Heft 
(1.1.2019) 05
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EINTHINK TANK" FÜR DIE ZUKUNFT

Informationen aus erster Hand auf dem Australientag an der Uni

Study in Australia" lautete das Motto des ersten Austrahentages an der Universität Potsdam. Abb.: Australian International Education Foundation

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Student - go Australia konnte man am erstmals an der Potsdamer Universität veran­staltetenAustralientag nicht nur auf zahlreichen Plakaten lesen; interessierte Studie­rende und Lehrende erhielten im Rahmen des SeminarsHochschulstudium in Austra­lien auch Informationen aus erster Hand - von Studienberatem und Lehrkräften 13 au­stralischer Universitäten, je einem Vertreter des Deutschen Akademischen Austausch­dienstes (DAAD), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und einem Austauschstuden­ten, der über seine Erfahrungen auf dem fünften Kontinent berichtete. Veranstaltet vom Interdisziplinären Zentrum für Australienforschung der Universität Potsdam, der Australian International Education Foundation (AIEF), dem Australischen Generalkonsulat in Rrankfurt/Main und der Australischen Botschaft in Bonn sollte die Veranstaltung erste Kontakte ankurbeln und Interesse an einem Studium in Australien wecken.

In ihrem Grußwort betonte die australische Generalkonsulin in Berlin, Margaret Adam- son, die akademische Exzellenz bei gleich­zeitig hohen Freizeitwerten ihres Landes. Außerdem, so meinte sie, könnten in Austra­lien inmitten einer exotischen Flora und Fau­na die englischen Sprachkenntnisse deut­scher Studierender verbessert werden - ein Vorteil, der sich auf dem akademischen Ar­beitsmarkt schließlich immer stärker nieder- schlage. Derzeit sind deutsche Studentin­nen und Studenten allerdings noch recht trä­ge, wenn es um Ausländserfahrungen geht: nur sieben Prozent verbringen einen Tteil ih­res Studiums im Ausland - und das haupt­sächlich in Europa. Australien haben bislang nur sehr wenige von ihnen entdeckt.

Um diesem Zustand abzuhelfen, hat die HRK 1993 eine Vereinbarung mit dem Australian Vice-Chancellors 1 Committee (ÄVCC) ge­schlossen. Darin wird z.B. festgehalten, daß die Austauschstudierenden von der Entrich­tung zusätzlicher Studiengebühren an der aufnehmenden Hochschule befreit sind. Dies ist vor allem im Hinblick auf das austra­lische Studiengebührensystem von Interes­se, das dort 1989 eingeführt wurde und ak­tuell in Deutschland als modellhaft für mög­liche eigene Studiengebühren diskutiert

wird. Des weiteren werden Fragen der Zu­lassung und des Bescheinigens erbrachter Leistungen festgehalten.

Auch das 1995 an der Universität Potsdam gegründete und bundesweit einzigartige Zentrum für Australienforschung soll bei der Initiierung von Austauschbeziehungen in Lehre und Forschung beider Länder behilf­lich sein. Nach nunmehr einem Jahr des Bestehens zeichnet sich schon deutlich ab, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird: Das Zentrum möchte nicht nur in im­mer stärkerem Maße als Ansprechpartner für Studierende, Wirtschaftsvertreter und kulturelle Repräsentanten - und somit als Vermittler zwischen Australien und Deutsch­land - wirken, sondern auch gemeinsame Forschungsprojekte durchführen, von denen einige bereits angelaufen sind. Genannt sei­en hier nurDevelopmg Metropolis - Tbward an Urban Civilization", eine Studie über die Entwicklung großer Städte wie Ber­lin und auch Sydney von Prof. Dr. Heinz Kleger aus der Wirtschafts- und Sozialwis­senschaftlichen Fakultät, Studien im Bereich der Umweltwissenschaften, eines multime­dial unterstützten Unterrichts über größere Distanzen hinweg oder Projekte, die dem asiatisch-pazifischen Markt gelten.

Allerdings, so der Tfenor des Australientages, brauchten der angestrebte wachsende Uransfer von Know-how, der Abbau von Vor­urteilen und Aufbau von Wissen um den an­deren ihre Zeit. Wie wichtig bei diesem Pro­zeß gerade auch die Möglichkeit zu direkten zwischenmenschlichen Beziehungen ist, zeigte sich auch bei dem Seminar in Pots­dam: Alle australischen Referenten brachten ihre Fireude über den Aufenthalt in der Regi­on Berlin-Potsdam zum Ausdruck, wobei ein jeder von ihnen damit ganz persönliche Er­fahrungen verknüpfte. (So war einer der Pro­fessoren das erste Mal seit 40 Jahren wieder in Berlin und wollte zuhause zunächst einmal über die großen Veränderungen der Region, die für ihn immer noch Urümmerlandschaft gewesen war, berichten.)

Ein verstärkter Austausch zwischen austra­lischen und deutschen Lehrenden und Stu­dierenden dürfte jedoch auch im Hinblick auf die aktuellen Studienreformdiskussionen in der Bundesrepublik interessant sein. So berichteten die australischen Tfeilnehmer von einem 1993 bei ihnen eingeführten Qualitäts- überprüfungsprogramm ihrer Hochschulen; Universitäten, die sich einer entsprechenden Überprüfung stellen, erhalten beispielswei­se mehr staatliche Unterstützung. Studieren­de wiederum wissen durch dasRanking, woran sie an den einzelnen Hochschulen sind. - Bereits diese wenigen Beispiele mö­gen genügen, um zu zeigen, daß die Neu­gierde der deutschen wie auch der australi­schen Teilnehmer an dem jeweils anderen Land bzw. System durch den Australientag in vielerlei Hinsicht geweckt und befördert werden konnte. Und darauf, so Prof. Dr. Hans-Georg Petersen, der deutsche Direktor des Australienzentrums, wolle man in Pots­dam nun aufbauen. Hg.

PUTZ 5/96

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