tagesordnungspunkt befaßten sich die Senatoren mit dem Projekt Uni-TV Prof. Dr. Paul J. J. Welfens, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik mit dem Schwerpunkt Internationale Wirtschaftsbeziehungen in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, unterbreitete den Vorschlag, ein solches Vorha
ben in Angriff zu nehmen. Den Hintergrund dafür bildet die Tätsache, daß in den nächsten Jahren umfangreiche Finanzmittel auf der Ebene der Europäischen Union und des Bundes zur Entwicklung der Informationsgesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Der Senat bestellte Paul Welfens als Beauftragten für das Projekt Uni-TV Ihm obliegt nun die Aufgabe, Möglichkeiten der Realisierung auf der Basis einer überwiegenden Drittmittelfinanzierung zu sondieren. Vor einer Inangriffnahme des Projektes soll dem Senat eine Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.
Als weiteres Mitglied und zugleich zum Vorsitzenden der Ethik-Kommission an der Universität Potsdam wurde Prof. Dr. Gernot Badtke, Direktor des Institutes für Sportmedizin und Prävention, bestellt sowie Prof. Dr. Georg Küpper, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozeßrecht in der Juristischen Fakultät, als stellvertretendes Mitglied für Prof. Dr. Eckart Klein, Inhaber des Lehrstuhls für Staats-, Europa- und Völkerrecht derselben Fakultät. Gemäß seiner Satzung legte das Interdisziplinäre Zentrum für Lern- und Lehrforschung seinen Jahresbericht 1995 über die Mitgliedschaft, den Haushalt und inhaltliche Aktivitäten vor.
Da das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg der von der Universität beantragten Einrichtung eines Institutes für Religionswissenschaft nicht zugestimmt hat, faßte die Philosophische Fakultät I den Beschluß, die Professur für Religionswissenschaft unmittelbar dieser Fakultät zuzuordnen. Der Senat stimmte dem zu.
Als geschäftsführender Direktor bzw. dessen Stellvertreter im Institut für Theoretische Physik und Astrophysik in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät fungieren mit Wirkung vom 1. April 1996 Prof. Dr. Wolf-Rainer Hamann, Inhaber des Lehrstuhls für Astrophysik, und Prof. Dr. Jürgen Kurths, Leiter der Max-Planck-Arbeits- gruppe „Nichtlineare Dynamik“. Prof. Dr. Holle Greil, Professorin für Humanbiologie in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät, bestellten die Senatoren als Mitglied des gemeinsamen Wahlausschusses der Universität. B.E.
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Ein gemeinsames Projekt des Amtes für Denkmalpflege und der Universität Potsdam
Hunderte von Menschen fahren und laufen tagtäglich über die Lange Brücke, um über die Havel von Potsdam nach Babelsberg (oder weiter Richtung Teltow) und umgekehrt zu gelangen. Sie folgen dabei einem der ältesten Wege in der Potsdamer Geschichte. Bereits im Jahre 1317 wird urkundlich eine Brücke in diesem Bereich der Havel erwähnt. Nachdem diese Brük- ke aus nicht bekannten Gründen unbenutzbarwar, wurden Reisende und Händler mehrere Jahrzehnte mit einer Fähre übergesetzt. Der Markgraf Friedrich von Hohenzollem (später Kurfürst Friedrich I.) verlieh der Stadt Potsdam im Jahr 1416 das Recht, wieder eine Brücke zu errichten und Brückenzoll zu erheben. Zur Sicherung dieses Havelüberganges sowie zum Abkassieren des Fährgeldes oder Brük- kenzolls war auf dem westlichen Havelufer eine Burg errichtet worden. Wann sie erbaut wurde, ist bis heute unbekannt - nicht hingegen wo.
Wer heute über den südwestlichen Tfeil des alten Marktes spaziert, wo nahe der Straße mit Kies ein Viereck im Rasen markiert ist, der befindet sich direkt über ihren noch verbliebenen Fundamenten, die wenige Meter unter seinen Füßen im Boden ruhen. Hier war - neben der älteren slawischen Besiedlung des Gebietes um die slawische Burganlage ca. 600 Meter weiter nördlich - eine der Keimzellen Potsdams. Hier wuchs etwa ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die deutsche Besiedlung, die von der slawischen Burg durch eine sumpfige Rinne getrennt war. „Über das mittelalterliche Potsdam wissen wir kaum etwas “, kommentiert Gundula Christi, Mitarbeiterin beim Amt für Denkmalpflege, den heutigen Wissensstand: „Bei den meisten Städten haben sich die Straßenverläufe aus dem Mittelalter erhalten, teilweise sind auch die Grundstücksgrenzen gleich.“ In Potsdam ist jedoch das mittelalterliche Stadtbild durch den Schloßbau und -umbau und das Anlegen einer barocken Planstadt völlig überprägt.
Gundula Christi arbeitet derzeit an dem Projekt „Geophysikalische Erkundung und Erarbeitung eines archäologischen Katasters für den Alten Markt / Standort Stadtschloß“. Ziel dieses Projektes ist es, ein Gutachten über die archäologische Substanz (also den Umfang der noch im Boden vorhandenen Informationen über Ursprünge und Entwicklung des Potsdamer Stadtkerns) zu erstellen, das Mitte Mai dem Baudezernat vorgelegt werden soll. Neben
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PUTZ 4/96