DIE REALEN PROBLEME MIT DEM VIRTUELLEN
Wieso die Uni Potsdam erst jetzt den Link zum Virtual College hat
Am 24. April '96 wurde das Virtual College (VC) offiziell eröffnet. Dieses Berlin-Brandenburgische Projekt, an dem sich neben der Universität Pots- tid**» : * t dam die beiden anderen Brandenburger Universitäten und die FH Un/I'if Brandenburg sowie die drei Berliner Universitäten und die
•jMECyr TFH Berlin beteiligten, sollte das Sommersemester über neue Formen ff des Lernens testen: Die von den beteiligten Professoren ausgearbeiteten Lehrprogramme und zusammengestellten Materialien wurden auf einem zentralen Rechner abgelegt, auf den die Studenten aller integrierten Hochschulen über einen Computer-Pool an ihrer Hochschule Zugriff haben sollten. Neben konventionellen Vorlesungen oder Seminaren war vorgesehen, einzelne Vorlesungen per Videokonferenzschaltung an andere Hochschulen zu übertragen. Allerdings konnte dieses Konzept im Sommersemester nicht für die Universität Potsdam verwirklicht werden.
Die zugrundeliegenden Probleme waren und sind vielschichtig. Nach Aussage von Dr. Hermann Walter aus der Zentralen Einrichtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation (ZEIK) mangelte es in erster Linie an der Übertragungstechnik: Um die Verbindung zwischen den Berliner und den Brandenburger Universitäten herzustellen, müssen zum einen vier ISDN-Leitun- gen für den hohen Datentransfer freigegeben sein - und zwar jeweils zwischen den vier beteiligten Brandenburger Hochschulen und der TU Berlin, die den Knotenpunkt des VC darstellt zum anderen muß es jeweils an beiden Enden einer Leitung ein Gerät geben, das die Daten für den Transport geeignet präpariert beziehungsweise die präparierten Daten empfängt. Ein solches Gerät ist ein Router. Wahlweise kann dazu auch ein leistungsfähiger Computer, der mit einer „Multiplex"-Karte und entsprechender Software ausgestattet ist, verwendet werden. Zum Zeitpunkt, an dem das VC seine Arbeit aufnahm, standen der TU allerdings erst zwei Multiplex-Karten zur Verfügung. Mit diesen beiden Karten wurde die Verbindung zwischen Cottbus und der TU Berlin geschaltet.
Zwar konnte die Universität Potsdam im Sommersemester nicht mit ihren Angeboten im VC präsent sein. Intern aber liefen wie geplant die angekündigten Veranstaltungen: Potsdamer Studierende erarbeiteten sich in Seminaren anhand der von den beiden beteiligten Potsdamer Professoren ausgearbeiteten Lernprogramme sowie des im Netz zur Verfügung stehenden ergänzenden Materials den Lehrstoff. Für auswärtige Studenten hingegen war es nur möglich, diese Lehrprogramme über das World Wide Web (WWW) abzurufen. Das brachte aber die üblichen langen Wartezeiten mit sich, da die für das WWW zur Verfügung stehende „normale” ffelefonleitung die Übertragung der erforderlichen großen Datenmengen nur langsam bewältigt. Allerdings berichtet Walter, daß seit Ende Juni die ffelekom zwischen der Uni Potsdam und der TU Berlin eine ISDN-Leitung frei
geschaltet hat und am ZEIK seitdem ein Router auf seine Eignung für das Projekt getestet würde. Vor wenigen lägen sei es gelungen, über diesen Router ein Signal an die TU zu senden, allerdings sei es dort nicht empfangen worden. Ob hier Hard-, Software oder Konfigurationsprobleme zugrunde liegen, gilt es in den nächsten lägen herauszufinden. „Zwischen Berlin und Cottbus hat es zwei Monate gedauert, bis Signale abge-
Der neue Studiengang entstand vor dem Hintergrund zunehmenden Bedarfs an modern ausgebildeten Verwaltungsfachleuten in den neuen Bundesländern und dem künftigen Regierungssitz Berlin sowie in inter- und supranationalen Institutionen. Die späteren Einsatzmöglichkeiten der Absolventen reichen weit über den klassischen Verwaltungsbereich hinaus.
