Heft 
(1.1.2019) 05
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KURZE STUDIENZEITEN SOLLEN AUCH KÜNFTIG EIN MARKENZEICHEN SEIN

Die Uni setzt auf Studienberatung - Bestandsaufnahme nach der Sommerpause

Vor nur fünf Jahren kam zur Potsdamer Stadtgeschichte ein neues Kapitel hinzu. Zu jenem Zeitpunkt nämlich, am 15. Juli 1991, erfolgte die Gründung der Univer­sität Potsdam. Die Landeshauptstadt er­hielt damit eine akademische Bildungs­stätte klassischen Zuschnitts. Und diese fand Zuspruch! Davon zeugen nicht zu­letzt steigende Studentenzahlen. Gegen­wärtig sind hier neuesten Angaben zufol­ge annähernd 8.500 Studierende immatri­kuliert. Betreut werden sie von rund 200 Professoren sowie 600 wissenschaftli­chen Mitarbeitern. Die sich daraus erge­bende günstige Relation zwischen Leh­renden und Lernenden sichert den künf­tigen Akademikern derzeit einen zügigen Studienablauf. Langzeitstudenten bilden hier eher die Ausnahme. Potsdam avan­ciert daher zunehmend zum durchaus at­traktiven Studienort am Rande Berlins. Statistisches Zahlenmaterial aus dem Haus der Rektorenkonferenz läßt diese Tendenz verständlich erscheinen. Dem­nach konstatieren Experten ein Betreu­ungsverhältnis an Hochschulen und Uni­versitäten der Alten Bundesländer von 1: 24 (1994). Vergleichbare aktuellere Unter­suchungen zu ostdeutschen Einrichtun­gen liegen noch nicht auf dem Tisch. Unter den Fachleuten aber herrscht Ei­nigkeit: die Konstellationen sind günsti­ger, im Moment. Angleichungsprozesse aufgrund kommender Stellenstreichun­gen und finanzpolitischer Entscheidun­gen sind jedoch stark zu befürchten..

Allgemeine Studienberatung als Grundsäule

Damit das Einhalten von Regelstudienzeiten an der Universität Potsdam auch künftig zu deren Markenzeichen gehört, bedarf es ei­ner funktionierenden Studienberatung. Dem Thema will sich deshalb auch die Leitung der Potsdamer Uni verstärkt widmen. Das jedenfalls versichert Rektor Prof. Dr. Wolf­gang Loschelder.Nach der Sommerpause nehmen wir eine Bestandsaufnahme vor, plant er. Deren Ziel solle in der Intensivie­rungvorhandener Strukturen bestehen. Zah­lenmäßige Voraussetzungen dafür seien nach seiner Ansicht gegeben, finanzielle Mittel stellten dagegen Zukunftsmusik dar, Breiten Raum in der Diskussion werde auch ein mögliches Uitorienprogramm einneh­men. Erste Schritte in diese Richtung gäbe es bereits (siehe den ArtikelTütonen als Starthilfe in der Orientierungsphase? an anderer Stelle dieser PUTZ). So befinde sich ein Ausbildungsangebot für interessierte

Katharina Stoll, Englisch!Sport (Lehramt):

An die Potsdamer Uni bin ich aufgrund ihres günstigen Standorts gekommen. Ich wollte unbedingt in der Nähe Berlins bleiben. Kon­takt zur Studienfachberatung hatte ich in der Ver-gangenheit zumindest in jedem zweiten Semester; schon um einen günstigen indivi­duellen Studienplan zusammenzustellen. Kompetente Antworten speziell in der Angli­stik brachten mich auch weiter. Schlecht finde ich allerdings die bislang wechselnden Studienordnungen. Das bringt große Proble­me für mich. Ich studiere mit Kommilitonen zusammen, für die eine andere Studienord­nung gilt. Ikilweise werden für mich not­wendige Dinge gar nicht mehr angeboten. Ein Wort zur Allgemeinen Studienberatung: die hier erhaltenen Auskünfte sowohl zu Aus­landsaufenthalten als auch BAföG-Fragen waren absolut gut ." Foto: Fritze

