Heft 
(1.1.2019) 07
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CAMPUS

Neuer Forschungsverbund koordiniert die Bioanalytik in Berlin/Brandenburg

'"ärer

Bereits seit ca. 30 Jahren werden Bio­moleküle - Enzy­me, Antikörper, Re­zeptoren - in der Analytik und in der medizinischen Diagnostik einge­setzt. Derzeitig beträgt der Markt auf die­sem Gebiet weltweit etwa 50 Milliarden DM. Bis zum Jahre 2000 soll er auf etwa 180 Milliarden DM wachsen. Daß dabei nicht nur seit langem bewährte Stoffe und Verfah­ren zum Tragen kommen, sondern für spe­zielle Einsatzgebiete auch neue und ver­besserte bioanalytische Stoffe und Verfah­ren entwickelt und eingesetzt werden, wur­de auf dem Eröffnungskolloquium für den Interdisziplinären Forschungsverbund Bioanalytik in Brandenburg/Berlin (IFV)", das Ende Juli an der Universität Potsdam stattfand, deutlich. Dort stellten verschiede­ne Vertreter aus der Forschung und der Wirtschaft einige der derzeitigen Projekte vor, in denen der Einsatz und die Herstel­lung spezieller Biomoleküle beispielsweise für die Blutanalyse erprobt werden.

Der IFV ist mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, die in der Region Berlin-Branden­burg vorhandenen Forschungskapazitäten (Universitäten, Blaue Liste Institute, Institu­te der Fraunhofer Gesellschaft, das Max- Delbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin-Buch und über 20 kleine und mittel­ständische Unternehmen) auf den verschie­denen Gebieten zusammenzuführen, Dar­über hinaus soll er im Rahmen der gemein­samen Bewerbung vonBerlin/Brandenburg als Biotechnologie-Standort im BIOREGIO den Schwerpunkt Bioanalytik/Diagnostik in den Feldern der Biomedizin, Pharmazie und Landwirtschaft/Umwelt koordinieren. Leiter und Initiator des IFV ist Prof. Dr. Flieder Scheller, der die Professur für Ana­lytische Biochemie an der Universität Pots­dam innehat. Er selbst arbeitet an der Ent­wicklung von Biosensoren, die beispiels­weise in der Medizin oder der Bodenana­lytik Verwendung finden.

Der Grund, weshalb sich Biomoleküle be­sonders gut für Analysemethoden eignen, ist, daß sie jeweils nur auf eine ganz be­stimmte Substanz wirken. Diese hohe che­mische Trennschärfe liegt an der Struktur der Moleküle: So wie ein Schlüssel in ein zugehöriges Schloß paßt, paßt ein Biomo­lekül nur mit den Molekülen einer speziel­len Substanz zusammen. Dadurch sind sie den herkömmlichen chemischen Analyse­methoden in Schnelligkeit, Genauigkeit und Effizienz deutlich überlegen. ade

POTSDAMER KNOW-HOW AUF KONGRESSEN ZUR BIOSENSORIK IN ASIEN

Gleich zwei wissenschaftliche Veranstal­tungen zum Thema Biosensoren fanden im Mai 1996 in Bangkok (Thailand) statt, an denen sich Mitarbeiter des Instituts für Biochemie und Molekulare Physiologie der Universität Potsdam beteiligten.

Auf dem erstenASEAN-EG Workshop on Biosensors Tfechnologie", der vom 24. - 28. Mai stattfand, hielt Nenad Gajovic, Dokto­rand bei Prof. Dr. Flieder Scheller, Inhaber der Professur für Analytische Biochemie an der Universität Potsdam, einen Hauptvortrag über das ThemaKlinische Biosensoren. Die Veranstaltung diente dem Tbchnologie- transfer in der Biosensorik zwischen For­schungsgruppen aus der EG und aus den ASEAN-Staaten (Association of South East Asian Nations). Sieben Referenten aus Au­stralien, Deutschland, England und Japan trugen über verschiedene Felder der Biosensorforschung und -entwicklung vor. Die teilnehmenden jungen Wissenschaftler - Chemiker, Biochemiker, Elektrotechniker und Chemieingenieure - aus Thailand, Ma­laysia, Singapur, Brunei und Hongkong sind zum großen Tfeil erst seit kurzem auf diesem Gebiet tätig bzw. gerade dabei, dort einzu­steigen. Dies belegt die Bedeutung, die in den südostasiatischenTiger-Staaten" der Biosensorik als wichtige Tbchnik in der Bio­technologie beigemesen wird. Die thailändi­schen Organisatoren brachten denn auch ihr starkes Interesse an der Kooperation mit der Universität Potsdam zum Ausdruck.

