Heft 
(1.1.2019) 07
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WISSENSCHAFT AKTUELL

trifugen oder Filterpressen). Damit dieser Prozeß möglichst effizient ist, werden dem Schlamm spezielle organische Polymere zugesetzt, die dafür sorgen, daß die fein­verteilten Schwebestoffe verklumpen und dadurch leichter ausgefällt werden können. Die Wirkung beruht darauf, daß die festen Partikel, die in der Regel eine negative Oberflächenladung besitzen und sich des­wegen gegenseitig abstoßen, an die Poly­mere anlagern, die eine positive Oberflä­chenladung aufweisen. Dadurch kann bei­spielsweise die negative Ladung der Schwebestoffe neutralisiert werden, so daß sie sich nicht mehr abstoßen, oder die Po­lymere können auf den Oberflächen der Tbilchen Bereiche mit positiver Ladung schaffen, so daß sich diese untereinander anziehen. Bei den bisher verwendeten Po­lymeren blieb nach dem Abzentrifugieren aber immer noch ein Wasseranteil von über 70 % zurück. Dies hat u.a. zur Folge, daß für kontaminierte Schlämme, die zur Aufberei­tung zunächst eingeäschert werden, unnö­tig viel Energie zu deren Verbrennung auf­gewendet werden muß. Auch bei biolo­gisch unbedenklichem Klärschlamm, der als Dünger verwendet werden kann, ist zu bedenken, daß bei dem damit verbunde­nen Transport in erster Linie Wasser durch die Gegend gefahren wird. Hinzu kommt, daß die bislang eingesetzten Polymere nicht oder nur sehr schwer biologisch ab­baubar sind, was bei der Verwendung des Schlammes als Dünger ebenfalls nicht zu begrüßen ist. Ziel des Projektes war es des­wegen zunächst, biologisch abbaubare Polymere zur Entwässerung zu gewinnen. Hierzu nutzten die Wissenschaftler bereits vorhandenes Wissen aus: ,yom Grundsatz her", führt Jaeger aus,ist bekannt, welche Strukturen für Mikroorganismen schwer abbaubar sind und welche leichter. Schwer abbaubar sind beispielsweise solche Poly­mere, deren Rückgratkette ausschließlich Kohlenstoffatome enthält. Leichter abbau­bar sind sie, wenn in der Rückgratkette Heteroatome eingebaut sind, Sauerstoff oder Schwefel beispielsweise oder auch Stickstoff." Darüber hinaus beeinflussen auch die Substituenten, die an der Rück­gratkette hängen, die Stabilität der Polyme­re gegenüber Mikroorganismen. Bei der

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Einsatzort Klärwerk: Hier werden dem Klär­schlamm u.a. spezielle Polymere zugesetzt, die dafür sorgen, daß sich die Schlammpartikel zusammenballen, so daß die mechanischen Trennverfahren zu einer effektiveren Abtren­nung des Wassers führen. Der Entwicklung wirksamer und gleichzeitig umweltverträglicher Polymere widmen sich Wissenschaftler am Fra unhofer-Institut fürAngewan dte Ma tenalfor- schung. Foto: Fritze

Synthese der Polymere muß man sich dann an diesen Erfahrungen orientieren, wobei natürlich zusätzlich zu prüfen ist, ob die Stoffe die gleich Effizienz wie herkömmli­che zur Entwässerung eingesetzte Polyme­re aufweisen. Mit den Erfolgen bei diesen Untersuchungen zeigt sich jaeger schon sehr zufrieden. Mittlerweile verfolge man weiterhin das Ziel, den Entwässerungsgrad zu erhöhen.Dieses Ziel kann man errei­chen, indem man andere Substanzen ein­setzt, die eine noch bessere Verkoppelung der Partikel erreichen. Ein grundsätzlich neuer Weg", führt Jaeger vorsichtig aus, könnte darin bestehen, daß man verschie­dene Polymere kombiniert, die abgestuft wirksam werden. Derartige Untersuchun­gen sollen in einem gemeinsamen Folge­projekt durchgeführt werden. ade

STIPENDIEN FÜR AMERIKANISTEN UND KANADISTEN

Für das Studienjahr 1997/98 bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Stipendien an zum Studium in den USA und in Kanada für Studierende der Amerikanistik, Kanadistik, Anglistik und Stu­dierende anderer geistes- und sozialwis- senschaftlicher Fächer mit klar erkennba­rem Nordamerikabezug im Studium.

Diese Stipendien ermöglichen die Tteilnah- me an einem zehnmonatigen interdiszipli­nären Studienprogramm in nordamerikani­scher Literatur und Landeskunde an ausge­wählten amerikanischen bzw. kanadischen Hochschulen.

Bewerben können sich Studierende, die sich im Wintersemester 1996/97 im 2. bis 6. Fachsemester befinden und spätestens Ende Juli 1997 ihre Zwischenprüfung ab­geschlossen haben. Die Bewerbungen sind über das Akademische Auslandsamt einzureichen, dort sind auch der Aus­schreibungstext und die Bewerbungsun­terlagen zu erhalten sowie der Termin für die dortige Abgabe zu erfragen. Eine Direktbewerbung beim DAAD ist nicht möglich. Abgabetermin ist der 15. Novem­ber 1996 beim Akademischen Auslands­amt. An der Universität Potsdam befindet sich dieses Am Neuen Palais im Haus 08, zweiter Stock.

Ein ähnliches Programm ist für Studieren­de der Anglistik für Großbritannien und Ir­land vom DAAD ausgeschrieben worden. Die Unterlagen hierfür sind ebenfalls im Akademischen Auslandsamt der Universi­tät Potsdam erhältlich. Bewerbungen für dieses Anglistik-Programm sind noch bis zum 1. Dezember 1996 möglich. zg.

VBB-KURZSTRECKEN-

FAHRAUSWEISE

ANERKANNT

Ab sofort werden die VBB-Kurzstrecken- fahrausweise auf dem Abschnitt Golm - Griebnitzsee (Regionalbahn 21) und Pots­dam Wildpark - Griebnitzsee anerkannt. Davon unberührt bleiben jedoch die Fahr­scheine des Binnentarifs der Verkehrsbe­triebe Potsdam GmbH (VTP). Die Fahrrad­mitnahme erfolgt zu den üblichen VBB-Tänf- bedingungen. Es kann aber auch die neu aufgelegte Mehrtages-Fahrradkarte Berlin - Brandenburg benutzt werden. Dieses Mehrtages-Fahrradticket hat eine Gültigkeit von zwei Monaten und kostet 25,00 DM. Die Kunden können an fünf frei wählbaren lä­gen ihr Fahrrad in den Nahverkehrszügen innerhalb von Berlin und Brandenburg mit­nehmen. Ha.

Informationen zur Forschungsförderung

Die Volkswagen-Stiftung (VW-Stiftung) hat ein ProgrammNachwuchsgruppen an Uni­versitäten eingerichtet. Dieses neue Programm soll den Hochschulen ermöglichen, eine Form der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu nutzen, die sich bereits seit langem an Max-Planck-Instituten bewährt hat, jetzt aber die zusätzliche Möglichkeit bie­tet, die Gruppen auch in die Lehre an den Universitäten einzubinden. Das Programm ist fachoffen und richtet sich gleichermaßen an die Geistes- und Gesellschaftswissenschaf­ten wie an Natur- und Ingenieurwissenschaften und Medizin.

Nähere Informationen sind erhältlich bei: Dr. Indra Willms-Hoff von der VW-Stiftung, Kastanienallee 35, 30519 Hannover, Telefon 0511/8381-376.

PUTZ 7/96

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