INFOS, SPORT, SPIEL UND VOR ALLEM SPASS BEIM UNI-SOMMERFEST 1996
„Man“ traf sich einfach an diesem 1hg, dem Dies academicus der Universität Potsdam 1996: Entweder bei den populärwissenschaftlichen Vorträgen am Vormittag, oder bei den nachfolgenden kulturellen Aktivitäten, oder beim Uni-Sportfest, oder beim Kinderfest, beim Schlendern durch die verschiedenen Stände auf der Festwiese - spätestens aber bei dem kleinen Empfang des Rektors am Abend, dem anschließenden Buffet und dem Tanz mit den „Big Beat Boy’s“. Das Programm für das diesjährige Uni-Sommerfest am 12. Juni war bewußt vielfältig gehalten, um für möglichst alle Gruppen interessante Aspekte zu bieten und die Universität in all ihren Schattierungen präsentieren zu können. Entsprechend bunt war denn auch die Gästeschar: Studierende, Mitarbeiter und Professoren aller vier Standorte der Hochschule versammelten sich zahlreich Am Neuen Palais, beteiligten sich am Programm oder flanierten und erzählten „nur“; abends trafen dann verstärkt Gäste anderer Hochschulen und Institutionen der Region ein, so unter anderem der Minister für Wissenschaft, For
schung und Kultur, Steffen Reiche, sein Staatssekretär Prof. Dr. Friedrich Buttler, der Beigeordnete für Bildung, Jugend und Sport, Claus Dobberke, und der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Roland Emst, Klaus Heitkamp. Ohne Klaus Heitkamp und das großzügige Sponsoring der Firma Roland Emst hätte das Uni-Sommerfest '96 übrigens nicht stattfinden können, da die Hochschule bei den derzeitigen Sparauflagen keinerlei eigene Gelder aufbringen konnte. Ebenfalls als Sponsoren zu nennen wären in diesem Zusammenhang die Berliner Kindl Brauerei, Niederlassung Potsdam, die Firma Knaack Werbung, Potsdam, und das Kulturamt der Stadt Potsdam. Doch nicht nur ihnen, auch den zahlreichen Helfern und Organisatoren des Sommerfestes drückte Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder seinen Dank aus: als da wären das Festkomitee mit Dr. Norbert Reichelt an der Spitze, der Studierendenrat, der sehr viele der Programmpunkte selbst organisierte, und das Studentenwerk Potsdam, welches für das kalt-warme Buffet am Abend verantwortlich zeichnete. Hg.
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Ein passendes Motto für das Vormittagsprogramm des Sommerfestes im Rahmen des Dies academicus hätte lauten können: Wer die Wahl hat, hat die Qual!“, denn die Vorträge, die zur Wahl standen, überschnitten sich teilweise. Und so mußte sich der potentielle Zuhörer entscheiden, ob er beispielsweise lieber von Prof. Dr. Heinz Kleger, Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie, etwas über „Berlin-Brandenburg als europäische Region“ erfahren oder eine Vorlesung bei dem Direktor des Instituts für Geowissenschaften, Prof, Dr. Roland Oberhänsli, hören wollte. Wer sich für letzteres entschied, konnte unter dem Titel: „Gesteine, Schlüssel zum Studium globaler Prozesse" zunächst einmal viel über die Entstehung der Geowissenschaften erfahren. Z.B., daß der Schweizer Geologe Emile Argand (1879- 1940) eine geotektonische Karte Asiens entwarf, ohne jemals in Asien gewesen zu
sein. Er nutzte die Informationen, die er über die Kontakte zu Eisenbahnbau-Geologen hatte und entwickelte die Karte aufgrund von Alfred Wegeners Tfektoniktheorie. Aber auch um die Aufgaben der Geologen in der Gegenwart ging es. So beschäftigen sich Mineralogen unter anderem damit, anhand der Zusammensetzung von Gesteinen Rückschlüsse auf ihre Herkunft und Entstehung zu ziehen. Da mittlerweile bekannt ist, daß sich bestimmte Minerale nur bei bestimmten Drücken und Ttemperaturen bilden können, erhalten sie durch die Gesteinsanalyse Aufschluß darüber, aus welchen Tiefen der Stein stammt. Auch nach der Vorlesung konnte man sich weiter mit Geowissenschaften befassen. Im Flur vor den Hörsälen präsentierten Geologen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Manfred Strecker einen Sonderforschungs-bereich, an dem die Arbeitsruppe seit Beginn dieses Jahres beteiligt ist. Während Strecker und seine Mitarbeiter anhand der aufgehängten Poster Näheres zu dem Projekt erläuterten, bei dem es um die Charakterisierung und Ursachenfor
schung von Bergrutschen in Chile geht, drang aus einem Hörsaal rhythmische Musik herüber: das Kolloquium „Begegnungen mit Klanglandschaften - Musik aus Amerika und Asien“ von Prof. Dr. Günter Olias, Professor für Musikdidaktik, hatte dort bereits begonnen.
Nicht nur Studierende des jeweiligen Faches zog es in die entsprechenden Veranstaltungen. So wagte sich beispielsweise ein Physiker in den Vortrag „Die Tröstung der Trivialliteratur“ von Prof. Dr. Elke Liebs, der Direktorin des Instituts für Germanistik. Schließlich, so erklärte er seine Motivation, lese er gerade „Der Medicus“ und den müsse er ja wohl zur Trivialliteratur rechnen.
Der letzte Redner dieses Vormittags war Mathias Bröckers vom Hanfhaus Berlin. Der Andrang zu seinem Vortrag „Geschichte und Gebrauch der Kulturpflanze Hanf“ war so unerwartet groß, daß man in einen größeren Hörsaal umziehen mußte.
Am Nachmittag lief dann ein von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
separat organisiertes Programm, dessen einer Tteil das Kolloquium „Studenten forschen“ bildete. Vier Studenten benchteten dabei über ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Biologie, Ernährungswissenschaft, Informatik und Physik. Parallel dazu stellten sich die Institute für Physik und Informatik vor, So demonstrierten die Informatiker an ihrer Modelleisenbahn das „Problemmedium Eisenbahn“. Es wurden die Anforderungen an ein Programm erläutert, welches der vollautomatischen Steuerung von Signalen und Weichen dient, und entsprechende Lösungsstrategien vorgestellt. Die Modelleisenbahn ist an einen PC gekoppelt, auf dem Studenten im Rahmen eines Praktikums Programme entwickeln sollen, die ihre automatische Steuerung erlauben. Die Veranstaltung diente gleichzeitig dazu, Studenten zu motivieren, bei diesem Praktikum mitzumachen (und die ganze Anlage zu betreuen). - Noch ist der Zug nicht abgefahren. ade
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PUTZ 6/96