Heft 
(1.1.2019) 06
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DIE REALEN PROBLEME MIT DEM VIRTUELLEN

Wieso die Uni Potsdam erst jetzt den Link zum Virtual College hat

Am 24. April '96 wurde das Virtual College (VC) offiziell eröffnet. Dieses Berlin-Brandenburgische Projekt, an dem sich neben der Universität Pots- tid**» : * t dam die beiden anderen Brandenburger Universitäten und die FH Un/I'if Brandenburg sowie die drei Berliner Universitäten und die

jMECyr TFH Berlin beteiligten, sollte das Sommersemester über neue Formen ff des Lernens testen: Die von den beteiligten Professoren ausgear­beiteten Lehrprogramme und zusammengestellten Materialien wurden auf einem zen­tralen Rechner abgelegt, auf den die Studenten aller integrierten Hochschulen über einen Computer-Pool an ihrer Hochschule Zugriff haben sollten. Neben konventionel­len Vorlesungen oder Seminaren war vorgesehen, einzelne Vorlesungen per Video­konferenzschaltung an andere Hochschulen zu übertragen. Allerdings konnte dieses Konzept im Sommersemester nicht für die Universität Potsdam verwirklicht werden.

Die zugrundeliegenden Probleme waren und sind vielschichtig. Nach Aussage von Dr. Hermann Walter aus der Zentralen Ein­richtung für Informationsverarbeitung und Kommunikation (ZEIK) mangelte es in er­ster Linie an der Übertragungstechnik: Um die Verbindung zwischen den Berliner und den Brandenburger Universitäten herzustel­len, müssen zum einen vier ISDN-Leitun- gen für den hohen Datentransfer freigege­ben sein - und zwar jeweils zwischen den vier beteiligten Brandenburger Hochschu­len und der TU Berlin, die den Knotenpunkt des VC darstellt zum anderen muß es je­weils an beiden Enden einer Leitung ein Gerät geben, das die Daten für den Trans­port geeignet präpariert beziehungsweise die präparierten Daten empfängt. Ein sol­ches Gerät ist ein Router. Wahlweise kann dazu auch ein leistungsfähiger Computer, der mit einerMultiplex"-Karte und entspre­chender Software ausgestattet ist, verwen­det werden. Zum Zeitpunkt, an dem das VC seine Arbeit aufnahm, standen der TU aller­dings erst zwei Multiplex-Karten zur Verfü­gung. Mit diesen beiden Karten wurde die Verbindung zwischen Cottbus und der TU Berlin geschaltet.

Zwar konnte die Universität Potsdam im Sommersemester nicht mit ihren Angebo­ten im VC präsent sein. Intern aber liefen wie geplant die angekündigten Veranstal­tungen: Potsdamer Studierende erarbeite­ten sich in Seminaren anhand der von den beiden beteiligten Potsdamer Professoren ausgearbeiteten Lernprogramme sowie des im Netz zur Verfügung stehenden er­gänzenden Materials den Lehrstoff. Für auswärtige Studenten hingegen war es nur möglich, diese Lehrprogramme über das World Wide Web (WWW) abzurufen. Das brachte aber die üblichen langen Wartezei­ten mit sich, da die für das WWW zur Ver­fügung stehendenormale ffelefonleitung die Übertragung der erforderlichen großen Datenmengen nur langsam bewältigt. Allerdings berichtet Walter, daß seit Ende Juni die ffelekom zwischen der Uni Potsdam und der TU Berlin eine ISDN-Leitung frei­

geschaltet hat und am ZEIK seitdem ein Router auf seine Eignung für das Projekt getestet würde. Vor wenigen lägen sei es gelungen, über diesen Router ein Signal an die TU zu senden, allerdings sei es dort nicht empfangen worden. Ob hier Hard-, Software oder Konfigurationsprobleme zugrunde lie­gen, gilt es in den nächsten lägen herauszu­finden.Zwischen Berlin und Cottbus hat es zwei Monate gedauert, bis Signale abge-

Der neue Studiengang entstand vor dem Hintergrund zunehmenden Bedarfs an mo­dern ausgebildeten Verwaltungsfachleuten in den neuen Bundesländern und dem künf­tigen Regierungssitz Berlin sowie in inter- und supranationalen Institutionen. Die spä­teren Einsatzmöglichkeiten der Absolven­ten reichen weit über den klassischen Ver­waltungsbereich hinaus.

