In der Vergangenheit sich häufig ändernde Studienordnungen hätten zudem zu Verunsicherungen geführt. Klarheit und konstruktive, motivierende Einführungsveranstaltungen, wie die jüngst zu Beginn des Sommersemesters ’96 vom Geschäftsführenden Direktor des Instituts für Pädagogik, Prof. Dr. Joachim Lompscher, gegebene Orientierung dagegen wiesen den richtigen Weg.
Mario Parade, Physik (Diplom):
„Ich bin nach zwei Jahren Studium m Leipzig an die Potsdamer Uni gekommen. Mich reizte die vorhandene Überschaubarkeit der Hochschule, vor allem aber auch die Vielzahl existierender koopera tiver a ußeruniversitä- rer Einrichtungen. Zu Studienbeginn habe ich sowohl die Allgemeine Studienberatung als auch die Studienfachberatung in Anspruch genommen. Für mich ging es dabei um die Anerkennung früherer Studienleistungen. Im Fach Physik ist das bundesweit ein schwieriges Problem. Ich mußte viele Scheine nachholen. “ Foto: Bitze
Ähnliche Erfahrungen sammelt Prof. Dr. Heinz Heger. Ihm obliegen in der Studienfachberatung die Studiengänge der Politik- und Verwaltungswissenschaften. Eine Besonderheit: Hier existieren sogar zwei intensive Beratungsphasen. „Ich gebe zum einen Rat bei der anfänglichen Wahl des geeigneten Studienganges, zum anderen bei der des Schwerpunktes nach dem gemeinsamen sozialwissenschaftlichen Grundstudium", erläutert der Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Einrichtung. Und die Anfragen steigen ständig! Besonderen Wert legt Heger auf die Zusammenarbeit mit der zuständigen Beauftragten für Prüfungswesen/Studienangelegenheiten, Angela Trost. „Hier bekommen die Studenten Auskünfte zu notwendigen Prüfungen und Leistungsscheinen“, so der Wissenschaftler. Er selbst kümmert sich daher ausschließlich um inhaltliche Belange. Hemd ist ihm diese Art der Studentenbetreuung nicht. Schon in der heimatlichen Züricher Uni wirkte.er als damaliger wissenschaftlicher Assistent in der Studienberatung mit. Daß dieses Amt in Potsdam teilweise von Professoren ausgeübt wird, begrüßt der Politologe. Die Funktion bringe für ihn und seinesgleichen auch Zugewinn. Heger dazu: „Der direkte Kontakt zu den jungen Studierenden klappt gut. Das ist der Vorteil einer kleinen Hoch-
Helmut Krüger, Erziehungswissenschaft (Magister):
„Ich habe die Potsdamer Uni gewählt, weil hier noch kein Massenbetrieb ist. In den Seminaren mit vielleicht bis zu 30 Kommihtonen ist noch sachtiche Diskussion möglich. Das schätze ich sehr. Am Anfang des Studiums ging ich zunächst zum Studienfachberater. Das brachte etwas Klarheit. Mich interessierte der Studienaufbau, notwendige Pflichtbelegungen und anderes mehr. Die Hagen damals waren dennoch oberflächlich. Inzwischen tauchen mehr Probleme auf, die geordnet und gelöst werden müssen. Eine erneute Beratung scheint mir deshalb eventuell ratsam. Gegenwärtig besuche ich bei den Pädagogen ein Seminar zum Thema: 'Richtig studieren, aber wie?' Das kann ich nur jedem empfehlen." Foto: Bitze
schule. An größeren Unis fehlen häufig die Möglichkeiten zu intensiven Gesprächen mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs.“ Der zeige sich angetan von den Potsdamer Verhältnissen. PG.
Zur Kooperation der Potsdamer Universität mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen
DIE ERFORSCHUNG VON FUNKTIONSABLÄUFEN IN PFLANZEN MIT EINEM NEUEN ANSATZ
Das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie
Eines der Markenzeichen der Potsdamer Universität ist ihre enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die sich in Potsdam und seinem unmittelbaren Umland sehr zahlreich angesiedelt haben. Für diese Kooperation, die über an anderen Standorten üblichen Verknüpfungen weit hinausgeht, wurden verschiedenartige Formen entwickelt: so z. B. gemeinsame Berufungen von Professoren, die Durchführung gemeinsamer Studiengänge und der Auf- bauTriterdisziplinärer Zentren. Auch laufen die Vorbereitungen für die Errichtung eines gemeinsamen Campus’ der Potsdamer Naturwissenschaften mit Instituten der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Haunhofer-Gesellschaft (FhG) in Golm derzeit auf Hochtouren. In dieser Ausgabe der PUTZ wird das Max-Planck- Institut (MPI) für molekulare Pflanzenphysiologie vorgestellt.
Wie funktioniert eine Pflanze? Wie kommt es, daß sie lebt, wächst und blüht, wie bezieht sie ihre Energie und woher bekommt sie ihr Baumaterial? Die Antworten darauf lauten, daß bestimmte Abschnitte oder Strukturen der Pflanze jeweils spezifische Hinktionen übernehmen. Die Aufnahme von Stoffen beispielsweise, die für Substanzaufbau und -erhaltung, für Wachstum und Fortpflanzung benötigt werden, findet über die Wurzeln statt. Daran schließt sich sofort die Hage an, wie diese Nährstoffe in die übrigen "feile der Pflanze gelangen. Man kann sich darauf beschränken, lediglich den Transportweg zu beschreiben. Er erklärt aber noch nicht, wieso ein Stoff an bestimmte Stellen transportiert wird und welche Mechanismen diesen Stoffluß regeln, welche chemischen oder physikalischen Vorgänge beispielsweise dabei ablaufen.
Derartige Vorgänge aufzuklären, ist Aufgabe der Pflanzenphysiologen. Je grundlegender
sie Reaktionen und Fünktionsabläufe im Bereich des Stoffwechsels, des Wachstums, der Entwicklung und Fbrtpflanzung aufdek- ken, desto tiefer müssen sie in die Struktur der Pflanze eindringen. Am Max-Planck-In- stitut für molekulare Pflanzenphysiologie geht man dabei bis auf die molekulare Ebene zurück. Rund 50 Wissenschaftler untersuchen dort, welche Rolle einzelne Gene bei den verschiedenen Prozessen in einer Pflanze spielen, Das Institut, das am 1. Januar 1994 seine Abeit zunächst in angemieteten Gebäuden an der Universität Potsdam aufnahm, hat seit dem 1. April 1995 seinen Sitz in einem Verfügungsgebäude in Golm. Es ist das erste und derzeit einzige außerumver- sitäre Institut, das auf dem künftigen gemeinsamen Campus der Naturwissenschaften in Golm untergebracht ist. Mit der Gründung dieses Instituts verfolgte die MPG das Ziel, eine Lücke in der Grundlagenforschung zu schließen und die molekulare Pflanzenphy-
PUTZ 5/96
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