Heft 
(1.1.2019) 05
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GESPRÄCH

ES BLEIBT NOCH VIEL ZU TUN

Ehrenkolloquium für Prof. Dr. Lothar Klingberg

Er zählte zu den führenden und bekanntesten Didaktikern der DDR. Die Rede ist von Prof. Dr. Lothar Klingberg, der von 1965 bis 1979 an der Sektion für Pädagogik und Psy­chologie der Pädagogischen Hochschule Potsdam lehrte und forschte. Aus Anlaß seines 70. Geburtstages würdigte ihn das Institut für Pädagogik der Universität Potsdam mit einem Ehrenkolloquium. Die Referenten aus verschiedenen Univer­sitäten Deutschlands widmeten sich insbesondere Hagen der Entwicklung der Allgemeinen Didaktik und dem Beitrag des Jubilars dazu. So sprach Uwe Wyschkon, Professor für Erzie­hungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Allgemeine Didak­tik an der Universität-Gesamthochschule Essen, zum Thema Probleme und Ergebnisse der Potsdamer Äbiturstufenfor- schung. Denn bis Oktober 1995 leitete er das an der Univer­sität Potsdam ansässige Interdisziplinäre Zentrum für Pädago­gische Forschung und Lehrerbildung. Mit dem Hochschulleh­rer unterhielt sich Dr. Barbara Eckardt für PUTZ.

Prof. Dr. Lothar Klingberg. Foto: Tribukeit

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Ortsangaben von Gremiensitzungen, Kol­loquien, Seminaren, Symposien, Ring- und Antrittsvorlesungen, Vortragsreihen, Gast­vorträgen sowie von Kultur- und Sportver­anstaltungen.

Seit Beginn des Sommersemesters 1996 ist nun auch die Uni-Zeitung PUTZ nicht mehr nur in Papierform, sondern mit deren Aus­lieferung zeitgleich vollständig online prä­sent. Universitätsintern besteht ein direkter Zugang auf die digitale PUTZ über das hauseigene Netz. Nutzer, die von außerhalb online in der PUTZ blättern wollen, können zwischen zwei Darstellungsformen wählen. Diese Möglichkeiten bieten bislang nur sehr wenige deutsche Hochschulen. Zu­sätzlich zum bekannten HTML-Format des WWW steht die Zeitung im Original-Layout als Acrobat-Datei, einem rechnen und be­triebssystemunabhängigen Dokumenten- format, bereit. B.E.

HAUSHALTSDISKUSSION

Mit besorgter Aufmerksamkeit verfolgt die Brandenburgische Landesrektorenkonfe­renz (BLRK) die Diskussionen über Einspa­rungen im Landeshaushalt für 1996 sowie die Beratungen der Landesregierung zu den Leitlinien und Prioritäten für den Haushalt 1997. Der Vorsitzende und der stellvertreten­de Vorsitzende der BLRK, die Professoren Helmut Knüppel (FH Potsdam) und Hans N. Weiler (Europa-Universität Fhankfurl/Oder) verweisen in einer gemeinsamen Erklärung darauf, daß sie bereits im November 1995 auf die Signalwirkung des Haushalts 1997 für die Konsolidierung der brandenburgischen Wissenschaftslandschaft hingewiesen ha­ben. Nachdem in Brandenburg aus einem wegweisenden hochschulpolitischen Kon­zept in mühevoller Aufbauarbeit ein vielver­sprechender Anfang geworden sei, trete das brandenburgische Hochschulsystem nun­mehr in die kritische Phase.In einer Situa­tion, in der der Wettbewerb um erstklassige Wissenschaftler, gute Studierende und aus­reichende Drittmittel immer schärfer wird, kann der Aufbau eines leistungsfähigen Wis­senschaftssystems nicht beliebig gestreckt werden, betonen die Rektoren.An diesem kritischen Punkt darf mühsam Erreichtes nicht aufs Spiel gesetzt und Erreichbares nicht für immer unerreichbar werden", heißt es weiter in der Erklärung. zg.

