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Neuer Forschungsverbund koordiniert die Bioanalytik in Berlin/Brandenburg
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Bereits seit ca. 30 Jahren werden Biomoleküle - Enzyme, Antikörper, Rezeptoren - in der Analytik und in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Derzeitig beträgt der Markt auf diesem Gebiet weltweit etwa 50 Milliarden DM. Bis zum Jahre 2000 soll er auf etwa 180 Milliarden DM wachsen. Daß dabei nicht nur seit langem bewährte Stoffe und Verfahren zum Tragen kommen, sondern für spezielle Einsatzgebiete auch neue und verbesserte bioanalytische Stoffe und Verfahren entwickelt und eingesetzt werden, wurde auf dem Eröffnungskolloquium für den „ Interdisziplinären Forschungsverbund Bioanalytik in Brandenburg/Berlin (IFV)", das Ende Juli an der Universität Potsdam stattfand, deutlich. Dort stellten verschiedene Vertreter aus der Forschung und der Wirtschaft einige der derzeitigen Projekte vor, in denen der Einsatz und die Herstellung spezieller Biomoleküle beispielsweise für die Blutanalyse erprobt werden.
Der IFV ist mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, die in der Region Berlin-Brandenburg vorhandenen Forschungskapazitäten (Universitäten, Blaue Liste Institute, Institute der Fraunhofer Gesellschaft, das Max- Delbrück-Centrum für molekulare Medizin Berlin-Buch und über 20 kleine und mittelständische Unternehmen) auf den verschiedenen Gebieten zusammenzuführen, Darüber hinaus soll er im Rahmen der gemeinsamen Bewerbung vonBerlin/Brandenburg als Biotechnologie-Standort im BIOREGIO den Schwerpunkt Bioanalytik/Diagnostik in den Feldern der Biomedizin, Pharmazie und Landwirtschaft/Umwelt koordinieren. Leiter und Initiator des IFV ist Prof. Dr. Flieder Scheller, der die Professur für Analytische Biochemie an der Universität Potsdam innehat. Er selbst arbeitet an der Entwicklung von Biosensoren, die beispielsweise in der Medizin oder der Bodenanalytik Verwendung finden.
Der Grund, weshalb sich Biomoleküle besonders gut für Analysemethoden eignen, ist, daß sie jeweils nur auf eine ganz bestimmte Substanz wirken. Diese hohe chemische Trennschärfe liegt an der Struktur der Moleküle: So wie ein Schlüssel in ein zugehöriges Schloß paßt, paßt ein Biomolekül nur mit den Molekülen einer speziellen Substanz zusammen. Dadurch sind sie den herkömmlichen chemischen Analysemethoden in Schnelligkeit, Genauigkeit und Effizienz deutlich überlegen. ade
POTSDAMER KNOW-HOW AUF KONGRESSEN ZUR BIOSENSORIK IN ASIEN
Gleich zwei wissenschaftliche Veranstaltungen zum Thema Biosensoren fanden im Mai 1996 in Bangkok (Thailand) statt, an denen sich Mitarbeiter des Instituts für Biochemie und Molekulare Physiologie der Universität Potsdam beteiligten.
Auf dem ersten „ASEAN-EG Workshop on Biosensors Tfechnologie", der vom 24. - 28. Mai stattfand, hielt Nenad Gajovic, Doktorand bei Prof. Dr. Flieder Scheller, Inhaber der Professur für Analytische Biochemie an der Universität Potsdam, einen Hauptvortrag über das Thema „Klinische Biosensoren“. Die Veranstaltung diente dem Tbchnologie- transfer in der Biosensorik zwischen Forschungsgruppen aus der EG und aus den ASEAN-Staaten (Association of South East Asian Nations). Sieben Referenten aus Australien, Deutschland, England und Japan trugen über verschiedene Felder der Biosensorforschung und -entwicklung vor. Die teilnehmenden jungen Wissenschaftler - Chemiker, Biochemiker, Elektrotechniker und Chemieingenieure - aus Thailand, Malaysia, Singapur, Brunei und Hongkong sind zum großen Tfeil erst seit kurzem auf diesem Gebiet tätig bzw. gerade dabei, dort einzusteigen. Dies belegt die Bedeutung, die in den südostasiatischen „Tiger-Staaten" der Biosensorik als wichtige Tbchnik in der Biotechnologie beigemesen wird. Die thailändischen Organisatoren brachten denn auch ihr starkes Interesse an der Kooperation mit der Universität Potsdam zum Ausdruck.
