EXKURSION NACH POLEN
Vor wenigen Wochen unternahmen Studentinnen und Lehrende des Instituts für Germanistik eme mehrtägige Studienreise nach Lublin in Südostpolen. Geplant und finanziert wurde die Exkursion von der Deutschen Gesellschaft e.VJene Organisation bemüht sich um die Förderung innereuropäischer Beziehungen auf vielerlei Ebenen. Dazu gehören auch die Kontakte zwischen Deutschland und Polen. Im Sinne des thematischen Schwerpunkts „Deutsch als Fremdsprache an Schule und Hochschule " fanden Begegnungen mit polnischen Kollegen und Kommilitonen an mehreren Institutionen statt. Darunter befanden sich die Germanistischen Institute der beiden Lubliner Universitäten (Mane-Curie-Sklodowska-Universität und Katholische Universität Lublin). Aber auch das an der ukrainischen Grenze gelegene Lehrerkollegium in Chelm war Besuchsstation: Hier sind die Studieninhalte geprägt durch besondere Nähe zur Praxis des fremdsprachlichen Unterrichts an Schulen. Außerdem gestalteten die Reiseteilnehmer Unterrichtseinheiten an einer Reihe von privaten und öffentlichen Gymnasien bzw. an einer kommerziellen Sprachschule. Eine Weiterführung der Kontakte, etwa im Hinblick auf die Einrichtung von Praktikumsplätzen, ist geplant. Die Studienfahrt diente auch der Beschäftigung mit der so reichen jüdischen Kultur in der Region und ihrer Vernichtung durch die deutschen Besetzer, für die nicht nur das Vernichtungslager Majdanek Zeugnis ablegt. Dank der hervorragenden Betreuung durch die Deutsche Gesellschaft e.V war es den Potsdamern möglich, m nur kurzer Zeit umfassende Informationen zur Rolle der deutschen Sprache im heutigen Polen zu erhalten. Darüber hinaus gelangen Einblicke in die moderne polnische Gesellschaft. Stefanie Haberzettl, Regina Wenzel/Foto: zg.
mms
UNI-STAND BEIM „BROADWAYFEST"
1 SKMisrr,vr
Für Aufsehen sorgte der Informations- und Verkaufsstand, mit dem sich die Potsdamer Universität am diesjährigen Straßenfest der AG-City beteiligte. Um dem Vorwurf, daß die Uni in „ihrer" Stadt noch viel zu wenig präsent sei, wenigstens einen Tkil des Windes aus den Segeln zu nehmen, hatten Mitarbeiter des Referates für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Vertretern der Potsdamer Einzelhändler „AG-City“ anfragt, ob die Universität ebenfalls teilnehmen könne. Die Vorsitzende, Eva Gerber, und der stellvertretende Vorsitzende, Horst Eller, signahsierten nach Rücksprache mit den Mitgliedern der AG sofort Interesse. Der Weg, sich den Potsdamer Bürgerinnen und Bürgern einmal im Herzen der Stadt (der Brandenburger Straße) zu präsentieren, war also frei - und das, ohne Standgebühren bezahlen zu müssen. Unter der Leitung des Pressereferates beteiligten sich am 8. und 9. Juni zahlreiche Universitätsangehörige an der Aktion: Mitarbeiter des Audiovisuellen Zentrums sorgten für den professionellen Aufbau des Standes und der Ausstellung „Universität Potsdam 2000", die Fahrbereitschaft fuhr Sonderschichten zum Transport des Materials, Vertreter des Rektorates, der Dekanate, der Dezernate und des Potsdamer Innovations- und Tkchnologie- transfers (PITT) waren für jeweils zwei Stunden sonnabends und sonntags am Stand präsent. Auch derRektor, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (Bildmitte), entzog sich nicht dem „Standdienst“, verteilte Informationsmaterial an Interessierte und verkaufte gemeinsam mit der Studienberaterin Dr. Irma Bürger (links) und der Dezernentin für Planung, Statistik, Datenverarbeitung und Forschungsförderung, Sabine Schmid (rechts), Uni-Shirts, Uni-Krawatten und Uni-Tücher. Hg./Foto: Fritze
AUS DEM SENAT BERICHTET
In seiner 33. Sitzung am 30. Mai 1996 hat sich der Senat der Universität Potsdam u.a. mit folgenden Themen befaßt bzw. folgende Beschlüsse gefaßt:
Der Kanzler, Alfred Klein, teilte zunächst mit, daß die Professorenstellen für die Innova- tionskollegs „Biomolekulare Erkennungssysteme für biochemische Analytik“ und „Mechanismen der gastrointestinalen Bio- aktivierungund -inaktivierung“ ausgeschrieben seien. Nach wie vor wäre deren Beginn zum ersten Januar 1997 geplant. Probleme gäbe es allerdings mit den dafür erforderlichen Laborflächen, die zusätzlich angemietet oder in Form von Laborcontainern zur Verfügung gestellt werden müßten. Die Finanzmimsterin hätte, so der Kanzler, zugesagte Gelder für die Beschaffung von Laborcontainern gestrichen, so daß derzeit immer noch nicht geklärt werden konnte, wo die künftigen Mitarbeiter der Innovationskollegs ihre Arbeit aufnehmen werden. Der Kanzler erinnerte daran, daß das Land hier eindeutig in der Pflicht stünde, da das zuständige Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur der die Innovationskollegs vergebenden Deutschen Forschungsgemeinschaft zugesagt habe, Laborflächen zur Verfügung stellen. Wenn dieses Problem nicht bald gelöst wird, muß die Universität Potsdam - die neben Jena als einzige drei Innovationskollegs erhalten hat - die beiden Innovationskollegs zurückgeben“, so Alfred Klein. Dies wäre dann ein bundesweit wahrhaft einmaliger Vorgang, „mit dem man Brandenburg und die Universität Potsdam tot machen würde im Hinblick auf die Seriosität im Wissenschaftsbereich.“
An diese Ausführungen des Kanzlers schloß sich der Rektor mit seinem Bencht an, in dem er scharfe Kritik an dem fortwährenden „Sparen nach dem Gießkannenprinzip“ seitens des Landes laut werden ließ. „Das Land Brandenburg müßte endlich einsehen, daß es nichts bringt, keine Schwerpunkte zu bilden“, erklärte er und forderte, die investiven Bereiche (Wirtschaft und Wissenschaft bzw. Ausbildung der nächsten Generation) in Zukunft deutlich zu Lasten der rem konsumtiven Bereiche zu fördern.
Der Senat beauftragte schließlich das Rektorat, ein sogenanntes Weißbuch“ zu erstellen, worunter eine Dokumentation zu verstehen ist, aus der klar hervorgeht, wo warum nicht gespart werden kann und wo hingegen durch Streckungen beispielsweise noch Sparpotentiale auszuschöpfen wären.
Des weiteren stimmte der Senat der Studienordnung für das Studium der Griechischen Philologie in Magisterstudiengängen zu unter dem Vorbehalt, daß die in die
Seite 16
PUTZ 6/96