Heft 
(1.1.2019) 05
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In der Vergangenheit sich häufig ändernde Studienordnungen hätten zudem zu Verunsi­cherungen geführt. Klarheit und konstrukti­ve, motivierende Einführungsveranstaltun­gen, wie die jüngst zu Beginn des Sommer­semesters96 vom Geschäftsführenden Di­rektor des Instituts für Pädagogik, Prof. Dr. Joachim Lompscher, gegebene Orientie­rung dagegen wiesen den richtigen Weg.

Mario Parade, Physik (Diplom):

Ich bin nach zwei Jahren Studium m Leipzig an die Potsdamer Uni gekommen. Mich reiz­te die vorhandene Überschaubarkeit der Hochschule, vor allem aber auch die Vielzahl existierender koopera tiver a ußeruniversitä- rer Einrichtungen. Zu Studienbeginn habe ich sowohl die Allgemeine Studienberatung als auch die Studienfachberatung in An­spruch genommen. Für mich ging es dabei um die Anerkennung früherer Studienlei­stungen. Im Fach Physik ist das bundesweit ein schwieriges Problem. Ich mußte viele Scheine nachholen. Foto: Bitze

Ähnliche Erfahrungen sammelt Prof. Dr. Heinz Heger. Ihm obliegen in der Studien­fachberatung die Studiengänge der Politik- und Verwaltungswissenschaften. Eine Be­sonderheit: Hier existieren sogar zwei in­tensive Beratungsphasen.Ich gebe zum einen Rat bei der anfänglichen Wahl des ge­eigneten Studienganges, zum anderen bei der des Schwerpunktes nach dem gemein­samen sozialwissenschaftlichen Grundstu­dium", erläutert der Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ein­richtung. Und die Anfragen steigen ständig! Besonderen Wert legt Heger auf die Zusam­menarbeit mit der zuständigen Beauftragten für Prüfungswesen/Studienangelegenheiten, Angela Trost.Hier bekommen die Studen­ten Auskünfte zu notwendigen Prüfungen und Leistungsscheinen, so der Wissen­schaftler. Er selbst kümmert sich daher aus­schließlich um inhaltliche Belange. Hemd ist ihm diese Art der Studentenbetreuung nicht. Schon in der heimatlichen Züricher Uni wirk­te.er als damaliger wissenschaftlicher Assi­stent in der Studienberatung mit. Daß dieses Amt in Potsdam teilweise von Professoren ausgeübt wird, begrüßt der Politologe. Die Funktion bringe für ihn und seinesgleichen auch Zugewinn. Heger dazu:Der direkte Kontakt zu den jungen Studierenden klappt gut. Das ist der Vorteil einer kleinen Hoch-

Helmut Krüger, Erziehungs­wissenschaft (Magister):

Ich habe die Potsdamer Uni gewählt, weil hier noch kein Massenbetrieb ist. In den Se­minaren mit vielleicht bis zu 30 Kommihtonen ist noch sachtiche Diskussion möglich. Das schätze ich sehr. Am Anfang des Studiums ging ich zunächst zum Studienfachberater. Das brachte etwas Klarheit. Mich interes­sierte der Studienaufbau, notwendige Pflicht­belegungen und anderes mehr. Die Hagen damals waren dennoch oberflächlich. Inzwi­schen tauchen mehr Probleme auf, die ge­ordnet und gelöst werden müssen. Eine er­neute Beratung scheint mir deshalb eventuell ratsam. Gegenwärtig besuche ich bei den Pädagogen ein Seminar zum Thema: 'Richtig studieren, aber wie?' Das kann ich nur je­dem empfehlen." Foto: Bitze

schule. An größeren Unis fehlen häufig die Möglichkeiten zu intensiven Gesprächen mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Der zeige sich angetan von den Potsdamer Ver­hältnissen. PG.

Zur Kooperation der Potsdamer Universität mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen

DIE ERFORSCHUNG VON FUNKTIONSABLÄUFEN IN PFLANZEN MIT EINEM NEUEN ANSATZ

Das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie

Eines der Markenzeichen der Potsdamer Universität ist ihre enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungsein­richtungen, die sich in Potsdam und sei­nem unmittelbaren Umland sehr zahl­reich angesiedelt haben. Für diese Ko­operation, die über an anderen Standor­ten üblichen Verknüpfungen weit hinaus­geht, wurden verschiedenartige Formen entwickelt: so z. B. gemeinsame Berufun­gen von Professoren, die Durchführung gemeinsamer Studiengänge und der Auf- bauTriterdisziplinärer Zentren. Auch lau­fen die Vorbereitungen für die Errichtung eines gemeinsamen Campus der Potsda­mer Naturwissenschaften mit Instituten der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Haunhofer-Gesellschaft (FhG) in Golm derzeit auf Hochtouren. In dieser Ausgabe der PUTZ wird das Max-Planck- Institut (MPI) für molekulare Pflanzen­physiologie vorgestellt.

Wie funktioniert eine Pflanze? Wie kommt es, daß sie lebt, wächst und blüht, wie bezieht sie ihre Energie und woher bekommt sie ihr Baumaterial? Die Antworten darauf lauten, daß bestimmte Abschnitte oder Strukturen der Pflanze jeweils spezifische Hinktionen übernehmen. Die Aufnahme von Stoffen bei­spielsweise, die für Substanzaufbau und -erhaltung, für Wachstum und Fortpflanzung benötigt werden, findet über die Wurzeln statt. Daran schließt sich sofort die Hage an, wie diese Nährstoffe in die übrigen "feile der Pflanze gelangen. Man kann sich darauf beschränken, lediglich den Transportweg zu beschreiben. Er erklärt aber noch nicht, wie­so ein Stoff an bestimmte Stellen transpor­tiert wird und welche Mechanismen diesen Stoffluß regeln, welche chemischen oder physikalischen Vorgänge beispielsweise dabei ablaufen.

Derartige Vorgänge aufzuklären, ist Aufgabe der Pflanzenphysiologen. Je grundlegender

sie Reaktionen und Fünktionsabläufe im Be­reich des Stoffwechsels, des Wachstums, der Entwicklung und Fbrtpflanzung aufdek- ken, desto tiefer müssen sie in die Struktur der Pflanze eindringen. Am Max-Planck-In- stitut für molekulare Pflanzenphysiologie geht man dabei bis auf die molekulare Ebe­ne zurück. Rund 50 Wissenschaftler untersu­chen dort, welche Rolle einzelne Gene bei den verschiedenen Prozessen in einer Pflan­ze spielen, Das Institut, das am 1. Januar 1994 seine Abeit zunächst in angemieteten Gebäuden an der Universität Potsdam auf­nahm, hat seit dem 1. April 1995 seinen Sitz in einem Verfügungsgebäude in Golm. Es ist das erste und derzeit einzige außerumver- sitäre Institut, das auf dem künftigen gemein­samen Campus der Naturwissenschaften in Golm untergebracht ist. Mit der Gründung dieses Instituts verfolgte die MPG das Ziel, eine Lücke in der Grundlagenforschung zu schließen und die molekulare Pflanzenphy-

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