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(1.1.2019) 06
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INTERNATIONALES STUDIUM IN DEUTSCHLAND

Mitgliederversammlung des DAAD an der Uni Potsdam

Die Gestaltung von Studiengängen als Instrument der Intemationalisierung der Hochschulen - Präsentation ausgewähl­ter Beispiele lautete der etwas sperrige Titel einer Veranstaltung, die die diesjäh­rige Mitgliederversammlung des Deut­schen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Universität Potsdam ein­leitete. Dahinter stehen die Bemühungen des DAAD, die deutschen Hochschulen für ausländische Studenten attraktiver zu machen, nachdem sich gezeigt hat, daß für diese Deutschland nicht mehr unbe­dingt ein lohnendes Ziel für ein Auslands­studium zu sein scheint.

Mögliche Gründe dafür smd die hohen Le­benshaltungskosten in Deutschland, die vertrackte Sprache, die oft schlechte Be­treuung an den Universitäten und die häu­fige Unbekanntheit der Abschlüsse im Aus­land. Nicht alle diese Barrieren lassen sich

abbauen: Die Lebenshaltungskosten wer­den nicht durch eine Initiative des DAAD schrumpfen, und die deutsche Sprache wird für Ausländer schwieng bleiben. Aller­dings gibt es an einzelnen Hochschulen modellhafte Projekte, die mit hohem per­sönlichen Einsatz und dem Willen, Lösun­gen zu finden, entwickelt und umgesetzt wurden. Vier derartige Programme wurden bei der Veranstaltung vorgestellt.

Als erstes präsentierte Prof. Dr. Hans Jo­chen Diesfeld ein an der Universität Hei­delberg angebotenes Aufbaustudium, das sich vor allem an Studenten aus Entwick­lungsländern mit bereits abgeschlosse­nem Medizin- oder Soziologiestudium richtet. Es bereitet die Tteilnehmer auf die Arbeit in ihrer Heimat vor, wo die medizi­nische Ausstattung und die Anforderun­gen an den Arzt anders als in den westli­chen Industrieländern sind. Besonders ist, daß die Prüfungen in englisch gehalten

Der Präsdent des DAAD, Prof. Dr. Theodor Berchem, bei der Eröffnung der Mitgliederver­sammlung m Potsdam. Foto: Pütze

werden und das Studium mit einemMa­ster of Science abschließt. Diesfeld schil­derte ausführlich die Langsamkeit des baden-württembergischen Wissenschafts­ministeriums: Erst als bereits der Vorberei­tungskurs für das erste Semester lief, kam die Genehmigung des Studienganges. Für ähnlichen Situationen empfiehlt er, nicht lange die behördliche Zustimmung abzu­warten, sondern unbeirrt die Umsetzung der Planung fortzusetzen.

Dann stellte Prof. Dr. Holger Dahms einen Studiengang für Nachrichtentechnik an der Fachhochschule Lübeck und der Milwau­kee School of Engineenng vor. Hierbei sind die Studenten der beiden Hochschulen zu­nächst gemeinsam ein Jahr in Lübeck und im Anschluß ein Jahr in Milwaukee, wo sie auch ihr - in Deutschland und den USA zu­gleich anerkanntes - Examen ablegen. Da die amerikanischen Studenten während ih­res Deutschlandaufenthaltes die Studienge­bühren in Amerika weiterzahlen, brauchen die deutschen Studenten bei ihrem Gegen­besuch keine Gebühren zu zahlen.

Prof. Dr. Sigurd Littbarski stellte eine Zusatz­ausbildung Rechtswissenschaft für polni­sche Studierende vor, die gemeinsam mit den deutschen Jurastudenten Lehrveran­staltungen an der Viandrina in Frankfurt/ Oder studieren und ab dem dritten Seme­ster an Lehrveranstaltungen zum Polni­schen Recht an der Universität Poznan teil­nehmen.

Als letztes präsentierte Prof. Dr. Werner Merle aus der Juristischen Fakultät die Deutsch-französische Juristenausbildung an der Universität Potsdam m Zusammenarbeit mit der Universität Nannterre. Ähnlich dem Internationalen Studium der Nachrichten­technik besuchen auch hier deutsche und französische Studenten gemeinsam die bei­den Universitäten. Allerdings gibt es keinen übergreifenden Abschluß. Merle strebt je­doch eine Anerkennung des Auslands­studiums als Wahlpflichtfach an. ade

BELARUSSISCHE EXPERTEN ZEIGTEN INTERESSE FÜR LEHRERBILDUNG

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Auf Einladung der Hochschulrektorenkonferenz weilte kürzlich eine Delegation des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Republik Belarus' in Deutschland. Sie stand unter der Leitung von Prof. Dr. Vladimir Anestievic Pletjuchov (links), Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Obersten Sowjets der Republik Belarus'. Die Gäste sind in ihrer Heimat mitderReform des Bildungs- und Hochschulwesens befaßt. Sie brachten im Vorfeld ihres Besuches den Wunsch zum Ausdruck, bei einem Aufenthalt an der Universität Potsdam Auskünfte über die hier praktizierte Lehrerausbildung erhalten zu können. Im Gespräch mit dem Rektor der Potsdamer Hochschule, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (rechts), der Prorektorin für Lehre und Studium, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, und anderen Wissenschaftlern informierten sich die Besucher dann auch über das Potsdamer Modell der Lehrerbildung. Dieser Profilbereich der Alma mater sieht eine integrierte und stufenübergreifende Ausbildung vor, die nach Auffassung des Rektors eine bewahrenswerte Tradition der Vorgängeremnchtungen der Hochschule darstellt. Reges Interesse zeigten die Dele- gationsteilnehmer an der Entwicklung der pädagogischen Bildung in der Bundesrepublik. So richteten sich ihre Fragen insbesondere auf solche Schwerpunkte wie das System der Lehrerbildung an den deutschen Universitäten, die Inhalte der psychologischen und pädagogischen Ausbildungs- abschnitte, die Gestaltung der praktischen Ausbildung im Rahmen des Referendariats sowie die Fort - und Weiterbildung der Lehrer. B.EJ Foto: Tribukeit

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