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Die Zukunft des Potsdamer Modells der Lehrerbildung
Eine Idee mit innovativen Perspektiven, so schätzt Rektor Prof. Dr. Wolfgang Lo- schelder das Potsdamer Modell der Lehrerbildung ein. Allerdings stehe dessen Umsetzung nach wie vor auf der Tagesordnung.
Im September 1992 begann die Einführung des Modells in die Lehramtsstudiengänge. Dem ging die Erarbeitung und Vorlage der Gründungsdenkschrift durch eine Kommission des Gründungssenats voraus. Der gesetzte Anspruch ist hoch. Zielt doch diese Lehrerausbildung mit ihrem integrierten und stufenübergreifenden Charakter auf die Professionalisierung der pädagogischdidaktischen und fachlichen Handlungskompetenz der Lehrer.
Die Realisierung des Modells kommt nach Auffassung der Prorektonn für Lehre und Studium, Prof. Dr. Bärbel Kirsch, auch deshalb nicht so schnell wie gewünscht voran, weil „die Fachdisziplinen bereits in der konzeptionellen Phase zu wenig einbezogen waren“. So erscheine es nach außen als eine Sache der erziehungswissenschaftlichen Disziplinen und nicht als Anliegen aller an den Lehramtsstudiengängen Beteiligten. Gegenwärtig ist das Potsdamer Modell für das erziehungswissenschaftliche Grundlagenstudium detailliert konzeptionell ausgearbeitet. Die vom Senat der Uni verabschiedete Studienordnung für die erziehungswissenschaftliche Ausbildung sowie die zugehönge bereits vom Bildungsministerium genehmigte Praktikumsordnung wurden innerhalb der Um ausgiebig diskutiert. Nun ist das Studium der Unterrichtsfächer mit Blick auf die Prinzipien des
Modells neu zu orientieren. Fachwissenschaft und Fachdidaktik seien aufeinander bezogen und stufen- sowie schulformüber- greifend anzulegen, so Bärbel Kirsch. Bewährt hat sich schon jetzt die Verzahnung von Theorie und Praxis durch ein integriertes Eingangssemester für Lehramtskandidaten der Primarstufe und ein dreiwöchiges Orientierungspraktikum zwischen dem ersten und zweiten Semester für alle anderen Lehramtskandidaten. Die Zusammenarbeit mit Studienseminarleitern bei der langfristigen Vorbereitung der ersten und zweiten Phase der Lehrerbildung trägt Früchte. Gleiches gilt für die Kooperation von Vertretern der erziehungswissenschaftlichen Disziplinen und der Fachdidaktiken.
Um die im Zusammenhang mit der Umsetzung des Potsdamer Modells stehenden Aufgaben in die Tät umzusetzen, fungiert das Interdisziplinäre Zentrum für Pädagogische Forschung und Lehrerbildung als Dach und Heimat für alle Lehramtskandidaten. Daraus ergeben sich zwei Schwerpunktaufgaben für den Leiter des Zentrums, Prof. Dr. Thomas Jahnke, und seine Mitarbeiter. Zum einen soll das Zentrum Serviceleistungen erfüllen, also Anlaufstelle für Studierende beispielsweise zu Fragen ihrer Praktika sein. Zum anderen betreibt das Zentrum Forschung zur Lehrerbildung. Zwei Studentinnen erarbeiteten einen Studienführer für die Lehramtsstudiengänge. Im Oktober liegt das erste vom Zentrum herausgegebene Journal „Kentron“ auf dem Tisch. Die zunächst zweimal im Semester erscheinende Publikation enthält Nachrichten und Diskussi
Licht in Sicht beim Konzept für das Potsdamer Modell der Lehrerbildung? Foto: zg.
onsbeiträge zur Lehrerbildung. In Vorbereitung befindet sich des weiteren ein für den Winter geplantes Kolloquium zur Lehrerbildung,
Rektor Loschelder appelliert an die Vertreter der Fachwissenschaften, der Fachdidaktiken, der Pädagogik, Psychologie und Sozialwissenschaften, sich im Interesse des Potsdamer Modells der Lehrerbildung „zu- sammenzuraufen“. Um es nicht zu gefährden und als Profilbereich der Hochschule zu erhalten, müsse bis zum Jahresende ein tragfähiges Konzept vorliegen. Ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung des Zentrums steht Anfang November bevor. Dann wird durch die Mitgliederversammlung dessen Struktur festgelegt und das Direktorium gewählt. B.E.
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