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(1.1.2019) 06
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nicht in Zweifel gezogen. Gründe dafür sah Calder in einer Verkettung wirtschaftlicher Interessen. Angewiesen auf kostspielige Grabungen in verschiedenen Ländern sei die Archäologie unter den Altertumswissen­schaften am stärksten abhängig von politi­schem und wirtschaftlichem Wohlwollen. Skeptisch beurteilte Calder unter anderem die häufig zitierte Autorität Wilhelm Dörp- felds, des bedeutendsten Archäologen des 19. Jahrhunderts. Dessen fachwissenschaft­liche Unterstützung für Schliemann führte er allem darauf zurück, daß dieser ihm als Protegee des Trojaentdeckers zeitlebens Loyalität erwies.

Auch wenn nach der Wiederentdeckung des lange vermißten Pnamosschatzes sei­ne Echtheit nun bald abschließend geklärt werden kann, wird Schliemann die Wissen­schaft noch weiter beschäftigen. William Calder hat Anstöße hierzu gegeben.

Christiane Kunst

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Bildnis auf einer attischen Amphora: Kampf des Achilleus mit Hektor, der beiden Haupthelden m HomersIllias". Das Epos stellt die Geschichte Brojas dar, das Schliemann in der zweiten Hälfte des 19. Jh. ausgegraben hat. Foto: zg.

VOLLEM GANG

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AUS DEN AUGEN, AUS DEM SINN?

Auslandsamt startet Umfrage

Bisher erfaßt keine Stelle an der Universi­tät Potsdam die Absolventen, Promoven- den und Gastwissenschaftler aus dem Ausland vollständig. Dies scheint an vielen Hochschulen nicht anders: Nur 37 Einrich­tungen beantragten 1995 beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Mittel für Nachkontakte. Einige große Uni­versitäten haben hingegen spezifische Stellen in ihrer Verwaltung eingerichtet, die einen kompletten Maßnahmekatalog über langjährig entwickelte Strukturen an­bieten und Kontakte zu ihren Ehemaligen pflegen. Dies soll der jungen Universität Potsdam als Beispiel dienen im Falle von längeren Studien-, Forschungs- und Lehr­aufenthalten, nach Rückkehr in die Heimat­länder Kontakte auch offiziell über die In­stitution weiter zu pflegen.

Die Mitarbeiter des Akademischen Aus­landsamts wollen in diesem Jahr beginnen, eine Datenbank aufzubauen, die ausländi­sche Promovierende, Lehrende und For­schende an der Universität Potsdam erfaßt. Schwerpunktmäßig möchten sie mit den vom DAAD für dieses Projekt bewilligten Mitteln die Ehemaligen erreichen, nach Möglichkeit auch diejenigen, die vor der Universitätsgründung an der Pädagogi­schen Hochschule studiert, promoviert und gelehrt haben. Neben dem Aufbau einer Datenbank, die die Grundlage für die Kon­taktpflege bilden wird, sollen an die Ehe­maligen regelmäßig die PUTZ, Konferenz­bände, Konferenz-Tterminübersichten der Fakultäten, Vorlesungsverzeichnisse u.ä. versandt werden, um den Informationsaus­tausch zu ermöglichen. Was im Rahmen ei­nes solchen Programmes noch alles mög­lich sein wird, hängt auch von den Bedürf­nissen, Wünschen und Vorschlägen derje­nigen ab, die mit der Universität in Verbin­dung bleiben wollen; und von den für die Nachkontakte zur Verfügung stehenden Mitteln. Zunächst ist aber die Recherche an der Universität erforderlich:

Wer hat noch Kontakt zu ausländischen Wissenschaftlern oder Studenten, die in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind? In den nächsten Wochen und Monaten wird eine studentische Hilfskraft dieser Frage nachgehen. Die Mitarbeiter des Aus­landsamtes bitten um Unterstützung bei dieser Rrage.

Interessenten wenden sich bitte an die Lei­terin des Akademischen Auslandsamtes: Antje Bürger, Tbl. 977-1702, Fax 977-1798, e- mail:buerger@rz.uni-potsdam.de. mt.

Zu arbeiten bei gleichzeitig laufendem Baubetrieb am und im Gebäude: Dieses Kunststück bringen derzeit viele Mitarbeiter und Studierende der Universität Potsdam fertig. Da werden Prüfungen geschrieben, Sitzungen abgehalten und Dossiers verfaßt, während Bauarbeiter draußen den Putz abschlagen. Tbotz zweifellos vorhandener Beeinträchtigungen wird dies jedoch von den meisten gern m Kauf genommen: ist es doch em Zeichen dafür, daß es zumindest stellenweise vorangeht mit dem weiteren Aufbau der Universität Potsdam.

So ist em deutlicher Fortschritt bei den Arbeiten am Prachttreppenaufgang des südlichen Communs- Gebäudes (rechts) und der dazugehörigen Kuppel (links) zu erkennen, obwohlLandesbauamt Potsdam, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und das beauftragte Büro dabei sowohl in bautechnischer als auch denkmalpflegerischer Hinsicht harte Nüsse zu knacken haben, wie der Leitende Regierungsbaudirektor des örtlichen Landesbauamtes, Richard Rolf Hartleben, gerne zugibt.

Dächer, Fässaden und ab nächstes Jahr auch die Innenbereiche beider Communs-Gebäude würden demnach fortlaufend saniert. Die Remise des Hauses 9 Am Neuen Palais stehe kurz vor ihrer Fertig­stellung. Damit sei eine Nutzung durch die Universität noch im Monat Juli möglich. Eine Instand­setzung erführen derzeit auch der Süd- und Nordflügel des ehemaligen Marstalls. Als unübersehbar für Tburisten wie Uni-Angehörige erweise sich die Einrüstung des sogenannten Emstein-Hauses. Dort erhielten Innenbereich und Fassade Verschönerungen. Die Institutsgebäude, Gewächshäuser und Außenanlagen an der Maulbeerallee würden gleichfalls modernisiert. Dazu gehöre ebenso die Erneuerung der historischen Mauer. red./Fotos: Fritze

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PUTZ 6/96