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(1.1.2019) 04
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Der Hörsaal verwandelte sich in einen Gerichtssaal. Auch an der Universität Potsdam sammeln Jura- Studierende bei Moot Courts, simulierten Gerichtsverhandlungen, Erfahrungen für ihren späteren Beruf. Foto: Fritze

ANWALTSSCHRIFTEN UND PLÄDOYERS

Potsdamerin bei deutscher Moot-Court-Vorausscheidung auf Platz 5

Zum zweiten Mal beteiligten sich vier Jura- Studierende der Um Potsdam an dem seit Jahrzehnten international ausgetragenen Völkerrechtswettbewerb derPhilip C. Jessup International Law Moot Court Com- petition". Ulrike Schwarz, Ilka Schießler, Juliane Grauhan und Jens Baldtschun rei­sten deshalb nach Heidelberg, wo das Max-Planck-Institut für ausländisches öf­fentliches Recht und Völkerrecht den dies­jährigen Wettbewerb ausrichtete. Wie be­reits im vergangenen Jahr hatten die Teil­nehmerinnen und Tfeilnehmer an zwei eng- lischsprachigen Anwaltsschriftsätzen zu einem völkerrechtlichen Fall gearbeitet und ihre mündlichen, ebenfalls englischspra- chigen Plädoyers vorbereitet.

In Heidelberg trafen sich sieben Tfeams aus ganz Deutschland zur deutschen Voraus­scheidung, denn nur der Sieger fährt in die USA zur Endrunde - dieses Mal das Tfeam aus Kiel. Die Potsdamer errangen mit dem

fünften Platz in der Rednerrangliste für Ul­rike Schwarz eine hervorragende Wertung. Die Richterbank war hochkarätig besetzt: Neben Sir Arthur Watts, einem der renom­miertesten Völkerrechtler aus Großbritanni­en, der den Vorsitz übernahm, wirkten Prof. Thirlway, der ehemalige Kanzler des Inter­nationalen Gerichtshofs in Den Haag, und Gregory Fox, Gastprofessor aus Washing­ton, in der Jury mit. Die Tfeilnehmer hatten also die seltene Gelegenheit, ihr Können unter authentischen Bedingungen zu zei­gen.

Interessenten für den im September 1996 beginnenden dritten Anlauf können sich übrigens noch mit Prof. Dr. Eckart Hein, Tfel. 977-3516, oder mit Irene Schlünder, Tfel, 977- 3298, in Verbindung setzen. Voraussetzung für die Bewerbung sind englische Sprach- kenntnisse, Interesse für das Völkerrecht, Einsatzbereitschaft und Teamgeist.

Irene Schlünder

DIE ABSOLVENTINNEN ÜBERWIEGEN

Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg mitteilt, legten im Land Brandenburg im Prüfungsjahr 1995 (Wintersemester 1994/95 und Sommerse­mester 1995) 2.543 Studierende vor den Prüfungsämtern der Hochschulen und den drei externen Prüfungsämtern ihre Ab­schlußprüfungen erfolgreich ab. Mehr als die Hälfte davon, immerhin 57,3 Prozent der Abschlußprüfungen, wurden von Frauen gemeistert. Damit sind in Brandenburg mit fortschreitendem Strukturwandel der Hoch­schulen zunehmende Zahlen von Hoch­schulabsolventen mit bestandener Ab­schlußprüfung zu beobachten. Während es 1993 noch 683 Absolventen mit bestande­nen Hochschulabschlüssen gab, stieg de­ren Anzahl im Jahr 1995 nun um mehr als das Dreifache.

Die Fakten im Detail: 1.070 Studierende bewältigten 1995 die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt. 619 von ihnen erreichten dies nach einem Ergänzungs- oder Erwei­terungsstudium. Ganze 202 Abschlußprü­fungen führten zum Ersten Staatsexamen für Juristen. Annähernd genausoviel, näm­lich 200 Examen, hatten das Universitäts­diplom bzw. den Magisterabschluß zur Fol­ge. Insgesamt 25 Personen erhielten den Doktortitel. An der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg erlang­ten gleichfalls 25 junge Leute das Kunst­hochschuldiplom. Einen Fachhochschul­studiengang beendeten 976 jetzige Akade­miker mit dem Diplom (FH). In deren Rei­hen befanden sich auch 460 Absolventen, die gleichzeitig die staatliche Laufbahn­prüfung an einer der Verwaltungsfachhoch­schulen bestanden.

MOBILITÄT BEGINNT IM KOPF

Internationalität ist zuallererst eine geistige Haltung, eine Lebensform und damit ein Charaktermerkmal derjenigen, die in und für Wissenschaft stehen. Praktiziert und er­worben wird sie jedoch von den wenigsten Studierenden, denn nur 7% von den derzeit rund 1,7 Millionen an deutschen Hochschu­len und Universitäten eingeschriebenen deutschen Studenten verbringen, statistisch gesehen, im Laufe ihres Studiums einmal einige Zeit an einer ausländischen Hoch­schule. Und die meisten von ihnen machen von der akademischen Mobilität lediglich innerhalb der Grenzen Europas Gebrauch. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat der Deut­sche Akademische Austauschdienst (DAAD) als zentrale Organisation für die Förderung der internationalen Zusammenarbeit im

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Hochschulbereich nun sein breitgefächertes Angebot an Stipen­dien für Studieren­de aller Fachrich­tungen in dem so­eben erschienenen Auslandsstipendi­enführerStudium,

Forschung, Lehre im Ausland. Förderungs­möglichkeiten für Deutsche 1997/98" aufge­listet. Der Band ist beim Akademischen Aus­landsamt (AAA) der Universität Potsdam, 7km Neuen Palais, Haus 06, Zimmer 101 bis 105, erhältlich. Das AAA ist auch für die An­tragstellung zuständig. Zudem informiert und berät es die Bewerber/innen vor ihrer Antragstellung. pm.

Großen Anteil an den derart zahlreichen positiven Studienabschlüssen besitzt natur­gemäß die Universität Potsdam. Als größ­te Alma mater des Landes Brandenburg kann sie in der Zwischenzeit auf beachtli­che Erfolge verweisen. Statistische /Inga­ben aus dem hiesigen zuständigen Dezer­nat für Planung, Statistik, Datenverarbei­tung in der Verwaltung und Forschungs­förderung zum erwähnten Prüfungsjahr 1995 belegen dies. Demnach wurden hier 202 Staatsexamens-, 46 Diplom-, 12 Magi­ster- und 1.028 Lehramtsabschlüsse voll­bracht. Für über 40 Absolventen erteilte die Hochschule Zertifikate, die einen abge­schlossenen Studiengang bestätigten. An der Einrichtung selbst erfolgten 23 Promo­tionen. Damit kam es im angegebenen Zeit­raum zu 1.356 studienabschließenden Prü­fungen. /Absolviert haben sie mehr Frauen als Männer. Ihr Anteil betrug 68,4 Prozent.

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PUTZ 4/96