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(1.1.2019) 06
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INFOS, SPORT, SPIEL UND VOR ALLEM SPASS BEIM UNI-SOMMERFEST 1996

Man traf sich einfach an diesem 1hg, dem Dies academicus der Universität Potsdam 1996: Entweder bei den populärwis­senschaftlichen Vorträgen am Vormittag, oder bei den nach­folgenden kulturellen Aktivitäten, oder beim Uni-Sportfest, oder beim Kinderfest, beim Schlendern durch die verschiede­nen Stände auf der Festwiese - spätestens aber bei dem klei­nen Empfang des Rektors am Abend, dem anschließenden Buffet und dem Tanz mit denBig Beat Boys. Das Programm für das diesjährige Uni-Sommerfest am 12. Juni war bewußt vielfältig gehalten, um für möglichst alle Gruppen interessan­te Aspekte zu bieten und die Universität in all ihren Schattie­rungen präsentieren zu können. Entsprechend bunt war denn auch die Gästeschar: Studierende, Mitarbeiter und Professo­ren aller vier Standorte der Hochschule versammelten sich zahlreich Am Neuen Palais, beteiligten sich am Programm oder flanierten und erzähltennur; abends trafen dann ver­stärkt Gäste anderer Hochschulen und Institutionen der Regi­on ein, so unter anderem der Minister für Wissenschaft, For­

schung und Kultur, Steffen Reiche, sein Staatssekretär Prof. Dr. Friedrich Buttler, der Beigeordnete für Bildung, Jugend und Sport, Claus Dobberke, und der Geschäftsführer der Unter­nehmensgruppe Roland Emst, Klaus Heitkamp. Ohne Klaus Heitkamp und das großzügige Sponsoring der Firma Roland Emst hätte das Uni-Sommerfest '96 übrigens nicht stattfinden können, da die Hochschule bei den derzeitigen Sparauflagen keinerlei eigene Gelder aufbringen konnte. Ebenfalls als Sponsoren zu nennen wären in diesem Zusammenhang die Berliner Kindl Brauerei, Niederlassung Potsdam, die Firma Knaack Werbung, Potsdam, und das Kulturamt der Stadt Pots­dam. Doch nicht nur ihnen, auch den zahlreichen Helfern und Organisatoren des Sommerfestes drückte Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder seinen Dank aus: als da wären das Fest­komitee mit Dr. Norbert Reichelt an der Spitze, der Studierendenrat, der sehr viele der Programmpunkte selbst organisierte, und das Studentenwerk Potsdam, welches für das kalt-warme Buffet am Abend verantwortlich zeichnete. Hg.

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Ein passendes Motto für das Vormittagsprogramm des Sommerfestes im Rahmen des Dies academicus hätte lauten können: Wer die Wahl hat, hat die Qual!, denn die Vorträge, die zur Wahl stan­den, überschnitten sich teil­weise. Und so mußte sich der potentielle Zuhörer entschei­den, ob er beispielsweise lie­ber von Prof. Dr. Heinz Kleger, Inhaber des Lehrstuhls für Politische Theorie, etwas überBerlin-Brandenburg als europäische Region erfah­ren oder eine Vorlesung bei dem Direktor des Instituts für Geowissenschaften, Prof, Dr. Roland Oberhänsli, hören wollte. Wer sich für letzteres entschied, konnte unter dem Titel:Gesteine, Schlüssel zum Studium globaler Pro­zesse" zunächst einmal viel über die Entstehung der Geo­wissenschaften erfahren. Z.B., daß der Schweizer Geo­loge Emile Argand (1879- 1940) eine geotektonische Karte Asiens entwarf, ohne jemals in Asien gewesen zu

sein. Er nutzte die Informatio­nen, die er über die Kontakte zu Eisenbahnbau-Geologen hatte und entwickelte die Kar­te aufgrund von Alfred Wegeners Tfektoniktheorie. Aber auch um die Aufgaben der Geologen in der Gegen­wart ging es. So beschäftigen sich Mineralogen unter ande­rem damit, anhand der Zu­sammensetzung von Gestei­nen Rückschlüsse auf ihre Herkunft und Entstehung zu ziehen. Da mittlerweile be­kannt ist, daß sich bestimmte Minerale nur bei bestimmten Drücken und Ttemperaturen bilden können, erhalten sie durch die Gesteinsanalyse Aufschluß darüber, aus wel­chen Tiefen der Stein stammt. Auch nach der Vorlesung konnte man sich weiter mit Geowissenschaften befas­sen. Im Flur vor den Hörsälen präsentierten Geologen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Manfred Strecker einen Sonderforschungs-bereich, an dem die Arbeitsruppe seit Beginn dieses Jahres beteiligt ist. Während Strecker und seine Mitarbeiter anhand der aufgehängten Poster Näheres zu dem Projekt erläuterten, bei dem es um die Charakte­risierung und Ursachenfor­

schung von Bergrutschen in Chile geht, drang aus einem Hörsaal rhythmische Musik herüber: das KolloquiumBe­gegnungen mit Klang­landschaften - Musik aus Amerika und Asien von Prof. Dr. Günter Olias, Professor für Musikdidaktik, hatte dort be­reits begonnen.

Nicht nur Studierende des je­weiligen Faches zog es in die entsprechenden Veranstal­tungen. So wagte sich bei­spielsweise ein Physiker in den VortragDie Tröstung der Trivialliteratur von Prof. Dr. Elke Liebs, der Direktorin des Instituts für Germanistik. Schließlich, so erklärte er seine Motivation, lese er ge­radeDer Medicus und den müsse er ja wohl zur Trivial­literatur rechnen.

Der letzte Redner dieses Vor­mittags war Mathias Bröckers vom Hanfhaus Berlin. Der An­drang zu seinem VortragGe­schichte und Gebrauch der Kulturpflanze Hanf war so unerwartet groß, daß man in einen größeren Hörsaal um­ziehen mußte.

Am Nachmittag lief dann ein von der Mathematisch-Natur­wissenschaftlichen Fakultät

separat organisiertes Pro­gramm, dessen einer Tteil das KolloquiumStudenten for­schen bildete. Vier Studenten benchteten dabei über ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Biologie, Ernährungswissen­schaft, Informatik und Physik. Parallel dazu stellten sich die Institute für Physik und Infor­matik vor, So demonstrierten die Informatiker an ihrer Mo­delleisenbahn dasProblem­medium Eisenbahn. Es wur­den die Anforderungen an ein Programm erläutert, welches der vollautomatischen Steue­rung von Signalen und Wei­chen dient, und entsprechen­de Lösungsstrategien vorge­stellt. Die Modelleisenbahn ist an einen PC gekoppelt, auf dem Studenten im Rahmen eines Praktikums Programme entwickeln sollen, die ihre au­tomatische Steuerung erlau­ben. Die Veranstaltung diente gleichzeitig dazu, Studenten zu motivieren, bei diesem Praktikum mitzumachen (und die ganze Anlage zu betreu­en). - Noch ist der Zug nicht abgefahren. ade

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PUTZ 6/96