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Der Hörsaal verwandelte sich in einen Gerichtssaal. Auch an der Universität Potsdam sammeln Jura- Studierende bei Moot Courts, simulierten Gerichtsverhandlungen, Erfahrungen für ihren späteren Beruf. Foto: Fritze
ANWALTSSCHRIFTEN UND PLÄDOYERS
Potsdamerin bei deutscher Moot-Court-Vorausscheidung auf Platz 5
Zum zweiten Mal beteiligten sich vier Jura- Studierende der Um Potsdam an dem seit Jahrzehnten international ausgetragenen Völkerrechtswettbewerb der „Philip C. Jessup International Law Moot Court Com- petition". Ulrike Schwarz, Ilka Schießler, Juliane Grauhan und Jens Baldtschun reisten deshalb nach Heidelberg, wo das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht den diesjährigen Wettbewerb ausrichtete. Wie bereits im vergangenen Jahr hatten die Teilnehmerinnen und Tfeilnehmer an zwei eng- lischsprachigen Anwaltsschriftsätzen zu einem völkerrechtlichen Fall gearbeitet und ihre mündlichen, ebenfalls englischspra- chigen Plädoyers vorbereitet.
In Heidelberg trafen sich sieben Tfeams aus ganz Deutschland zur deutschen Vorausscheidung, denn nur der Sieger fährt in die USA zur Endrunde - dieses Mal das Tfeam aus Kiel. Die Potsdamer errangen mit dem
fünften Platz in der Rednerrangliste für Ulrike Schwarz eine hervorragende Wertung. Die Richterbank war hochkarätig besetzt: Neben Sir Arthur Watts, einem der renommiertesten Völkerrechtler aus Großbritannien, der den Vorsitz übernahm, wirkten Prof. Thirlway, der ehemalige Kanzler des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, und Gregory Fox, Gastprofessor aus Washington, in der Jury mit. Die Tfeilnehmer hatten also die seltene Gelegenheit, ihr Können unter authentischen Bedingungen zu zeigen.
Interessenten für den im September 1996 beginnenden dritten Anlauf können sich übrigens noch mit Prof. Dr. Eckart Hein, Tfel. 977-3516, oder mit Irene Schlünder, Tfel, 977- 3298, in Verbindung setzen. Voraussetzung für die Bewerbung sind englische Sprach- kenntnisse, Interesse für das Völkerrecht, Einsatzbereitschaft und Teamgeist.
Irene Schlünder
DIE ABSOLVENTINNEN ÜBERWIEGEN
Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg mitteilt, legten im Land Brandenburg im Prüfungsjahr 1995 (Wintersemester 1994/95 und Sommersemester 1995) 2.543 Studierende vor den Prüfungsämtern der Hochschulen und den drei externen Prüfungsämtern ihre Abschlußprüfungen erfolgreich ab. Mehr als die Hälfte davon, immerhin 57,3 Prozent der Abschlußprüfungen, wurden von Frauen gemeistert. Damit sind in Brandenburg mit fortschreitendem Strukturwandel der Hochschulen zunehmende Zahlen von Hochschulabsolventen mit bestandener Abschlußprüfung zu beobachten. Während es 1993 noch 683 Absolventen mit bestandenen Hochschulabschlüssen gab, stieg deren Anzahl im Jahr 1995 nun um mehr als das Dreifache.
Die Fakten im Detail: 1.070 Studierende bewältigten 1995 die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt. 619 von ihnen erreichten dies nach einem Ergänzungs- oder Erweiterungsstudium. Ganze 202 Abschlußprüfungen führten zum Ersten Staatsexamen für Juristen. Annähernd genausoviel, nämlich 200 Examen, hatten das Universitätsdiplom bzw. den Magisterabschluß zur Folge. Insgesamt 25 Personen erhielten den Doktortitel. An der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg erlangten gleichfalls 25 junge Leute das Kunsthochschuldiplom. Einen Fachhochschulstudiengang beendeten 976 jetzige Akademiker mit dem Diplom (FH). In deren Reihen befanden sich auch 460 Absolventen, die gleichzeitig die staatliche Laufbahnprüfung an einer der Verwaltungsfachhochschulen bestanden.
MOBILITÄT BEGINNT IM KOPF
Internationalität ist zuallererst eine geistige Haltung, eine Lebensform und damit ein Charaktermerkmal derjenigen, die in und für Wissenschaft stehen. Praktiziert und erworben wird sie jedoch von den wenigsten Studierenden, denn nur 7% von den derzeit rund 1,7 Millionen an deutschen Hochschulen und Universitäten eingeschriebenen deutschen Studenten verbringen, statistisch gesehen, im Laufe ihres Studiums einmal einige Zeit an einer ausländischen Hochschule. Und die meisten von ihnen machen von der akademischen Mobilität lediglich innerhalb der Grenzen Europas Gebrauch. Um dem Abhilfe zu schaffen, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) als zentrale Organisation für die Förderung der internationalen Zusammenarbeit im
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Hochschulbereich nun sein breitgefächertes Angebot an Stipendien für Studierende aller Fachrichtungen in dem soeben erschienenen Auslandsstipendienführer „Studium,
Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche 1997/98" aufgelistet. Der Band ist beim Akademischen Auslandsamt (AAA) der Universität Potsdam, 7km Neuen Palais, Haus 06, Zimmer 101 bis 105, erhältlich. Das AAA ist auch für die Antragstellung zuständig. Zudem informiert und berät es die Bewerber/innen vor ihrer Antragstellung. pm.
Großen Anteil an den derart zahlreichen positiven Studienabschlüssen besitzt naturgemäß die Universität Potsdam. Als größte Alma mater des Landes Brandenburg kann sie in der Zwischenzeit auf beachtliche Erfolge verweisen. Statistische /Ingaben aus dem hiesigen zuständigen Dezernat für Planung, Statistik, Datenverarbeitung in der Verwaltung und Forschungsförderung zum erwähnten Prüfungsjahr 1995 belegen dies. Demnach wurden hier 202 Staatsexamens-, 46 Diplom-, 12 Magister- und 1.028 Lehramtsabschlüsse vollbracht. Für über 40 Absolventen erteilte die Hochschule Zertifikate, die einen abgeschlossenen Studiengang bestätigten. An der Einrichtung selbst erfolgten 23 Promotionen. Damit kam es im angegebenen Zeitraum zu 1.356 studienabschließenden Prüfungen. /Absolviert haben sie mehr Frauen als Männer. Ihr Anteil betrug 68,4 Prozent.
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PUTZ 4/96