ÜSWfifrs..
Weniger umfangreich und dafür auch wesentlich preiswerter ist die Auswahl, die Anthony Kenny, einer der Nachlaßverwalter des Wittgensteinschen handschnftlichen Erbes, aus dem Werke Wittgensteins besorgte und die jetzt der Reclam Verlag unter dem Titel Wittgenstein. Ein Reader“ vorlegt. Für die Auswahl wurde nur, bis auf zwei Ausnahmen, die „offizielle Edition" des Suhrkamp Verlages herangezogen. Auf Auszüge aus den Vorlesungsnachschriften und Tagebüchern wurde verzichtet. Die Auswahl wird mit einem umfangreichen Auszug aus dem TRACTATUS eröffnet und gliedert sich dann u.a. in Themenbereiche wie Bedeutung und Verstehen, Intentionalität, Denken, Aspekt und Bild, das Innere und das Äußere, Skepsis und Gewißheit, sowie Ethik, Leben, Glaube. Diese Festlegung folgt den Arbeitsschwerpunkten Wittgensteins, wobei alle in etwa in dem gleichen Umfang von ca. 20 Seiten dargestellt werden. Sehr interessant für den Neu-Leser sind sicherlich Wittgensteins Bemerkungen über die Philosophie aus dem noch unveröffentlichten sogenannten „Big Typescripte“ aus den 30er Jahren. Am Ende des Bandes sucht der an weiterführenden Informationen zu Leben und Werk Interessierte neben dem Tbxtnachweis leider vergeblich nach einer Auswahl aus der mittlerweile ca 6,000 Publikationen umfassenden Sekundärliteratur. Ein gutes Stichwortverzeichnis schließt diese Einführung in die philosophische Gedankenwelt Ludwig Wittgensteins ab. Mathias Iven
Ludwig Wittgenstein: Wiener Ausgabe. Hrsg. Michael Nedo. Springer-Verlag Wien - New York. Einführungsband (1993), Band 1: Philosophische Bemerkungen (1994), Band 2: Philosophische Betrachtungen. Philosophische Bemerkungen (1994), Band 3: Bemerkungen. Philosophische Bemerkungen (1995), Band 4: Bemerkungen zur Philosophie. Bemerkungen zur philosophischen Grammatik (1995), Band 5: Philosophische Grammatik (1996), pro Band zwischen 150,- und 210,- DM. Anthony Kenny (Hrsg.): Ludwig Wittgenstein. Ein Reader, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1996,391 Seiten, Pb., 15,- DM.
SCHNÄPPCHEN IM DATENNETZ
Jeder, der aus beruflichem oder privatem Interesse das Internet nutzen möchte, ist dankbar für Ratschläge und Informationen, die er von bereits erfahrenen Benutzern erhalten kann. Einer von diesen ist Raymond Wise- man, der seine Tips in dem Buch „Schnäppchen im Datennetz" zusammengetragen hat. Er ist mit dem Ziel angetreten, den Leser „ins Netz der Netze und die anhängenden Dienste einzuführen“, ihm „preisgünstige Zugän
PUTZ 7/96
ge zu zeigen und ... vor allem auf Schnäppchen, Gelegenheiten und interessante Haltepunkte aufmerksam zu machen“. Im ersten Tfeil des Buches geht er zunächst auf das ein, was ein potentieller Nutzer benötigt, um ins Internet zu gelangen - angefangen vom Modem bis hm zu dem Netzzugang an sich, den man über verschiedene Anbieter (die Internet-Provider oder die Online-Dienste) erhalten kann. Die Kostenstruktur der einzelnen Anbieter stellt Wiseman jeweils auf em bis zwei Seiten vor und ermöglicht so den Preisvergleich. Zudem beschreibt er dort, wie man die Möglichkeit von Probezugängen nutzen kann. Allerdings zeigt sich hier auch, daß die Schnellebigkeit im Bereich der Datennetze den Wert derartiger Bücher mindert: Den Anbieter Europe Online, den Wiseman auf Seite 40 vorstellt, gibt es mittlerweile nicht mehr.Im zweiten Tteil des Buches finden sich Informationen zu den Angeboten im Internet bzw. zu den Netzen, auf die man als Kunde eines bestimmten Online-Dienstes ebenfalls zugreifen