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(1.1.2019) 04
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STUDIOSI

POTSDAMER STUDIS PROBTEN LEBEN UND ARBEITEN IN FRANKREICH

Evry, ein Vorort von Paris, war kürzlich das Ziel von neun Studentinnen und Studenten der Sozialwissenschaften an der Uni Potsdam. Begleitet von der Diplom-Sozial- wissenschaftlerin Birgit Schäfer und der stellvertretenden Leiterin der Zentralen Ein­richtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation, Dr. Antje Zapf, nahmen sie an einem zweiwöchigen binationalen Sprachkurs teil. Die Reise wurde vom Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung organisiert. Verantwortlich für Finan­zierung und Durchführung war das Deutsch-Rranzösische Jugendwerk.

Bereits im September 1994 organisierte der Lehrstuhl für Methoden der empirischen Sozialforschung ein einwöchiges deutsch­französisches Studienseminar, zu dem So­ziologie-Studenten der Universität Evry nach Potsdam kamen. Im Gegenzug fuhren im März 1995 Potsdamer Soziologie-Stu­denten für eine Woche zu einem deutsch­französischen Studienseminar nach Evry. Im Oktober 1995 erfolgte ein weiterer ein­wöchiger Besuch von französischen Studie­renden in Potsdam. Diese Studienseminare dienten als erste Informations- und Kontakt­programme, die die deutschen und franzö­sischen Teilnehmer anregen sollten, sich intensiver mit den Problemen internationa­len Zusammenlebens zu beschäftigen. Nach diesen verheißungsvollen Treffen soll­ten nun die deutsch-französischen Kontakte durch einen zweiwöchigen binationalen Sprachkurs in Evry erweitert werden. Der binationale Sprachkurs gliedert sich in zwei Tteile: TM I (Evry) - TM II (Potsdam). Spezi­fische Inhalte und Methoden des Kurses werden durch das Deutsch-Französische Jugendwerk von Fachleuten des Austauschs und Sprachdidaktikern festgelegt.

Nach einer etwa zwölfstündigen Zugfahrt trafen die Tteilnehmer ziemlich erschöpft in Paris ein, wo sie von den bereits bekannten französischen Soziologie-Studenten herz­lich empfangen wurden. Doch der Täg soll­te noch nicht zu Ende sein! Die Franzosen hatten sich dazu entschlossen, sie noch mit einer rund einstündigen sightseemg-tour durch Paris zu beglücken. An schließend bekamen sie die günstige Gelegenheit, die französischen Kochkenntnisse einer Stu­dentin, die eigens für die Gäste Gäste ge­kocht hatte, zu testen.

Wie auf Brennesseln saßen die Potsdamer dann am erstenArbeitstag" auf ihren Stüh­len und rutschten mit großer Ungeduld und gemischten Gefühlen auf den Sitzen hin und her. An diesem ersten Täg wurden sie auf eine lange Geduldsprobe gestellt - kam doch die Sprachlehrern erst am Nachmit­tag. Dann allerdings lief alles wie geplant. Um sich intensiv mit der Partnersprache zu beschäftigen, bekamen die Studierenden die Aufgabe gestellt, kleine Umfragen zu den Themen:Rockd",Streik undImmi­gration" durchzuführen. Dazu wurden drei Gruppen gebildet, die sich jeweils zurHälf­

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te aus deutschen und französischen Studie­renden zusammensetzten. Diese ersten For­schungsarbeiten werden im September 1996 in Potsdam - binationaler Sprachkurs Tteil II - fortgeführt.

Trotz des binationalen Sprachkurses, der die meiste Zeit des Täges in Anspruch nahm, blieb noch Zeit für den einen oder anderen ausgedehnten Spaziergang an der Seine oder den Champs-Elysees bzw. für das Pa­riser Nachtleben. Alles in allem fuhren die neun Studentinnen und Studenten mit ihren Begleitennnen hochzufrieden nach Potsdam zurück. Wer Interesse an künftigen Aus­tauschprogrammen hat, wendet sich an Bir­git Schäfer (Lehrstuhl für Methoden der em­pirischen Sozialforschung). B.S.

