Heft 
(1.1.2019) 06
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INFOTHEK

Ihre Meinung ist gefragt!

Die Universitäten Potsdam und Trier wollen gemeinsam eine Studie erarbeiten, die Wert- und Gerechtigkeitsvorstellungen zu einzel­nen Fragen über Beruf und Partnerschaft thematisiert. Das Zentrum für Gerechtig­keitsforschung der Potsdamer Hochschule interessiert sich in diesem Zusammenhang für die Meinung der Brandenburgennnen und Brandenburger. Das Ergebnis der wis­senschaftlichen Erhebung soll mit einer Be­fragung westdeutscher Bürger verglichen werden, um Gemeinsamkeiten und Unter­schiede in den Auffassungen herauszufin­den. Wer sich an dieser anonymen Befra­gung beteiligen und den Ragebogen anfor­dern möchte, wende sich telefonisch oder schriftlich an das Zentrum für Gerechtig­keitsforschung der Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam, Ttel. 0331/ 977-1822, B.E.

CHAMP-

ein ostdeutscher Satellit

Unter der Federführung des GeoFor- schungsZentrums Potsdam (GFZ) fördert die Deutsche Agentur für Raumfahrtan­gelegenheiten mit 43 Mio. DM ein Klein­satellitenprojekt mit dem Namen CHAMP Der Satellit ist als eine 1,7 Meter lange Schachtel konzipiert, die an der Vordersei­te einen drei Meter langen Ausleger für Meßgeräte trägt. Er wird etwa 300 kg wie­gen, seine Stromversorgung soll über sechs Quadratmeter an Solarzellen mit einer Ge­samtleistung von 140 Watt erfolgen. Ge­plant ist, daß er anfangs auf 500 Kilometer Höhe fliegt und bis zum Ende seiner auf fünf Jahre angelegten Lebensdauer auf 300 km absinkt.

Seine Aufgabe in dieser Zeit wird es sein, unsere Kenntnisse über das Schwerefeld der Erde erheblich zu erweitern und Son­dierungen der Atmosphäre und Ionosphä­re vorzunehmen. Auch soll er einen Beitrag zur Erforschung des äußeren Erdmagnet­feldes liefern - welches wie ein Schutz­schild gegen den Sonnenwind wirkt - und Aufgaben bei der globalen Langzeit­überwachung übernehmen, denn aus Be­obachtungen an der Erdoberfläche sind ausgeprägte zeitliche Änderungen dieses Schutzschildes bekannt. Diese drei Arbeits­felder sind nicht nur von wissenschaftli­chem Interesse. So soll CHAMP auch für die operationeile Wettervorhersage sowie die Klimaforschung nützlich sein, da er über Ozeanen oder unzugänglichen Gebieten den vertikalen Ttemperaturverlauf in der At­mosphäre bestimmen kann.

CHAMP existiert bisher nur als Konzept. Die heiße Phase der Realisierung beginnt ab Mitte 1996. Im Jahr 1999 soll dann der Start stattfinden. pm.

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Max-Planck in den neuen Ländern

Rund 70 Institute der Max-Planck-Gesell­schaft (MPG) gibt es derzeit, 14 davon in den neuen Ländern und wiederum drei da­von in Potsdam bzw. Tfeltow: die Institute für Gravitationsphysik, für Kolloid- und Grenz­flächenforschung sowie für molekulare Pflanzenphysiologie. Hinsichtlich der Rele­vanz, die diese für die Naturwissenschaften der Universität Potsdam haben, sind die kürzlich auf der Hauptversammlung der MPG in Saarbrücken von deren neuem Prä­sidenten Hubert Markl gemachten Äuße­rungen, die MPG werde den Ausbau der Forschungslandschaft in den neuen Län­dern konsequent fortsetzen, von großer Bedeutung. Nach Aussage derMPG-Gene- ralsekretärin Barbara Bludau sei dies aber nur dann im vorgesehenen Umfang zu leisten, wenn die bis 1999 zugesagte jährli­che 5%ige Haushaltssteigerung plus even­tuell zusätzlicher Mittel eingehalten wür­den. Bereits im Februar hatte der damalige Präsident der MPG, Hans Zacher, betont, daß dieses vom Bund zugesagte 5%ige Wachstum der Haushaltsmittel nur dann eine akzeptable Lösung sei,wenn der MPG die Mittel für die Bauinvestitionen für die neuen Länder, die in den nächsten Jah­ren massiv anwachsen, zusätzlich gegeben werden. Die vom Bund gemachten Zuge­ständnisse - ein Vormerkbetrag sowie eine Öffnungsklausel zugunsten einer konkreten Prüfung des Bedarfs - wurden von Zacher als bescheiden eingestuft. Vor dem Hinter­grund, daß der MPG ein Stellenabbau von 1% (1996) bzw. 1,5% (1997,1998) auferlegt worden wäre, stellte er die Schließung ei­nes Tfeils der Institute zur Diskussion, da die Stellenknappheit derzeit der Engpaß für die Entwicklung der Max-Planck-Gesellschaft sei. Der in Saarbrücken wiederholte Wille, die Zahl der Institute in den neuen Ländern auf etwa 20 zu vergrößern, läßt hoffen, daß der sich dort vollziehende Aufbau von die­sen Auflagen nicht gehemmt wird. ade

