INFOTHEK
Ihre Meinung ist gefragt!
Die Universitäten Potsdam und Trier wollen gemeinsam eine Studie erarbeiten, die Wert- und Gerechtigkeitsvorstellungen zu einzelnen Fragen über Beruf und Partnerschaft thematisiert. Das Zentrum für Gerechtigkeitsforschung der Potsdamer Hochschule interessiert sich in diesem Zusammenhang für die Meinung der Brandenburgennnen und Brandenburger. Das Ergebnis der wissenschaftlichen Erhebung soll mit einer Befragung westdeutscher Bürger verglichen werden, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Auffassungen herauszufinden. Wer sich an dieser anonymen Befragung beteiligen und den Ragebogen anfordern möchte, wende sich telefonisch oder schriftlich an das Zentrum für Gerechtigkeitsforschung der Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Ttel. 0331/ 977-1822, B.E.
CHAMP-
ein ostdeutscher Satellit
Unter der Federführung des GeoFor- schungsZentrums Potsdam (GFZ) fördert die Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten mit 43 Mio. DM ein Kleinsatellitenprojekt mit dem Namen CHAMP Der Satellit ist als eine 1,7 Meter lange Schachtel konzipiert, die an der Vorderseite einen drei Meter langen Ausleger für Meßgeräte trägt. Er wird etwa 300 kg wiegen, seine Stromversorgung soll über sechs Quadratmeter an Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 140 Watt erfolgen. Geplant ist, daß er anfangs auf 500 Kilometer Höhe fliegt und bis zum Ende seiner auf fünf Jahre angelegten Lebensdauer auf 300 km absinkt.
Seine Aufgabe in dieser Zeit wird es sein, unsere Kenntnisse über das Schwerefeld der Erde erheblich zu erweitern und Sondierungen der Atmosphäre und Ionosphäre vorzunehmen. Auch soll er einen Beitrag zur Erforschung des äußeren Erdmagnetfeldes liefern - welches wie ein Schutzschild gegen den Sonnenwind wirkt - und Aufgaben bei der globalen Langzeitüberwachung übernehmen, denn aus Beobachtungen an der Erdoberfläche sind ausgeprägte zeitliche Änderungen dieses Schutzschildes bekannt. Diese drei Arbeitsfelder sind nicht nur von wissenschaftlichem Interesse. So soll CHAMP auch für die operationeile Wettervorhersage sowie die Klimaforschung nützlich sein, da er über Ozeanen oder unzugänglichen Gebieten den vertikalen Ttemperaturverlauf in der Atmosphäre bestimmen kann.
CHAMP existiert bisher nur als Konzept. Die heiße Phase der Realisierung beginnt ab Mitte 1996. Im Jahr 1999 soll dann der Start stattfinden. pm.
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Max-Planck in den neuen Ländern
Rund 70 Institute der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) gibt es derzeit, 14 davon in den neuen Ländern und wiederum drei davon in Potsdam bzw. Tfeltow: die Institute für Gravitationsphysik, für Kolloid- und Grenzflächenforschung sowie für molekulare Pflanzenphysiologie. Hinsichtlich der Relevanz, die diese für die Naturwissenschaften der Universität Potsdam haben, sind die kürzlich auf der Hauptversammlung der MPG in Saarbrücken von deren neuem Präsidenten Hubert Markl gemachten Äußerungen, die MPG werde den Ausbau der Forschungslandschaft in den neuen Ländern konsequent fortsetzen, von großer Bedeutung. Nach Aussage derMPG-Gene- ralsekretärin Barbara Bludau sei dies aber nur dann im vorgesehenen Umfang zu leisten, wenn die bis 1999 zugesagte jährliche 5%ige Haushaltssteigerung plus eventuell zusätzlicher Mittel eingehalten würden. Bereits im Februar hatte der damalige Präsident der MPG, Hans Zacher, betont, daß dieses vom Bund zugesagte 5%ige Wachstum der Haushaltsmittel nur dann eine akzeptable Lösung sei, „wenn der MPG die Mittel für die Bauinvestitionen für die neuen Länder, die in den nächsten Jahren massiv anwachsen, zusätzlich gegeben werden“. Die vom Bund gemachten Zugeständnisse - ein Vormerkbetrag sowie eine Öffnungsklausel zugunsten einer konkreten Prüfung des Bedarfs - wurden von Zacher als bescheiden eingestuft. Vor dem Hintergrund, daß der MPG ein Stellenabbau von 1% (1996) bzw. 1,5% (1997,1998) auferlegt worden wäre, stellte er die Schließung eines Tfeils der Institute zur Diskussion, da die Stellenknappheit derzeit der Engpaß für die Entwicklung der Max-Planck-Gesellschaft sei. Der in Saarbrücken wiederholte Wille, die Zahl der Institute in den neuen Ländern auf etwa 20 zu vergrößern, läßt hoffen, daß der sich dort vollziehende Aufbau von diesen Auflagen nicht gehemmt wird. ade
Hochschulbau als Standortsicherung
Der Wissenschaftsrat hat in Cottbus Empfehlungen zum 26. Rahmenplan für den Hochschulbau in den Jahren 1997-2000 verabschiedet. Die Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Dr. Dagmar Schipanski, beziffert den vom Wissenschaftsrat ermittelten Finanzbedarf für die rund 4.000 Investitionsvorhaben, die von den Ländern zum 26. Rahmenplan angemeldet wurden, auf insgesamt 16,7 Milliarden DM. Für 1997, das erste Jahr der Planungsperiode des 26. Rahmenplans, seien Mittel in Höhe von rund 5,3 Milliarden DM erforderlich, ein Ansatz, der die
Empfehlungen für 1996 um rund 400 Millionen DM übersteigt, Dieser Summe von 5,3 Milliarden DM wurde von seiten des Bundes nicht zugestimmt. Sie wäre selbst für den Fall, daß der Bund seine Absicht realisiert, unter bestimmten Voraussetzungen statt 1,8 Milliarden DM für 1997 1,94 Milliarden DM zur Verfügung zu stellen, um deutlich mehr als eine Milliarde DM nicht abgedeckt. Die Vorsitzende des Wissenschaftsrates appellierte deshalb eindringlich an Bund und Länder, die derzeit noch strittigen Ragen im Zusammenhang mit der Novellierung des Hochschulbauförderungsgesetzes so rasch wie möglich einvernehmlich zu klären, um verlorengegangene Handlungsspielräume durch eine überzeugende Strukturreform zurückzugewinnen. Die Funktionsfähigkeit der Hochschulen ist nach Auffassung des Wissenschaftsrates mehr denn je zentrale Voraussetzung für die Konkurrenzfähigkeit von Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Der Wissenschaftsrat verbindet deshalb mit den aktuellen Bemühungen um eine Novellierung des Hochschulbauförderungsgesetzes und eine Strukturreform der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau die Erwartung, auch auf diesem Wege einen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland zu leisten. wr.
Potential bündeln
Nach Auffassung des Wissenschaftsrates können und sollen die international ausgerichteten Agrarwissenschaften einen wichtigen Beitrag leisten, um die Herausforderungen an eine ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortliche Steigerung der Nahrungsmittelproduktion (vor allem in den Entwicklungsländern) sowie an den Strukturwandel des Agrarsektors der Trans- formationsländer Mittel- und Osteuropas zu bewältigen. Als ein Ergebnis seiner Begutachtung der Beiträge, die 17 Fakultäten der Agrar-, Gartenbau- und Forstwissenschaften in Deutschland für die internationalen Agrarwissenschaften leisten, stellt der Wissenschaftsrat fest, daß durch die vielfach zergliederten Ansätze an den Fakultäten Lehre und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses leiden. Er empfiehlt daher mit Nachdruck, das an Universitäten bestehende Potential der internationalen agrarwissenschaftlichen Forschung und Lehre zu bündeln und damit zu stärken. Dies soll durch eine weitgehende Konzentration auf wenige untereinander vernetzte Standorte geschehen und zwar in den Agrar- und Gartenbauwissenschaften für den tropisch/subtropischen Bereich in Berlin, Göttingen und Hohenheim und für den Bereich Mittel- und Osteuropa in Berlin und Halle. wr.
PUTZ 6/96