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Haushaltslage katastrophal"

Eine Umfrage der Hochschulrektorenkon­ferenz (HRK) ergab eineteilweise katastro­phal verschlechterte Haushaltssituation der Hochschulen. Danach stellen sich fast alle Länder der Finanzverantwortung für ihre Hochschulen zunehmend ungenügend und unberechenbar. Seit 1994 werden die Vor­jahresansätze für laufende Mittel ohne Be­rücksichtigung der Preis- und Tänfentwick- lungen fortgeschrieben. Jedoch ist die Ge­staltung der Haushaltspläne wenig aussage­kräftig, weil Restriktionen vor allem durch weitreichende Maßnahmen des Haushalts­vollzugs herbeigeführt werden.

In allen Ländern sind weitreichende Stellen­besetzungssperren von mindestens einem halben Jahr bis zu 42 Monaten (Berlin) wirk­sam. Außerdem wurden umfangreiche glo­bale Minderausgaben verlängert oder neu verfügt. Im Land Berlin wurden pauschale Minderausgaben von ca. 185 Mio. DM ver­anschlagt und zusätzliche Einsparforde­rungen bis 234 Mio. DM bekannt, die die FVage nach der Finanzierung der Studien­platzzielzahl und dem Erhalt aller Hochschu­len in Berlin aufwerfen. Die tiefgreifenden Maßnahmen des Haushaltsvollzugs, die viel­fach zu Einschnitten in die Struktur einzelner Hochschulen führen, wurden in der Mehr­zahl der Fälle vor Erlaß nicht mit den Hoch­schulen abgesprochen. pm.

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Neues Förderprogramm

DasStanding Committee for the Social Sciences derEuropean Science Founda­tion hat ein neues Programm eingerichtet, um die Entwicklung von sozialwissenschaft- lichen Forschungsaktivitäten auf europäi­scher Ebene zu fördern. Es wendet sich an sozialwissenschaftliche Arbeitsgruppen an Universitäten und Forschungseinrichtungen. Es soll dazu beitragen, europäische For­schungskontakte aufzubauen und zu vertie­fen. Dabei muß die transnationale Koordina­tion der Forschungsaktivitäten gewährleistet sein. Anträge sollen vor allem zu folgenden Themenbereichen eingereicht werden: Employment and Social Security Systems, Social, Economic and Political Implications of the Development of Digital Ttechnology and Informal Economy Crime and Social Or­der. Es können auch Anträge zu anderen Ge­bieten gestellt werden. Sie müssen bis zum 31. Mai 1996 eingehen, sollen nicht mehr als sechs bis zehn Seiten umfassen und in eng­lischer Sprache abgefaßt sein.

Weitere Informationen bei der European Science Foundation, Exploratory Grant Scheme in the Social Sciences, 1 quai, Lezay-Marnesia, 67080 Strasbourg Cedex, Fhance, Ttel. (+33)88 76 71 31, Fax (+33)88 37 05 32, E-mail: scss@esf.org, WWW Home Rage: http://www.esf.org. dfg

Anträge für LIFE einreichen

Geht es nach der EU-Kommission, erfährt das Finanzierungsinstrument für die Um­weltpolitik der EU, LIFE, eine Fortsetzung. Das Förderprogramm LIFE II unterstützt länderübergreifende Projekte mit innovati­vem Charakter. In Frage kommen Demon- strations-, Aufklärungsvorhaben, Projekte, die Anreize zur Nachahmung vermitteln sol­len sowie technische Hilfsmaßnahmen. Bis zum 15. Juli können Anträge bei der Europäi­schen Kommission für die drei Tteilbereiche eingereicht werden: LIFE-Natur (Vorhaben zum Schutz von Naturschutzgebieten bzw. Flora und Fauna im Rahmen der Habitat­richtlinie und der Vögelschutzrichtlinie), LIFE-Umwelt (Vorhaben in den Bereichen der industriellen technischen Entwicklung und der Durchführung der Umweltpolitik mit Demonstrationscharakter) und LIFE-Dritt­länder (Zusammenarbeit von Umweltverwal­tungen und Demonstrationsvorhaben für eine nachhaltige Entwicklung mit den asso­ziierten Staaten in Mittel- und Osteuropa, den baltischen Republiken und den Staaten im Mittelmeerraum). Informationsbroschü­ren über die Vorhaben können angefordert werden bei den Ministerien für Umwelt der LänderfürLIFE-Umwelt" (Frist: 14. Juni '96) und den Delegationen der Europäischen Union in den jeweiligen Staaten fürLIFE- Drittländer" (Frist: 30. Juni96). eu

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