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(1.1.2019) 04
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können. Dabei kommt er zu dem Schluß, daß - außer daß sich dadurch das Studier­verhalten der Studenten steuern lassen könnte - eher alles gegen sie spricht. Insgesamt scheint Glotz der Pragmati­schere zu sein, der nach möglichst schnell und sicher umsetzbaren Lösungen sucht, während Daxners Ideen oft tiefergreifender und komplexer sind und somit erst länger­fristig zu verwirklichen wären. Dabei ist es äußerst spannend Daxner zu lesen, weil er extrem detailliert diskutiert und oft über den Punkt hinausgeht, an dem viele Diskussio­nen mangels Sachverstand und tieferge­hender Auseinandersetzung enden wür­den. Dadurch ist er sehr anregend und be­reichernd. Ob einem nun eher die Argu­mente von Glotz oder von Daxner Zusagen, muß natürlich jeder für sich selbst entschei­den. Wer das eine Buch liest, sollte aber das andere ebenfalls lesen - auch weil sich hier die Meinungen eines Politikers (Glotz ist hochschulpolitischer Sprecher der SPD) und eines Praktikers (Daxner ist Präsident der Carl von Ossietzky Universität in Olden­burg) gegenüberstehen. ade

Werner Becker, Christian Bode, Rainer Klofat (Hrsg.): Universitäten in Deutsch­land - Universities in Germany, Prestel Verlag, 1995, 320 Seiten, 78,- DM. Michael Daxner: Ist die Uni noch zu ret­ten?, Rowohlt Verlag, 1996, 286 Seiten, 14,90 DM.

Peter Glotz: Im Kern verrottet?, Deutsche Verlags-Anstalt, 1996,158 Seiten, 24,-DM.

WHO IS WHO?

Zum siebten Mal hat der Deutsche Akademi­sche Austauschdienst (DAAD) ein Hoch­schullehrerverzeichnis für den Gesamtbe­reich Germanistik an den Hochschulen in Deutschland herausgegeben. Gegliedert nach Hochschulorten bietet dieser Band auf 536 Seiten eine Orientierungshilfe für Stu­denten und Wissenschaftler sowie für Mitar­beiter von Institutionen im In- und Ausland, die sich informieren wollen, wer an den Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland lehrt, welche besonderen Forschungsinteressen der einzelne Wissen­schaftler verfolgt und welches seine wichtig­sten Publikationen sind. Zum ersten Mal liegt damit auch ein Verzeichnis der in Mittel- und Ostdeutschland lehrenden Germanisten vor. Aufgeführt werden nicht nur die an Univer­sitäten tätigen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, sondern auch diejenigen an Gesamthochschulen und Pädagogi­schen Hochschulen. Der Begriff Germani­stik ist weit gefaßt und schließt neben nor­discher und niederländischer Philologie die vergleichende Literaturwissenschaft und auch das Fach Didaktik der deutschen

Sprache und Literatur ein. Ebenfalls sind die in den Lehr- und Forschungsgebieten Deutsch als Fremdsprache sowie in der darauf bezogenen Sprachlehrforschung Tätigen in ihm verzeichnet. pm.

Germanistik an Hochschulen in Deutsch­land. Verzeichnis der Hochschullehrerin­nen und Hochschullehrer, zu beziehen über den Köllen Druck und Verlag, Ernst- Robert-Curtius-Straße 14, 53117 Bonn, Telefax 0228/98 98 222, gegen 16,80 DM.

AKTUELLER AUSLANDS­STIPENDIENFÜHRER 1997/98

Der Deutsche Akademische Austausch­dienst (DAAD) hat zu Beginn des Sommer­semesters den Auslandsstipendienführer für das akademische Jahr 1997/98 veröffent­licht. Unter dem TitelStudium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglich­keiten für Deutsche" erhalten Studierende, Graduierte und Wissenschaftler auf 345 Seiten Auskunft über die vielseitigen Förderungsmöglichkeiten von Studien- und Forschungsaufenthalten im Ausland. Neben dem breitgefächerten Angebot an Stipendien mit unterschiedlicher Dauer für Studierende aller Fachgebiete enthält der Auslandsstipendienführer ebenfalls zahlrei­che Förderungsmöglichkeiten für Graduier­te und Promovierte. Für Wissenschaftler und Hochschullehrer dürften besonders die Möglichkeiten einer projektbezogenen För­derung des Wissenschaftleraustauschs mit einer Reihe von Ländern interessant sein. Eine Übersicht am Anfang der Broschüre läßt auf einen Blick erkennen, wer sich wie lange wohin in was für einer Förderungsart um ein Stipendium bewerben kann, wann und wo man sich bewerben muß und wel­che Voraussetzungen dafür gelten. Ein Ka­pitel mit besonderen Hinweisen zu einzel­nen Ländern und Regionen erleichtert zu­sätzlich das Auffinden der Programme.

In der Regel müssen sich Studierende zum Zeitpunkt der Bewerbung mindestens im dritten Fachsemester ihres Studiums an ei­ner Hochschule in Deutschland befinden. Nicht zuletzt enthält der Band auch Hinwei­se auf Förderungsmöglichkeiten von Aus­landsaufenthalten nach dem Bundesaus­bildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie im Rahmen der entsprechenden Program­me der Europäischen Union und verschie­dener anderer Organisationen. pm.

Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche; 345 Seiten, erhältlich bei allen Akademi­schen Auslandsämtern der deutschen Hochschulen.

LUST AN KUNST

Angehörige der Universität Potsdam vor­zustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teilsnebenberuflich, ist das Anliegen der ReiheLust an Kunst. Jene interessierten und engagierten Mit­arbeiter und Studierenden sind aus eige­nem Antrieb und nicht zuletzt zum eige­nen Vergnügen kulturell-künstlerisch tä­tig. Deutlich werden soll auch die Motiva­tion für diese Arbeit.

Manfred Iden, geboren 1939, ist im Audio­visuellen Zentrum der Universität als gra­phischer Gestalter tätig. Praktisch alle Insti­tute, Dezernate und Fakultäten kommen in Berührung mit den vielfältigen Ergebnissen seines Ums. Aus verschiedenen Entwürfen heraus entwickelte Manfred Iden das mitt­lerweile sogar patentierte, ästhetisch an­sprechende Logo der Universität Potsdam. Hunderte von Postsachen gehen täglich mit diesem Zeichen in alle Welt.

Von 1953 bis 1956 absolvierte er eine Lehre als Gebrauchswerber und realisierte dann im Gaststättenwesen und an der Ladenstra­ße Frankfurt/Oder gestalterisch-dekorative Arbeiten. Zu seinen Aufgaben am Kreiskul­turhaus Frankfurt gehörten die Ausgestal­tung von Sälen, Bühnen, verschiedene Wer­betätigkeiten und andere Öffentlichkeitsar­beit. Als er 1963 in den Dienst der Nationa­len Volksarmee trat, war er auch dort mit graphischen und bildgestalterischen Aufga­ben betraut. Iden spezialisierte sich auf die Ttechnik des Siebdrucks, polygraphische Gestaltung und schloß hierfür weitere Qua­lifikationen ab.

Als 1991 die Universität gegründet wurde, war man bemüht, ein markantes und unver­wechselbares Universitätssiegel zu finden. Das Ministerium für Wissenschaft, For­schung und Kultur und das Brandenburger Landeshauptarchiv einigten sich, als Siegel dierepräsentative Schauseite eines barok-

Gestattete das Logo der Uni: Manfred Iden

Foto: Fritze

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PUTZ 4/96