Fanselow: Nein, sondern die Frage, woher wir Professoren dann unsere studentischen Hilfskräfte bekommen. Aber wir müssen einfach erkennen, daß Wissenschaft in Deutschland ihren Charakter wandelt, Nach meiner eigenen Erfahrung, die viele Kollegen teilen, könnten wir unsere Kommissionsarbeit wesentlich verbessern, wenn wir von Forschung und Lehre komplett entlastet würden. Die Zukunft der Wissenschaft liegt in der Wissenschaftsadministration! Folglich verbleiben in Deutschland allein die Studiengänge „Di- plom-Entwicklungsplanungs-Kommissions- mitglied“, „Diplom-Lehre-und Studiumskommissionsmitglied“ , der Aufbaustudiengang „Diplomprodekan 1 ', der Promotionsstudiengang „Dekanatswissenschaft“ und das Habilitationsfach „Rektoratswissenschaft" . Da Lehre praxisnah sein muß, verbleiben diese Studiengänge natürlich in Potsdam, so werden wir dann unsere studentischen Hilfskräfte rekrutieren können.
KOOPERATION VERTRAGLICH VEREINBART
Ä.
Unwissende: Ist dies die einzige Perspektive, die die Hochschule 2010 hat?
Fänselow: Ja. Denn wenn die Finanzminister das dreizehnte Schuljahr streichen, wird keiner mehr in Deutschland die Hochschulreife erwerben können. Wir werden dann unsere ausländischen Studierenden kostengünstig vor Ort unterrichten und bauen die deutsche Wissenschaftsadministration als globalen Service auf. Unsere amerikanischen Gäste im Innovationskolleg zeigen sich ja schon jetzt beeindruckt von der Intensität unserer Verwaltungstätigkeit.
Unwissende: Das war ein ungeheuer aufschlußreiches Gespräch...
Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V (UVB) und die Universität Potsdam wollen ihre Zusammenarbeit in der Forschung, Lehre und Weiterbildung verstärken. Zu diesem Zweck haben der Präsident der UVB, Erich Gerard (links), und Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder nun einen Kooperationsvertragunterzeichnet. Erhält fest, daß Angehörige der Hochschule ihr Lehn und Weiterbildungsangebot sowie die Ergebnisse ihrer Forschung der UVB im Rahmen der finanziellen und rechtlichen Möglichkeiten zugänglich machen. Im Gegenzug erklärt sich die UVB bereit, Mitglieder der Potsdamer Universität nach Möglichkeit bei ihren Projekten durch praktische Hilfen zu unterstützen. Für Prof. Loschelder stellt dieser Vertrag in der aktuell zu beobachtenden Umbruchzeit eine wichtige Stütze dar: „In Zeiten knapper Kassen müssen sich die Hochschulen in immer stärkerem Maße ihre Partner außerhalb des Staates suchen“, erklärte er und fügte hinzu: „Darüber hinaus sollten auch Universitäten durchaus bedarfsorientiert ausbilden. Das Feedback aus den Unternehmen der Region wird uns dabei behilflich sein. "Erich Gerard erläuterte, daß ihm vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen am Herzen lägen, die keine Infrastruktur besäßen, um sich selbst um neue Forschungsergebnisse aus den Hochschulen zu bemühen. Die UVB vertrete rund 70 Unternehmen der Region, die an einem Tbchnologie- und Wissenstransfer mit der Potsdamer Universität Interesse hätten. So könnten z.B. Praktikantenplätze für Studierende zur Verfügung gestellt oder - wie bereits erfolgreich praktiziert - Existenzgründungs- und Weiterbil- dungsveranstaltungen durchgeführt werden. Zur systematischen Durchführung der gemeinsamen Aktivitäten wird em Beirat eingerichtet, dem jeweils bis zu fünf Vertreter der UVB und der Universität Potsdam angehören können. Der Vertrag wurde zunächst für eine Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen und verlängert sich, wenn keine Kündigung erfolgen sollte. Hg./Foto: Tribukeit
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WEITERE GELDSPENDE DER COMMERZBANK FÜR DIE UNI
Zum vierten Mal spendete die Potsdamer Commerzbank der Universität Potsdam Geld. Im vergangenen Jahr konnten mit diesen finanziellen Mitteln afrikanische Studierende unterstützt werden. Jetzt stellte die Bank der Universitätsbibliothek 5000,- DM zur Ergänzung der juristischen Zeitschriftenreihe „Der deutsche Rechtspfleger“ rückwirkend von 1948/49 bis 1989 zur Verfügung. Und dies auf Wunsch der Studierenden. Die offizielle Scheckübergabe an den Rektor der Alma mater, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (links), nahmen der Mitleiter und Direktor der Potsdamer Commerzbank AG, Jörg E. Kretzschmar (Dritter von links), und der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer sowie Vorsitzende der Universitätsgesellschaft, Peter Egenter (Zweiter von links), Mitte Juni 1996 vor. Der Rektor und die Studierenden Marc Wessen Kristma Both und Andreas Mosbacher (von rechts nach links) werteten die Geldspende als Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit der Hochschule. Sowohl studentische als auch die Interessen der Juristischen Fakultät konnten diesmal Berücksichtigung finden, so Kretzschmar.
B.E./Foto: Fritze
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PUTZ 6/96