Heft 
(1.1.2019) 08
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CAMPUS

QUO VADIS AUSBILDUNG?

Fachschaftsrat Anglistik & Amerikanistik sorgt sich um die Zukunft des Lehrbetriebs

In wirtschaftlichen Krisenzeiten muß ge­spart werden. Das ist eine einleuchtende Tatsache. Der Bund muß sparen, die Län­der müssen sparen, der Bürger bzw, die Bürgerin muß sparen. So weit, so gut. Nun aber hat das Land Brandenburg sogar be­gonnen, seine Zukunft einzusparen. Es ent­zieht dem Bildungssektor durch unge­schickte Umverteilung der sowieso schon raren Finanzen zunehmend den Boden un­ter den Füßen. Fast im gesamten Lehrbe­trieb, von der Grundschule bis zur Hoch­schule, sowie anderen Weiterbildungs­einrichtungen wird zunehmend spürbar, was diese Landesregierung unter Krisen­management versteht.

Auf die Hochschulebene bezogen, bedeu­tet dies u.a. eine Nichtberufung von Profes­soren, Verzögerung der Rufe von Professo­ren und damit eine aktive Behinderung, wenn nicht gar Sabotage des Lehrbetriebes einer aufstrebenden und im Aufbau befind­lichen Universität. Es ist (vielleicht) be­kannt, daß an jeder Hochschule in periodi­schen Abständen eine altersbedingte Fluk­tuation von Lehrkräften stattfindet. In die­sem Semester ist diese Fluktuation am In­stitut für Anglistik und Amerikanistik beson­ders eklatant spürbar geworden, da neben zwei Professoren aus den Abteilungen Sprachwissenschaft und Amerikanische Literaturwissenschaft, welche aus Alters­gründen ausscheiden, auch noch der Ab­gang eines weiteren Professors beklagt werden muß, der einem Ruf nach Freiburg/ Breisgau folgte. Letzterer lehrte Amerikani­sche Literatur- und Kulturgeschichte, so daß die Amerikanistik für unabsehbare Zeit qua­sinackt dasteht. Einer Alibilösung kommt der Vorschlag des Wissenschaftsministe­riums gleich, der besagt, daß die erstge­nannten Professoren überredet werden sol­len, für eine Übergangszeit weiterzuma­chen, um den Personalengpaß zu überbrük- ken. Einer dieser Kandidaten hat sich nun aus ehrenvollem Berufsethos bereit erklärt, dies zu tun, weil er zu Recht die Meinung vertritt, daß man das Finanzloch des Lan­des nicht auch noch auf dem Rücken der Studenten austragen könne. Aber auch für eine Weiterbeschäftigung (über das Rentenalter hinaus) bedarf es eines Lehr­auftrages, der den Professor für Sprachwis­senschaft bis heute noch nicht erreicht hat. Soll so die Zukunft der Potsdamer Hoch­schule aussehen, daß Planungs­unsicherheit der Hochschule ein qualifizier­tes Studium nicht mehr zuläßt!?

Das Institut für Anglistik & Amerikanistik hat in diesem Wintersemester die höchste Zahl von Erstsemestern in der Philosophischen

Fakultät I zu verzeichnen. Das wäre eine erfreuliche Angelegenheit, wenn man nicht eben um die ordnungsgemäße Abwicklung seines Studiums durch das Nicht­vorhandensein geeigneter Lehrkräfte fürch­ten müßte. Studenten mit diesen Abschlüs­sen haben dann kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ob es das Studium im Magisterbereich oder im Lehramtsbereich betrifft, der sowieso schon überfüllt ist. Letztendlich werden neue Lehrer auf die Schüler losgelassen, die kaum mehr wis­sen, als deren Schutzbefohlene. Kann man

Ein Austauschprogramm zwischen dem Department of Nutrition and Food Science der University of Kentucky (UK) in Lexington und dem Institut für Ernährungswissen­schaft der.Universität Potsdam (UP) haben Professor Dr. Bernhard Hennig, Director of graduate Studies, Department of Nutrition and Food Science, und Professor Dr. Jürgen Kroll, Geschäftsführender Direktor des In­stituts für Ernährungswissenschaft, anläß­lich eines Besuches von Hennig in Potsdam und eines Gegenbesuches von Kroll in Lexington (jeweils verbunden mit Semina­ren und Vorträgen an der Gastuniversität) vereinbart. Das Programm beinhaltet die Entwicklung einer Zusammenarbeit zwi­schen dem Institut für Ernährungswissen­schaft und dem Department für Ernährung und Lebensmittelwissenschaft und zielt auf einen Austausch für Studierende des Studi­enganges Ernährungswissenschaft beider Universitäten nach Absolvierung des

so etwas dann vor der nächsten Generati­on verantworten? Wir, der Fachschaftsrat Anglistik & Amerikanistik, die Studieren­denvertretung aller Englischstudenten die­ser Universität sagen: Nein! zu diesem Bildungskahlschlag. Wir fordern die verant­wortlichen Stellen im Ministerium, allen voran den Minister Steffen Reiche, dazu auf, auf diesem bildungspolitischen Weg ins Nirwana umzukehren und die katastropha­len Folgen dieser Politik zu bedenken.

Fachschaftsrat Anglistik & Amerikanistik

Hauptstudiums (Anfertigung von Diplomar-' beiten - Master thesis - an der jeweiligen Gastuniversität), auf die Möglickeit einer Dissertation auf dem Gebiet-der Ernäh­rungswissenschaft in dem jeweiligen Gast­institut (Ph. D. thesis) sowie auf einen Wissenschaftleraustausch (Forschungsauf­enthalte,sabbatical leaves") verbunden mit speziellen Lehraufgaben imGast-Stu­diengang und der Bearbeitung gemeinsa­mer Forschungsprojekte ab. Diese interna­tionale Zusammenarbeit bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Profilierung des Studienganges Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam und setzt Akzen­te hinsichtlich neuer Ansätze in Lehre und Forschung. Unser Foto zeigt Prof. Dr. Bern­hard Hennig mit der Studentin Simone Kai­ser aus dem Studiengang Ernährungs­wissenschaft der Universität Potsdam im Department of Nutrition and Food Science in Lexington. J.K./Foto: privat

AUSTAUSCHPROGRAMM MIT DER UNIVERSITÄT VON KENTUCKY

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