Im Verlauf ihres Studiums beschäftigen sich die Studierenden mit dem gesamten Bereich des „arbeitenden Staates“. Übrigens: Vergleichbare Studiengänge in den EU- Staaten oder den USA sind unter der Bezeichnung „Public Policy“ längst etabliert und erfolgreich.
Politik- und Verwaltungswissenschaft stehen auch in Potsdam in enger Beziehung. Das Grundstudium beider Ausbildungsgänge ist praktisch identisch. Erst zum Hauptstudium fällt die Entscheidung zwischen beiden Fächern. Dann stehen in der Fachrichtung yerwaltungswissenschaft“ spezifische Probleme und Fragestellungen der Umwelt-, Sozial- und Kommunalpolitik sowie zur Organisation und zum Management von Verwaltungseinheiten auf dem Lehrplan. Professoren und Dozenten wollen in Seminaren und Vorlesungen ihre
schickt und empfangen werden konnten“, verdeutlicht Walter die Nicht-Trivialität des Problems. Allerdings bleibt er zuversichtlich und meint, daß im Wintersemester das VC in seiner geplanten Form auch für Potsdam zugänglich sein wird. Um die volle Bandbreite von Multimedia ausschöpfen zu können, steht in einem Pool der ZEIK in Golm bereits eine entsprechende Ausstattung zur Verfügung: Ein,White board“ - eine Täfel für die virtuelle Vorlesung ein .Video - 11 und ein „ Audiotool“ zur Kommunikation mit den anderen 'Ifeilnehmern.
Weitere Informationen im WWW unter der Adresse http://virtualc.prz.tu-berlin.de/die Homepage des VC. Zum Lehrangebot der Universität Potsdam gibt es Näheres unter: http://www.um-potsdam.de/u/slavistik/ vc.htm bzw. http://www.uni-potsdam.de/u/ zfu/ub/ub_index.htm, wo Lehrende der Sla- vistik, der Germanistik, der Umweltbildung und der Hochschule für Film und Fernsehen ihre Veranstaltungen vorstellen.
Die Einschreibung für das nächste Semester erfolgt im WWW unter http://virtualc. prz.tu-berlin.de/sekrO.htm. und steht allen Interessierten offen! ade
Hörer zudem sensibel machen für komplexe Zusammenhänge des öffentlichen Sektors und die Wirkungen staatlicher Steuerungsversuche. Zudem geht es um die Vermittlung von Fähigkeiten, anspruchsvolle Aufgabenstellungen zu analysieren, Lösungen zu entwerfen und umzusetzen. Dazu gehört außerdem eine interdisziplinär ausgerichtete Ausbildung in Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie im öffentlichen Recht.
Künftige Diplom-Verwaltungswissenschaftler erhalten so die Voraussetzungen, auch in privaten Unternehmen und Verbänden erfolgreich wirken zu können. Darüber hinaus ist ein achtmonatiges Praktikum zur Vorbereitung auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes Bestandteil des Studienganges.
Zum Studium der Verwaltungswissenschaft an der Universität Potsdam berechtigt der Nachweis der allgemeinen Hochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluß. Zulassungsbeschränkungen bestehen nicht. Weitere Informationen sind an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, August-Be- bel-Str. 89, 14482 Potsdam, Tel. 0331/977- 3240 erhältlich. mt.
PUTZ 6/96
AB HERBST VERWALTUNGSWISSENSCHAFTEN
Personal mit Kenntnissen des öffentlichen Sektors zunehmend gefragt
Mit Beginn des Wintersemesters 1996 bietet die Universität Potsdam als zweite deutsche Hochschule nach der Universität Konstanz einen eigenständigen verwaltungswissenschaftlichen Studiengang an. Einschreiben können sich in der zweiten Septemberhälfte dieses Jahres Studienanfänger und Hochschulwechsler (bis zum 7. Fächsemester).
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