Topologie der p-adischen Zahlkörper in Sprachen mit Mächtigkeitsquantoren“. Als Assistent bzw. Oberassistent arbeitete er dann an der Berliner Hochschule. 1977 habilitierte er sich an gleicher Einrichtung zum Thema „Entscheidbarkeit der Theorie der Booleschen Algebren in Sprachen mit Mächtigkeitsquantoren". Von 1981 bis 1985 leitete Martin Weese die Themengruppe „Boolesche Algebren". Seit Mitte der 70er Jahre ist der Wissenschaftler in der Mathematischen Schülergesellschaft tätig, seit 1980 Mitherausgeber der „Zeitschrift für Mathematische Logik und Grundlagen der Mathematik“ und seit 1993 der Nachfolgezeitschnft „Mathe- matical Logic Quarterly". Im Ffühjahr 1994 wurde er in den Vorstand der „Deutschen Vereinigung für Mathematische Logik und Grundlagenforschung“ gewählt. Die in enger Verbindung zur Praxis gewonnenen Forschungsergebnisse publizierte der Mathematiker in einer Reihe von Veröffentlichungen. Zu den Forschungsschwerpunkten des Wissenschaftlers gehören Unabhängigkeitsprobleme in der Mengenlehre sowie Untersuchungen zur Struktur der Booleschen Algebren. Des weiteren will er die Zusammenarbeit mit den Berliner Universitäten auf dem Gebiet der Logik fortführen.
TRAUER UM WERNER KÜHNAPFEL
Am 16. Januar 1996 ist Werner Kühnapfel durch einen tragischen Unglücksfall ums Leben gekommen. Er war seit fast 20 Jahren Betriebshandwerker und Hausmeister der Ökologischen Station Gülpe. Für alle, die in dieser Außenstelle der Universität arbeiten oder sie besuchten, war Werner Kühnapfel ein hoch geschätzter Mitarbeiter. Durch Umsicht und großes handwerkliches Geschick hat er über einen langen Zeitraum wesentlich zur Erhaltung, baulichen Instandsetzung und Verschönerung dieses einmaligen Feldlaboratormms an der Unteren Havel beigetragen.
Werner Kühnapfel war ein aufmerksamer Beobachter und Kenner der Natur. In den Wintermonaten stellte er mit der ihm eigenen Perfektion Tierpräparate her, die die praxisbezogene Ausbildung der Studenten bereichern. Bei wissenschaftlichen Freiland- expenmenten war er mit seinen vielseitigen technischen Tälenten stets ein hilfsbereiter und zuverlässiger Kollege. Vielen Doktoranden und Kollegen war Werner Kühnapfel ein treuer Weggefährte und manchen freundschaftlich verbunden. Wir verlieren in ihm einen pflichtbewußten Mitarbeiter und werden sein Andenken in Ehren halten.
Prof. Dr. Joachim Pötsch, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Ökologie und Naturschutz und Leiter der Ökologischen Station Gülpe
PROMOTIONEN
Dr.rer.nat.
Jörg Becker mit der Arbeit: „Geographie in der Postmoderne? Zur Kritik postmodernen Denkens in Stadtforschung und Anthropogeographie“ (22.03.1996) Christoph Dorschfeldt mit der Arbeit: „An Algebra of Mellin Pseudo-Differential Operators near Corner Singularities"
(21.02.1996)
Nora Eckermann mit der Arbeit: „Biochemische Charakterisierung von Gewebekulturstämmen unterschiedlicher Photosynthese- und Morphogenesekapazität aus Beta vulgaris L."
(14.03.1996)
Fhlk Mehdorn mit der Arbeit: „Plasmagestützte Erzeugung dünner ionischer Schichten“ (19.03.1996)
Jochen Wollermit der Arbeit: „Synthesen und Reaktionen von Cycloalkylidenma- lonsäurederivaten“ (28.02.1996)
Dr. iur.