Hochschulbau als Standortsicherung

Der Wissenschaftsrat hat in Cottbus Emp­fehlungen zum 26. Rahmenplan für den Hochschulbau in den Jahren 1997-2000 verabschiedet. Die Vorsitzende des Wis­senschaftsrates, Professor Dr. Dagmar Schipanski, beziffert den vom Wissen­schaftsrat ermittelten Finanzbedarf für die rund 4.000 Investitionsvorhaben, die von den Ländern zum 26. Rahmenplan ange­meldet wurden, auf insgesamt 16,7 Milli­arden DM. Für 1997, das erste Jahr der Planungsperiode des 26. Rahmenplans, seien Mittel in Höhe von rund 5,3 Milliar­den DM erforderlich, ein Ansatz, der die

Empfehlungen für 1996 um rund 400 Mil­lionen DM übersteigt, Dieser Summe von 5,3 Milliarden DM wurde von seiten des Bundes nicht zugestimmt. Sie wäre selbst für den Fall, daß der Bund seine Absicht realisiert, unter bestimmten Voraussetzun­gen statt 1,8 Milliarden DM für 1997 1,94 Milliarden DM zur Verfügung zu stellen, um deutlich mehr als eine Milliarde DM nicht abgedeckt. Die Vorsitzende des Wis­senschaftsrates appellierte deshalb ein­dringlich an Bund und Länder, die derzeit noch strittigen Ragen im Zusammenhang mit der Novellierung des Hochschulbau­förderungsgesetzes so rasch wie möglich einvernehmlich zu klären, um verloren­gegangene Handlungsspielräume durch eine überzeugende Strukturreform zurück­zugewinnen. Die Funktionsfähigkeit der Hochschulen ist nach Auffassung des Wis­senschaftsrates mehr denn je zentrale Vor­aussetzung für die Konkurrenzfähigkeit von Wissenschaft und Forschung in Deutschland. Der Wissenschaftsrat verbin­det deshalb mit den aktuellen Bemühun­gen um eine Novellierung des Hoch­schulbauförderungsgesetzes und eine Strukturreform der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau die Erwartung, auch auf diesem Wege einen Beitrag zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland zu leisten. wr.

Potential bündeln

Nach Auffassung des Wissenschaftsrates können und sollen die international ausge­richteten Agrarwissenschaften einen wich­tigen Beitrag leisten, um die Herausforde­rungen an eine ökologisch, sozial und öko­nomisch verantwortliche Steigerung der Nahrungsmittelproduktion (vor allem in den Entwicklungsländern) sowie an den Strukturwandel des Agrarsektors der Trans- formationsländer Mittel- und Osteuropas zu bewältigen. Als ein Ergebnis seiner Begut­achtung der Beiträge, die 17 Fakultäten der Agrar-, Gartenbau- und Forstwissenschaf­ten in Deutschland für die internationalen Agrarwissenschaften leisten, stellt der Wis­senschaftsrat fest, daß durch die vielfach zergliederten Ansätze an den Fakultäten Lehre und Ausbildung des wissenschaftli­chen Nachwuchses leiden. Er empfiehlt daher mit Nachdruck, das an Universitäten bestehende Potential der internationalen agrarwissenschaftlichen Forschung und Lehre zu bündeln und damit zu stärken. Dies soll durch eine weitgehende Konzen­tration auf wenige untereinander vernetzte Standorte geschehen und zwar in den Agrar- und Gartenbauwissenschaften für den tropisch/subtropischen Bereich in Ber­lin, Göttingen und Hohenheim und für den Bereich Mittel- und Osteuropa in Berlin und Halle. wr.

PUTZ 6/96