Heft 
(1.1.2019) 07
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Weniger umfangreich und dafür auch we­sentlich preiswerter ist die Auswahl, die Anthony Kenny, einer der Nachlaßverwalter des Wittgensteinschen handschnftlichen Erbes, aus dem Werke Wittgensteins be­sorgte und die jetzt der Reclam Verlag unter dem Titel Wittgenstein. Ein Reader vorlegt. Für die Auswahl wurde nur, bis auf zwei Aus­nahmen, dieoffizielle Edition" des Suhrkamp Verlages herangezogen. Auf Aus­züge aus den Vorlesungsnachschriften und Tagebüchern wurde verzichtet. Die Auswahl wird mit einem umfangreichen Auszug aus dem TRACTATUS eröffnet und gliedert sich dann u.a. in Themenbereiche wie Bedeu­tung und Verstehen, Intentionalität, Denken, Aspekt und Bild, das Innere und das Äuße­re, Skepsis und Gewißheit, sowie Ethik, Le­ben, Glaube. Diese Festlegung folgt den Arbeitsschwerpunkten Wittgensteins, wobei alle in etwa in dem gleichen Umfang von ca. 20 Seiten dargestellt werden. Sehr interes­sant für den Neu-Leser sind sicherlich Witt­gensteins Bemerkungen über die Philoso­phie aus dem noch unveröffentlichten soge­nanntenBig Typescripte aus den 30er Jah­ren. Am Ende des Bandes sucht der an wei­terführenden Informationen zu Leben und Werk Interessierte neben dem Tbxtnachweis leider vergeblich nach einer Auswahl aus der mittlerweile ca 6,000 Publikationen um­fassenden Sekundärliteratur. Ein gutes Stich­wortverzeichnis schließt diese Einführung in die philosophische Gedankenwelt Ludwig Wittgensteins ab. Mathias Iven

Ludwig Wittgenstein: Wiener Ausgabe. Hrsg. Michael Nedo. Springer-Verlag Wien - New York. Einführungsband (1993), Band 1: Philosophische Bemerkungen (1994), Band 2: Philosophische Betrachtun­gen. Philosophische Bemerkungen (1994), Band 3: Bemerkungen. Philosophische Be­merkungen (1995), Band 4: Bemerkungen zur Philosophie. Bemerkungen zur philo­sophischen Grammatik (1995), Band 5: Philosophische Grammatik (1996), pro Band zwischen 150,- und 210,- DM. Anthony Kenny (Hrsg.): Ludwig Wittgen­stein. Ein Reader, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1996,391 Seiten, Pb., 15,- DM.

SCHNÄPPCHEN IM DATENNETZ

Jeder, der aus beruflichem oder privatem In­teresse das Internet nutzen möchte, ist dank­bar für Ratschläge und Informationen, die er von bereits erfahrenen Benutzern erhalten kann. Einer von diesen ist Raymond Wise- man, der seine Tips in dem BuchSchnäpp­chen im Datennetz" zusammengetragen hat. Er ist mit dem Ziel angetreten, den Leserins Netz der Netze und die anhängenden Dien­ste einzuführen, ihmpreisgünstige Zugän­

