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BRANDENBURGS KOMMUNEN AUF DEM WEG
Das Kommunalwissenschaftliche Institut leistet Begleitforschung für kommunale Reformprojekte
Am Kommunalwissenschaftlichen Institut (KWI) der Universität Potsdam gibt es seit dem ersten April 1996 ein Projekt zur wissenschaftlichen Begleitung kommunaler Reformprojekte im Land Brandenburg. Seit etwa einem Jahr unterstützt eine Initiative des Innenministeriums acht Modellkommunen im Land Brandenburg bei der Reform ihrer Kommunalverwaltung. Dabei dominiert die Reformstrategie, neuartige Steuerungsinstrumente im Rahmen eines „Neuen Steuerungsmodells“, das zu großen Teilen von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle entwickelt worden ist, einzuführen. Das Projekt leiten Prof. Dr. Werner Jann und Prof.Dr. Dieter Wagner aus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Potsdam sowie Dr. Christoph Reichard von der Fhchhochschule für Wirtschaft und Technik, Berlin.
Amt Grantee und Gemeinden
Im Mittelpunkt der Reform stehen Ziele wie Steigerung der Effizienz und Effektivität des Verwaltungshandelns und eine größere Bürgernähe der Verwaltung. Dies soll u.a. durch die Übernahme betriebswirtschaftlicher Instrumente geschehen. Wesentliche Bestandteile der Reform sind die Neugestaltung des Verhältnisses von Politik und Verwaltung, die Abkehr von der bisher praktizierten Input- Steuerung der Verwaltung und die Aufhebung der Trennung zwischen Fach- und Ressourcenverantwortung. Bisher sind empirisch gesicherte Erkenntnisse über Chancen, Risiken und besonders erfolgreiche Strategien einer solchen der Verwaltungsreform noch nicht verfügbar.
Durch die Auswertung der ersten Einführungserfahrungen bzw. die Analyse der bisherigen Umsetzungsschritte soll eine Prognose von Chancen und Risiken der Reformstrategien ermöglicht werden, Es wird untersucht, ob die erhofften Veränderungen ein- treten, welche Bedingungen dabei beachtet werden müssen und welche Strategien besonders erfolgreich sind. Ziel ist ein intensiver Erfahrungsaustausch, der es den Reformkommunen und auch den übrigen Kommunen des Landes ermöglicht, aus - guten wie schlechten - Erfahrungen zu lernen und einen eigenen erfolgreichen Modernisierungsprozeß zu organisieren. Hauptaufgaben der Begleitforschung sind daher vor allem die Beobachtung und systematische Dokumentation der Reformprozesse, die Identifikation besonders erfolgversprechender Reformelemente und -Strategien sowie die Organisation eines Wissenstransfers und Erfahrungsaustauschs für die und zwischen den Kommunen. Diesem Zweck dient u.a. die Veranstaltung von Workshops für die Modellkommunen. Der erste dieser Workshops fand im vergangenen Sommersemester statt. Die Vertreter der Modellkommunen konnten sich aus erster Hand über den Stand in den anderen Modellkommunen informieren. Zudem wurden besonders schwierige Problemfelder der Verwaltungsreform - das Verhältnis von Bürger und Verwaltung sowie die Einbeziehung der Politik in die Verwaltungsreform -
behandelt. So berichtete Günter Müllender aus Michendorf über den „Amtstest Michendorf“, eine Bürgerbefragung, mit der sich die Verwaltung des Amtes der öffentlichen Kritik stellte und allen Einwohnern die Möglichkeit zur Bewertung der Arbeit der örtlichen Verwaltung gab. Anhand dieses Beispiels wurden die besonderen Probleme der Einbeziehung der Interessen der Bürger in die Arbeit der Verwaltung diskutiert. Das Beispiel Michendorf zeigte, daß zwar generell das Image der öffentlichen Verwaltung schlecht ist, aber bei präziser Nachfrage durchweg gute Noten für die Arbeit der Verwaltung erteilt werden und das Interesse an solchen yerwaltungstests“ in der Bevölkerung sehr gering ist.
Entscheidend für das Gelingen der Verwaltungsreform ist - so die Einschätzung im
In diesen acht Modellkommunen soll das neue Steuerungsmodell zur Verwaltungsmodernisierung eingeführt werden. Zeichnung: KWI
KWI - die Unterstützung der Kommunalpolitik. Eine erfolgreiche Reform setze einen Kulturwandel nicht nur in der Verwaltung, sondern auch bei den Kommunalpolitikern voraus, Die Kommunalpolitiker sollen sich stärker mit den notwendigen strategischen Fragestellungen beschäftigen und das tägliche Geschäft der Verwaltung überlassen, Wie diese wohlfeile Forderung erfüllt werden soll, ist allerdings bisher noch weitgehend unklar.
Weitere Informationen zu diesem Modellprojekt sind erhältlich bei Christian Maaß, Kommunalwissenschaftliches Institut der Um Potsdam, Tbl. 0331/977-4428. C.M.
ABSCHIEDSBESUCH
Ende August trafen sich Mitglieder des scheidenden Präsidiums der Humboldt-Uni Berlin und der Potsdamer Uni-Leitung in der brandenburgischen Alma mater. An dem Gespräch nahmen von Berliner Seite Präsidentin Prof Dr. Marlis Dürkop (2.V.I.), die Vizepräsidenten Dr. Monika Ziehnski (4. v.l.), Prof. Dr Hans-Wolfgang Presber (4. v.r.) und Prof. Dr. Michael Müller-Preußker (r.) sowie Kanzler Rainer Neumann (3. v.r.) teil. Die gastgebende Hochschule vertraten deren Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder (1.) sowie die Prorektoren Prof. Dr. Helene Harth (2.v.r.) und Prof. Dr. Ralf Menzel (3.V.1). Der Meinungsaustausch, dem bereits intensive Kontakte vorausgegangen waren, diente dem weiteren Kennenlernen gegenseitiger Positionen. Auf der Tagesordnung standen aktuelle Probleme und mögliche Perspektiven. Die Potsdamer wollen auch zum neugewählten Führungsgremium der Humboldt-Universität Berlin konkrete Beziehungen aufnehmen. PG./Foto: Fritze
PUTZ 7/96
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