CAMPUS
„OST UND WEST IM WANDEL"
Internationale Sommeruniversität an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
Erstmalig in Brandenburg fand an der Universität Potsdam vom 24. Juni bis 5. Juli 1996 eine internationale Sommeruniversität „Potsdam Summer School in Management and Economics“ zum Thema: „Ost und West im Wandel - Wege zum Erfolg“ statt. Möglich wurde das Projekt der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät durch die finanzielle Förderung einer ganzen Anzahl von Sponsoren, so der Brandenburgischen Landesregierung, der Fulbnght-Kommission, dem Amerika Haus Berlin, dem British Council, dem Stifterverband der Deutschen Wissenschaft, der Filmhochschule Babelsberg, der Deutschen Bahn AG, der Herütz AG und nicht zuletzt der materiellen Unterstützung der Krombacher Brauerei.
Wissenschaftler aus insgesamt neun Ländern, darunter aus den USA, Großbritannien, Rußland, Polen und Ungarn, traten mit 45 wissenschaftlichen Beiträgen zu unterschiedlichen Aspekten der Transformationsforschung auf, die in Diskussionen und Workshops vertieft wurden. Etwa 60 bis 80 Gasthörer sowie in- und ausländische Studenten nahmen an Veranstaltungen der Sommeruniversität teil und erhielten Tteil- nahmezertifikate, die bei der späteren Bewertung von Studienleistungen zweifellos positiv zu Buche schlagen werden.
Ein reichhaltiges und anregendes Wissenschaftsprogramm
Die Vorträge der Rilbright-Professoren Mat- jas Bren und Robert Isaak widmeten sich generellen Entwicklungsfragen von Transformationswirtschaften bzw. der Kreativität interkulturellen Unternehmertums. Die Gäste demonstrierten, wie amerikanische Hochschullehrer die Zuhörer durch ihre lebendige Darstellung zu fesseln vermögen. Prof, Erik Lane aus Oslo wiederum be
eindruckte durch seine empirisch erarbeiteten Forschungsergebnisse über die das Wirtschaftswachstum beeinflussenden Faktoren. Gerhard Austin berichtete aus der Sicht eines Germanisten über Erfahrungen der transnationalen Zusammenarbeit. Interessante Einblicke gewährte der Überblick, den Hans Leister von der Deutschen Bahn AG über die vielfältigen Aufgaben gab, die der Deutschen Bahn durch die deutsche Vereinigung erwachsen sind.
Der Gedankenaustausch zwischen Ost und West gehörte zu den prägenden Markenzeichen der Konferenz. So gingen die Referate von Prof. Aleksej Linkov von der Staatlichen Russischen Herzen-Universität St. Petersburg, der Vertreter der Belorussischen Wirtschaftsuniversität Minsk wie auch der Universitäten in Opole und Poznan und ebenfalls die Beiträge der Professoren Rainer Schwarz (BTU Cottbus), Hans Gerhard Strohe und Klaus Gloede (Universität Potsdam) auf die speziellen Transformationsprobleme in Rußland, Belarus, Polen, Tschechien und Ostdeutschland ein. Es wurde deutlich, daß jedes Land trotz gewisser Gemeinsamkeiten vor dem Hintergrund seiner spezifischen histonschen und kulturellen Situation einen eigenständigen Weg geht und dabei auf den wechselseitigen Dialog angewiesen ist, Große Aufmerksamkeit fand der Vortrag von Alison Sinclair aus der Uni Potsdam über energiewirtschaftliche Veränderungen im Transformationsprozeß osteuropäischer Staaten.
Zu den behandelten betriebswirtschaftlichen Fragen gehörten sowohl Finanzierungsprobleme in Osteuropa als auch Wertvorstellungen russischer Manager, die Chancen und Risiken strategischer Allianzen und der Umgang von Managern mit ökologischen Chancen und Risiken. Erörtert wurden ebenfalls die Potenzen von In
formationen als Quelle für Marketingüberlegungen und das Management humaner Ressourcen in Ostdeutschland. Über den Bereich Real Estate Management als einer weit verbreiteten betriebswirtschaftlichen Disziplin in den USA und Großbritannien und die Anwendungsmöglichkeiten entsprechender Ansätze für das Real Estate Development (Projektentwicklung) in Deutschland und auch in Osteuropa entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Beiträge der Professoren von der University of Connecticut und anderer Gäste sowie der Potsdamer Betriebswirte Ingo Balderjahn, Detlev Hummel und Dieter Wagner gaben weitere wichtige Anregungen für den Diskurs,
Institutioneile Rahmenbedingungen und FLagen der Europäischen Integration bildeten einen Schwerpunkt, bei dem auch politikwissenschaftlich-vergleichende Aspekte ebenso wie Gesichtspunkte der modernen Politischen Ökonomie zur Geltung kamen. Die Überwindung von mcht-tarifären Handelshindernissen, Möglichkeiten und Grenzen einer Europäischen Tärifpolitik, die Deregulierung der Tblekommunika- tionswirtschaft in Europa sowie Fhagen einer entsprechenden europäischen Wirtschaftspolitik setzten den roten Faden fort. Am letzten lüg erörterten die Diskutanten FVagen des Tbchnologietransfers und der Wirtschaftskooperation am Beispiel Ungarns und der Aktivitäten der "technischen Fachhochschule Wildau. Nicht zuletzt stand der internationale Studentenaustausch in einem speziellen Workshop zur Diskussion. Auftakt bildete hier ein Beitrag der Belorussischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität, Konkrete Anknüpfungspunkte ergaben sich im Hinblick auf gewünschte Kooperationsverträge und Studentenaustauschprogramme mit Rußland, Belarus und Polen, darüber hinaus aber auch mit Großbritannien
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Prof. Dr. Paul].]. Welfens, Prof. Dr. hc. Josef Molsberger, Prof. Dr. Dieter Wagner, Prof Dr. Norbert Eickhof und Prof. Robert A. Isaak (v.l.n.r.). Foto: Fntze
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