VERBINDUNG PERFEKT DIE RECHTSPOLITIK DER 68ER-BEWEGUNG
In 16 Minuten von Gibt es Parallelen der studentischen Proteste damals und heute?
Griebnitzsee nach Golm
Die Signale für eine bessere verkehrstechnische Anbindung des dritten großen Potsdamer Universitätskomplexes stehen auf Grün. Nachdem bereits seit dem 17. Dezember vergangenen Jahres der „Studen- ten-Shuttle" von Golm über Wildpark nach Potsdam-Stadt im Einstundentakt verkehrt, erfolgt jetzt der Anschluß des stark frequentierten Hochschulteils am Bahnhof Griebnitzsee. Der Startschuß dazu fällt mit dem Fahrplanwechsel am 2. Juni 1996. Bis zu jenem Zeitpunkt sind laut Auskunft der Deutschen Bahn-AG alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um einen reibungslosen Betrieb zu sichern.
Die Studenten der Alma mater, die am Jäg darauf gemeinsam mit Politikern, Verkehrsexperten, Uni-Mitarbeitern und weiteren Gästen das Ereignis feiern wollen, haben auf diesen lüg lange gewartet. Für sie ist die Anbindung unabdingbar. Der Grund: weite Entfernungen zwischen den Standorten Babelsberg, Golm und Am Neuen Fälais erschweren den Besuch zeitlich eng beieinanderhegender Lehrveranstaltungen im jeweils anderen Komplex.
Voraussetzung für den Halt des „Studentenexpresses" war die Fertigstellung des Südtunnels. Der Bau der Unterführung lag in der Verantwortung der Stadt Potsdam, durchgeführt wurde das Projekt unter eisenbahntechnischen Gesichtspunkten von der Deutschen Bahn-AG. Widrige Witterungsverhältnisse und chronische Geldknappheit verzögerten in der Vergangenheit mehrfach die Beendigung des Vorhabens. Aufgabe des Tiefbauamtes Potsdam ist es nun noch, den problemlosen Zugang zu Bahnsteig und TUnnel zu gewährleisten. Klärungsbedarf besteht des weiteren langfristig hinsichtlich der öffentlichen Erschließung des Südausganges. Erwartet wird an dieser Stelle möglicherweise ein starkes PKW-Aufkommen, das zu Belastungen der Universität Potsdam führen könnte. Eine Einigung über die erforderliche Straßen- und Busnetzanbindung steht ebenfalls noch aus. EG.
Vor einigen Wochen veranstaltete die Universität Potsdam gemeinsam mit der Christian - Albrechts-Universität Kiel in Sehlendorf an der Ostsee ein rechtshistorisches Seminar zum Thema Rechtspolitik der 68er-Bewegung. Organisiert und geleitet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Jörn Eckert (Potsdam) und Prof. Dr. Hans Hattenhauer (Kiel). Oftmals werden mit der 68er-Bewegung vor allem studentische Proteste verbunden. Heute wird anläßlich von Studentendemonstrationen bezüglich der aktuellen BAföG- Diskussionen oder der Berliner Spardemos ein Wiederaufleben dieser Zeit befürchtet oder erhofft. Doch was verbarg sich wirklich hinter dieser 68er-Bewegung?
Studentenproteste 1968: Was steckte dahinter - und was bewirkten sie?
Abb.: Archiv
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Die „historische Studentenbewegung“ griff Mitte der sechziger Jahre von den USA auf europäische Uni- v e r s i t ä t e n über. Während sich der Protest in den USA vor allem gegen den Krieg in Vietnam und die Diskriminierung von Afro- Amerikanern richtete, entzündete sich die Studentenbewegung in Deutschland erstmals an der Berliner Freien Universität. Gegenstand der Proteste waren zunächst die verkrusteten Hochschulverhältnisse.
