Heft 
(1.1.2019) 06
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RADFAHREN VERBOTEN?

Demonstration für Freigabe des Ökonomieweges

Was andere Themen bislang nicht schafften, ist in der Diskussion über ein Für und Wi­der der Freigabe des Ökonomieweges durch den Park Sanssouci für Radfahrer gelun­gen: Es gibt zahlreiche Leserbriefe Potsdamer Bürger zu dieser Forderung, kurz: Das seitens der Studierenden der Universität (aufs Neue) initiierte Thema bewegt ffeile der Potsdamer Bevölkerung. Da werden Aussagen getätigt wieDie Studenten sollten als Gä­ste Potsdams die weltberühmten Anlagen achten oder ,Wir erwarten, daß sich die Stu­denten ihrer Verantwortung gegenüber den historischen Kulturgütern ihrer Gast­geberstadt bewußt sind! Solcherart Polarisierungen riefen prompt andere Stellungnah­men hervor, in denen die Universität als fester Bestandteil der Stadt Potsdam hervorge­hoben und es strikt zurückgewiesen wird, ihre Studenten als Gäste zu bezeichnen.

als Marker für eine ausreichende Vitamin E- Versorgung verwendet werden. Mithilfe von unterschiedlich stark mit freien Radikalen belasteten Personen, denen Vitamin E verab­reicht wird, hofft Bngelius-Flohe die vermu­tete Korrelation nachweisen zu können, und die Hypothese, daß a-CEHC ein Indikator für eine ausreichende Vitamin E-Versorgung sei, zu stützen. Ein weiterer Stoff, mit dem sich Brigelius-Flohe beschäftigt, ist Selen. Zu seiner Bedeutung sagt sie:Selen wird auch immer als Antioxidans verkauft. Es ist aber kein Antioxidans. Es wird nur dann antioxidativ wirksam, wenn es als Selen- ocystein in Proteine eingebaut wird, die antioxidativ wirken. Ein solches Protein ist die Glutathionperoxidase. Was sie in ihrer Arbeitsgruppe erforschen möchte, ist die biologische Funktion des Selens bzw. der verschiedenen Selenoproteine. ade

Kein Fair Play beim Match um Genkartoffeln

Ein ganzes FHihjahr lang tauchten sie immer wieder in den lokalen Zeitungen auf: die Genkartoffeln. Noch bevor sie im Mai mit der Genehmigung durch das Robert-Koch- Jnstitut des Bundesgesundheitsamtes auf dem Versuchsfeld des Max-Planck-Instituts für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm in die Erde gebracht wurden, hatte sich ein Aktionsbündnis für gentechnikfreie Land­wirtschaft formiert, und in der Folge disku­tierten und stritten Anhänger des Bündnis­ses und die Wissenschaftler des Instituts sowie alle auf sonstige Art und Weise enga­gierten Bürgerinnen und Bürger über Nut­zen und Risiken der Gentechnik in der Land­wirtschaft. Dies hat ein abruptes Ende ge­funden, nachdem am 18. Juni Unbekannte rund ein Viertel der in ihrer genetischen Substanz veränderten Kartoffeln herausge­rissen haben und die Versuchsreihe dadurch hinfällig geworden ist.

Bleibt die Rage: Was hat es den Ausreißern gebracht? Kurzfristig vielleicht die Genugtu­ung, die (genehmigten) Pläne der Wissen­schaftler durchkreuzt zu haben, vielleicht sogar der Glaube, Schlimmes verhindert zu haben. Langfristig gesehen: Nichts oder noch weniger. Institutsdirektor Prof. Dr. Lo­thar Willmitzer hat bereits eine Fortsetzung des Projekts im nächsten Jahr angekündigt, allerdings unter höheren Sicherheitsvorkeh­rungen - gegen potentielle Eindringlinge versteht sich. Ob dann die Bereitschaft zum gegenseitigen, vielleicht sogar einfühlsame­ren Dialog größer geworden sein wird, ist zu bezweifeln. Erfahrungsgemäß bringen der­artige Aktionen eher eine Verhärtung der Fronten mit sich. Haben also nur die gewon­nen, denen an einer sachlichen Diskussion nie gelegen war und die Provokation und Gegenprovokation als geeignetes Mittel zur Auseinandersetzung sehen. ade

Ausgangspunkt dieser Diskussion bildet ein Aufruf der Arbeitsgemeinschaft (AG) Ver­kehr der Universität Potsdam zur Demonstra­tion für eine Freigabe des Ökonomieweges im Park Sanssouci für Radfahrer. Diesem Aufruf schlossen sich rund 150 Studierende der Potsdamer Um als Hauptbetroffene der schlechten Verbindungswege zwischen Stadt und Hochschule an. Bei einer Ab­schlußkundgebung am Brandenburger Tbr Potsdams erläuterten sie im einzelnen, wes­halb diese Freigabe für sie so wichtig wäre. Zu der direkten Verbindung über den Ökonomieweg durch den Park Sanssouci gibt es keine Alternativen. In der Geschwi- ster-Scholl-Straße drängen sich Straßen­bahn, Autos, Fahrradfahrer und Rißgänger auf engstem Raum, das ist einfach zu gefähr­lich. Außerdem besteht der Belag dort aus Kopfsteinpflaster, es gibt keinerlei Radwe­ge", schilderte Ingo Schöning von der AG Verkehr die derzeitige Situation.

Da auch die Studierenden keine generelle Rreigabe des Parkes von Sanssouci für Rad­fahrer wollen, wären sie bereit - so Schöning - die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg bei Maßnahmen

zur Sperrung der anderen Wege durch den Park zu unterstützen. Doch genau da liegt der Streitpunkt: Vertreter der Stiftung sind davon überzeugt, daß es nach einer Freiga­be des Ökonomieweges nicht dabei bleiben, sich vielmehr schon bald Radler auf allen Wegen im Park tummeln würden. Sanssou­ci ein Fahrradpark? Da sieht nicht nur die Stiftung Schlösser und Gärten rot...

Es scheint also darum zu gehen, einen Weg zu finden, der entweder den Fahrrad-Durch­gangsverkehr nur auf den Ökonomieweg beschränkt, oder aber einen durchgehen­den Fahrradweg zwischen den Uni-Standor- ten außerhalb des Färks zu etablieren, wie es Vertreter der Stiftung vorgeschlagen haben. Solch ein Verbindungsweg müßte neu ge­schaffen werden. Da es um die Finanzen der Stadt Potsdam derzeit eher schlecht bestellt ist, werden einem solchen Vorhaben wenig Chancen eingeräumt. Der Rektor der Pots­damer Universität, Prof. Dr. Wolfgang Lo- schelder, ist sich sicher, daß die Studieren­den diszipliniert genug wären, wirklich nur den Ökonomieweg zu benutzen.Das wäre für uns schon eine große Erleichterung", er­klärte er. Hg.

Die Demonstration der Radler zeigte die Gefahren auf den Verbindungsstraßen außerhalb des Parks deutlich auf. Die AG Verkehr hat weitere Aktionen für das kommende Wintersemester geplant.

Foto: Friedrich Wilhelm Schwartzkopf

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PUTZ 6/96