PUTZ: Prof. Klingberg baute in Potsdam die Abiturstufenforschung auf. Welche Erkennt­nisse konnten Sie als sein Schüler bei Ihren eigenen Untersuchungen nutzen? Wyschkon: ich war am gesamten Aufbau und der Realisierung der Abiturstufenfor­schung beteiligt. Zunächst arbeitete ich als Sekretär des Forschungskreises Abiturstufe, dann als Forschungsstudent mit eigenem Promotionsvorhaben zum forschenden Ler­nen in der Abiturstufe. Später war ich Mit­glied und ab 1987 in der Leitung der For­schungsgemeinschaften Intervallanalyse EOS undAbiturstufe sowie als Leiter der Forschungsgruppe Didaktik tätig. Dabei konnte ich mich immer auf die Unterstützung und den Rat Lothar Klingbergs verlassen. Bis auf wenige Ausnahmen trafen wir uns jähr­lich einmal zu einem ausführlichen Ge­spräch. Wir diskutierten aktuelle Ffagen der Entwicklung der Didaktik-Forschung. Die gegenseitige kritische Durchsicht von Ma­nuskripten sahen wir als Selbstverständlich­keit an. In meinen Untersuchungen und wis­senschaftlichen Arbeiten konnte ich bei­spielsweise auf Ergebnissen zur Stufenspe­zifik des Unterrichtsprozesses, auf Untersu­chungen des Jubilars zur Unternchtsprozeß- gestaltung sowie auf seinen Positionen zu Führung und Selbsttätigkeit aufbauen. PUTZ: Wichtige Aspekte dieser praxisbezo­genen Forschung gingen in das Potsdamer Modell der Lehrerbildung ein. Welche sind das?

Wyschkon: Grundlegend dabei ist die Posi­tion, daß Forschung für die Schule und nicht im luftleeren Raum erfolgen sollte. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der engen Kooperation zwischen Allgemeiner Didaktik und den Fachdidaktiken in Lehre und For­schung. Die Studierenden müssen in diese wissenschaftliche Forschungsarbeit einbe­zogen werden. Sie ist allerdings durch das praktische Verbot der Anfertigung wissen­schaftlicher Hausarbeiten in den Erzie­

hungswissenschaften für die Lehramtsstu­dierenden der Sekundarstufe II sehr einge­engt. Wir hatten in Potsdam an der damali­gen Sektion Pädagogik/Psychologie regel­mäßig 20 bis 30 Studierende jedes Jahrgan­ges in die Abiturstufenforschung integriert. Dies ist heute undenkbar. Erwähnen möch­te ich in diesem Kontext auch die stufenge­mäße Akzentuierung didaktischer Lehrver­anstaltungen an der Universität Potsdam. PUTZ: Zu den Forschungsschwerpunkten des Jubilars gehörten pädagogische Füh­rung und Selbsttätigkeit der Schüler. Wel­chen Stellenwert haben die gewonnenen Er­gebnisse bei der Umsetzung in die Praxis? Wyschkon: Aus meiner Sicht ist hinsichtlich der Realisierung der vorhandenen theoreti­schen Positionen zur Subjektposition der Ler­nenden, zum lernenden Lehren und lehren­den Lernen, zur Entwicklung und didakti­schen Verwertung" der Kompetenzen der Lernenden in der Unterrichtspraxis noch umfangreiche praktische Arbeit zu leisten. Lothar Klingberg entwickelte ein Konzept des Lernens und Lehrens im Unterricht, das sehr hohe Ansprüche an die Akteure stellt. Es gibt relativ viele, die dazu nicht bereit und/oder nicht fähig sind. Das war so und ist auch heute nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen nicht anders. Das größte Lob für die unter Lothar Klmgberg geleiste­te Forschungsarbeit mit Schulen habe ich 1989/90 in der Aufbruchstimmung im Zu­sammenhang mit den Entwicklungen eige­ner Konzeptionen durch unsere Färtner- schulen gehört. Schulleiter betonten damals, daß sie nach dem Gewinn von Fireiräumen erst die Möglichkeit sehen, die mit uns erar­beiteten und erprobten Konzepte eines hochschulvorbereitend angelegten allge­meinbildenden Unterrichts zu verwirklichen. Leider sind diese Neuansätze durch die Schulreform von oben zunichtegemacht worden. Es bleibt also noch viel zu tun. PUTZ: Vielen Dank für dieses Interview.

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