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STUDIOSI
NACHFRAGE GERINGER ALS ERWARTET
Studentische Wohnungsbörse schließt Pforten
Vor wenigen Wochen erst fanden die Einschreibungen für das laufende Sommersemester an der Universität Potsdam statt. Im Vorfeld dessen erdachte sich Gregor Schliepe, Sozialreferent im Studierendenrat, eine Wohnungsbörse. Jetzt zieht er Bilanz.
„Die Aktion brachte Unerwartetes zutage", so der Lehramtsstudent für Geschichte und Geographie. Gleich nach entsprechenden Aufrufen in diversen Zeitungen hätten die Potsdamer reagiert. Immerhin reiche das Angebotsspektrum von einzelnen Zimmern bis zu gut ausgestatteten Privatbungalows. Die Studenten selbst suchten jedoch insbesondere abgeschlossene Wohnungen für die eigene bzw. gemeinschaftliche Nutzung
dard nicht den Ansprüchen der jungen Zeitgenossen. Erfahrungen zeigten, daß sich gerade Neuankömmlinge aus den Alten Bundesländern oft schwertun, auf bislang unbekannte widrige Umstände einzugehen. „Ofenheizung oder Toilette eine halbe Treppe tiefer finden wenig Gegenliebe", weiß der künftige Lehrer zu berichten. Die eigenen vier Wände dagegen, mit guter Ausstattung, stünden nach wie vor hoch im Kurs.
Die eigenen vier Wände stehen bei den Studierenden nach wie vor hoch im Kurs. Untermiete dagegen stellt für viele von ihnen keine akzeptable Alternative dar. Foto: Tribukeit
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oder Plätze in Wohngemeinschaften. Beides aber sei rar. Weniger Interesse zeigen die Kommilitonen nach Aussage des Studentenvertreters an der Möglichkeit der Untermiete. Die Mehrzahl aller Angebote beträfe aber genau jene Variante. Und das, obwohl die Gewoba-Satzung nur wenig Spielraum lasse. Vielmehr seien es deshalb Privateigentümer, die sich meldeten. Die Mietpreise allerdings grenzten an Wucher. Schliepe: „500,- bis 600,- DM nur für ein Zimmer stellen keine Ausnahme dar. Hier müssen viele passen, obwohl zu meinem Erstaunen oftmals sogar die Bereitschaft zur Zahlung überhöhter Mieten besteht.“ Das Jobben nebenbei dürfte in diesen Fällen eine große Rolle spielen, nimmt er an. Der gegenwärtige Stand der Börse überrascht den Initiator. Über die Hälfte der insgesamt 23 Angebote liege, so Schliepe, derzeit noch auf dem Tisch. Der .Wermutstropfen“ : es sind durchweg Untervermietungsvorschläge. Die aber entsprächen im Stan
Immerhm wohne rund ein Drittel aller Uni- Studenten außerhalb Potsdams und pendele täglich zur Hochschule. Die 2925 Bettplätze des örtlichen Studentenwerks deckten nur einen Tfeil des tatsächlichen Bedarfs. Vor allem diejenigen jungen Leute, die nach einer „unabhängigen" Behausung Ausschau hielten, hätten es schwer. Der „normale“ städtische Wohnungsmarkt bliebe ihnen weitgehend unzugänglich. Auch Oberbürgermeister Grämlich kennt das Problem. Sein Fazit während einer kürzli- chen Stadtverordnetenversammlung: angesichts von 4800 Anträgen auf dringende Wohnberechtigungsscheine bestünden wenig Möglichkeiten, Studierende „vorzuziehen". Dennoch gäbe es erste positive Zeichen.
Die studentische Wohnungsbörse jedenfalls schließt dieser Täge - trotz der noch existierenden Angebote. Zum Herbstsemester will sie Gregor Schliepe wieder öffnen, dann jedoch in neuer Form. PG.
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Vertreter des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) warnen vor rückläufigen Studienanfängerzahlen in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Mit den m den nächsten Jahren erwarteten Absolventenzahlen könne die Nachfrage der Wirtschaft nach Ingenieuren nicht gedeckt werden. Deshalb bestehe die Gefahr, daß nicht nur Produktion, sondern in größerem Umfang auch Forschung und Entwicklung ins Ausland verlagert würden. Studienbewerber sollten deshalb ihre Studienwahl nicht nach kurzfristigen konjunkturellen Schwankungen, sondern unter längerfristigen Beschäftigungsperspektiven treffen. zg.
PUTZ 4/96
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