können. Dabei kommt er zu dem Schluß, daß - außer daß sich dadurch das Studierverhalten der Studenten steuern lassen könnte - eher alles gegen sie spricht. Insgesamt scheint Glotz der Pragmatischere zu sein, der nach möglichst schnell und sicher umsetzbaren Lösungen sucht, während Daxners Ideen oft tiefergreifender und komplexer sind und somit erst längerfristig zu verwirklichen wären. Dabei ist es äußerst spannend Daxner zu lesen, weil er extrem detailliert diskutiert und oft über den Punkt hinausgeht, an dem viele Diskussionen mangels Sachverstand und tiefergehender Auseinandersetzung enden würden. Dadurch ist er sehr anregend und bereichernd. Ob einem nun eher die Argumente von Glotz oder von Daxner Zusagen, muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Wer das eine Buch liest, sollte aber das andere ebenfalls lesen - auch weil sich hier die Meinungen eines Politikers (Glotz ist hochschulpolitischer Sprecher der SPD) und eines Praktikers (Daxner ist Präsident der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg) gegenüberstehen. ade
Werner Becker, Christian Bode, Rainer Klofat (Hrsg.): Universitäten in Deutschland - Universities in Germany, Prestel Verlag, 1995, 320 Seiten, 78,- DM. Michael Daxner: Ist die Uni noch zu retten?, Rowohlt Verlag, 1996, 286 Seiten, 14,90 DM.
Peter Glotz: Im Kern verrottet?, Deutsche Verlags-Anstalt, 1996,158 Seiten, 24,-DM.
WHO IS WHO?
Zum siebten Mal hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ein Hochschullehrerverzeichnis für den Gesamtbereich Germanistik an den Hochschulen in Deutschland herausgegeben. Gegliedert nach Hochschulorten bietet dieser Band auf 536 Seiten eine Orientierungshilfe für Studenten und Wissenschaftler sowie für Mitarbeiter von Institutionen im In- und Ausland, die sich informieren wollen, wer an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland lehrt, welche besonderen Forschungsinteressen der einzelne Wissenschaftler verfolgt und welches seine wichtigsten Publikationen sind. Zum ersten Mal liegt damit auch ein Verzeichnis der in Mittel- und Ostdeutschland lehrenden Germanisten vor. Aufgeführt werden nicht nur die an Universitäten tätigen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, sondern auch diejenigen an Gesamthochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Der Begriff Germanistik ist weit gefaßt und schließt neben nordischer und niederländischer Philologie die vergleichende Literaturwissenschaft und auch das Fach Didaktik der deutschen
Sprache und Literatur ein. Ebenfalls sind die in den Lehr- und Forschungsgebieten Deutsch als Fremdsprache sowie in der darauf bezogenen Sprachlehrforschung Tätigen in ihm verzeichnet. pm.
Germanistik an Hochschulen in Deutschland. Verzeichnis der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, zu beziehen über den Köllen Druck und Verlag, Ernst- Robert-Curtius-Straße 14, 53117 Bonn, Telefax 0228/98 98 222, gegen 16,80 DM.
AKTUELLER AUSLANDSSTIPENDIENFÜHRER 1997/98
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat zu Beginn des Sommersemesters den Auslandsstipendienführer für das akademische Jahr 1997/98 veröffentlicht. Unter dem Titel „Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche" erhalten Studierende, Graduierte und Wissenschaftler auf 345 Seiten Auskunft über die vielseitigen Förderungsmöglichkeiten von Studien- und Forschungsaufenthalten im Ausland. Neben dem breitgefächerten Angebot an Stipendien mit unterschiedlicher Dauer für Studierende aller Fachgebiete enthält der Auslandsstipendienführer ebenfalls zahlreiche Förderungsmöglichkeiten für Graduierte und Promovierte. Für Wissenschaftler und Hochschullehrer dürften besonders die Möglichkeiten einer projektbezogenen Förderung des Wissenschaftleraustauschs mit einer Reihe von Ländern interessant sein. Eine Übersicht am Anfang der Broschüre läßt auf einen Blick erkennen, wer sich wie lange wohin in was für einer Förderungsart um ein Stipendium bewerben kann, wann und wo man sich bewerben muß und welche Voraussetzungen dafür gelten. Ein Kapitel mit besonderen Hinweisen zu einzelnen Ländern und Regionen erleichtert zusätzlich das Auffinden der Programme.
In der Regel müssen sich Studierende zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im dritten Fachsemester ihres Studiums an einer Hochschule in Deutschland befinden. Nicht zuletzt enthält der Band auch Hinweise auf Förderungsmöglichkeiten von Auslandsaufenthalten nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie im Rahmen der entsprechenden Programme der Europäischen Union und verschiedener anderer Organisationen. pm.
Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche; 345 Seiten, erhältlich bei allen Akademischen Auslandsämtern der deutschen Hochschulen.
LUST AN KUNST
Angehörige der Universität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils „nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe „Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstlerisch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit.
Manfred Iden, geboren 1939, ist im Audiovisuellen Zentrum der Universität als graphischer Gestalter tätig. Praktisch alle Institute, Dezernate und Fakultäten kommen in Berührung mit den vielfältigen Ergebnissen seines Ums. Aus verschiedenen Entwürfen heraus entwickelte Manfred Iden das mittlerweile sogar patentierte, ästhetisch ansprechende Logo der Universität Potsdam. Hunderte von Postsachen gehen täglich mit diesem Zeichen in alle Welt.
Von 1953 bis 1956 absolvierte er eine Lehre als Gebrauchswerber und realisierte dann im Gaststättenwesen und an der Ladenstraße Frankfurt/Oder gestalterisch-dekorative Arbeiten. Zu seinen Aufgaben am Kreiskulturhaus Frankfurt gehörten die Ausgestaltung von Sälen, Bühnen, verschiedene Werbetätigkeiten und andere Öffentlichkeitsarbeit. Als er 1963 in den Dienst der Nationalen Volksarmee trat, war er auch dort mit graphischen und bildgestalterischen Aufgaben betraut. Iden spezialisierte sich auf die Ttechnik des Siebdrucks, polygraphische Gestaltung und schloß hierfür weitere Qualifikationen ab.
Als 1991 die Universität gegründet wurde, war man bemüht, ein markantes und unverwechselbares Universitätssiegel zu finden. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und das Brandenburger Landeshauptarchiv einigten sich, als Siegel die „repräsentative Schauseite eines barok-
Gestattete das Logo der Uni: Manfred Iden
Foto: Fritze
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PUTZ 4/96