Heft 
(1.1.2019) 07
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CAMPUS

OST UND WEST IM WANDEL"

Internationale Sommeruniversität an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät

Erstmalig in Brandenburg fand an der Uni­versität Potsdam vom 24. Juni bis 5. Juli 1996 eine internationale Sommeruniver­sitätPotsdam Summer School in Manage­ment and Economics zum Thema:Ost und West im Wandel - Wege zum Erfolg statt. Möglich wurde das Projekt der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät durch die finanzielle Förderung einer ganzen Anzahl von Sponsoren, so der Brandenburgischen Landesregierung, der Fulbnght-Kommission, dem Amerika Haus Berlin, dem British Council, dem Stif­terverband der Deutschen Wissenschaft, der Filmhochschule Babelsberg, der Deut­schen Bahn AG, der Herütz AG und nicht zuletzt der materiellen Unterstützung der Krombacher Brauerei.

Wissenschaftler aus insgesamt neun Län­dern, darunter aus den USA, Großbritanni­en, Rußland, Polen und Ungarn, traten mit 45 wissenschaftlichen Beiträgen zu unter­schiedlichen Aspekten der Transforma­tionsforschung auf, die in Diskussionen und Workshops vertieft wurden. Etwa 60 bis 80 Gasthörer sowie in- und ausländische Stu­denten nahmen an Veranstaltungen der Sommeruniversität teil und erhielten Tteil- nahmezertifikate, die bei der späteren Be­wertung von Studienleistungen zweifellos positiv zu Buche schlagen werden.

Ein reichhaltiges und anregendes Wissenschaftsprogramm

Die Vorträge der Rilbright-Professoren Mat- jas Bren und Robert Isaak widmeten sich generellen Entwicklungsfragen von Trans­formationswirtschaften bzw. der Kreativität interkulturellen Unternehmertums. Die Gä­ste demonstrierten, wie amerikanische Hochschullehrer die Zuhörer durch ihre lebendige Darstellung zu fesseln vermö­gen. Prof, Erik Lane aus Oslo wiederum be­

eindruckte durch seine empirisch erarbei­teten Forschungsergebnisse über die das Wirtschaftswachstum beeinflussenden Fak­toren. Gerhard Austin berichtete aus der Sicht eines Germanisten über Erfahrungen der transnationalen Zusammenarbeit. Inter­essante Einblicke gewährte der Überblick, den Hans Leister von der Deutschen Bahn AG über die vielfältigen Aufgaben gab, die der Deutschen Bahn durch die deutsche Vereinigung erwachsen sind.

Der Gedankenaustausch zwischen Ost und West gehörte zu den prägenden Marken­zeichen der Konferenz. So gingen die Refe­rate von Prof. Aleksej Linkov von der Staat­lichen Russischen Herzen-Universität St. Petersburg, der Vertreter der Belorussi­schen Wirtschaftsuniversität Minsk wie auch der Universitäten in Opole und Poznan und ebenfalls die Beiträge der Professoren Rainer Schwarz (BTU Cottbus), Hans Ger­hard Strohe und Klaus Gloede (Universität Potsdam) auf die speziellen Transforma­tionsprobleme in Rußland, Belarus, Polen, Tschechien und Ostdeutschland ein. Es wurde deutlich, daß jedes Land trotz gewis­ser Gemeinsamkeiten vor dem Hintergrund seiner spezifischen histonschen und kultu­rellen Situation einen eigenständigen Weg geht und dabei auf den wechselseitigen Dialog angewiesen ist, Große Aufmerksam­keit fand der Vortrag von Alison Sinclair aus der Uni Potsdam über energiewirtschaft­liche Veränderungen im Transformations­prozeß osteuropäischer Staaten.

Zu den behandelten betriebswirtschaftli­chen Fragen gehörten sowohl Finanzie­rungsprobleme in Osteuropa als auch Wertvorstellungen russischer Manager, die Chancen und Risiken strategischer Allian­zen und der Umgang von Managern mit ökologischen Chancen und Risiken. Erör­tert wurden ebenfalls die Potenzen von In­

formationen als Quelle für Marketingüber­legungen und das Management humaner Ressourcen in Ostdeutschland. Über den Bereich Real Estate Management als einer weit verbreiteten betriebswirtschaftlichen Disziplin in den USA und Großbritannien und die Anwendungsmöglichkeiten ent­sprechender Ansätze für das Real Estate Development (Projektentwicklung) in Deutschland und auch in Osteuropa ent­wickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Beiträge der Professoren von der University of Connecticut und anderer Gäste sowie der Potsdamer Betriebswirte Ingo Balder­jahn, Detlev Hummel und Dieter Wagner gaben weitere wichtige Anregungen für den Diskurs,

Institutioneile Rahmenbedingungen und FLagen der Europäischen Integration bilde­ten einen Schwerpunkt, bei dem auch po­litikwissenschaftlich-vergleichende Aspek­te ebenso wie Gesichtspunkte der moder­nen Politischen Ökonomie zur Geltung ka­men. Die Überwindung von mcht-tarifären Handelshindernissen, Möglichkeiten und Grenzen einer Europäischen Tärifpolitik, die Deregulierung der Tblekommunika- tionswirtschaft in Europa sowie Fhagen ei­ner entsprechenden europäischen Wirt­schaftspolitik setzten den roten Faden fort. Am letzten lüg erörterten die Diskutanten FVagen des Tbchnologietransfers und der Wirtschaftskooperation am Beispiel Un­garns und der Aktivitäten der "technischen Fachhochschule Wildau. Nicht zuletzt stand der internationale Studentenaustausch in einem speziellen Workshop zur Diskussion. Auftakt bildete hier ein Beitrag der Belorus­sischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität, Konkrete Anknüpfungspunkte ergaben sich im Hinblick auf gewünschte Kooperations­verträge und Studentenaustauschprogram­me mit Rußland, Belarus und Polen, dar­über hinaus aber auch mit Großbritannien

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Prof. Dr. Paul].]. Welfens, Prof. Dr. hc. Josef Molsberger, Prof. Dr. Dieter Wagner, Prof Dr. Norbert Eickhof und Prof. Robert A. Isaak (v.l.n.r.). Foto: Fntze

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PUTZ 7/96