„LIVE AT Fl VE" JETZT AUS BERLIN UND GOLM
Rektor Loschelder mahnte finanzielle Unterstützung des Landes an
Seit dem 15. Januar dieses Jahres funkt es: das uniRadio Berlin-Brandenburg. Für viele aus den Hochschulen der Region ist es mittlerweile zur lieben Gewohnheit geworden, zwischen 17 und 18 Uhr „einmal ’reinzuhören“ in den Uni-Fünk auf der Frequenz 87,9 bzw. im Kabelnetz Potsdams auf 103,3 und Berlins auf 94,55. Seit kurzem verfügt uniRadio auch über ein dezentrales Produktionsstudio an der Universität Potsdam in Golm. Es wurde im Juni 1996 offiziell eröffnet.
Für die zahlreich erschienenen Gäste, den Rektor der Um Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, und den Vizepräsidenten der Berliner Fachhochschule für Tfechnik und Wirtschaft, Prof. Dr. Gerwin Kantelberg (beide sind Vorstandsmitglieder von uniRadio), war die Eröffnung ein „höchst erfreulicher Akt". Nun können Studierende aus Brandenburg und Berlin in einem weiteren Studio mit digitaler Ttechnik vorproduzieren, was dann vom Berliner Zentralstudio aus täglich gesendet wird. Vor allem die Potsdamer Studierenden brachten ihre Freude darüber zum
Ausdruck - waren doch vor allem sie bisher auf ständig verstopften Straßen zum Berliner Zentralstudio unterwegs.
Daß es bis zur Studioeröffnung in Golm, die ausschließlich von der Universität Potsdam finanziert wurde, auch im übertragenen Sinne ein weiter Weg war, machte Rektor Wolfgang Loschelder deutlich. Er ennnerte mit klaren Worten an die ausstehende finanzielle Unterstützung des umRadios durch das Land Brandenburg: „Die Mittel, die uns aus dem Wissenschaftsministerium ohne Vorbehalte in Aussicht gestellt worden waren, fehlen auch jetzt noch", erklärte er. Deshalb könne keine Rede davon sein, daß die Universität Potsdam in bezug auf ihren Beitrag für uniRadio über den Berg wäre. „Nach wie vor sind unsere Anstrengungen ohne Ergebnis, das uniRadio im Haushalt des Landes Brandenburg zu verankern. Nach wie vor ist aber auch unser Ministenum im Wort - und nach wie vor hoffen wir darauf, daß es dieses Wort einlösen wird. Es wäre wahrlich schwer nachvollziehbar, wenn die einzige Hochschule dieses Landes, die sich an diesem großartigen Gemeinschaftsprojekt be
Die Tkchnik funktioniert: uniRadio-Redakteur Thomas Prinzler (vorne) zeigt Rektor Wolfgang Loschelder im neuen Studio, was damit so alles möglich ist. Foto: Tribukeit
teiligt, wegen eines verhältnismäßig geringfügigen Geldbetrages aus der übergreifenden regionalen Hochschulkooperation wieder ausscheiden müßte", so Loschelder, der den staatlichen Instanzen die Einsicht wünschte, daß man einen solchen Beitrag zur Stärkung der Region Berlin-Brandenburg eben nicht zum Nulltarif haben könnte.
Vor diesem Hintergrund dankte er ausdrücklich der Unternehmensgruppe Roland Ernst, ohne deren finanzielle Unterstützung die Mitgliedschaft der Potsdamer Universität im Verein uniRadio schon längst hätte aufgekündigt werden müssen. Neue Hoffnungen auf eine vorübergehende Sicherung der Brandenburger Beitragsleistungen haben sich nach der Studioeröffnung ergeben: Wurde doch auf Anraten von Wissenschaftsminister Steffen Reiche mittlerweile ein Antrag auf Unterstützung des Potsdamer Anteils am uniRadio aus Lottogeldern des Landes formuliert und im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur eingereicht. Hg.
Das meinen prominente Medienschaffende:
„uniRadio? Neben 94,3 rs.2 mein Lieblingssender!“ Rick deLisle,
rs.2-Programmchef
„uniRadio? Ja, das habe ich auch schon einmal gehört. Dank so eines uniRadios sind die Voraussetzungen, in die Medien einzusteigen, richtig gut. Ich kann jedem Studi, der Spaß an dem Beruf hat, nur empfehlen, sich da mal auszuprobieren.“ Günther Jauch
„Ich weiß, daß es uniRadio gibt. Ich habe es noch nie gehört. Aber wenn Potsdam jetzt dabei ist, verspreche ich Ihnen, ich höre mal rein!“ Sabine Christiansen
DAS EU-INFOMOBIL KAM
Altere wie auch jüngere Menschen wünschen sich häufig, den eigenen Horizont in ferneren Ländern zu erweitern. Für Studenten stehen diesbezügliche Chancen besonders gut. Konkrete Informationen dazu gab es jüngst an einem Informationsstand vor der Mensa auf dem Uni-Komplex I Am Neuen Palais. Das EU- Infomobil hatte auf seiner nahezu drei Monate währenden Tour zu 45 deutschen Hoch- und Fachhochschulen in Potsdam Station gemacht, um für Mobilitätsprogramme und Studienmöglichkeiten in EU-Mitgliedsstaaten zu werben. Im Zentrum standen die europäischen Bil- dungs- und Forschungsprogramme „SOCRATES", „LEONARDO“ und „JUGEND FÜR EUROPA III. Detaillierte Auskünfte zu Sachthemen erteilte neben den drei Mobil-Betreuerinnen Mathea Fammels, Elisabeth Ketterer und Elke Braun zeitweise auch das Mitglied des Europäischen Parlaments Norbert Glante. Fragen zu Stipendien, Ansprechpartnern oder Währungsproblemen spielten in den Gesprächen vor Ort eine wesentliche Rolle. Übrigens: Nach Angaben aus dem Akademischen Auslandsamt beteiligte sich die Universität Potsdam erst kürzlich an der „SOCRATES“-Ausschreibung. Der entsprechende Antrag sei zum 1. Juli 1996 in Brüssel eingereicht worden. PG./Foto: Fritze
PUTZ 6/96
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