kann. (Ein Online-Dienst bietet sowohl Zugnff auf das spezielle Netz des Dienstes als auch auf das Internet, während ein Provider lediglich den Zugang zum Internet ermöglicht.) Unter Überschriften wie beispielsweise „Politikund Zeitgeschehen“ oder „Sport und Spannung" gibt er interessante WWW-Adressen der einzelnen Dienste zu dem jeweiligen Thema an und informiert darüber, wie teuer der Bezug bestimmter Informationen sein kann. Eine Reihe deutscher und internationaler Zeitungen, die in verschiedenen Netzen vertreten sind, bieten ihre Artikel nur gegen zusätzliche Gebühren an. Naturgemäß kann das Buch nicht alle interessanten Informationen, die man über Datennetze beziehen kann, erwähnen, zumal nicht jeder Leser alles gleich bemerkenswert finden wird, Ob aber alles, was als Schnäppchen deklariert, tatsächlich eins ist, erscheint fraglich. Beispielsweise erscheint die Möglichkeit, „Den Spiegel“ beim Online-Dienst CompuServe jeden Monat eine Stunde lang lesen zu können, ohne daß dabei zusätzliche Gebühren anfallen, nicht gerade als Alternative zu seinem gedruckten Gegenstück. Ärgerlicher ist aber der oftmals konfuse Stil und die unpräzise Ausdrucksweise wenn es um Grundsätzliches geht. So ist das Kapitel über Mailboxen z. B. insofern völlig unverständlich, als der Autor an keiner Stelle erklärt, was eine Mailbox überhaupt ist und wie sie funktioniert. Dadurch wurde in dem Buch die Chance vertan, dem Neueinsteiger ein wirkliches Verständnis für die Welt der Datennetze zu geben. Ganz im Gegenteil hat man nach der Lektüre das Gefühl, daß das Ganze komplizierter sei, als es tatsächlich ist. Das ist schade, weil die Struktur des Buches durchaus gut ist. ade
Raymond Wiseman: Schnäppchen im Datennetz, Eichborn 1996, 142 Seiten, 16.90 DM.
LUST AN KUNST
Angehörige der Universität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils „nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe „Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstlerisch tätig. Deutlich werden sollen auch die Motive für diese Arbeit.
Langweilige Krawatten zu verschönen, ist Helga Kriegers Hobby. Foto: zg.
1 J
Helga Krieger, Sicherheitsingenieurin an der Universität, versteht ihr Hobby der Seidenmalerei als Äquivalent zum Berufsalltag und als angenehme Form geistiger Anstrengung. Inzwischen besitzen nicht wenige Mitarbeiter der Alma mater Krawatten, die unter ihren Händen entstanden sind.
Helga Krieger schloß 1967 zunächst eine Lehre als Diesellokschlosser ab, bevor sie mit dem Studium als Maschinenbauingenieur begann. Später, 1972, wurde sie Sicherheitsfachkraft und begann ihre Arbeit 1980 an der damaligen Pädagogischen Hochschule. Schon frühzeitig wurde sie Mitglied eines Zirkels für Künstlerische Tfextil- gestaltung, Sie nahm an Modepräsentationen im In- und Ausland teil, führte kunsthandwerkliche Lehrgänge an der Volkshochschule Potsdam durch und leitete von 1987 bis 1989 den Ttextilzirkel des Bereiches Kultur der früheren Pädagogischen Hochschule. Sie gestaltete sogar eine Modenschau „Maschenmix“ und demonstrierte 1989 Tbxtiltechniken in der Fernsehsendung „Hobbys, Tips - so wird’s gemacht". Intensiver betreibt Helga Krieger die Seidenmalerei seit 1990, wobei sie langweiligen Krawatten witzig bis verrückte Varianten entgegenzusetzen vermag. „Durch Ttextilge- staltung andere Menschen zu erreichen und - im wahrsten Sinne des Wortes - den akademischen Alltag kreativ zu verschönen“, bezeichnet sie als Aufgabe und Verpflichtung über ihren Beruf hinaus, K.Fh
Seite 29