Vom 29. bis 31. Mai fand im Anschluß an diese Tägung der vierte Biosensor Welt­kongreßBiosensors 96 statt, bei dem Scheller als Co-chairman fungierte. Das Themenspektrum reichte von der Bioelek­tronik, Bio-Optoelektronik und Nanotech­nologie über Umwelt- und klinische Biosen­sorik,scanriing-probe" Mikroskopietech­niken, Produktionstechniken für kommerzi­elle Biosensoren, miniaturisierte Analysesy­steme bis hm zu DNA- und RNA-Detektions- methoden und Gensonden.

Als einer von vier teilnehmenden Mitarbei­tern aus der Arbeitsgruppe von Scheller re­ferierte Dr. Flank Bier über Echtzeitmessun­gen von Nukleinsäure-Hybridisationsreak­tionen und DNA-modifizierende Enzymak­tivitäten. Dr. Ulla Wollenberger hielt einen Vortrag über eine Schlüsseltechnologie für eine schnelle Entwicklung von Imunoas- says, die über den direkten elektrokatalyti- schen Nachweis von Peroxidase mittels che­misch modifizierter Elektroden laufen. Über die Entwicklung von Enzym-Antikörper-Mo- dulen für den Nachweis von Kreatinin, eines der wichtigsten klinischen Analyten, referier­te Scheller selbst, Die deutsche Delegation war die zahlenmäßig stärkste auf der Bio­sensors '96 mit Tbilnehmern aus verschiede­nen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Die wissen­schaftliche Kompetenz in der Bundesrepu­blik veranlaßte das Organisationskomitee, den nächsten Biosensor-Weltkongress nach Deutschland zu vergeben. bs.

DIE UNI IM STADTFERNSEHEN

Endlich: Das einstündige Schleifenpro­gramm des Potsdamer Stadtfernsehens P-plus", das von März 1995 bis zum 8. Juni 1996 gesendet wurde, wurde nun durch ein reguläres lägesprogramm ersetzt. Die Schleife, die oft bis zu sechs Wochen gleichbleibende Beiträge enthielt, gehört damit der Vergangenheit an.

Jetzt gibt es beiP-plus" täglich von 18 bis 19 Uhr redaktionelle Beiträge, tages­aktuelle Informationen zu Sport und Kultur, einen Polizeibericht, Interviews mit Promi­nenten und live Nachrichten, die stündlich bis 0,00 Uhr wiederholt werden,

Die Medienmanufactur Potsdam GmbH ist Betreiber des Potsdamer Stadtfernsehens, das nur im Kabelnetz, Kabel 3, zu empfan­gen ist. Erreichbar sind ca. 140 000 Zu­schauer in den 70 000 Haushalten, die in Potsdam und Umgebung an das Kabelnetz angeschlossen sind.

Die Universität Potsdam hat dabei gute Kar­ten, Informationen aus dem Leben der Uni­versität an die Potsdamer Zuschauer über

diesen Sender zu bringen, denn es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsstelle Medienpädagogik, dem Hochschul-Internen-Fernsehen (HIF) und den Redakteuren von P-plus. Die aktuell­sten Beispiele waren die Eröffnung des di­gitalen UniRadio-Studios in Golm und die Bettelaktion" des Rektors und seiner Pro­rektoren vor dem Landtag.

Die Uni möchte nun ein eigenes Fenster bei P-plus einnchten und eventuell zwei Mal im Monat über wissenschaftliche Aktivitäten, Höhepunkte und kulturelle Veranstaltungen der Universität zu einer festen Sendezeit be­richten. Bisher kommen Informationen über das Referat für Presse- und Öffentlichkeits­arbeit der Universität an die Ansprechpart­ner der Arbeitsstelle Medienpädagogik. Darüber hinaus sind auch direkte Informa­tionen aus den Fakultäten und Bereichen wünschenswert. Ansprechpartner sind Dr. Lutz Henrich und Dr. Hans-Jörg Pöttrich, Ar­beitsstelle Medienpädagogik, Golm, Haus 5, Tbl. 977-2488 bzw. -2320. L.H.

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PUTZ 7/96