Vom 29. bis 31. Mai fand im Anschluß an diese Tägung der vierte Biosensor Weltkongreß „Biosensors 96“ statt, bei dem Scheller als Co-chairman fungierte. Das Themenspektrum reichte von der Bioelektronik, Bio-Optoelektronik und Nanotechnologie über Umwelt- und klinische Biosensorik, „scanriing-probe" Mikroskopietechniken, Produktionstechniken für kommerzielle Biosensoren, miniaturisierte Analysesysteme bis hm zu DNA- und RNA-Detektions- methoden und Gensonden.
Als einer von vier teilnehmenden Mitarbeitern aus der Arbeitsgruppe von Scheller referierte Dr. Flank Bier über Echtzeitmessungen von Nukleinsäure-Hybridisationsreaktionen und DNA-modifizierende Enzymaktivitäten. Dr. Ulla Wollenberger hielt einen Vortrag über eine Schlüsseltechnologie für eine schnelle Entwicklung von Imunoas- says, die über den direkten elektrokatalyti- schen Nachweis von Peroxidase mittels chemisch modifizierter Elektroden laufen. Über die Entwicklung von Enzym-Antikörper-Mo- dulen für den Nachweis von Kreatinin, eines der wichtigsten klinischen Analyten, referierte Scheller selbst, Die deutsche Delegation war die zahlenmäßig stärkste auf der Biosensors '96 mit Tbilnehmern aus verschiedenen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Die wissenschaftliche Kompetenz in der Bundesrepublik veranlaßte das Organisationskomitee, den nächsten Biosensor-Weltkongress nach Deutschland zu vergeben. bs.
DIE UNI IM STADTFERNSEHEN
Endlich: Das einstündige Schleifenprogramm des Potsdamer Stadtfernsehens „P-plus", das von März 1995 bis zum 8. Juni 1996 gesendet wurde, wurde nun durch ein reguläres lägesprogramm ersetzt. Die „Schleife“, die oft bis zu sechs Wochen gleichbleibende Beiträge enthielt, gehört damit der Vergangenheit an.
Jetzt gibt es bei „P-plus" täglich von 18 bis 19 Uhr redaktionelle Beiträge, tagesaktuelle Informationen zu Sport und Kultur, einen Polizeibericht, Interviews mit Prominenten und live Nachrichten, die stündlich bis 0,00 Uhr wiederholt werden,
Die Medienmanufactur Potsdam GmbH ist Betreiber des Potsdamer Stadtfernsehens, das nur im Kabelnetz, Kabel 3, zu empfangen ist. Erreichbar sind ca. 140 000 Zuschauer in den 70 000 Haushalten, die in Potsdam und Umgebung an das Kabelnetz angeschlossen sind.
Die Universität Potsdam hat dabei gute Karten, Informationen aus dem Leben der Universität an die Potsdamer Zuschauer über
diesen Sender zu bringen, denn es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsstelle Medienpädagogik, dem Hochschul-Internen-Fernsehen (HIF) und den Redakteuren von P-plus. Die aktuellsten Beispiele waren die Eröffnung des digitalen UniRadio-Studios in Golm und die „Bettelaktion" des Rektors und seiner Prorektoren vor dem Landtag.
Die Uni möchte nun ein eigenes Fenster bei P-plus einnchten und eventuell zwei Mal im Monat über wissenschaftliche Aktivitäten, Höhepunkte und kulturelle Veranstaltungen der Universität zu einer festen Sendezeit berichten. Bisher kommen Informationen über das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität an die Ansprechpartner der Arbeitsstelle Medienpädagogik. Darüber hinaus sind auch direkte Informationen aus den Fakultäten und Bereichen wünschenswert. Ansprechpartner sind Dr. Lutz Henrich und Dr. Hans-Jörg Pöttrich, Arbeitsstelle Medienpädagogik, Golm, Haus 5, Tbl. 977-2488 bzw. -2320. L.H.
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PUTZ 7/96