Heft 
(1.1.2019) 04
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STUDIOSI

NACHFRAGE GERINGER ALS ERWARTET

Studentische Wohnungsbörse schließt Pforten

Vor wenigen Wochen erst fanden die Einschreibungen für das laufende Sommerseme­ster an der Universität Potsdam statt. Im Vorfeld dessen erdachte sich Gregor Schliepe, Sozialreferent im Studierendenrat, eine Wohnungsbörse. Jetzt zieht er Bilanz.

Die Aktion brachte Unerwartetes zutage", so der Lehramtsstudent für Geschichte und Geographie. Gleich nach entsprechenden Aufrufen in diversen Zeitungen hätten die Potsdamer reagiert. Immerhin reiche das Angebotsspektrum von einzelnen Zimmern bis zu gut ausgestatteten Privatbungalows. Die Studenten selbst suchten jedoch insbe­sondere abgeschlossene Wohnungen für die eigene bzw. gemeinschaftliche Nutzung

dard nicht den Ansprüchen der jungen Zeit­genossen. Erfahrungen zeigten, daß sich gerade Neuankömmlinge aus den Alten Bundesländern oft schwertun, auf bislang unbekannte widrige Umstände einzugehen. Ofenheizung oder Toilette eine halbe Trep­pe tiefer finden wenig Gegenliebe", weiß der künftige Lehrer zu berichten. Die eige­nen vier Wände dagegen, mit guter Ausstat­tung, stünden nach wie vor hoch im Kurs.

Die eigenen vier Wände stehen bei den Studierenden nach wie vor hoch im Kurs. Untermiete dagegen stellt für viele von ihnen keine akzeptable Alternative dar. Foto: Tribukeit

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oder Plätze in Wohngemeinschaften. Bei­des aber sei rar. Weniger Interesse zeigen die Kommilitonen nach Aussage des Stu­dentenvertreters an der Möglichkeit der Untermiete. Die Mehrzahl aller Angebote beträfe aber genau jene Variante. Und das, obwohl die Gewoba-Satzung nur wenig Spielraum lasse. Vielmehr seien es deshalb Privateigentümer, die sich meldeten. Die Mietpreise allerdings grenzten an Wucher. Schliepe:500,- bis 600,- DM nur für ein Zimmer stellen keine Ausnahme dar. Hier müssen viele passen, obwohl zu meinem Erstaunen oftmals sogar die Bereitschaft zur Zahlung überhöhter Mieten besteht. Das Jobben nebenbei dürfte in diesen Fäl­len eine große Rolle spielen, nimmt er an. Der gegenwärtige Stand der Börse über­rascht den Initiator. Über die Hälfte der ins­gesamt 23 Angebote liege, so Schliepe, der­zeit noch auf dem Tisch. Der .Wermutstrop­fen : es sind durchweg Untervermietungs­vorschläge. Die aber entsprächen im Stan­

Immerhm wohne rund ein Drittel aller Uni- Studenten außerhalb Potsdams und pende­le täglich zur Hochschule. Die 2925 Bett­plätze des örtlichen Studentenwerks deck­ten nur einen Tfeil des tatsächlichen Bedarfs. Vor allem diejenigen jungen Leute, die nach einerunabhängigen" Behausung Aus­schau hielten, hätten es schwer. Dernor­male städtische Wohnungsmarkt bliebe ihnen weitgehend unzugänglich. Auch Oberbürgermeister Grämlich kennt das Problem. Sein Fazit während einer kürzli- chen Stadtverordnetenversammlung: ange­sichts von 4800 Anträgen auf dringende Wohnberechtigungsscheine bestünden we­nig Möglichkeiten, Studierendevorzuzie­hen". Dennoch gäbe es erste positive Zei­chen.

Die studentische Wohnungsbörse jedenfalls schließt dieser Täge - trotz der noch existie­renden Angebote. Zum Herbstsemester will sie Gregor Schliepe wieder öffnen, dann je­doch in neuer Form. PG.

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Zukunftsorientiert studieren

Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) und der Hochschul­rektorenkonferenz (HRK) warnen vor rück­läufigen Studienanfängerzahlen in den Inge­nieur- und Naturwissenschaften. Mit den m den nächsten Jahren erwarteten Absolven­tenzahlen könne die Nachfrage der Wirt­schaft nach Ingenieuren nicht gedeckt wer­den. Deshalb bestehe die Gefahr, daß nicht nur Produktion, sondern in größerem Um­fang auch Forschung und Entwicklung ins Ausland verlagert würden. Studienbewerber sollten deshalb ihre Studienwahl nicht nach kurzfristigen konjunkturellen Schwankun­gen, sondern unter längerfristigen Beschäfti­gungsperspektiven treffen. zg.

PUTZ 4/96

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