Ulrich Bernhardt mit der Arbeit: „Die deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft 'Walter Ulbricht’ 1948-1971“ (03.04.1996)
Sabine Görgen mit der Arbeit: „Die Verkehrsbezeichnung von Lebensmitteln im Europäischen Binnenmarkt“
(03.04.1996) .
Akademie-Preis für Wolfgang Kunz
Dr. Wolfgang Kunz, Mitarbeiter der Max-Planck-Ar- beitsgruppe Fehlertolerantes Rechnen an der Universität Potsdam, ist mit dem Preis der Berlin-Brandenbur- gischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung, ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 15.000,- DM dotiert. Zusammen mit drei weiteren Preisen wurde er von der 1993 gegründeten Akademie an junge Forscherinnen und Forscher, die sich durch ihre wissenschaftlichen Leistungen besonders ausgezeichnet haben, erstmalig vergeben. Dabei gab es zwar keine Altersbegrenzung, die Preisträger werden aber, gemessen an ihren wissenschaftlichen Ergebnissen, als jung angesehen.
Die von Dr. Kunz durchgeführten Arbeiten sind auch in den USA auf großes Interesse gestoßen. Er ist deshalb ebenfalls mit dem Reis derlEEE Circuits and Systems Society
[Foto: pnv&t
für die beste Veröffentlichung in der Fachzeitschrift IEEE Uransactions on Computer Aded Design ausgezeichnet worden.
Dr. Kunz, der 1964 in Saarbrücken geboren wurde und sich derzeit an der Universität Potsdam habilitiert, beschäftigt sich mit Verfahren, die den Entwurf hochintegrierter elektronischer Schaltungen automatisieren. Dabei hat er grundlegend neue Konzepte entworfen, die zu völlig neuen Methoden geführt haben. So wurde denn auch eines dieser Softwareverfahren, das unter dem Namen „Rekursives Lernen“ bekannt geworden ist, von der International löst Conference zu den wesentlichsten Arbeiten auf diesem Gebiet in den letzten 25 Jahren gezählt.
Die Besonderheit des „Rekursiven Lernens" ist, daß damit sämtliche Implikationen einer digitalen Schaltung abgeleitet werden können. Es wird verwendet, um Schaltungen zu verifizieren und zu optimieren und um Tbst- routmen zu erzeugen. So ermöglichte dieses von Dr. Kunz entwickelte Verfahren erstmals, bestimmte Schaltungstypen auf ihre funktionale Korrektheit hin zu überprüfen. Dabei wurden Fehler in Schaltungen entdeckt, die bereits jahrelang im Umlauf waren. Für die Optimierung von Schaltungen, die zum Ziel hat, mit möglichst wenig Schaltelementen auszukommen, gelang es Dr. Kunz außerdem, einen Algorithmus zu entwickeln, mit dem derzeit die weltweit besten Optimierungsergebnisse erzielt werden.
Die Methoden von Wolfgang Kunz werden sowohl an Hochschulen als auch in der Industrie genutzt und weiterentwickelt. Aus den Mitteln, die die National Science Foundation in den USA zur weiteren Untersuchung dieser Verfahren bereitgestellt hat, wird unter anderem eine Forschungsprofessur für den Potsdamer Preisträger an der Tfexas A&M Umversity finanziert, ade
Schorn-Schütte in Stiftungsrat berufen
Im Mai 1992 erarbeitete eine vom damaligen brandenburgischen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, und vom Berliner Senator für Wissenschaft und Forschung, Prof. Manfred Erhardt, berufene Kommission Empfehlungen für die Gründung der Stiftung „Forschungsinstitut für die Geschichte Preußens“. Dieser Gründungskommission gehörten mit Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte, Prof. Dr. Julius H. Schoeps und Rof. Dr. Peter-Michael Hahn auch Professoren des Historischen Institutes der Universität Potsdam an. Das Forschungsinstitut soll auf Empfehlung des Wissenschaftsrates in Tfeilnachfolge der über vier Jahrzehnte im damaligen Westberlin bestehenden „Historischen Kommis-
PUTZ 4/96
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