WISSENSCHAFT AKTUELL
trifugen oder Filterpressen). Damit dieser Prozeß möglichst effizient ist, werden dem Schlamm spezielle organische Polymere zugesetzt, die dafür sorgen, daß die feinverteilten Schwebestoffe verklumpen und dadurch leichter ausgefällt werden können. Die Wirkung beruht darauf, daß die festen Partikel, die in der Regel eine negative Oberflächenladung besitzen und sich deswegen gegenseitig abstoßen, an die Polymere anlagern, die eine positive Oberflächenladung aufweisen. Dadurch kann beispielsweise die negative Ladung der Schwebestoffe neutralisiert werden, so daß sie sich nicht mehr abstoßen, oder die Polymere können auf den Oberflächen der Tbilchen Bereiche mit positiver Ladung schaffen, so daß sich diese untereinander anziehen. Bei den bisher verwendeten Polymeren blieb nach dem Abzentrifugieren aber immer noch ein Wasseranteil von über 70 % zurück. Dies hat u.a. zur Folge, daß für kontaminierte Schlämme, die zur Aufbereitung zunächst eingeäschert werden, unnötig viel Energie zu deren Verbrennung aufgewendet werden muß. Auch bei biologisch unbedenklichem Klärschlamm, der als Dünger verwendet werden kann, ist zu bedenken, daß bei dem damit verbundenen Transport in erster Linie Wasser durch die Gegend gefahren wird. Hinzu kommt, daß die bislang eingesetzten Polymere nicht oder nur sehr schwer biologisch abbaubar sind, was bei der Verwendung des Schlammes als Dünger ebenfalls nicht zu begrüßen ist. Ziel des Projektes war es deswegen zunächst, biologisch abbaubare Polymere zur Entwässerung zu gewinnen. Hierzu nutzten die Wissenschaftler bereits vorhandenes Wissen aus: ,yom Grundsatz her", führt Jaeger aus, „ist bekannt, welche Strukturen für Mikroorganismen schwer abbaubar sind und welche leichter. Schwer abbaubar sind beispielsweise solche Polymere, deren Rückgratkette ausschließlich Kohlenstoffatome enthält. Leichter abbaubar sind sie, wenn in der Rückgratkette Heteroatome eingebaut sind, Sauerstoff oder Schwefel beispielsweise oder auch Stickstoff." Darüber hinaus beeinflussen auch die Substituenten, die an der Rückgratkette hängen, die Stabilität der Polymere gegenüber Mikroorganismen. Bei der
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Einsatzort Klärwerk: Hier werden dem Klärschlamm u.a. spezielle Polymere zugesetzt, die dafür sorgen, daß sich die Schlammpartikel zusammenballen, so daß die mechanischen Trennverfahren zu einer effektiveren Abtrennung des Wassers führen. Der Entwicklung wirksamer und gleichzeitig umweltverträglicher Polymere widmen sich Wissenschaftler am Fra unhofer-Institut fürAngewan dte Ma tenalfor- schung. Foto: Fritze
Synthese der Polymere muß man sich dann an diesen Erfahrungen orientieren, wobei natürlich zusätzlich zu prüfen ist, ob die Stoffe die gleich Effizienz wie herkömmliche zur Entwässerung eingesetzte Polymere aufweisen. Mit den Erfolgen bei diesen Untersuchungen zeigt sich jaeger schon sehr zufrieden. Mittlerweile verfolge man weiterhin das Ziel, den Entwässerungsgrad zu erhöhen. „Dieses Ziel kann man erreichen, indem man andere Substanzen einsetzt, die eine noch bessere Verkoppelung der Partikel erreichen. Ein grundsätzlich neuer Weg", führt Jaeger vorsichtig aus, „könnte darin bestehen, daß man verschiedene Polymere kombiniert, die abgestuft wirksam werden“. Derartige Untersuchungen sollen in einem gemeinsamen Folgeprojekt durchgeführt werden. ade
STIPENDIEN FÜR AMERIKANISTEN UND KANADISTEN
Für das Studienjahr 1997/98 bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Stipendien an zum Studium in den USA und in Kanada für Studierende der Amerikanistik, Kanadistik, Anglistik und Studierende anderer geistes- und sozialwis- senschaftlicher Fächer mit klar erkennbarem Nordamerikabezug im Studium.
Diese Stipendien ermöglichen die Tteilnah- me an einem zehnmonatigen interdisziplinären Studienprogramm in nordamerikanischer Literatur und Landeskunde an ausgewählten amerikanischen bzw. kanadischen Hochschulen.
Bewerben können sich Studierende, die sich im Wintersemester 1996/97 im 2. bis 6. Fachsemester befinden und spätestens Ende Juli 1997 ihre Zwischenprüfung abgeschlossen haben. Die Bewerbungen sind über das Akademische Auslandsamt einzureichen, dort sind auch der Ausschreibungstext und die Bewerbungsunterlagen zu erhalten sowie der Termin für die dortige Abgabe zu erfragen. Eine Direktbewerbung beim DAAD ist nicht möglich. Abgabetermin ist der 15. November 1996 beim Akademischen Auslandsamt. An der Universität Potsdam befindet sich dieses Am Neuen Palais im Haus 08, zweiter Stock.
Ein ähnliches Programm ist für Studierende der Anglistik für Großbritannien und Irland vom DAAD ausgeschrieben worden. Die Unterlagen hierfür sind ebenfalls im Akademischen Auslandsamt der Universität Potsdam erhältlich. Bewerbungen für dieses Anglistik-Programm sind noch bis zum 1. Dezember 1996 möglich. zg.
VBB-KURZSTRECKEN-
FAHRAUSWEISE
ANERKANNT
Ab sofort werden die VBB-Kurzstrecken- fahrausweise auf dem Abschnitt Golm - Griebnitzsee (Regionalbahn 21) und Potsdam Wildpark - Griebnitzsee anerkannt. Davon unberührt bleiben jedoch die Fahrscheine des Binnentarifs der Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH (VTP). Die Fahrradmitnahme erfolgt zu den üblichen VBB-Tänf- bedingungen. Es kann aber auch die neu aufgelegte Mehrtages-Fahrradkarte Berlin - Brandenburg benutzt werden. Dieses Mehrtages-Fahrradticket hat eine Gültigkeit von zwei Monaten und kostet 25,00 DM. Die Kunden können an fünf frei wählbaren lägen ihr Fahrrad in den Nahverkehrszügen innerhalb von Berlin und Brandenburg mitnehmen. Ha.
Informationen zur Forschungsförderung
Die Volkswagen-Stiftung (VW-Stiftung) hat ein Programm „Nachwuchsgruppen an Universitäten“ eingerichtet. Dieses neue Programm soll den Hochschulen ermöglichen, eine Form der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu nutzen, die sich bereits seit langem an Max-Planck-Instituten bewährt hat, jetzt aber die zusätzliche Möglichkeit bietet, die Gruppen auch in die Lehre an den Universitäten einzubinden. Das Programm ist fachoffen und richtet sich gleichermaßen an die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wie an Natur- und Ingenieurwissenschaften und Medizin.
Nähere Informationen sind erhältlich bei: Dr. Indra Willms-Hoff von der VW-Stiftung, Kastanienallee 35, 30519 Hannover, Telefon 0511/8381-376.
PUTZ 7/96
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