Im Verlauf ihres Studiums beschäftigen sich die Studierenden mit dem gesamten Be­reich desarbeitenden Staates. Übrigens: Vergleichbare Studiengänge in den EU- Staaten oder den USA sind unter der Be­zeichnungPublic Policy längst etabliert und erfolgreich.

Politik- und Verwaltungswissenschaft ste­hen auch in Potsdam in enger Beziehung. Das Grundstudium beider Ausbildungs­gänge ist praktisch identisch. Erst zum Hauptstudium fällt die Entscheidung zwi­schen beiden Fächern. Dann stehen in der Fachrichtung yerwaltungswissenschaft spezifische Probleme und Fragestellungen der Umwelt-, Sozial- und Kommunalpolitik sowie zur Organisation und zum Manage­ment von Verwaltungseinheiten auf dem Lehrplan. Professoren und Dozenten wol­len in Seminaren und Vorlesungen ihre

schickt und empfangen werden konnten, verdeutlicht Walter die Nicht-Trivialität des Problems. Allerdings bleibt er zuversichtlich und meint, daß im Wintersemester das VC in seiner geplanten Form auch für Potsdam zugänglich sein wird. Um die volle Bandbrei­te von Multimedia ausschöpfen zu können, steht in einem Pool der ZEIK in Golm bereits eine entsprechende Ausstattung zur Verfü­gung: Ein,White board - eine Täfel für die virtuelle Vorlesung ein .Video - 11 und ein Audiotool zur Kommunikation mit den an­deren 'Ifeilnehmern.

Weitere Informationen im WWW unter der Adresse http://virtualc.prz.tu-berlin.de/die Homepage des VC. Zum Lehrangebot der Universität Potsdam gibt es Näheres unter: http://www.um-potsdam.de/u/slavistik/ vc.htm bzw. http://www.uni-potsdam.de/u/ zfu/ub/ub_index.htm, wo Lehrende der Sla- vistik, der Germanistik, der Umweltbildung und der Hochschule für Film und Fernse­hen ihre Veranstaltungen vorstellen.

Die Einschreibung für das nächste Seme­ster erfolgt im WWW unter http://virtualc. prz.tu-berlin.de/sekrO.htm. und steht allen Interessierten offen! ade

Hörer zudem sensibel machen für komple­xe Zusammenhänge des öffentlichen Sek­tors und die Wirkungen staatlicher Steue­rungsversuche. Zudem geht es um die Ver­mittlung von Fähigkeiten, anspruchsvolle Aufgabenstellungen zu analysieren, Lösun­gen zu entwerfen und umzusetzen. Dazu gehört außerdem eine interdisziplinär aus­gerichtete Ausbildung in Volks- und Be­triebswirtschaftslehre sowie im öffentlichen Recht.

Künftige Diplom-Verwaltungswissenschaft­ler erhalten so die Voraussetzungen, auch in privaten Unternehmen und Verbänden er­folgreich wirken zu können. Darüber hinaus ist ein achtmonatiges Praktikum zur Vorbe­reitung auf die Anforderungen des Arbeits­marktes Bestandteil des Studienganges.

Zum Studium der Verwaltungswissen­schaft an der Universität Potsdam berech­tigt der Nachweis der allgemeinen Hoch­schulreife oder ein als gleichwertig aner­kannter Abschluß. Zulassungsbeschrän­kungen bestehen nicht. Weitere Informa­tionen sind an der Wirtschafts- und Sozi­alwissenschaftlichen Fakultät, August-Be- bel-Str. 89, 14482 Potsdam, Tel. 0331/977- 3240 erhältlich. mt.

PUTZ 6/96

AB HERBST VERWALTUNGSWISSENSCHAFTEN

Personal mit Kenntnissen des öffentlichen Sektors zunehmend gefragt

Mit Beginn des Wintersemesters 1996 bietet die Universität Potsdam als zweite deutsche Hochschule nach der Universität Konstanz einen eigenständigen verwaltungswissen­schaftlichen Studiengang an. Einschreiben können sich in der zweiten Septemberhälf­te dieses Jahres Studienanfänger und Hochschulwechsler (bis zum 7. Fächsemester).

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