Kultur auf den Campus und in die Stadt
Das kulturelle Angebot des Uni-Festes konnte sich sehen lassen. So diskutierten zunächst Vertreter aus Politik, Kunst und Wissenschaft unter der Gesprächsleitung der Prorektonn Prof. Dr. Helene Harth zum Thema „Kultur: Konzepte - Meinungen - Perspektiven" , Der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Fbrschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Fhedrich Buttler, plädierte für einen Kulturstammtisch, um die Annäherung von Stadt und Universität zu befördern. Ziel müsse es sein, so war man sich auf dem Podium wie im Auditonum einig, die Präsenz der Uni in der Stadt zu verstärken. Dafür seien bei Nutzung vorhandener Möglichkeiten, wie etwa des „Claudius- Klubs", Kommunikations-und Begegnungszentren in der City Potsdams zu schaffen. Gute Ansätze des Wirkens der Uni nach außen gäbe es mit dem Moses Mendelssohn Zentrum, dem zur Institution gewordenen Studentenfestival UniDram oder dem Golmer „lesecafe", Die von Studierenden geforderten Räume für ihre Aktivitäten könnten trotz nachweislichen Mangels an der Hochschule gefunden werden, meinte Uni-Kanzler Alfred Klein. Er unterstütze jede Initiative, lehne jedoch Konsumentenverhalten ab. Der Rektor der Alma mater, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, sicherte den Studierenden zukünftig ständige Gesprächskontakte zu, um den Verständigungsprozeß zwischen ihnen und der Uni-Leitung zu verbessern.
Kultur live ging dann über die Bühne auf der Festwiese vor den Kolonnaden. Ein abwechslungsreiches zweistündiges Programm erlebten Uni-Angehörige und ihre Gäste. Moderator Dr. Michael Büttner aus dem Institut für Musik und Musikpädagogik konnte künstlerische und sportliche Darbietungen von Studierenden und Mitarbeitern präsentieren. Die erst kürzlich gegründete „Big Band" stellte sich vor, „Jiddische Lieder" wurden gesungen, Judo, Karate, Fanky- und Stepaerobic vorgeführt. Die sieben „The Jericho Roses“ brillierten mit Gospelsongs.
An diesem Nachmittag traten auch die Studentenbands „David Hasselhoff Expe- rience“ und „Dr. Bums Beat Formation“ auf. Sie sind die Zweit- und Drittplazierten des zwei läge zuvor vom Studierendenrat initiierten sechsstündigen Rock-Wettbewerbs. Zum Sieger unter den zehn Bewerbern kürte die aus Mitgliedern der studentischen Vertretung, des LINDENPARKS, des Musikhauses, des Waschhauses und Michael Büttner bestehende Jury „Spitball“. Die Referatsleiterin Kultur des Studierendenrates, Anja Heigl, bestätigte, „daß alle Musiker ihre Beteiligung als Herausforderung ansahen“.
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Daß der Geschmack Jugendlicher innerhalb und außerhalb der Hochschule Berücksichtigung fand, bewies deren Begeisterung am Abend nach dem Dies academicus, als die Leipziger Formation „DIE ART“ zum Open- Air-Rockkonzert Hunderte anlockte.
Die warme Sommernacht des 12, Juni war dazu angetan, das Rreie aufzusuchen, Dieser günstige äußere Rahmen ließ die künstlerisch anspruchsvolle Multimedia-Performance zu einem besonderen Erlebnis für die zahlreichen Zuschauer werden. Pier Giorgio Furlan und Studierende der Kunstpädagogik boten mit ihrer Interpretation von „Die Schöne und das Biest" eine Attraktion aus Tänz, Laser, Kostümen und Musik. Prof. Dr. Meike Aissen-Crewett aus dem Bereich Grundschulpädagogik zeigte sich von der Qualität der Aufführung und der großen Publikumsresonanz beeindruckt.
Bereits einen füg vor dem Sommerfest traten Studierende mit kulturellen Selbstäußerungen im Rahmen des nun schon traditionellen, diesmal siebenten, vom Referat Kultur veranstalteten „PODIUM“ an die Öffentlichkeit. Ob Songklub Slavistik, Literaturbühne ’90, English Drama Group, Sprecherkreis oder Einzelvortragende, jede Darbietung bildete ein Mosaikstemchen im Bild künstlerischer Ambitionen der jungen Leute, Eme umfangreiche Ausstellung von Malerei und Fotografie vervollständigte diesen Eindruck. B.E.
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Der kleine Striptease des Kanzlers Alfred Klein beim abendlichen Beisammensein erzeugte zwar Spaß, hatte jedoch einen bitterernsten Hintergrund: wurden ihm als dem Bevollmächtigten für den Haushalt der Hochschule doch bereits Jacke, Hemd und Hose durch die aktuellen Sparauflagen ausgezogen. Wie soll er bloß nächstes Jahr dastehen, wenn der Potsdamer Uni weitere Einsparungen verordnet würden?
Foto: Fritze
Keramiken, gemeinsam gestaltet von Studierenden und Behinderten.
Foto: Fritze
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