Studenten in Vorbereitung. Grundsäule studienbegleitender Instrumente bildet die Allgemeine Studienberatung an der Hochschule. Um deren Leistungen bemü­hen sich neben flat suchenden Schülern und eingeschriebenen Studenten auch eventuel­le Hochschulwechsler. Dr. Irma Bürger wie auch Dr. Sabina Bieber geben in allen Fällen Auskunft zu vielfältigen Anliegen. Oft beant­worten sie beispielsweise Fragen zur Äquivalenz oder Wertigkeit von Abschlüs­sen.Eine relativ große Zahl von sich hier einfindenden Gymnasiasten möchte Fakten zum Lehramtsstudium erhalten, so Biber zu einem der Beratungsschwerpunkte. Beide Hauen haben ebenfalls maßgeblichen Anteil an der Organisation des Hochschulinfor­mationstages und der semesterweisen Schnupperangebote. In einer gemeinsam mit dem Arbeitsamt ms Leben gerufenen VeranstaltungsreiheTreffpunkt Beruf war­ten sie und ihre Mitstreiter mit praktischen Tips und Kontaktadressen auf. Den Initiato­ren geht es dabei um das Darstellen alterna­tiver Berufsperspektiven für Absolventen. Die Resonanz allerdings könnte größer sein, wünscht sich Bürger.

Vielfältige Studienfachberatung

Rund 50 Studienfachberater in den einzel­nen Instituten sorgen zudem für konkrete Hilfe bei auftretenden Problemen. Im päd­

agogischen Bereich stehen ihnen, wie in der Studienordnung des erziehungswissen­schaftlichen Studiums vorgesehen und noch zu den Ausnahmen gehörend, schon lütoren (Professoren und unbefnstete Mit­arbeiter) unterstützend zur Seite. Die Idee dazu entstand letztlich im Zuge der Diskus­sion um das Potsdamer Modell der Lehrer­bildung. Jenes Tütorialprinzip liegt aber auch hier noch in den Anfängen.Inwieweit es sich bewährt, wird die Zukunft zeigen, so Dr. Uta Lehmann aus dem Institut für Pä­dagogik. Nachdem erste formale Zuord­nungen zunächst gescheitert seien, berech­tige der derzeit eingeschlagene Weg zu Op­timismus: gehen doch Tütoriengruppen aus dem Einführungsseminar zur Schulpäda­gogik hervor.

Alexandra Gold, Sportwissenschaft (Diplom):

Die Universität Potsdam habe ich gewählt, weil ich in der Nähe wohne. Die Stadt Pots­dam im allgemeinen und die Lage der Hoch­schule im besonderen gefallen mir. Hier kann man beispielsweise ganz schnell in den Park Sanssouci gelangen. Im Gegensatz zu Berlin funktionieren die Kontakte unter den Studenten. Man kennt sich. Mit der Studien­beratung besitze ich noch keine Erfahrun­gen. Auf suchen werde ich sie aber mögli­cherweise, weil mir ein Semester im Ausland vorschwebt." Foto: FFitze

Seit nunmehr über einem Jahr engagiert sich auch Dr. Viola Meckelmann in der Stu­dienfachberatung. In deren Verantwor­tungsbereich liegen die im Institut für Psy­chologie zu betreuenden Lehramtsstudien­gänge. Regelrechten Ansturm erlebt die Wissenschaftlerin insbesondere in den er­sten Wochen nach der Immatrikulation der Neuankömmlinge.In dieser Zeit versuche ich, auch über die Sprechstunden hinaus anwesend zu sein, sagt sie. Schließlich be­nötigten die jungen Leute häufig ganz ele­mentare Hinweise. Später kämen die künf­tigen Akademiker oft mit detaillierteren Fra­gen zu ihr. Viele haben Schwierigkeiten mit der rein zeitmäßigen Koordination der Lehr­veranstaltungen, beschreibt Meckelmann eines der Probleme. Dann aber suche man gemeinsam nach individuellen Lösungen.

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