Im Jahr 1966 stürzte Ludwig Erhards Regierung über die in der wirtschaftlichen Rezession entstandene Haushaltskrise, die nur durch die Bildung einer Großen Koalition gelöst werden konnte. Mit dem Vorwurf, der Bundestag, in dem nunmehr über 90% der Abgeordneten zu den Regierungsparteien zählten, stelle kein effektives Diskussionsforum mehr dar, erweiterte sich der Protest der Studenten zur sogenannten Außerparlamentarischen Opposition (ApO). Mit den Protesten kam ein neues Lebensgefühl auf, das vor allem von marxistisch-leninistischem Gedankengut getragen war und sich gegen jegliche Autoritäten in Schule, Elternhaus, Gesellschaft und Staat sowie gegen dikta
torische Staatsformen in der Welt richtete. Als 1967 bei einer Demonstration in West- Berlin der Student Benno Ohnesorg durch eine Polizeikugel getötet wurde, eskalierte die Protestbewegung und erfaßte nun nahezu alle Universitätsstädte. Störungen von Universitätsveranstaltungen und Blockaden des Straßenverkehrs durch sogenannte sit- ins häuften sich.
Nach einem Attentat auf Studentenführer Rudi Dutschke am 11. April 1968 auf dem Berliner Kurfürstendamm kam es in mehreren Universitätsstädten erneut zu Demonstrationen und Aktionen gegen Zeitungsbetriebe des Springer-Konzerns, der für die Manipulation weiter Bevölkerungsschichten verantwortlich gemacht wurde. Weitere Großdemonstrationen fanden anläßlich der am 30. Mai 1968 verabschiedeten Notstandsverfassung statt. Mit Ausnahme eim-
Griebnitzsee - Potsdam (Stadt) - Wildpark - Golm - Nauen
Reqionalbahn
aSa.
MF
aSa
aSa.
aSa
aSa
Griebnitzsee
5.38
6.38
7 38
8 48
9.38
10.42
1 1.38
12.42
13.38
14 42
15.38
Potsdam (Stadt)
543
5.55
643
7.43
8.52
9.43
10 46
11.43
12.46
13.43
14 46
15 43
Charlottenhof
5.46
1
6.46
7.46
8.55
9.46
10.49
11.46
12.49
13.46
14 49
15.46
Wildpark
5.49
l
6.49
7.49
8.58
9.49
10 52
1 1.49
12.52
13.49
14 52
15.49
Golm
5.54
6.03
6.54
7.54
9.02
9.54
10 56
1 1.54
12.56
13.54
14 56
15.54
Nauen
6.23
7.23
8.23
10.22
12.22
14.23
16.22
Regionalbahn
aSa.
aSa.
aSa
Regionalexpress
MF
MF
aSa.
aSa.
Gnebmt 2 see
16.38
17.38
18.42
19.38
20.42
2138
22.42
Potsdam (Stadt)
8.26
12.26
16.26
20.29
Potsdam (Stadt)
1643
17.43
18.46
19.43
20.46
2143
22.51
Charlottenhof
Charlottcnhof
16.46
17.46
18.49
19.46
20.49
21.46
22.54
Wildpark
8.39
12.39
16.39
20.39
Wildpark
1649
17.49
18.52
19.49
20.52
2149
22.57
Golm
8.45
12.45
16.45
20.45
Golm
16.54
17.54
18.56
19.54
20.56
21.56
23.01
Rathenow
9.45
13.45
17.45
21.39
Nauen
17.22
18.22
20.22
22.24
Stendal
10.14
14.14
18.14
22.08
DB
, 2 2 C/o m
3 3
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3 % P oo
ger kleiner Gruppen, die mitunter in den Tferrorismus abglitten, verebbte die Studentenbewegung gegen Ende des Jahres 1969. Die studentischen Proteste blieben nicht ohne Auswirkungen auf politische Kultur und Rechtspolitik in der Bundesrepublik. Es ist allerdings schwierig, die eine oder andere Änderung in der deutschen Rechtspolitik eindeutig und ausschließlich der 68er-Bewe- gung zuzuordnen. Vielmehr griff die Bewegung vieles auf, was vorher schon diskutiert wurde. Schwierig ist es auch, Auswirkungen
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