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ge zu zeigen und ... vor allem auf Schnäpp­chen, Gelegenheiten und interessante Halte­punkte aufmerksam zu machen. Im ersten Tfeil des Buches geht er zunächst auf das ein, was ein potentieller Nutzer benötigt, um ins Internet zu gelangen - angefangen vom Mo­dem bis hm zu dem Netzzugang an sich, den man über verschiedene Anbieter (die Internet-Provider oder die Online-Dienste) erhalten kann. Die Kostenstruktur der einzel­nen Anbieter stellt Wiseman jeweils auf em bis zwei Seiten vor und ermöglicht so den Preis­vergleich. Zudem beschreibt er dort, wie man die Möglichkeit von Probezugängen nutzen kann. Allerdings zeigt sich hier auch, daß die Schnellebigkeit im Bereich der Daten­netze den Wert derartiger Bücher mindert: Den Anbieter Europe Online, den Wiseman auf Seite 40 vorstellt, gibt es mittlerweile nicht mehr.Im zweiten Tteil des Buches finden sich Informationen zu den Angeboten im Internet bzw. zu den Netzen, auf die man als Kunde eines bestimmten Online-Dienstes ebenfalls zugreifen kann. (Ein Online-Dienst bietet so­wohl Zugnff auf das spezielle Netz des Dien­stes als auch auf das Internet, während ein Provider lediglich den Zugang zum Internet ermöglicht.) Unter Überschriften wie bei­spielsweisePolitikund Zeitgeschehen oder Sport und Spannung" gibt er interessante WWW-Adressen der einzelnen Dienste zu dem jeweiligen Thema an und informiert dar­über, wie teuer der Bezug bestimmter Infor­mationen sein kann. Eine Reihe deutscher und internationaler Zeitungen, die in verschie­denen Netzen vertreten sind, bieten ihre Ar­tikel nur gegen zusätzliche Gebühren an. Na­turgemäß kann das Buch nicht alle interessan­ten Informationen, die man über Datennetze beziehen kann, erwähnen, zumal nicht jeder Leser alles gleich bemerkenswert finden wird, Ob aber alles, was als Schnäppchen deklariert, tatsächlich eins ist, erscheint frag­lich. Beispielsweise erscheint die Möglich­keit,Den Spiegel beim Online-Dienst CompuServe jeden Monat eine Stunde lang lesen zu können, ohne daß dabei zusätzliche Gebühren anfallen, nicht gerade als Alterna­tive zu seinem gedruckten Gegenstück. Är­gerlicher ist aber der oftmals konfuse Stil und die unpräzise Ausdrucksweise wenn es um Grundsätzliches geht. So ist das Kapitel über Mailboxen z. B. insofern völlig unverständlich, als der Autor an keiner Stelle erklärt, was eine Mailbox überhaupt ist und wie sie funktioniert. Dadurch wurde in dem Buch die Chance ver­tan, dem Neueinsteiger ein wirkliches Ver­ständnis für die Welt der Datennetze zu geben. Ganz im Gegenteil hat man nach der Lektüre das Gefühl, daß das Ganze komplizierter sei, als es tatsächlich ist. Das ist schade, weil die Struktur des Buches durchaus gut ist. ade

Raymond Wiseman: Schnäppchen im Datennetz, Eichborn 1996, 142 Seiten, 16.90 DM.

LUST AN KUNST

Angehörige der Universität Potsdam vor­zustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teilsnebenberuflich, ist das Anliegen der ReiheLust an Kunst. Jene interessierten und engagierten Mit­arbeiter und Studierenden sind aus eige­nem Antrieb und nicht zuletzt zum eige­nen Vergnügen kulturell-künstlerisch tä­tig. Deutlich werden sollen auch die Mo­tive für diese Arbeit.

Langweilige Krawatten zu verschönen, ist Helga Kriegers Hobby. Foto: zg.

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Helga Krieger, Sicherheitsingenieurin an der Universität, versteht ihr Hobby der Sei­denmalerei als Äquivalent zum Berufsalltag und als angenehme Form geistiger Anstren­gung. Inzwischen besitzen nicht wenige Mitarbeiter der Alma mater Krawatten, die unter ihren Händen entstanden sind.

Helga Krieger schloß 1967 zunächst eine Lehre als Diesellokschlosser ab, bevor sie mit dem Studium als Maschinenbauinge­nieur begann. Später, 1972, wurde sie Sicherheitsfachkraft und begann ihre Arbeit 1980 an der damaligen Pädagogischen Hochschule. Schon frühzeitig wurde sie Mit­glied eines Zirkels für Künstlerische Tfextil- gestaltung, Sie nahm an Modepräsentatio­nen im In- und Ausland teil, führte kunst­handwerkliche Lehrgänge an der Volkshoch­schule Potsdam durch und leitete von 1987 bis 1989 den Ttextilzirkel des Bereiches Kul­tur der früheren Pädagogischen Hochschu­le. Sie gestaltete sogar eine Modenschau Maschenmix und demonstrierte 1989 Tbxtiltechniken in der Fernsehsendung Hobbys, Tips - so wirds gemacht". Intensiver betreibt Helga Krieger die Seiden­malerei seit 1990, wobei sie langweiligen Krawatten witzig bis verrückte Varianten ent­gegenzusetzen vermag.Durch Ttextilge- staltung andere Menschen zu erreichen und - im wahrsten Sinne des Wortes - den aka­demischen Alltag kreativ zu verschönen, be­zeichnet sie als Aufgabe und Verpflichtung über ihren Beruf hinaus, K.Fh

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